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BAMM15: die 15 wichtigsten MMA-Kämpfer des Jahres

Analog zur GB100, die Genickbruchs einhundert wichtigste Wrestler eines jeden Jahres darstellt, werden in der BAMM15 am Ende eines jeden Jahres die fünfzehn wichtigsten MMA-Kämpfer aufgelistet, die die jeweils abgelaufenen zwölf Monate dominiert haben. Die BAMM15 gibt es seit 2008.
Jahr

Vorwort
2016 war wohl das ereignisreichste Jahr, welches MMA in seiner vergleichsweise noch immer jungen Geschichte zu bieten hatte. Sportlich konnte man allein bei UFC zwölf neue Champions bewundern. Im Kern des professionellen Kampfsports steht letztlich aber immer das Geld. Diese Front bot grade 2016 sensationelle Zahlen. Ganze fünf Mal gelang es, die Schallmauer von einer Millionen PPV-Bestellungen zu brechen. Drei Mal sorgte Conor McGregor dafür. Hinzu kamen zwei Kämpfe von Ronda Rousey, die sich siebenstellig verkauften und auch UFC 200 durchbrach diese Grenze nicht zuletzt wegen der Rückkehr von Brock Lesnar. Da bleibt das Debüt von CM Punk fast schon eine Randnotiz, der schätzungsweise um die 200.000 Buys zu UFC 203 beisteuerte.

Vor diesem Hintergrund wirkten viele andere Geschichten, die das Jahr sonst hätten dominieren können, fast schon wie Randnotizen. Im Februar präsentiere Bellator beispielsweise mit Kimbo Slice gegen Dada 5000 einen Freakshow-Kampf, der zunächst vor allem belächelt wurde und doch heute in einem tragischen Licht erscheint. Dada 5000 war völlig außer Form und hatte wohl erheblich mit dem Weight Cut zu kämpfen. Unmittelbar nach dem Kampf wurde er in lebensbedrohlicher Verfassung in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er einen Herzstillstand und schweres Nierenversagen erlitt. Wenige Monate später war es aber Kimbo Slice, der an Herzversagen verstarb.

Daneben bleibt das Jahr in Erinnerung, weil UFC begann, mit der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur USASA zusammenzuarbeiten. Infolge dieser Kooperation wurden die Daumenschrauben deutlich angezogen und auch die größten Namen des Sports wurden Opfer dieser. So erwischte man beispielsweise auch einen Jon Jones oder Brock Lesnar. Auch an einer weiteren Front wurden erste Fortschritte erzielt. So begannen einige Kämpfer, darunter große Namen wie Georges St. Pierre, Cain Velasquez und T.J. Dillashaw, 2016 an einer Athleten-Vertretung zu arbeiten, die endlich ein Gegengewicht zum bisher übermächtigen Marktführer UFC zu schaffen. Für eine Bewertung dieser Bemühungen ist es freilich im Moment noch zu früh. Es scheint aber ein Hoffnungsschimmer für einen Sport zu sein, der seine Athleten prozentual erheblich schlechter beteiligt als es in anderen US-Profi-Sportarten schon länger üblich ist.

Die zweifellos größte Story des Jahres ist aber der Verkauf von UFC. Die Fertitta-Brüder erwarben die Promotion im Jahre 2000 für etwa 2 Millionen Dollar. 2016 verkauften sie das Unternehmen an ein internationales Konsortium für geschätzte 4 Milliarden, was es zum bisher größten Verkauf einer Sportmarke überhaupt macht. Mit Blick auf das absehbare Ende von Ronda Rousey als PPV-Draw und den ständigen Machtkämpfen zwischen den wichtigsten Athleten Conor McGregor und UFC vielleicht nicht die schlechteste Entscheidung, wirft das doch zumindest die Frage auf, ob UFC 2016 einen wirtschaftlichen Höhepunkt erreicht hat, der in Zukunft nur schwer zu halten sein könnte.

