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CD-Reviews

Teil der überdimensionalen Marketingmaschinerien der großen Wrestlingligen war es stets, die Einzugsmusiken ihrer Akteure auf CD pressen zu lassen, um damit Geld zu verdienen. Ein paar der CDs wurden von verschiedenen Mitarbeitern Genickbruchs rezensiert. Hier könnt ihr die 7 bisherigen CD-Bewertungen nachlesen. Wenn ihr selbst CDs besitzt, könnt ihr diese gerne rezensieren und uns die Berichte zur Veröffentlichung schicken.
Kapitel

WWE Originals
WWE Originals ist eine CD, auf der weder Themes noch andere Songs regulärer Bands vorhanden sind. Stattdessen gibt es Lieder, die von den WWE Superstars selbst eingesungen werden. Eine abenteuerliche Sache, die nichts Gutes erwarten lässt.

Steve Austin - Where's The Beer?
Die CD startet mit einem Steve Austin, der fragt, wie er bitteschön eine CD ohne Bier aufnehmen soll. Dann meint er zum Produzenten Jim Johnston, er sollte wohl nicht so unfreundlich zu ihm sein, schließlich sei es ja noch früh am Morgen. Der Produzent erinnert ihn daran, dass eigentlich schon Nachmittag ist und will sich den Track mal anhören. Stone Cold will sich versichern, ob der Track auch Hard'n'Heavy ist und der Produzent bejaht und meint noch, er zeige aber auch die gefühlvolle Seite von Stone Cold. Der fragt irritiert, ob er gerade richtig verstanden habe und besteht auf Hard'n'Heavy. Er spielt ein Stück ein, das eher ein softrockiger Blues ist und an das alte Diesel-Theme erinnert. Austin regt sich gleich auf, dass es nicht hart genug sei und antwortet auf die Argumente des Produzenten, er wolle keine neue Sicht von Stone Cold und das sei auf keinen Fall das, was er verlangt habe. Er will dem Produzenten etwas vorspielen, aber der hat nur eine akustische Gitarre da. Austin schimpft, eine akustische Gitarre habe nichts auf seinem Track zu suchen. Er will es trotzdem versuchen und man hört, wie die Gitarre zu Bruch geht. Austin lacht und meint, jetzt könnten sie ja gleich eine neue richtige Gitarre kaufen. Ein witziger Anfang, der vom Rest der CD einiges erwarten lässt.

Dudley Boyz (Bubba Ray Dudley & D-Von Dudley) - We've Had Enough
Nun folgt der erste richtige Song der CD. Die Dudleys haben die Schnauze voll und singen davon, dass sie unbesiegbar und bereit zum Kampf sind. Ein ziemlich alberner Text also. Singen kann man das auch nicht nennen, denn die beiden machen eher Sprechgesang. Darin sind sie im Übrigen gar nicht mal so schlecht. Die Musik ist ziemlich rockig und leider absolut langweilig. Ein einziges Riff dominiert das Lied und dazwischen gibt es mal einen ruhigeren Teil ohne Melodie. Das reicht nicht. Als Theme wäre dieser Track in den neunziger Jahren gut aufgehoben gewesen.

Trish Stratus - I Just Want You
Am Anfang des Liedes ist eine Aufnahme vom Anrufbeantworter zu hören, auf der Trish sagte, sie habe jemanden vermisst und wollte mal wieder mit ihm sprechen. Dann fängt sie an zu singen: Sie will diesen jemand, er solle sich überlegen, ob er sie nicht auf will usw. Der Gesang ist nicht gerade der Hammer, aber Trish singt zumindest nicht schief. Die Musik schnulzig. Als Vergleich passt wohl die Hintergrundmusik des Ally McBeal-Themes viel langsamer gespielt. Trishs eintönige Stimme und die langweilige Musik fangen schon nach etwa 20 Sekunden an, furchtbar zu nerven und man drückt schnell auf den Vorspulknopf.

Rey Mysterio - Crossing Borders
Auch wenn der Song einen englischen Titel hat, singt Rey in größtenteils in Spanisch. Worum es geht, kann ich also nicht sagen. Das Stück ist Hip Hop und Rey erledigt seinen Job als Rapper mit seinem dünnen Stimmchen noch recht passabel. Wie man es von dieser Musikrichtung kennt, fehlt der Hintergrundmusik jegliche Melodie. Dieses Geklimper ist aber selbst für Hip Hop noch schlecht. Selbst bei mehrmaligem Hören entfaltet sich das Lied nicht und es hat keinen Ohrwurmcharakter.

