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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#030 - Bobo Brazil
#30 Bobo Brazil
Er wurde als Jackie Robinson des Wrestlings bezeichnet und agierte als Wegbereiter für Afroamerikaner, als er der erste schwarze Superstar des Sports wurde. Nach einer mehr als 40 Jahre andauernden Karriere ist er als einer der beliebtesten Wrestler bekannt und ein Vorbild für alle Rassen. Auf Platz 30 zwischen den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Wrestlings, unser geliebter Bobo Brazil.

Houston Harris Sr. wurde am 10. Juli 1923 in Little Rock, Arkansas geboren, wuchs allerdings in St. Louis, Illinois und Benton Harbor, Michigan auf. Als Jugendlicher arbeitete er als Fahrer für eine Obstfarm und machte so oft Fahrten zum Naval Armory in Benton Harbor, wo er sich dann lokale Wrestling Shows ansah. Jede Woche konnte Harris so Wrestling Größen wie Rex Sheeley, Tarzan White, Bobby Managoff Jr. und Jumpin'Joe Savoldi in einer prall gefüllten Halle sehen. Schon war das Interesse am Wrestling geweckt und auch der Wille selbst in den Ring zu steigen war da.

Harris sprach daraufhin Joe Savoldi an und bat ihn darum mit ihm trainieren zu dürfen. Savoldi stimmt zu, aber leider war Wrestling, wie die meisten Sportarten zur damaligen Zeit, noch von rassistischen Vorurteilen geprägt und so waren dunkelhäutige Wrestler in vielen Territorien nicht gern gesehen. Viro Small, ein früherer Sklave aus South Carolina, wird hinlänglich als der erste schwarze Wrestler überhaupt genannt, da er als Black Sam in den 1870ern über Jahrmärkte tingelte. Allerdings verschwanden afroamerikanische Wrestler in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts vollkommen von der Bildfläche, da die meisten Territorien, vor allem im Süden, ihre Türen für Schwarze schlossen, woraufhin eigentlich vom Wrestling stammende Kämpfer im Boxen Erfolge sammelten. Wie im Baseball wurde daraufhin "Neger"-Titel eingeführt und so mussten die schwarzen Wrestler gegen andere schwarze Wrestler zur Belustigung der weißen Oberschicht antreten. Erst in den 30ern und 40ern trauten sich wieder dunkelhäutige Wrestler sich richtig zu etablieren und so waren es Wrestler wie Reginald Siki, Jim Mitchell, Jack Claybourne, Woody Strode, Luther Lindsay und Shag Thomas, die sich der breiten Öffentlichkeit präsentierten.

Im Gegensatz zu Jackie Robinson, der 1947 erfolgreich in die Major League Baseball eingegliedert wurde, hatte sich die Situation im Wrestling nicht wirklich verbessert. Auch 1951, als Harris debütierte, war es erst wenigen dunkelhäutigen Wrestlern erlaubt gegen Weiße anzutreten. Harris debütierte als Bobo Brazil und stand vielen Schwierigkeiten gegenüber, was auch außerhalb des Rings immer gegenwärtig war. So konnte Brazil nicht mit weißen Kollegen essen gehen, da er eben nicht in die Restaurants gehen durfte, wie seine Kollegen. Auch musste er viele Nächte in seinem Auto zubringen, da er auf Grund seiner Hautfarbe kein Hotelzimmer bekam. Allerdings handhabte Brazil die Sache, wie Robinson in der MLB, mit der größtmöglichen Würde und so überzeugte er auch seine Kollegen, die sich immer mehr ihm zuwendeten. Außerdem war Brazil körperlich beeindruckend und charakterlich eine liebenswürdige Person, was ihn nicht nur bei seinen Kollegen, sondern auch bei den Fans immer beliebter machte. Schnell war er als liebenswerte Riese ein sehr beliebter Babyface in seinem Heimatterritorium. Mit seinen farbenfrohen Outfits sorgte er für Stimmung und mit dem "härtesten Kopf im Wrestling" zerstörte er seine Gegner im Ring immer mit einer Serie von zerstörerischen Headbutts, was er als "Coco-Butt" verkaufte. Im Naval Armory wurde er zu einem der größten Stars, als er mit Wrestlern wie Jim Mitchell und Bearcat Wright kämpfte.

