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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#032 - Edouard Carpentier
#32 Edouard Carpentier
Er ist ein früherer Turner und einer der ersten Wrestler, die High Flying Aktionen einbaute, womit er zu einem Trendsetter wurde, aber auch einer der herausragenden Champions der Goldenen Jahre des Wrestlings. Auf Platz 32 unserer Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten des Wrestling "The Flying Frenchman" Édouard Carpentier.

Edouard Carpentier ist allerdings gar kein Franzose, sondern Pole. Unter dem Namen Edouard Wiecz wurde er am 17. Juli 1926 geboren. Er war ein weltklasse Turnern und Teil der Nationalmannschaft Polens, bevor er noch als Jugendlicher nach Paris umsiedelte, wo er einem Zirkus beitrat. Während des zweiten Weltkriegs kämpfte er als Teil der Resistance gegen die deutsche Besatzungsmacht und wurde später mit dem "Croix de Guerre" und dem "Croix des Combatants" für seinen heldenhaften Kampf ausgezeichnet. Nach dem Krieg machte Wiecz seinen Abschluss in Sport und trainierte regelmäßig mit der französischen Gymnastik Nationalmannschaft (es wird oft berichtet, dass er bei den Spielen 1948 in London antrat, aber das stimmt nicht). Einige Monate später trat er Lino Venturas Stunttruppe bei und agierte regelmäßig als Stuntdouble für den Schauspieler Eddie Constantine. Ventura war auch als Wrestler aktiv und als er Edouards herausragende Athletik und sein Können sah, empfahl er Wiecz es doch mal im Wrestling zu probieren.
Er debütierte unter dem Namen Eddie Wiechoski in den frühen 50ern und wurde schnell zu einem sehr populären Wrestler in Frankreich. Durch die Kombination seiner Turneraktionen mit dem traditionellen Wrestling kreierte einen einzigartigen Stil, der sowohl innovativ als auch unterhaltend war. 1955 traf Wiecz den legendären Midget Lord Littlebrook, der ihm einige Flugmanöver beibrachte. Wiecz wurde binnen kürzester Zeit zu einer Attraktion in ganz Europa und zog die Aufmerksamkeit des bekannten kanadischen Wrestlers Yvon Robert auf sich. Robert war von Wiecz Repertoire sehr beeindruckt und überzeugte diesen 1956 mit nach Montreal zu kommen.

In Quebec wurde er in Edouard Carpentier umbenannt, um seinen Namen französischer klingen zu lassen und damit er als "Neffe" von Georges Carpentier, ein berühmter Boxer in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, auftreten konnte. Carpentier wurde Bob Langevin, der erst vor wenigen Tagen am 8. Oktober 2005 verstorben ist, als Manager an die Seite gestellt und obwohl Carpentier nicht gerade mit einem beeindruckenden Aussehen auf sich aufmerksam machen konnte, sorgten seine Leistungen im Ring dafür, dass er zu einem der aufstrebenden Stars der Territoriums wurde. Wie es Antonio Rocca in New York gemacht hatte, baute auch Carpentier sich in Montreal ein Renommee durch seinen innovativen Stil auf. Er zeigte revolutionäre Aktionen wie Somersaults, Flying Dropkicks und Spinning Back Drops. Heute mögen solche Aktionen ja stinknormal klingen, aber zur damaligen Zeit, als Wrestling noch eine Mattensportart war, waren sie noch etwas völlig außergewöhnliches. Auf Grund seiner Aktionen bekam Carpentier dann den Beinamen "Flying Frenchman" zugesprochen und wurde einer der ersten populären Stars in der noch jungen TV Geschichte des Wrestlings.