An dieser Stelle wollen wir uns aber vor allem den sportlichen Aspekten des Jahres widmen und die 15 wichtigsten und besten Kämpfern aus unserer Sicht küren. Erneut handelt es sich dabei um eine reine UFC-Liste. Wobei man das vielleicht sogar mit einem kleinen Sternchen versehen könnte, bietet sich an einer Stelle doch zumindest ein Kampf dar, der unter dem Banner einer anderen Promotion bestritten wurde. Dazu aber an gegebener Stelle mehr. Insgesamt bleibt doch festzuhalten, dass UFC weiterhin das Maß der Dinge im Bereich MMA stellt und sich auf absehbare Zeit nichts anderes andeutet.
1
Joanna Jedrzejczyk
In einem Jahr, wo kaum ein Gürtel da blieb, wo er ursprünglich einmal war, bildet die Polin mit dem schwierigen Nachnamen, die sich selbst am liebsten als Joanna Champion bezeichnet, eine Konstante. Warum ist es so schwierig, Champion zu sein und vor allem zu bleiben? Gemeinhin bezeichnet man ja einen Champion erst dann als wirklichen, wenn es ihm oder ihr gelingt, den Titel nicht nur zu erringen sondern auch zu verteidigen. Ein einziger Fehler kann jeder noch so guter Vorbereitung und jeder noch so guter Leistung im Käfig im Bruchteil einer Sekunde ein Ende setzen. Das hießt im Umkehrschluss auch, dass es manchmal vor allem ein wenig Glück braucht, um sich selbst zum Champion zu krönen. Ist man an diesem Punkt aber angekommen, wartet üblicherweise nur noch die beste Konkurrenz. Und das in jedem Kampf. Hier zeigt sich dann die wahre Klasse. Mit dieser Konkurrenz hatte es Joanna Champion wie kein anderer MMAler in diesem Jahr zu tun.

Im Juli traf sie auf Claudia Gadelha, die gemeinhin als stärkste Kämpferin im Strawweight nach Joanna gilt. Entsprechend präsentierte sie sich auch in deren Kampf und sicherte sich die ersten beiden Runden klar auf den Zetteln aller Kampfrichter. Es sah aus, als nähere sich der Run der Polin nunmehr dem Ende. Doch dann zeigte sie eine Eigenschaft, die allen großen Champions zu eigen sein sollte. Es gelang ihr, ihren Stil anzupassen. Nach und nach kam sie immer besser mit ihrer Gegnerin klar. Die dritte Runde gewann sie knapp, Runde vier werteten alle Punktrichter gar klar mit 10:8 für Joanna. Fast ebenso klar gestaltete sich die fünfte Runde und damit der einstimmige Punktsieg. Dieser Kampf ist zweifellos der bisherige Höhepunkt ihres Schaffens im Käfig. Selten sieht man so deutlich, wie wichtig das ständige Anpassen an die Situation ist, um ein solcher wahrer Champion zu sein.

Mit ihrer Landsfrau Karolina Kowalkiewicz wartete etwas später eine ganz andere Herausforderung auf sie. Es war klar, dass diese kaum eine Chance haben würde, Joanna auf den Punktzetteln zu schlagen. Dafür ist sie in ihrer Anlage einfach zu langsam. Dafür jedoch dürfte sie die stärkste Puncherin der Division sein und als solche strahlt sich naturgemäß eine ständige Gefahr aus. Entsprechend gestaltete sich auch der Verlauf des Kampfes. Joanna dominierte mit ihrer Schnelligkeit und ihrer Technik und fuhr einen deutlichen Punktsieg ein. In Runde vier jedoch zeigte Kowalkiewicz, warum sie völlig zurecht Herausforderin war. Sie traf Joanna hart und tatsächlich wirkte es zeitweise so, als stünde eine möglicher KO kurz bevor. Erneut musste Joanna also all ihre Kräfte mobilisieren, um sich an der Spitze der Division zu halten. Und erneut gelang es ihr.

In diesem beiden Kämpfen hat sie nicht nur die derzeit härtesten Konkurrentinnen ihrer Division geschlagen, sie hat auch Herz und all ihr Talent bewiesen. Das macht sie nicht nur zu einer großen Kämpferin, sondern in unseren Augen zum besten Champion, der 2016 für UFC antrat. Niemand sonst kann sich mit ihrer sportlichen Leistung messen und so ist der Platz 1 in den BAMM15 2016 der völlig verdiente Lohn für Joanna Champion.
2
Stipe Miocic
Schon traditionell gilt die Heavyweight Division als eine der am dünnsten besetzten im MMA. Zum einen ist der Pool an Kämpfern, die bei diesem hohen Gewicht ihren Leistungshöhepunkt erreichen, einfach geringer, zum anderen ist es ungleich schwerer, einen dominanten Run hinzulegen, wenn hinter jedem Treffer, den man kassiert, stets die Kraft steckt, die Lichter eines jeden Mannes auszuknipsen. Nicht umsonst ist es bisher keinem gelungen, den UFC Heavyweight Title mehr als zwei Mal zu verteidigen. Dennoch sammeln sich in der absoluten Spitze der Division furchterregende Kämpfer. Unter diesen bildet der derzeitige Champion Stipe Miocic die klare Nummer eins. 2016 legte der Feuerwehrmann aus Ohio einen Run hin, dem ihm kaum einer zugetraut hatte und der ihn folgerichtig auf Platz zwei der BAMM15 befördert.

