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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#008 - Rikidozan
#8 Rikidozan

Der Gründervater des Puroresu, der im Alleingang das japanische Wrestling etabliert hat. Ein Nationalheld und eine Ikone im Land der aufgehenden Sonne, Rikidozan auf Platz 8 der einflussreichsten Persönlichkeiten des Wrestlings.

Kim Sin-Nak wurde am 14. November 1924 in Hamhung City, Nord Korea geboren. Auf Grund der anhaltenden Diskriminierung von Koreaner hielt er in Japan seine Herkunft allerdings immer geheim. Später zog es ihn nach Seoul, wo er mit einer koreanischen Abart des Wrestlings begann. Auf Grund des zweiten Weltkriegs zog es ihn dann nach Japan, wo er mit dem Training begann, um professioneller Sumoringer zu werden. Nachdem er in einem Dojo angekommen war und dort trainierte, nahm er schnell den Nachnamen seines Meisters an und kämpfte unter dem Namen Mitsuhiro Momota und kam offiziell aus Nagasaki.

Während des Krieges trat Momota mit anderen Schülern auf einer Tour für die japanischen Truppen an und arbeitete sich langsam nach oben, schaffte es aber nie in die oberen Ränge. 1949 musste er auf Grund Problemen mit der Lunge seine Sumokarriere beenden und begann für eine japanische Firma als Bauarbeiter zu arbeiten. Zu dieser Zeit machte der frühere olympische Gewichtheber Harold Sakata in den USA als Wrestler auf sich aufmerksam. Sakata war ein Schüler von Ben Sherman und Tetsuro Higami. Tokios Torii Oasis Shrine Club lud Sakata daraufhin ein an einer Tour teilzunehmen, mit der man 50.000$ für Kindern sammeln wollte, die Opfer des Krieges waren. Während dieser Tour überzeugte Momotas Boss Shinsaku Nitta seinen Schützling davon dem neuen Sport doch eine Chance zu geben. Als Higami Momota traf, fiel ihm sofort dessen Athletik auf und stimmte zu den Youngster in die Geheimnisse des Wrestlings einzuführen. Nur einige Monate später gab Momota sein Debüt gegen den amerikanischen Veteranen Bobby Burns. Der Kampf am 14. Oktober 1951 in Tokios Sumo Hall endete nach zehn Minuten in einem Time Limit Draw.

Er nannte sich selbst, Yeokdosan, was in Japan Rikidozan ausgesprochen wurde und übersetzt so viel wie "zerklüftete Bergstraße" bedeutet. Er wrestlete die Tour mit der Truppe zu Ende und ging dann auch mit in die USA, wo er seinen Horizont erweiterte und über 200 Kämpfe bestritt, bevor er 1953 nach Japan zurückkehrte. Neben seinen wrestlerischen Fähigkeiten besaß Rikidozan aber auch ein Gespür fürs wirtschaftliche und erkannte, dass das westtliche Wrestling mit der richtigen Werbung auch in Japan ein Erfolg werden könnte. Daraufhin fragte er bei der National Wrestling Alliance an, ob er nicht in Japan ein Territorium unter dem NWA Banner eröffnen könne und am 30. Juli 1953 gründete er die erste Wrestling Promotion in Japan überhaupt, die Japan Wrestling Association (JWA). Shinsaku Nitta wurde zum Präsidenten und Tadamasa Sakai zum Vorsitzenden der JWA.

