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Family Tradition

Wrestling ist seit jeher nicht nur ein Geschäft für Einzelgänger, auch ganze Familien waren im Business unterwegs. Wir hatten uns es deshalb zur Aufgabe gemacht, die wichtigsten Familien ausführlich vorzustellen. Hier könnt ihr die 8 bisherigen Familienbiografien nachlesen.
Kapitel

23. September 2007: Die Funks - Hardcore verpflichtet
Sucht man nach Beschreibungen für den Begriff Deathmatch, so ergibt sich ein Begriff mit vielen Facetten. Nimmt man sich alleine das Texas Deathmatch vor, so findet man schon jede Menge Unterschiede. Die Matchart selbst gibt es wohl seit den 50er Jahren, allerdings wurde sie oft in verschiedenen Varianten angewendet. So gab es Fälle in denen ein Pinfall, gefolgt von einem Ten Count, zum Sieg führten (Beispiel: Vader vs. Mick Foley in der WCW). Oder aber man musste drei Falls in Serie gewinnen. Oder manchmal genügte auch ein einfacher Pin aus. Deathmatches beinhalten oft Waffen und Gegenstände und eine genaue Definition ist wohl von Promotion zu Promotion unterschiedlich.
Für die Familie in dieser Woche sind Deathmatches bzw. Hardcore Matches aber wahre Tradition. Viele werden es schon ahnen, aber für alle anderen sei gesagt, diese Woche geht es um die legendäre Funk-Familie.

Dorrance Wilhelm Funk wurde 1919, als Sohn von Adam Funk, in Hammond Indiana geboren. Während er die High School besuchte, entdeckte sein damaliger High School Trainer sein Talent als Ringer und formte ihn zu einem dreifachen High School Meister in Indiana und er gewann einmal den Titel des Indiana Amateur Athletic Union Champions. Nachdem er die High School abgeschlossen hatte, ging auf die Universität von Indiana und wurde dort bereits in seinem Senior-Jahr in die Amateur Wrestling Hall of Fame aufgenommen. Nach seinem Abschluss arbeitete bei Pullman Standard, einer Firma die Panzer für das US-Militär herstellte. Doch bereits nach wenigen Monaten trat er selbst den Militärdienst an. Im Zweiten Weltkrieg war er Teil der US-Navy. Er war an einer Landungsaktion im Südpazifik beteiligt und berichtete seinen Söhnen des öfteren davon, wie knapp er Mörsereinschlägen an diesem Tag entgehen konnte. Ansonsten verlief sein Dienst an Bord des Schiffes relativ ruhig und so hatte er die Möglichkeit “Champion der Flotte“ zu werden. Dazu trafen sich immer wieder Schiffe und hielten schiffsübergreifende Ringkämpfe ab, wobei Dory nach eigenen Aussagen nie einen Kampf verloren hat. Auf der Heimfahrt packte Dory das Heimweh. So entschied er sich einen Offizier niederzuschlagen, woraufhin er zum einfachen Seemann degradiert wurde und in San Francisco von Bord gehen durfte/musste.

Nach seiner Rückkehr entschied er sich, wie viele in dieser Zeit, professioneller Wrestler zu werden. Die Möglichkeiten Geld zu verdienen waren knapp und so trat Dory Funk so oft wie möglich an, da er für jeden Sieg um die 10 US-Dollar bekam.
1949 zog er dann nach Amarillo in Texas und schon bald hatte er den Ruf des "Two-fisted Buster", der seinen Gegnern auch ohne Gewissensbisse einen Stuhl über den Kopf schlug. So furchterregend er auch im Ring erschien, so ruhig war er außerhalb des Rings. Viele sagen über ihn, dass er ein sehr guter Familienvater war, der andere an seiner Menschlichkeit teilhaben lies.