Am 8. Mai 1957 besiegte er den meistgehassten Heel der damaligen Zeit Killer Kowalski, um sich den International Title des Montrealer Territoriums zu sichern. Einen Monat später schaffte Carpentier den größten Erfolg seiner Karriere, als es ihm am 14. Juni 1957 gelang dem legendären Lou Thesz den NWA World Heavyweight Title abzunehmen, da Thesz auf Grund einer Rückenverletzung den Kampf abbrechen musste. Allerdings drehte die NWA das Ergebnis zu einer Disqualifikation und so wanderte der Titel wieder zurück zu Thesz. Als Ergebnis dieser Entscheidung widersetzten sich viele NWA Promoter und weigerten sich den Erlass der Commission umzusetzen. Montreals Promoter Eddie Quinn trat daraufhin aus der NWA aus und gründete die IWA. Carpentier wurde in zahlreichen Territorien wie Montreal, Omaha, Boston und fast an der gesamten Westküste daraufhin als World Heavyweight Champion angekündigt. Der Streit sollte die NWA aufsplitten und führte dazu, dass viele kleine World Title aus der Taufe gehoben wurden und Carpentier als Real World Champion (der Mann, der Thesz besiegte) geführt wurde, bevor er seinen Titel in mehrfacher Ausführung in vielen der Territorien an regionale Stars verlor. Der World Heavyweight Titel war also auf verschiedene Territorien verteilt und es sollte weitere 44 Jahre dauern bis Chris Jericho 2001 den WWF Undisputed Title gewinnen konnte und damit WWF und WCW Titel vereinigte. Also kann Jericho abstrakt betrachtet praktisch als direkter Nachfolger von Lou Thesz angesehen werden.

In den nächsten Jahren, um zurück zu Edouard Carpentier zu kommen, sollte dieser den World Heavyweight Title noch für einige Male halten und als einer der populärsten Champions mit Kämpfen gegen Killer Kowalski, "Nature Boy" Buddy Rogers, Johnny Valentine, Gene Kiniski und andere in die Geschichte des Wrestlings eingehen. Carpentier verlor seinen Anspruch auf den Titel am 9. August 1958 in Omaha, wo er Verne Gagne unterlag, der daraufhin die AWA als dominierende Liga im Mittleren Westen gründete. Carpentier sollte daraufhin den WWA World Heavyweight Title für fast vier Jahre halten bis er ihn am 12. Juni 1961 an Freddie Blassie verlor. Obwohl er den World Title verloren hatte, blieb Carpentier einer der Lieblinge der Fans und einer der Top Draws des Wrestlings, besonders in seiner neugefundenen Heimat Kanada, wo er zwischen 1960 und 67 noch fünf Mal den IWA International/World Heavyweight Title gewinnen sollte und dabei mit Stars wie Kowalski, Hans Schmidt, The Sheik, Abdullah the Butcher und Mad Dog Vachon fehdete. Außerdem sollte sich Carpentier am 16. Dezember 1963 dann auch noch einmal den WWA World Title sichern können.

In den 70ern wurde Carpentier dann auch noch in der WWWF zu einem Star und am Weihnachtsabend des Jahres 1974 konnte er John Tolos um den ?NWA Americas Title besiegen. Danach begann er eine Fehde mit dem Sohn seines früheren Rivalen Johnny Valentine, Greg Valentine, was dazu führte, dass Carpentier den Titel am 14. Februar 1975 an "The Hammer" verlor. Damit war gleichzeitig auch die Karriere von Carpentier, der danach nur noch sporadisch auftrat, so gut wie beendet. Von 1984 bis 90 arbeitete er für die WWF als französischsprachiger Kommentator und arbeitete auch recht erfolgreich als Trainer. So war es Carpentier, der 1970 einen jungen französischen Wrestler namens Monster Roussimoff entdeckte, der in der WWF später als André the Giant berühmt werden sollte. Zusammen mit seinem argentinischen Weggefährten Rocca war der fliegende Franzose dafür verantwortlich, dass das High Flying ins Wrestling Einzug hielt und mit seinem Auftreten inspirierte er High Flyer wie "Superfly" Jimmy Snuka, Mil Máscaras, Ricky Steamboat und auch Tiger Mask. Ein wahrer Pionier und einer der größten Sportsmänner, Edouard Carpentier, wird hier mit Platz 32 geehrt.
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