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Family Tradition

Wrestling ist seit jeher nicht nur ein Geschäft für Einzelgänger, auch ganze Familien waren im Business unterwegs. Wir hatten uns es deshalb zur Aufgabe gemacht, die wichtigsten Familien ausführlich vorzustellen. Hier könnt ihr die 8 bisherigen Familienbiografien nachlesen.
Kapitel

21. Oktober 2007: Guerrero - Die Krieger aus Mexiko
Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der “Family Tradition”. In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Familien präsentiert, die allesamt auf dem nordamerikanischen Kontinent beheimatet waren bzw. fast ausschließlich in den USA antraten. Man könnte hier das Gefühl bekommen, in Japan oder Mexiko gäbe es diese großen Familien nicht. Doch das wäre ein Trugschluss, denn hier gibt es vermutlich noch viel mehr Tradition. Allerdings ist die Quellenlage hier meist sehr dünn bzw. gar nicht vorhanden. In dieser Woche soll es um eine Familie gehen, die zwar auch aus den USA stammt, ihren großen Namen aber in einem Nachbarland aufbaute. Richtig, es sind die Guerreros.

Am 11. Januar 1921 wurde Salvador Guerrero Quesada, besser bekannt als Gory Guerrero in dem Örtchen Ray in Arizona geboren. Im Alter von vier Jahren zogen er, seine Eltern und seine Geschwister nach Kalifornien. Dort ging Gory bis zu seinem 13. Lebensjahr auf eine englischsprachige Schule. Seine Eltern stammten ursprünglich aus Las Huertas de Nochistlán im mexikanischen Bundesstaat Zacatecas. Im Alter von 14 Jahren kehrte die Familie nach Mexiko zurück, genaugenommen nach Guadalajara. Dort machte sich Gory seine sprachlichen Kenntnisse zu nutzen und arbeitete als Übersetzer in einem Tonwaren-Großhandel. Nebenbei begann er einige Jahre später zu studieren. Es war ihm leider nicht vergönnt sein Studium zu beenden, da die Großfamilie (9 Kinder) nur wenig Geld zur Verfügung hatte und außerdem Gorys Mutter im Alter von 30 Jahren verstarb.

Die Tatsache, dass er sein Studium abbrechen musste, war aus Sicht der Wrestlingfans vielleicht sogar ein Glücksfall. Als er noch jung war, interessierte er sich stark für Sport. Eines Tages entschied er sich in einen Boxclub zu gehen, um dort zu trainieren. Als er sich dort für das Boxtraining einschreiben wollte, sah er einige andere Männer beim Wrestlingtraining. Dieser Lucha-Stil überzeugte ihn sofort und sein neues Ziel lautete Luchador.
Dort nahmen sich Diablo Velasco (damals noch ein unbekannter Trainer) und Indio Mejía seiner an und trainierten ihn. Nach nur zwei Wochen bestritt er sein erstes Match. Er trat für den Promoter Jim Hernandez in der Arena Nilo in Guadalajara an. Am Abend des 14. Septembers 1937 war Gory gerade mal 16 Jahre alt. Er besiegte Raf "El Rojo" und verdiente unglaubliche 15 Centavos.

Gory überzeugte die Leute durch einen sehr durchtrainierten Körper und sein Talent ein sehr aufmerksamer Schüler zu sein. Er trat in der Folgezeit weiterhin in relativ kleinen Arenen an und fehdete gegen Leute wie Zandokan, Chimal Galón und Firpito Bustos. Dort lernte er auch den Wrestler Gilberto Martinez Larrea kennen, der ihn weiter trainierte und ihm einige harte Shoot-Techniken beibrachte, für den Fall, dass ein Gegner mal zu hart im Ring arbeiten würde. Sein zweiter enger Freund Raúl Romero war ein ehemaliger Ringer und machte aus Gory ein “technisches Wunderkind“.
Der große Tag kam am 3. Januar 1943, als Gory seinen ersten Vertrag bei der EMLL unterzeichnete. Nur ein Jahr später wurde er dort zum Rookie of the Year gewählt. Sein Aufstieg war unaufhaltsam. Bereits im April 1945 gewann er erstmals den Mexican National Welterweight Title und im September 1945 sicherte er sich den Mexican National Middleweight Title. Diesen verlor er dann gegen keinen geringeren als El Santo.

Am Ende der 40er Jahre und in den Anfangsjahren der 50er hatte er eine der blutigsten Fehden der Lucha-Geschichte. Er und Cavernario Galindo standen sich in unzähligen blutigen Schlachten gegenüber und headlinten unzählige Shows. Die beiden waren so gut, dass unzählige Promoter in Mexiko diese Idee der blutigen Matches klauten. Als die Fehde langsam ihren Reiz verlor, wurde sie zu einer grandiosen Tag Team Fehde erweitert. Gory teamte mit El Santo und Cavernario mit Black Shadow.