Dann kam eine Zeit im Leben des Dory Funk Sr. welche viele verwundern dürfte, aber perfekt zu seinem Ruf passte. 1950 wurde Funk zum Aufseher und Trainer auf Cal Farley's Boys Ranch. Diese Einrichtung kommt wohl am nächsten dem Begriff Landerziehungsheim nah. Kinder sind im Alter zwischen der Einschulung und der dem High School Abschluss. Sie leben in Kleingruppen und in betreuten Familien auf dem riesigen Farmgelände. Dort lernen sie neben der Schule alles was für das Leben wichtig ist. Über Ackerbau und Viehzucht, hin zu Kochen und Handwerkertätigkeiten. Es gibt organisierte Mannschaften, vor allem im Bereich Baseball und Football, aber auch andere musische Fähigkeiten werden geschult.
Wie Funk zu seiner Anstellung kam, erinnert ein wenig an die Geschichte der Meuterei auf der Bounty.

Eine Gruppe rebellierender Jugendlicher hatte bei Cal Farley damit gedroht ihren Aufseher in den Canadian River zu werfen. Farley, selbst begeisterter Wrestler und Baseballer, musste reagieren und erinnerte sich an seinen Freund Dory Funk. Er bat ihn, zwei bis drei Monate auf der Ranch auszuhelfen, bis sich die Lage etwas beruhigt hatte. Funk stimmte sofort zu, doch er musste sich etwas überlegen, um sich den Respekt der jungen Menschen zu sichern. Deshalb sollten sie gegen und mit ihm ringen. Er überzeugte die Jungen mit seiner Stärke, seinen Haltegriffen und seinen übrigen Wrestlingtechniken. So dauerte es nciht lange und Funk war ein gefeierter Mann unter den Jugendlichen. Aus den drei Monaten wurden fast drei Jahre in denen Funk und seine Familie auf der Boys Ranch lebten. Nebenbei trainiere Funk noch das Football Team und übernahm Aufgaben in der Verwaltung der Ranch.

In seinem zweiten College Jahr heiratete Dory Funk seine Jugendliebe Dorothy Matlock. Sie schenkte ihm am 19. Februar 1942 einen Sohn namens Dorrance Funk Jr. und am 30. Juni 1944 einen zweiten Sohn mit dem Namen Terrance Funk. Beide sollten als Wrestler in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Doch bis dahin vergingen noch ein paar Jahre.

Am Jahr 1953 beendete Dory seine Tätigkeit auf der Boys Ranch und zog mit seiner Familie auf eine eigene Farm in der Nähe von Umbarger, im Randall County in Texas. Er setzte seine Karriere noch einige Jahre fort und erreichte eine unglaubliche Bilanz. In Texas und einigen umliegenden Staaten blieb er in 250 (!) Texas Deathmatches unbesiegt.

Während er als Wrestler weiterhin antrat, begann er selbst als Promotor tätig zu werden. In Amarillo veranstaltete er Shows bei denen Größen wie Dory Funk Jr., Terry Funk, Stan Hansen, Ted DiBiase, Tito Santana, Jumbo Tsuruta und Gen'ichiro Tenryu auftraten und teilweise einen guten Start in ihre Karrieren ermöglicht bekommen haben. Dank seiner außergewöhnlich guten Beziehung zu All Japan Pro Wrestling Gründer Shohei Baba, gelang es ihm immer wieder japanische Wrestler für seine Shows zu gewinnen.

Seine beiden Söhne hatten sich also auch dem Wrestling verschrieben. Dory Funk Jr. besuchte zunächst die High School und besuchte anschließend das College. Dort entwickelte er sich zu einem passablen Football-Spieler. Zusammen mit seinen Kollegen von der West Texas State University konnte er im Dezember 1962 den Sun Bowl gewinnen. Damals besiegten sie die Universität von Ohio knapp mit 15-14. Doch neben seiner College-Karriere als Footballer wurde Dory Funk Jr. nebenbei von seinem Vater im Wrestlingring trainiert. Direkt nach dem Ende des Collegejahres 1962 debütierte er im Januar 1963 gegen Don Fargo im Ring in Amarillo. Sein Aufstieg verlief schrittweise und schon sehr bald warf die NWA ein Auge auf den Dory Funk Jr. und erste Erfolge stellten sich bald ein. Im Jahr 1968 konnte er sich zusammen mit seinem Bruder insgesamt vier Tag Team Titles sichern und die Funks waren auf dem Vormarsch. Für Dory Jr. kam der Höhepunkt seiner Karriere sehr früh. Im Februar 1969 konnte er nach über drei Jahren die Titelregentschaft von Gene Kiniski als NWA Wolrd Heavyweight Champion beenden und den Gürtel anschließend selbst über vier Jahre lang verteidigen.