Das Jahr begann für Miocic schon im Januar mit einem Title Eliminator gegen den früheren UFC Champ Andrei Arlovski, der sich auf einer ungeahnten Sieges-Serie befand, seit er seine UFC-Rückkehr feierte. Dieser Serie setzte Stipe in unter einer Minute ein deutliches Ende, von dem Arlovski sich bis heute nicht erholt zu haben scheint. Schon im Februar hätte er den ersehnte Title Shot kommen sollen, als Miocic den verletzten Cain Velasquez im Kampf gegen den Champion Werdum ersetzen sollte. Doch Werdum zog sich ebenfalls verletzt zurück. Im Mai kam es dann doch noch zu dem Aufeinandertreffen, bei dem Werdum – in seiner brasilianischen Heimat zumal – als großer Favorit galt. Das nützte diesem aber wenig, lief er doch scheinbar planlos in harte Schläge des Herausforderers, was zur Mitte der ersten Runde zum klaren KO und damit dem Titelwechsel führte. Die eigentlich angedachte Party in Brasilien war gelaufen, dafür gab es eine Parade in Cleveland, der Stadt, die zu diesem Zeitpunkt praktisch keine großen sportlichen Erfolge feiern konnte.

Im September erfolgte die erste Titelverteidigung gegen Alistair Overeem. Der wiedererstarkte Niederländer sicherte sich den Shot mit Siegen über Arlovski und Junior dos Santos. Auch dieser Kampf bot das Spektakel, was so typisch für Kämpfe im Heavyweight ist. Schon früh ging Miocic zu Boden und musste sich der nahenden Aufgabe erwehren. Doch noch in der ersten Runde gelang dem Champion ein Comeback und so musste auch Overeem letztlich ausgeknockt auf den Brettern liegen bleiben. Momentan sieht es so aus, als würde Junior dos Santos den nächsten Shot erhalten, nennt er doch einen Punktsieg gegen Miocic von Ende 2014 sein eigen. Tatsächlich wurde dieser Kampf seinerzeit jedoch nicht unkontrovers diskutiert, gab es doch nicht wenige, die den jetzigen Champion vorn sahen. Insofern stehen die Chancen für Miocic nicht so schlecht, das erste Heavyweight mit einem längeren Title Run zu sein. Das wird freilich erst die Zukunft zeigen, festzuhalten bleibt aber, dass er 2016 drei überzeugende Siege samt Titelgewinn gegen drei absolute Topleute zum Zeitpunkt des jeweiligen Kampfes in beeindruckender Art und Weise abgeliefert hat und so berechtigt auf dem zweiten Platz dieser Liste geführt wird.
3
Demetrious Johnson
Demetrious Johnson ist – und blieb das auch 2016 – der Dauerbrenner unter den Champions. Er ist weiterhin der einzige Flyweight Champion in der UFC-Geschichte. Seiner Regentschaft fügte er im letzten Jahr zwei weitere Verteidigungen hinzu. Seine Dominanz blieb damit ungebrochen. Das heißt aber auch, dass noch deutlicher wurde, wie leer er die Division inzwischen geräumt hat. Immerhin wartete jedoch im April der seinerzeit einzige Contender, der wirklich noch eine Gefahr darzustellen schien, auf ihn. Henry Cejudo sicherte sich 2008 in Peking eine Goldmedaille im Freistilringen, war ungeschlagen und so galt er als durchaus ernstzunehmender Herausforderer für DJ. Letztlich war der eigentliche Kampf aber weit einseitiger, als man dies zuvor erwartete. Schon in Runde eins konnte der Dauerchampion seinen Contender per deutlichem TKO stoppen. Seine Stellung als Champion ohne Herausforderer war damit endgültig zementiert. Ebenso herrscht seither weitgehend Einigkeit in der Frage, wer die Pound-For-Pound-Listen anzuführen hat.