Mit dem aufkommenden Medium Fernsehen sah Rikidozan in den frühen 50ern die schier unendlichen Möglichkeiten, die sich boten und bot live Shows im Fernsehen an. Er präsentierte den Sport seriöser und mehr auf den Sport ausgerichtet als in den USA, aber trotzdem erkannte er die Möglichkeit Helden für die Japaner, deren Nationalbewusstsein nach dem zweiten Weltkrieg am Boden war, zu kreieren. Also bookte Rikidozan sich selbst als japanisches Babyface (es war ja unbekannt, dass er Koreaner war), der regelmäßig die Ehre seines Landes gegen die bösen Amerikaner verteidigte. Mit seinen Kämpfen spielte er oft mit den Emotionen der Fans, wenn er vor Schmerzen schrie und die bösen Amerikaner den Kampf dominierten, bevor er mit Karate Chops seinen Sieg einleiten konnte. Außerdem drückte er seine Meinung über die Amerikaner klar aus, denn seiner Meinung nach seien die zu weich. Seine Siege wurden zu einer Art Widergutmachung der Kriegsniederlage. Es war die klassische gut gegen böse Storyline, bei der der Gute natürlich gewinnen musste.

Rikidozan wurde so zu einem der größten Superstars des ganzen Landes und 1954 teamte er mit Masahiko Kimura gegen Ben Sharpe und "Iron" Mike Sharpe in einer der meisterinnerten Fehde der Puroresu Geschichte. Am 22. Dezember 1954 besiegte Rikidozan in Tokio dann Kimura, um zum ersten japanischen Heavyweight Champion zu werden. Am 22. November 1955 besiegte er dann King Kong aus Hong Kong in einem Turnierfinale, um erster All-Asia Champion zu werden. Dann bildete er ein Tag Team mit Toyonobori und zwischen 1960 und 63 gewannen die beiden insgesamt vier Mal die All Asia Tag Team Titles. Seinen größten Erfolg sollte er dann aber am 27. August 1958 in Los Angeles erleben, als er den legendären Lou Thesz um den NWA International Title besiegen konnte. Thesz war zwar von sich selbst überzeugt und der Meinung, dass er der weltbeste Grappler sei, aber trotzdem erkannte er das Potential im japanischen Wrestling und so war er dazu gewillt Rikidozan in den nächsten Jahren mehrfach over zu bringen. Diese Einstellung des amerikanischen Champions, den Rikidozan zu tiefst respektierte, hatte auch Einfluss auf viele japanische Wrestlern, denn Rikidozan predigte diese Einstellung seinen Schüler Shohei Baba und Antonio Inoki. Seine Legende lebt in diesem Bereich bis heute weiter, denn in Japan sind die Wrestler gewillt junge Wrestler over zu bringen wie in keinem anderen Land der Welt.

Neben seiner Leistungen als Top Wrestler war Rikidoza auch als sehr erfolgreicher Geschäftsmann aktiv und erschloss ein großes Imperium, welches Wrestling und Box Promotions, Hotels, Golfplätze und den berühmten Nachtclub "Club Riki" umfasste. Dies brachte ihn dann allerdings auch in Kontakt mit den Yakuza, der japanischen Mafia. Am 8. Dezember 1963 wurde Rikidozan niedergestochen, als er in Tokios Krisenherd, dem New Latin Quarter, einen Konflikt mit einem Ganster über territoriale Fragen geraten war. Rikidozan wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und die Ärzte waren der Meinung, dass die Verletzung nicht lebensbedrohend sei. Trotzdem verstarb Rikidozan am 15. Dezember an den Folgen der Verletzung. Er wurde nur 39 Jahre alt und der Tod schockierte die ganze japanische Gesellschaft. Es war unklar, ob das Puroresu diesen Schock überleben würde, aber Rikidozans Schüler Antonio Inoki und Giant Baba schafften es sowohl seine Legende am Leben zu erhalten und als auch das japanische Wrestling noch weiter nach oben zu führen. Hätte es Rikidozan nicht gegeben, würde es heute vielleicht gar kein Puroresu geben oder zumindest nicht in dieser Form. Seine koreanische Herkunft wurde nach seinem Tod gelüftet, aber trotzdem blieb er auch in Japan eine Legende und trug dadurch auch mit dazu bei die Vorurteile gegen Koreaner abzubauen. Auf Platz 8, der Gründervater des Puroresu Rikidozan.
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