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CD-Reviews

Teil der überdimensionalen Marketingmaschinerien der großen Wrestlingligen war es stets, die Einzugsmusiken ihrer Akteure auf CD pressen zu lassen, um damit Geld zu verdienen. Ein paar der CDs wurden von verschiedenen Mitarbeitern Genickbruchs rezensiert. Hier könnt ihr die 7 bisherigen CD-Bewertungen nachlesen. Wenn ihr selbst CDs besitzt, könnt ihr diese gerne rezensieren und uns die Berichte zur Veröffentlichung schicken.
Kapitel

WWF Full Metal - The Album
Dieses Album erschien im Jahre 1995 und damit zur Zeit der nerv tötenden New WWF Generation. Damals benutzte die WWF noch keine Lieder richtiger Bands als Einzugsmusiken, sondern eigenkomponierte Stücke. Viele davon schrieb Jimmy Hart. Da die Einzüge der Wrestler zu der Zeit meist nur 1 1/2 Minuten lang waren, waren auch die meisten Themes nur auf diese Länge ausgelegt. Das merkt man an dieser CD, denn nach etwa einer Minute kommt in den meisten dreiminütigen Themes nichts Neues mehr und es wiederholt sich alles nur noch. Die CD ist ganz ordentlich aufgemacht. Auf dem Cover sind neben einem riesigen alten WWF-Logo Shawn Michaels, The Undertaker, Sid, Bret Hart und Diesel abgebildet. Im Booklet wird jeder Wrestler näher vorgestellt, teilweise mit ziemlich markigen Beschreibungen. Außerdem lag noch ein WWF-Aufkleber bei.

The WWF-Superstars & Slam Jam - We're All Together Now
Dies ist kein richtiges Superstar-Theme, sondern das Stück, das heutzutage nach dem Opener von RAW gespielt wird, wenn die Kamera durchs Publikum fährt und die Kommentatoren die Leute an den Bildschirmen begrüßen. Die Band Slam Jam besteht aus Jon Oliva (Savatage), Scott Ian (Anthrax), Kenny Hickey (Type O Negative), Gary Meskil (Pro Pain) und Tim Mallare (Overkill). Eine richtige Metal-All Star-Band also. Dementsprechend gut klingt "We're All Together Now" dann auch. Ein cooles und grooviges Stück. Doch leider sind ja auch noch die WWF Superstars dabei. Mitten im Lied kommt nämlich eine Instrumental-Passage, bei der Razor Ramon, Shawn Michaels und der Undertaker ihre Catchphrases bringen. Das zieht den Song runter und dafür gibt es Punktabzug.
Punkte: 9

The WWF-Superstars & Slam Jam - Thorn in Your Eye
Das zweite Lied der Slam Jam-Band ist eindeutig härter als das erste und wohl eher dem New York Hardcore-Bereich zuzuordnen. Anstelle von Jon Oliva singen hier Michel B. und Olli S. von Such A Surge. Das Lied ist auch ziemlich cool und das zweite Highlight der Scheibe. Es wurde früher teilweise als RAW Opener verwendet. Das erste Stück gefiel mir allerdings noch besser, so daß dieses Lied dank der fehlenden nervigen Sprüche der Wrestler dieselbe Note bekommt.
Punkte: 9

Diesel - Diesel Blues
Dies ist das zweite Diesel-Theme. Das erste bestand nur aus LKW-Geräuschen und Huperei. Als Diesel zum Babyface turnte, musste ein neues her. Es beginnt mit einem Hupen und dann kommt ein Blues-Stück, wie es sich die WWF vorstellt. Langsamer Rhythmus und mit Mundharmonika und cleaner E-Gitarre wird die Melodie dazu gespielt. Nicht schlecht das Stück und untypisch für die WWF.
Punkte: 6

King Mabel - The Lyin' King
Wer erinnert sich noch an M.O.M., die zum Ring kamen, während ihr Manager ein Hip Hop-Liedchen dazu sang? Das hat mich damals immer furchtbar genervt. Aber es war besser als dieses neuere Stück, das Mabel nach seinem Heelturn und King of The Ring-Sieg bekam. Es beginnt mit einer königlichen Fanfare, danach kommt ein billiger Beat mit Polizeisirenen im Hintergrund. Ein absolut langweiliges Theme, das mit 3:20 Minuten eindeutig zu lang ist..
Punkte: 1

1-2-3 Kid - 1-2-3
Der 1-2-3-Kid war als Jobber, der Razor Ramon besiegte, interessant. Als er dann aber zum richtigen Wrestler wurde und zu den braven Babyfaces ohne Kraft, Ausstrahlung, Größe und Fehler gehörte, interessierte sich keine Sau mehr für ihn. Das Theme passt perfekt zu seinem Gimmick. Es beginnt mit einem Pinfall-Geräusch, bei dem die Fans "1-2-3" mitzählen und dann kommt ein langweiliges seichtes Theme, das sich alle 40 Sekunden wiederholt und keine vernünftige Melodie hat.
Punkte: 2

Goldust - Goldust
Dieses Theme nutzt Goldust bis heute, wenn ich mich nicht irre. Damit dürfte eins der ältesten noch benutzten WWF/WWE-Themes sein. Es soll wohl eine Filmmusik darstellen. Ein Keyboard spielt Geigen, die sich aber nicht danach anhören. Oder so ähnlich. Die Melodie ist ganz in Ordnung und ich habe sie immer noch nicht ausgehört. Das gibt einen Extrapunkt. Außerdem läuft das Theme über 2 Minuten, bis es sich wiederholt, was mal positiv auf dieser CD heraussticht.
Punkte: 7