Steve Austin - Did You Feel It
Zurück bei Stone Cold Steve Austin im Aufnahmestudio für ein weiteres Hörspiel. Austin fasst es immer noch nicht, dass Johnston nur eine akustische Gitarre im Studio hatte, inzwischen haben sie sich aber eine E-Gitarre beschafft. Austin spielt dem Typen vor, was er sich unter seinem Lied vorgestellt hat. Es erklingt ein kompliziertes und verdammt schnell gespieltes Gitarrensolo. Wenn er das selbst gespielt hätte, wäre er im falschen Beruf. Der Produzent soll es nun probieren und legt erstmal ein schlappes 50er-Jahre-Solo hin. Austin schimpft auf ihn ein und der Produzent versucht es nochmal. Danach war Austin ansatzweise zufrieden.

Booker T - Can You Dig It
"It's The Booker Man Yo, Can You Dig it, Yeah Yeah, that's it, Man, Can You Dig It, Uh, That's what I'm talking about..." so beginnt Booker Ts Lied. Ein ziemlich dummer Text. Zwischendurch rappt er nochmal richtige Textzeilen, was Booker doch für ein cooler Typ ist. Das macht er sogar ganz gut. Die Musik besteht aus Schlagzeug, Bass und im Hintergrund hört man noch leise ein Schlagzeug und eine Gitarre. Eine Melodie fehlt. Wer nach Abwechslung sucht, der hört sich nicht diesen Song an.

Kurt Angle - I Don't Suck (Really)
Dies ist eine Variation von Kurt Angles Theme. Kurt Angle spricht mit Sprechgesang darüber, dass er eben nicht suckt und dass er der Beste ist. Und das nicht nur beim Wrestlen, sondern auch beim Rappen. Wer's glaubt... Im Refrain ist Angle der erste, der sich von den Männern mit Singen versucht. Das kann er nicht sonderlich gut, das Stück ist aber trotzdem ganz witzig anzuhören.

Lita - When I Get You Alone
Lita hat ein rockiges Stück bekommen und das ist auch bisher das Beste. Die Melodie ist ziemlich eingängig und Litas Gesang passt auch. Man darf bei einer WWE CD natürlich nicht die Maßstäbe anlegen, die man an die CD einer richtigen Band anlegt, aber für WWE-Verhältnisse kann man zufrieden sein.

Steve Austin - You Changed The Lyrics
Zwischendurch ist es mal wieder Zeit für Stone Cold. Austin macht sich ein Bier auf und muss dann feststellen, dass Johnston den Text stark geändert hat, den Austin ihm zuvor zugefaxt hatte. Er beschwert sich, dass der Produzent von allem das Gegenteil mache, was er verlangt habe. Der Typ verteidigt sich, er habe doch nur ein paar grammatikalische Fehler korrigiert. Austin schimpft, jetzt wolle Johnston wohl auch noch sagen, dass seine Grammatik schlecht sei. Die beiden streiten noch weiter und am Ende lenkt der Produzent ein, Austin dürfe ruhig seinen Text singen. Er drängt ihn darauf, endlich mit der Aufnahme zu beginnen und Austin sagt, er werde jetzt erstmal das Bier zu Ende trinken.

Lilián García - You Don't Just Know Me At All
Wie Lita hat auch Lillian Garcia einen ziemlich rockigen Track bekommen. Lillian beschwert sich über ihr Gegenüber, das versucht, sie unten zu halten, sie zu manipulieren usw., obwohl es sie nicht richtig kennt. Lillian ist wohl die einzige in der WWE, die richtig singen kann und dementsprechend sticht ihr Gesang sehr positiv auf der Platte hervor. Das Lied ist auch mal abwechslungsreicher als die restlichen Lieder und könnte von einer richtigen Band stammen.