Im Juli sollte eine Verteidigung gegen Wilson Reis folgen, die jedoch aufgrund einer Verletzung von DJ platzte. Nun war Reis aber auch alles andere als ein Herausforderer, der sich aufdrängte. Vielmehr erhielt er den Spot, weil sonst schlichtweg keiner übrig war. Das zeigte sich auch daran, dass Reis dann nicht den nächsten Titelkampf erhielt und sich letztlich auch niemand darüber beschwerte. Vielmehr wagte UFC für den Dauerchampion ein anderes Experiment. Man veranstaltet eine Staffel von The Ultimate Fighter, die einen Contender liefern sollte. Eingeladen waren Flyweight Champions aus kleineren Promotions, wobei sich letztlich Tim Elliott durchsetzte. Der trug den Gürtel von Titan FC und lieferte gegen DJ eine mehr als respektable Leistung ab. Manche sprachen gar von der schwersten Verteidigung für Johnson. Die erste Runde konnte er sich sogar klar sichern, wobei er seine deutlichen Größenvorteile auszunutzen wusste. Letztlich gilt Demetrious aber nicht umsonst als bester Kämpfer des Planeten und so gelang es ihm, seinen Stil an den weitgehend unbekannten Contender anzupassen und doch eine deutliche Titelverteidigung zu feiern.

Unter dem Strich bleibt, dass DJ noch immer Probleme hat, in der großen Gruppe der Casual Fans anzukommen. Das hat sicher ein Stück weit mit seiner Gewichtsklasse zu tun, jedoch auch damit, dass er einfach niemanden hat, der ihn wirklich gefährden könnte. Derzeit sieht es stark danach aus, als würde Joseph Benavidez den nächsten Shot erhalten, auch wenn er diesen schon zweimal besiegt hat. Doch scheint Benavidez klar der zweite Mann der Division zu sein, der eben einfach nicht gut genug ist, um den dominierenden Mann zu schlagen. DJ hingegen fehlen noch zwei Verteidigungen, um mit Anderson Silva und seinem Run als Champion gleich zu ziehen. Das hat er als klares Ziel ausgeben. Was danach kommt? Immer wieder wurde über einen Superfight gegen Dominick Cruz spekuliert, doch scheint der inzwischen weit weniger attraktiv, hat der doch seinen Titel 2016 verloren. Dennoch ist er der letzte Mann, der DJ schlagen konnte. Was auf jeden Fall von diesem Jahr bleibt, ist, dass Demetrious Johnson 2016 seine Division einstweilen völlig leer geräumt hat und es derzeit schwer vorstellbar ist, dass er seinen Titel in nächster Zeit verliert. Das ist sportlich eine herausragende Leistung und wird hier mit Platz 3 gewürdigt.
4
Conor McGregor
Conor McGregor ist und bleibt die personifizierte Gelddruckmaschine für UFC. 2016 bestritt er drei Kämpfe und jedes Mal zog er über 1,3 Millionen PPV Buys. Im März sollte der frisch gebackene Featherweight Champion einen Shot gegen Rafael dos Anjos um den Lightweight Title erhalten, doch der brach sich im Vorfeld den Fuß und so wurde Nate Diaz sein Gegner, der schon im Sommer 2015 als Ersatz für Aldo heftig für Conor gerüchtet wurde. Aufgrund der kurzfristigen Ansetzung einigte man sich auf das Welterweight Limit. Der Kampf verkaufte sich erwartungsgemäß sensationell und ebenso sensationell gestaltete sich das eigentliche Aufeinandertreffen. Conor begann ungestüm und traf Diaz hart, der – so geschunden er auch aussah – sehr zum Schrecken von McGregor nicht KO ging. Entsprechend müde wirkte der Ire in Runde zwei, wo auch er erste Wirkungstreffer kassierte. So war es gar der Featherweight Champion, der entgegen seiner eigentlichen Stärken den Kampf auf den Boden zwingen musste. Doch da wurde schnell klar, dass er erwartungsgemäß nicht mit dem "Brazilian Jiu Jitsu"-Experten mithalten konnte. Schwer angeschlagen musste Conor sensationell aufgeben.