Terry Funk begann seine Karriere knapp drei Jahre nach seinem älteren Bruder. Er debütierte am 9. Dezember 1965 und besiegte Sputnik Monroe. In den Folgejahren legte er an der Seite seines Bruders einen kometenhaften Aufstieg hin. In unterschiedlichen NWA Territorien konnte sie gemeinsam mehrfach Tag Team Titles gewinnen. Aber auch im Singles-Bereich konnte Terry vor allem in der NWA Western States und der NWA Florida reihenweise Einzeltitel gewinnen.

Mit dem Gewinn des NWA World Heavyweight Title begann für Dory Funk Jr. eine sehr stressige Zeit. Er selbst erklärte in Interviews immer wieder, dass es im ring im angenehm gewesen wäre, aber das er drum herum sehr viele Probleme hatte und nicht alle seinen Titelrun so unterstützten wie er es sich erhofft hatte. Im Jahr 1969 hatten er und sein Vater ihre erste Japan-Tour. Vom 26. November bis 6. Dezember 1969 war diese Tour vor allem für Dory Funk Jr. mit der großes Ehre versüßt, an der Seite von Harley Race gegen die großen Antonio Inoki und Giant Baba anzutreten. Gegen erstgenannten hatte Dory Jr. dann auch am 2. Dezember 1969 seine legendäre Titelverteidigung gegen Antonio Inoki. Das Match endete mit einem Draw nach 60 Minuten und gilt noch heute als eines der besten Heavyweight Titelmatches aller Zeiten.
In der Zeit vom 27. Juli bis 5. August 1970 nahm Dory Jr. dann erstmals seinen jüngeren Bruder Terry mit nach Japan. Während Dory Jr. seinen Titel abermals gegen Baba und Inoki verteidigte, musste er sich den beiden gemeinsam mit seinem Bruder allerdings geschlagen geben während dieser Tour.
In den Folgejahren waren beide Funks regelmäßige Gäste in Japan. Dabei verteidigten sie u.a. auch mehrfach ihre NWA International Tag Team Titles (nach Amarillo-Version). Verloren sie aber 1975 gegen Giant Baba und Jumbo Tsuruta.

Während Dory Sr. sein Leben nun komplett dem Wrestling verschreiben hatte und zusah wie seine Söhne schrittweise in seine Fußstapfen traten, vergaß er niemals die Kinder auf der Boys Ranch. Regelmäßige Besuche, Trainings, finanzielle und materielle Unterstützung waren an der Tagesordnung. Aber Dory Funk Sr. gehörte zu der Kategorie Mensch, die solche Sachen gern unter dem Denkmantel des Schweigens verbarg. Deswegen war er in der gesamten Gegend ein angesehener Mann und viele Menschen zollten ihm das größte Lob, welches es für ihn gab: “Dory Funk ist ein guter Mensch.“!
Leider blieb auch der Funk-Familie ein Schicksalsschlag nicht erspart. Am 3. Juni 1973 zeigte Dory einem Freund in der Scheune einen Face Lock und erlitt dabei einen Herzinfarkt. Er wurde sofort ins St. Anthony's Hospital in Amarillo gebracht, verstarb dort jedoch noch am gleichen Tag. Für die Familie war dies ein Riesenschock und sowohl Dory Funk Jr., als auch Terry Funk gaben in Interviews immer wieder an, dass es lange dauerte, bis sie dieses Unglück verarbeitet hatten.
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