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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#018 - Giant Baba
#18 Giant Baba
Er war sowohl körperlich als auch bildlich der größte Star im japanischen Wrestling. Er half das Wrestling im Land der aufgehenden Sonne zu retten und half dabei es in Japans liebste Freizeitbeschäftigung zu wandeln. Auf Platz 18 der "Giant of the Orient" Giant Baba.

Shohei Baba wurde am 23. Januar 1938 in Sanjo City geboren. Während seiner Jugend war er ein Top Pitcher und verließ die Schule, um 1955 den Yomuirui Giants beizutreten. Nach mittelmäßigen Ergebnissen wurde er 1959 allerdings entlassen, wurde aber kurze Zeit später auf Grund seiner Statur von der japanischen Legende Rikidozan entdeckt. Rikidozan war Japans unumstrittener König des Wrestling und brachte das Land auf die Wrestling Landkarte, als er als NWA International Champion wrestlete. Rikidozan war allerdings besorgt, dass sich kein Wrestler herauskristallisiert hatte, an den er die Fackel übergeben konnte, und so nahm er Baba und einen weiteren aufstrebenden jungen Mann namens Antonio Inoki unter seine Fittiche.

Nachdem Baba und Inoki der Japan Wrestling Association beigetreten waren, wurden sie von Rikidozan persönlich in dessen Dojo trainiert. Beide gaben ihr Debüt am 30. September 1960 in Tokio, als Baba Yonetaro Tanaka besiegen konnte. Obwohl er nicht der größte Techniker vor dem Herren war, machte ihn seine Größe zu einem Top Draw. Im Juni 1961 schickte Rikidozan Baba in die USA, wo er unter dem Namen Giant of the Orient weitere Erfahrungen sammeln sollte und auch einige Male gegen den Champion Buddy Rogers antrat. Im Sommer 1963 kehrte er nach Japan zurück und wurde schnell als Baba the Giant bekannt. Er gehörte zu den hoffnungsvollen Youngstern, als Japan am 15. Dezmber 1963 vom schockierenden Mord an Rikidozan getroffen wurde. Abgesehen von der persönlichen Tragödie blieb im Wrestling eine große Lücke.

Als Rikidozans Schüler wurde auf Shohei "Giant" Baba vertraut, um die Rolle des Retters des Wrestlings zu übernehmen und so entwickelte er sich in de nächsten Jahren tatsächlich zu Japans Top Star. Seine enorme Größe ermöglichte es ihm sich außerdem auch international einen Namen zu machen. Damit verbesserte er den Ruf des japanischen Wrestling noch einmal entscheidend, als er gegen die amerikanischen Stars wie Lou Thesz, Bruno Sammartino und Freddie Blassie auf seiner 64er Tour antrat. Am 14. Juli 1965 gewann Giant Baba seinen ersten großen Titel, als er Dick the Bruiser in Osakas Pref Gym um den NWA International Title besiegen konnte. Der Titel war seit Rikidozans Tod vakant. Außerdem gehörte Giant Baba zum vielleicht legendärsten Tag Team aller Zeiten in Japan. Zusammen mit Rikidozans Schüler Antonio Inoki konnte er sich am 31. Oktober 1967 die NWA International Tag Team Titles sichern und zusammen dominierten sie in den nächsten vier Jahren die japanische Tag Team Szene, während sie mit so großartigen Teams wie Dick the Bruiser und dem The Crusher und den Funks kämpften.

Giant Baba sollte den International Titel insgesamt dreimal halten und außerdem zwischen 1966 und 72 sechs Mal das JWA World League Turnier gewinnen und damit den Rekord seines Lehrmeister (fünf Siege) brechen. Baba wurde allerdings langsam frustriert, da die Verantwortlichen von JWA nicht mit ihm übereinstimmten und so verließ Baba nach einer Reihe von Streitigkeiten im August 1972 die Liga. Am 16. Oktober 1972 präsentierte die Familie von Rikidozan Giant Baba mit dem alten NWA World Heavyweight Title, woraufhin sich Baba selbst zum World Champion ernannte. Fünf Tage später gründete Baba außerdem seine eigene Wrestling Liga, als er einen Deal mit Nippon TV abschloss. Baba nannte die Promotion All Japan Pro Wrestling und veranstaltete die erste Show im Machida City Gym in Tokyo. Nur sechs Monate nach Babas Abgang musste die JWA nach über zwanzig Jahren ihre Pforten schließen. Bei All Japan agierte Baba als Top Draw und machte die Liga zu Japans Top Promotion in den 70ern, während man mit Inokis New Japan konkurrierte.

Am 27. Februar 1972 wurde Giant Baba zu All Japans ersten PWF Heavyweight Champion. In einem eindrucksvollen Turnier besiegte er Terry Funk, Bruno Sammartino, Abdullah the Butcher, Bobo Brazil, Pat O'Connor und andere. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts sollte sich Baba als der am schwierigsten zu besiegende Wrestler etablieren und viermal den AJPW/PWF Heavyweight Title halten und dabei gegen alle großen Stars der Zeit antreten. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Baba, als er am 2. Dezember 1974 mit einem Sieg über Jack Brisco als erster japanischer Wrestler den NWA World Heavyweight Title gewinnen konnte. Außerdem sollte er 1979 und 80 in einer erbitterten Fehde mit Harley Race noch zwei weitere Male diesen Titel gewinnen. Besonders in Erinnerung wird er auch als dominierender Mann aller prestigeträchtigen jährlichen japanischen Turniere, von denen er insgesamt 16 gewinnen konnte und dabei oft acht bis zehn Mann an einem Abend besiegte.

In den 80ern nahm sich Giant Baba langsam zurück, blieb aber vielleicht Japans größte Attraktion (vielleicht deshalb, weil es da ja auch noch Antonio Inoki gab). Mit seinen Tagen als World Champion hinter sich, trat Baba hauptsächlich in Tag Team Kämpfen an und teamte unter anderem sehr erfolgreich mit seinem eigenen Schüler Jumbo Tsuruta. Gemeinsam konnten sie auch die NWA Detroit World Tag Team Titles gewinnen und zwischen 1975 und 85 auch sechsmal die NWA International Tag Team Titles. Als Japans Hauptpromoter pushte Baba Tsuruta und Gen'ichiro Tenryu als neue Zugpferde, was seiner Promotion noch lange Ruhm und Erfolg einbrachte. Mit der WWF ging Baba eine Partnerschaft ein, was zu einer gemeinsamen Tour führte, auf der Baba zusammen mit André the Giant Demolition besiegen konnte. Um die Gesundheit von Baba war es allerdings alles andere als gut bestellt und so stellte man in den späten 90ern bei ihm Krebs fest. Am 31. Januar 1999 verstarb Shohei "Giant" Baba im Alter von 61 Jahren in Tokio. Die gesamte Nation war schockiert einen wahren Giganten des Wrestlings verloren zu haben. Seine Erfolge sind mehr als die pure Rolle des Top Stars von All Japan. Seine unglaubliche Popularität ist es zu Verdanken, dass das Wrestling auch nach dem Tod von Rikidozan auf so hohem Niveau fortbestand. Bis heute hat das Wrestling in Japan einen viel höheren Stellenwert als überall auf der Welt und somit landet Giant Baba sicher nicht zu unrecht auf Platz 18 der einflussreichsten Persönlichkeiten des Wrestlings.
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