Es folgte eine Schlammschlacht von Conor mit UFC, der eigentlich bei UFC 200 seinen Rückkampf gegen Diaz haben sollte. Conor, scheinbar besessen von seiner Revanche, weigerte sich, seinen Verpflichtungen der medialen Begleitung des Kampfes nachzukommen, um seine Vorbereitung nicht zu gefährden. Das führte zur Streichung des Fights von der Card und dem Verschieben auf UFC 202. Der Buyrate des Rückkampfes schadete das nicht, ist UFC 202 wohl die meist georderte Card in der Geschichte der Promotion. Man verkaufte geschätzte 1,65 Millionen Einheiten. Sportlich merkte man ein deutlich anderes Herangehen McGregors. Er stürmte nicht wild auf Diaz los, sondern agierte ruhiger und gezielter. Ein ums andere Mal schlug er Nate nieder, wobei er nie dem am Boden liegenden hinterher stürmte, einen Kampf im Terrain Diaz' also stets vermied. Auch hier zeigte sich, dass er immer wieder Probleme mit der größeren Reichweite seines Gegners hatte, ist es doch zumindest Conor, der diese Vorteile auf seiner Seite hatte. Seine Kampfanlage war jedoch klug genug, um letztlich Nate weit genug aus dem Weg zu gehen. Auch merkte man deutlich, dass Conor zum Kampfende hin mit besserer Kondition als zuvor ausgestattet war. So konnte er schließlich einen knappen Punktsieg einheimsen, wobei zumindest ein Punktrichter ein Unentschieden verteilte.

Nachdem diesen Kapitel für den Iren also einstweilen abgeschlossen war, galt es, zum eigentlichen Ziel des Jahres zurück zu kommen: Dem UFC Lightweight Title. Den hielt inzwischen Eddie Alvarez. Im November kam es zum Aufeinandertreffen von diesem und dem noch immer amtierenden Featherweight Champion. Das sollte wieder ein Kampf ganz nach dem Geschmack des Iren werden. Alvarez ist bekannt dafür, sich in Schlachten zu stürzen und dabei mindestens so viel einzustecken, wie er austeilen kann. Man konnte also davon ausgehen, dass das Conor McGregor liegen sollte, verfügt der doch über hohe Geschwindigkeit bei blitzsauberer Schlagtechnik. Und genau so kam es auch. Alvarez stürmte auf Conor los, war aber weitgehend unfähig, den beweglicheren Iren zu treffen. Vielmehr gelang McGregor ein harter Treffer nach dem anderen. In Runde zwei war dann endgültig Schluss und ein weiterer TKO fand sich im Record von Conor McGregor. Weit wichtiger aber war, dass er in diesem Moment der erste Mensch wurde, der gleichzeitig zwei UFC Title hielt. Den Featherweight Title gab er Ende des Jahres ab. Wie freiwillig das geschah, ist umstritten, allerdings hieß es ja schon länger aus seinem Lager, dass man große Bedenken habe, ihn noch mal den Cut zum Featherweight zu machen. So kann man sich das wohl sparen, gleichwohl aber immer wieder für sich reklamieren, den Titel nie wirklich verloren zu haben.