Smoking Gunns (Bart Gunn & Billy Gunn) - Smokin'
Eins muss man der WWF lassen: Einfallsreich sind die Namen nicht, die sie ihren Themes gegeben hat. Das Smoking Gunns Theme beginnt natürlich mit Pistolenschüssen und auch innerhalb des Stücks sind immer wieder Schüsse zu hören. Der Song selbst soll wohl etwas wie moderner Country sein, auch wenn sich Country IMO anders anhört. Eine cleane E-Gitarre und ein Klavier geben zu einem vorprogrammierten Keyboard-Rhythmus den Ton an. Ein nicht sehr einfallsreiches Theme.
Punkte: 3

Psycho Sid - Psycho-Dance
Geklaut vom Film "Psycho" ist dieses Theme. Mit kranken hohen Keyboard-Geigen fängt das Lied an, dann folgt ein nicht gerade langer Hauptteil mit stampfendem Rhythmus, bei dem die Töne immer höher werden. Dann geht es wieder von vorne los. Schwer zu beschreiben, aber es hat das Psycho-Gimmick von Sid einst wie die Faust aufs Auge getroffen und hört sich bis heute gut an.
Punkte: 8

Razor Ramon - Bad Boy
Razor hatte wohl eins der einfachsten Themes aller Zeiten. Zu einem einfachen Rhythmus aus Schlagzeug und Bass kommt eine Keyboard-Melodie, die aus drei Tönen besteht. Das Theme ist einprägsamer als das des 1-2-3-Kids oder der Smoking Gunns, aber als musikalisches Highlight kann man es wohl nicht bezeichnen. Da hatten viele alte C64-Spiele wesentlich bessere Melodien.
Punkte: 4

Bret Hart & James A. Johnston - Hart Attack
Dies ist wohl das Theme auf diesem Sampler, das dem Begriff Metal noch am nächsten kommt. Obwohl es noch meilenweit davon entfernt ist. Es ist Brets zweites Theme, wenn ich mich nicht irre, denn nach Owen Harts Heel Turn bekam er ja eine leicht abgeänderte Version. Das alte gefiel mir irgendwie besser, denn das neue wird zwar noch von einer E-Gitarre dominiert, die eine Melodie und ein paar Hochtöne spielt, aber alles wiederholt sich immer und immer wieder ohne viel Abwechslung.
Punkte: 5

Hakushi - Angel
Diese pseudoeinfallsreichen Namen lassen mich immer wieder mit dem Kopf schütteln. Hakushi war nämlich noch als White Angel bekannt. Seine Einzugsmusik fällt etwas aus dem Rahmen der anderen Themes, da es sehr ruhige, atmosphärische Keyboard-Musik mit leisen Geigen und Donnergrollen ist. Das hat mir schon damals gefallen und hört sich auch heute noch ziemlich cool an. Außerdem paßte es zu diesem Heel, der viele tolle technische Moves zeigen durfte, was in der WWF nicht so normal war.
Punkte: 8

The Undertaker - Graveyard Symphony
Das Theme des Undertakers war immer mein Lieblingstheme in der WWF. Allerdings gefiel mir das erste, bei dem nach zwei Gongschlägen die Kirchenorgeln losgingen, am besten. Dies ist die zweite, überarbeitete Version, mit der der Undertaker zum ersten Mal zum Ring kam, als er gegen Ted DiBiases falschen Undertaker antrat. Die Melodie bleibt dieselbe, doch das Theme beginnt mit vier Gongschlägen und es sind noch eine atmosphärische Keyboardmelodie und eine sehr leise verzerrte E-Gitarre dazugekommen.
Punkte: 9

Shawn Michaels - Sexy Boy
Dies ist vermutlich das älteste Theme, das in der WWF/WWE noch genutzt wird. Und im Gegensatz zu den anderen Themes wird hier gesungen. In der ersten Version sang damals Sensational Sherri und machte das nicht allzu gut. Als sich Shawn von ihr trennte, sang er das Stück selbst nochmal neu ein und das hört sich schon wesentlich besser an. Diese neuere Version ist auf diesem Album. Zu dem Liedtext "I'm just a sexy Boy - I'm not your Boy Toy" und einigen weiteren Passagen, in denen Shawn davon singt, wie gut er doch aussieht, kommt noch ein relativ gutes Gitarrensolo. Für damalige WWF-Songs ist es sogar hervorragend.
Punkte: 7

Double J - With My Baby Tonight
Dies ist nicht Jeff Jarretts, sondern sein Countrylied "With My Baby Tonight". Jarrett behauptete damals immer, Countrysänger zu sein und damit schon goldene Schallplatten gewonnen zu haben. Als ihm das niemand abnahm, führte er bei einem PPV dieses Lied auf. Später kam dann raus, daß sein Roadie, der Road Dogg das alles eigentlich gesungen hatte. Wahrscheinlich hatte es in Wirklichkeit keiner von beiden wirklich gesungen. Das Stück ist ein normales Countrylied, das nicht mal schlecht ist. Und im Vergleich zu den Themes wiederholt es sich nicht nach einer Minute.
Punkte: 7

Fazit: Vom heutigen Standpunkt aus eine CD mit nettem Nostalgieeffekt. Die Lieder hätten jedoch kürzer sein müssen und es hätten ruhig mehr Lieder sein dürfen. 34,95 DM habe ich damals dafür gezahlt und das ist für 11 Themes doch etwas zu viel. Der Name wird dem Inhalt auch nicht gerecht. An Metalstücken waren nur die ersten beiden Lieder vertreten.
 
 
 
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