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Die 100 einflussreichsten Wrestler

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#092 - Der Great Gama
# 92: The Great Gama

Wenn Fans an das Wrestling außerhalb der USA denken, dann sind die Länder, die am häufigsten genannt werden, Mexiko, Japan, Kanada und vielleicht noch im allgemeinen Europa, aber sehr selten wird Indien auch nur ansatzweise genannt. Nichtsdestotrotz besitzt Indien eine lange Tradition und einer ihrer Gründerväter ist der Great Gama, der Löwe von Punjab. Viele Wrestlinghistoriker bezeichnen ihn als den größten Shoot Wrestler überhaupt und das bringt ihm Platz 92 ein.

In der Zeit nach der Jahrhunderwende war nicht gerade viel fake im Wrestling. Die Wrestler traten in einem legitimen Wettkampf gegeneinander im Ring an und das dauerte manchmal mehrere Stunden und es standen die ausgereiftesten Shootwrestler an der Spitze als Champions. 1888 wurde Ghulam Mohammes in Amritsar geboren und war ein Teil einer der ersten Wrestlingfamilien. Sein Vater Aziz war im 19. Jahrhundert sehr gut angesehen und trainierte Ghulam und seinen Bruder Imam Bux.

Im Alter von 19 Jahren wurde der Great Gama zu einem Superstar als er es schaffte die 2,15m große indische Legende Rahim zu einem Draw zu wrestlen. Ein Jahr später schaffte es Gama Rahid in Rückkampf in weniger als acht Minuten zu besiegen. Im Jahre 1909 ging es für Gama noch steiler bergauf als er den zuvor ungeschlagenen Gulam Mohiuddin besiegte, um die Meisterschaft von Indien zu erringen. Daraufhin stellte Gama eine offene Herausforderung auf und forderte jeden Wrestler der Welt zu einem Kampf heraus. Wrestler, die keine indische Staatsbürgerschaft besaßen, mussten allerdings zuvor schon einen nationalen Titel gehalten haben, um als würdig erachtet zu werden. Die einzige Ausnahme hierbei wäre, wenn sie seinen Bruder Imam besiegen könnten. Das schien allerdings aussichtslos, denn Imam hatte bisher erst einmal in seiner Karriere verloren. Gama und Imam stellten eine Reisecrew zusammen und tourten mit einigen weiteren indischen Wrestlern durch Europa. Auf der Reise besiegte er einige der angesehensten Grappler des Kontinents wie Jesse Patterson, Maurice Deriaz und "Doc" Benjamin Roller.

Während dieser Zeit war Frank Gotch nach seinem Sieg im Jahre 1908 über George Hackenschmidt als der unumstrittene Weltmeister des Wrestlings angesehen. Der Great Gama erklärte allerdings, dass er dies nicht sein könne, wenn er nicht gegen ihn oder einen anderen der indischen Superstars gekämpft habe. Daraufhin forderte Gama sowohl Gotch als auch Hackenschmidt offiziell zu einem Kampf Mann gegen Mann heraus, aber keiner der beiden zog es in Betracht gegen den gefürchteten indischen Champion anzutreten. Das "Ring Magazine" urteilte deswegen, dass der Great Gama möglicherweise der einzige Grappler der Moderne gewesen sei, der es hätte schaffen können beide Männer zu besiegen.

Die Rivalität, die in der Welt am meisten Aufsehen erregte, lag zwischen dem Great Gama und Stanislaus Zbyszko, dem World Champion aus Polen, vor. Zbysko, der gegen Champions wie Gotch, Ed Lewis und Joe Stecher gekämpft hatte, akzeptierte die Herausforderung von Gama im Jahre 1910 und arbeitete extra eine besondere Taktik des Kampfes im Stand und kontrollierter Defensivarbeit aus. "The Sporting Life" beschrieb diesen Kampf als einen, der lediglich zwei Minuten Wrestling beinhaltete. Dieser Stil sorgte dafür, dass Zbysko bei den Fans sofort an Reputation verlor. Im Jahre 1919 trat der Great Gama auf Grund fehlender Gegner dann vom Wrestling zurück, aber 1928 trat er dann ein weiteres Mal gegen Zbysko an. Obwohl beide Männer nun schon älter als 40 waren, zog der Kampf in Indien 60.000 Fans. Dieses Mal machte der Great Gama Zbysko lächerlich und pinnte ihn nach nicht einmal 30 Sekunden (Gerüchte besagen, dass Zbysko dafür bezahlt wurde).

1933 war es dann vorbei und dieser Rücktritt war endgültig. Der Rücktritt erfolgte nach mehr als 5.000 Kämpfen als unbesiegter indischer Champion. Nach seinem Rücktritt half er seinen Neffen Bhollu zu trainieren, der später den pakistanischen Meistertitel für über 20 Jahre halten sollte. Der Great Gama verstarb im Jahre 1953 als völlig mittelloser Mann. Seine Legende ist heute in Vergessenheit geraten und wird im Vergleich zu westlichen Geschichten oft nicht mal ansatzweise erwähnt. Trotzdem ist der Great Gama der vielleicht beste legitime Kämpfer des Wrestling aller Zeiten und das macht ihn zur Nummer 92 der "100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Wrestlings".
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