Allerdings wurde Brazil dadurch ziemlich demotiviert, dass ihn der Promoter nicht gegen weiße Gegner antreten lassen wollte, woraufhin er nach Washington D.C. übersiedelte und in Phil Zackos Capitol Wrestling Territorium zum populärsten Babyface aufsteigen sollte. Dennoch musste Brazil zumeist gegen andere schwarze Wrestler antreten bis sich die NAACP einmischte und mit Konsequenzen drohte, wenn man Brazil nicht gegen Weiße antreten lassen würde. Auf Grund der Unterstützung der Fans für Bobo stimmte Zacko zu und in seinem ersten Match gegen einen weißen Wrestler wurde Bobo auch sogleich auf Schultern zum Ring getragen. Daraufhin wurde er in eine geschichtsträchtige Fehde gegen den meist gehassten Heel der Ära, Killer Kowalski, gesteckt. Diese Fehde war es dann auch, die Bobo Brazil zum ersten wahren schwarzen Superstar im Wrestling und ihn so auch zu einem Fernsehstar werden ließ. Vor allem bei den afroamerikanischen Fans der goldenen Ära wurde er zu einem Pop Idol.

In den 50ern und 60ern wurde er dann auch zu einem überregionalen Held und trat in vielen Territorien im ganzen Land an. Zusammen mit Frankie Talaber formierte er Mitte der 50er ein starkes Team, das sich 1955 und 56 drei Mal die Ohio State Tag Team Titel sichern konnte. Außerdem gewann er am 19. April 1956 seinen ersten großen Singles Titel und zwar den Ohio Heavyweight Title von Gene Stanlee. In den darauffolgenden Jahren teamte er auch mit Enrique Torres, Whipper Watson und "Sailor" Art Thomas und konnte mit jedem von ihnen regionale Tag Team Titel gewinnen. Seine Popularität bei den Fans sorgte außerdem dafür, dass er zum Top Herausforderer auf den NWA World Heavyweight Title aufstieg. Als es dann am 18. August 1962 zum Match gegen Champion Buddy Rogers kommen sollte, behauptete dieser, er habe Leistenprobleme und könne daher nicht antreten. Da ein Arzt allerdings nichts finden konnte, wurde ihm der Titel aberkannt und Bobo Brazil zugesprochen, der dies allerdings ablehnte. Nichts desto trotz kämpfte er in den späten 60ern erfolgreich an der Westküste und konnte sich dort in einer erbitterten Fehde mit Buddy Austin zwei mal den NAWA/WWA World Heavyweight Title sichern.

Als Top Draw headlinte Bobo Brazil Shows in den prestigeträchtigsten Hallen des ganzen Landes wie dem Boston Garden, die Cobo Arena in Detroit oder New Yorks berühmten Madison Square Garden. Auch in Japan wurde er zu einem angesehenen Wrestler, als er sich dort mit Top Wrestlern wie Killer Kowalski, Dick the Bruiser, Freddie Blassie und Johnny Valentine auseinandersetzen musste. Brazil hatte einige starke Fehde allerdings wird er wohl für seine brutalen Schlachten mit The Sheik, die Teil einer der längsten Fehden der Geschichte waren, in Erinnerung bleiben. Für mehr als 40 Jahre bekriegten sich die beiden vorzugsweise in Detroits Big Time Wrestling Promotion, was nicht gerade selten zu 60- bzw. 90-Minuten Time Limit Draws führte. Besonders dieser Fehde hat es Brazil zu verdanken, dass er zwischen 1967 und 72 zahlreiche Wrestler of the Year Awards abstaubte.

Ab Mitte der 70er war Bobo Brazil zwar nicht mehr Championshipkaliber, aber dennoch wrestlete er bis in die frühen 90er weiter als ein Top Draw. 1994 wurde er in die WWF Hall of Fame aufgenommen. Am 20. Januar 1998 erlitt Bobo dann allerdings einen Schlaganfall und verstarb im Alter von 74 Jahren. Er bleibt als Wegbereiter für zukünftige afroamerikanische Superstars wie Dory Dixon, Bearcat Brown, Ernie Ladd, Abdullah the Butcher, Tony Atlas, Junkyard Dog, Kamala, Butch Reed, Ron Simmons, Booker T, The Rock, Ron Killings und viele andere. Auf Grund dessen landet er auf Platz 30 der einflussreichsten Persönlichkeiten des Wrestlings.
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