Was 2017 auf Conor wartet, ist einstweilen recht unklar. Er selbst kolportiert immer wieder mit einem Boxkampf gegen Floyd Mayweather. Das Aufeinandertreffen der beiden PPV-Maschinen wäre wohl in der Lage, die Kassen und bisher ungeahnter Lautstärke klingeln zu lassen. UFC wird allerdings eher versuchen, das zu verhindern. Sportlich hätte für den MMAler gegen den Boxexperten in dessen Domäne wohl so gut wie nichts zu gewinnen. So bestünde also die Gefahr für UFC, die größte Cash Cow des Unternehmens zu beschädigen. Es wirkt mithin alles eher wie ein mediales Spielchen, um den eigenen Wert hochzutreiben und auch ohne Kampf ständig im Gespräch zu bleiben. Von 2016 bleibt jedenfalls, dass Conor etwas schaffte, was noch keinem zuvor gelang. Allerdings bleibt auch eine Niederlage. Noch schwerer wiegt rein sportlich wohl, dass er keinen seiner Titel auch nur einmal verteidigt hat. Das macht, wie im Vorwort erwähnt, einen guten Teil der großen Champions aus. Sollte es erwartungsgemäß nichts mit Mayweather werden, erwartet den Iren 2017 Khabib Nurmagomedov oder Tony Ferguson, die einen Interim Lightweight Title auskämpfen werden. Der Sieger wird klar der sein, den Conor zu schlagen hat, um ein ganz großer Champ zu sein. Das haben ihm die Fighter auf dem Podest dieses Jahr voraus. So reicht es aus unserer Sicht 2016 für Conor McGregor für Platz vier in dieser Liste.
5
Amanda Nunes
Nachdem der UFC Woman's Batamweight Title lange mit Ronda Rousey eine unbestrittene Trägerin hatte, wurde dieser 2016 zu einem Wanderpokal, nannten ihn doch insgesamt drei Kämpferinnen ihr eigen. Zum Ende des Jahres gehörte er aber Amanda Nunes, die ihn auch als einzige bei ihrer ersten Verteidigung nicht gleich wieder verlor. Aber von vorn: Die Brasilianerin flog lange eher unter dem Radar, aber wer tat das in einer Welt, in der das Radar weitgehend nur Ronda Rousey zu sehen anbot, eigentlich nicht? Sie schlug im März Valentina Shevchenko, die inzwischen noch von sich reden machte, klar nach Punkten und verdiente sich so den Shot gegen Miesha Tate, der es unterdessen gelungen war, Holly Holm den Titel zu entreißen.

Dieser Kampf sollte bei UFC 200 stattfinden. Eigentliche Main Events der Card sollten mal McGregor-Diaz II und später Cormier-Jones II werden. All das fiel ins Wasser und so bleib am Ende tatsächlich der Kampf von Tate gegen Nunes als einzige "Main Event"-Option der geschichtsträchtigen Card übrig. Sportlich schien das Duell offen. Nunes hatte gezeigt, dass sie dazu neigt, in den späteren Runden nachzulassen, was wiederum in der Vergangenheit stets eine Stärke von Miesha Tate war. Dafür war diese für frühe Treffer oft sehr anfällig. Die Frage war also, könnte Nunes Tate früh besiegen? Je länger der Kampf dauern würde, um so größer sollten die Chancen für Miesha Tate werden, ihren Gürtel zu verteidigen. Am Ende ging es über die erste Runde nicht hinaus und es traf ein, was prognostiziert wurde. Die Kraft Nunes' reichte, um Tate schwer zuzusetzen und nach etwas mehr als drei Minuten war der Titelwechsel in beeindruckender Manier per Rear-Naked Choke vollbracht.

Das eigentliche Jahreshighlight sollte für Nunes aber noch kommen: Ende Dezember kehrte Ronda Rousey zurück. Als die lange bestimmende Frau der Division und verlässlicher PPV Draw erhielt sie im ersten Kampf nach ihrer schweren Niederlage gegen Holly Holm direkt einen Shot gegen Nunes. Man durfte gespannt sein, ob es ihr gelungen war, an ihren gegen Holm offengelegten Schwächen zu arbeiten. Schon nach wenigen Sekunden war diese Frage beantwortet: Nein. Man sah dieselbe blind losrennende Rousey. Jahrelang hatte das gereicht, um ihre Gegnerinnen zu überrennen und sie mit ihren überragenden Judo-Fähigkeiten rasant abzufertigen. Aber sie hat sich seitdem kein Bisschen weiter entwickelt. Der Rest der Division aber schon und so war es für Nunes ein Leichtes, Ronda fast spielerisch in nur 48 Sekunden abzufertigen. Als Nächstes wird sie erneut auf Shevchenko treffen. Beim ersten Kampf war Nunes zwei Runden klar überlegen, ehe sie ebenso so klar Runde drei abgeben musste. Nun wird es über fünf Runden gehen, was Shevchenko alle Möglichkeiten eröffnen sollte. Jedoch haben beide sich in kurzer Zeit phänomenal weiter entwickelt, sodass der erste Kampf kaum mehr als Indikator taugt. 2016 jedenfalls stand am Ende Amanda Nunes als klare Nummer eins an der Spitze der Division. Sie hat mit Tate den Champ geschlagen und mit Ronda die, die über Jahre das Batamweight bestimmte. Dazu steht ein Sieg gegen die nun klare Contenderin. Das alles bringt ihr diesen fünften Platz ein.
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