Los Guerreros (Eddie Guerrero & Chavo Guerrero Jr. - We Lie, We Cheat, We Steal
Dieses Lied erinnert von der Machart stark an das Los Guerreros-Theme. Gesungen wird dabei gar nicht, im Refrain versuchen sich die beiden aber an Sprechgesang. Im Rest des Liedes labern Eddie und Chavo dumm rum, wie man es von ihnen aus den Sendungen gewohnt ist und baggern selbstverliebt mit Machosprüchen irgendwelche Frauen an. Ziemlich amüsant, das Ganze.

Chris Jericho - Don't You Wish You Were Me
Ein Highlight ist das Stück von Chris Jericho. Ein Hard Rock/ Metal-Stück, das ziemlich gelungen ist. Die Melodien sind eingängig und der Refrain hat Ohrwurmcharakter. Jericho singt komplett durch (endlich mal kein Sprechgesang) und macht seinen Job als Metalsänger sehr gut. Dabei war auch Gitarrist Rich Ward aus Jerichos Band Fozzy, der zeigen durfte, was er auf der Gitarre kann. Mich erinnert das Stück an Anthrax, aber das ist wohl Ansichtssache.

Steve Austin - Drink Your Beer
Austin quengelt weiter rum, was Johnston für eine Niete sei. Er sei nicht kooperativ und habe noch nichts gemacht. Der Produzent antwortet, er habe immerhin Austins Stück geschrieben. Austin ist anderer Meinung und versucht den den Typen dazu zu überreden, endlich auch ein Bier zu trinken, um etwas kreativer zu werden. Der will aber nicht und am Ende schreit Austin jegliche Versuche, etwas zu antworten, mit einem "What!" nieder. Plötzlich hört man ein lautes Krachen (soll wohl ein Stunner sein) und Austin sagt, vielleicht werde Johnston ja jetzt ein Bier trinken.

Rikishi - Put A Little Ass On It
Dass Rikishi nicht musikalisch ist, kann man sich denken, wenn man seine Tanzeinlagen im Ring sieht. Umso überraschter ist man, wenn man feststellt, dass Rikishi als zweiter Mann seinen Song komplett durchsingt und dabei gar nicht mal eine schlechte Figur macht. Es ist ein ruhiges R'n'B-Stück und wenn ich es richtig verstanden habe, singt Rikishi sehr ruhig und freundlich darüber, dass er den Leuten helfen wolle, die z.B. verzweifelt sind oder vom rechten Weg abgekommen sind. Er wisse, wo die Sonne wirklich stehe und werde ihnen den Himmel zeigen. Dazwischen singt ein Chorus "Put A Little Ass On It". Sehr lustig, das Ganze.

Stacy Keibler - Why Can't We Just Dance
Dieses Lied ist eins der schlechtesten auf der Scheibe. Stacy Keibler sagte einmal "Dance" ins Mikro und daraus machten sie ein Sample, das ständig eingespielt wird. Dann singt/ spricht sie wirklich nur darüber, dass sie am liebsten einfach nur tanzen würde. Musikalisch ist es schwer einzuordnen. Techno? Dance Floor? Ein schon im Keyboard vorprogrammiertes Lied?

John Cena - Basic Thuganomics
Die Hintergrundmusik ist John Cenas reguläres Theme in leicht abgewandelter Form und zwischendurch wird man gescratcht. Dazu rappt John Cena. Gut gemacht, das Ganze, aber nichts Weltbewegendes.

Steve Austin - Don't That Taste Good
Austin sagt zu Johnston, jetzt sei er endlich entspannt. Er liege da wie ein Müllhaufen. Jetzt habe er doch bestimmt Durst auf ein Bier. Man hört, wie Austin ein Bier aufmacht und es auf den Produzenten schüttet. Austin lacht, das schmecke doch wohl gut. Es wäre ja echt einfacher, das Bier mit dem Mund zu trinken, aber Johnston wollte ja nicht auf ihn hören. Austin will nun mit der Aufnahme anfangen und drückt auf den Aufnahmeknopf und man hört zum Schluß ein Geräusch, das sich wie Zurückspulen anhörte, aber wahrscheinlich sowas wie Bandsalat bedeuten soll.

Fazit: Für einen kurzen Lacher ist die CD ganz gut, aber ich würde niemandem den Kauf empfehlen. Das Geld ist sie niemals wert. Dann lieber eine der Themes-CDs kaufen.
 
 
 
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