Nach dem kometenhaften Aufstieg, spielten für Gory aber auch private Planungen eine wichtige Rolle. Seine Frau schenkte ihm am 7. Januar 1949 den ersten Sohn. Salvador Guerrero Llanes wurde vielen später als Chavo Guerrero (Sr.) bekannt. Genau dreieinhalb Jahre später kam der zweite Sohn zu Welt. Beim Geburtsdatum von Armando (Mando) Guerrero Llanes gibt es etwas abweichende Daten. Während in Mexiko angenommen wird, dass er 1954 zur Welt kam (was hinsichtlich der Geburt von Hector Guerrero nicht sein kann), geben andere Quellen das Datum 7. Juli 1952 an. Besagter Hector Guerrero, mit vollem Namen Hector Manuel Guerrero Llanes, wurde am 11. Oktober 1954 (andere Quellen geben den 1. Oktober an) geboren. Bis zur Geburt des vierten und wohl bekanntesten Sohnes sollten weitere 13 Jahre vergehen. Noch während er Jugend seiner Söhne zog die Familie mehrfach um. Zunächst in den Norden Mexikos, später dann sogar über die Grenzen nach Texas.

Chavo Guerrero Sr. ging in El Paso in Texas auf die Highschool und machte dort seinen Abschluss. Nach eigenen Angaben war sein Traum aber stets der, ein Wrestler zu werden. Er war ein sehr guter Ringer an der Highschool und war einmal Achter der NCAA-Rangliste der Amateurringer in den USA. Neben dem Ringen wurde er ausschließlich von seinem Vater trainiert. Dieser brachte im unzählige Techniken bei und so verwunderte er bei seinem Debüt niemanden. Er begann seine Wrestlingkarriere 1972 im Alter von 18 Jahren in Los Angeles. Dort war das Wrestling am boomen und er bekam es schon nach kurzer Zeit mit Größen wie Terry Funk, Dory Funk und Ernie Ladd zu tun. Dort sammelte er schnell die nötige Erfahrung und tourte schon bald durch ganz Amerika.

Obwohl er mexikanische Wurzeln hatte, trat er doch vorwiegend in den USA auf. Dort konnte er sich etliche Titel sichern, vor allem im Tag Team Bereich. Zu seinen größten Fehden gehören wohl die gegen Roddy Piper (in Kalifornien) und die gegen den legendären Atsushi Onita in Japan. Im Fernsehen war er regelmäßig zu sehen, während seiner Zeit bei der AWA.
Als seine Karriere am Ende der 80er Jahre etwas ausklang, konzentrierte er sich auf kleinere Ligen und trat auch als Manager an. Am 15. Januar debütierte er dann überraschend bei WWE und schloss sich seinem Sohn Chavo Guerrero Jr. an, in dessen Fehde gegen seinen eigenen Bruder Eddie. Er selbst trat als Chavo Classic an und durfte sich sogar den Cruiserweight Title umschnallen. Nach 5 Monaten wurde er dann aber wieder entlassen, weil er bei einer House Show unentschuldigt fehlte. Danach konzentrierte er sich hauptsächlich auf Wrestling-Legends-Shows in den ganzen USA.

Chavo jüngerer Bruder Mando Guerrero ist das wohl unbekannteste Mitglied der Familie. Zumindest muss man das auf Grund der Quellenlage annehmen. Er begann seine Karriere im Jahr 1974 und debütierte ebenfalls in Los Angeles. Dort teamte er sehr oft mit seinem jüngeren Bruder Hector Guerrero. Später schloss er sich ebenfalls der AWA an und stand dort an der Seite seines Bruders Chavo. Sie fehdeten lange gegen Badd Company (Paul Diamond und Pat Tanaka), konnten sich aber nie deren Tag Team Titles sichern. Anfang der 90er Jahre ging Mando dann nach Mexiko, wo er neben seinem bürgerlichen Namen, auch als Tercera Dimensión und später als El Psicópata in der AAA antrat. Dort teamte er auch mit seinen Brüdern Chavo und Hector. Später wurde es stiller um ihn, was nicht zuletzt daran lag, dass er sich sein Geld nebenbei als Stuntman verdiente und in einigen bekannteren Filmproduktionen mitwirkte. In den letzten Jahren sah man ihn vor allem Legends-Shows und als feste Größe bei der Empire Wrestling Federation.

Héctor Guerrero, seines Zeichens der dritte Sohn, wurde in Mexico City geboren, wuchs jedoch in El Paso, Texas auf. Dort ging er wie seine Brüder auf die University of Texas und machte seinen Abschluss als Sportlehrer. Er wurde ebenfalls von seinem Vater trainiert und debütierte bereits 1973, ebenfalls in Kalifornien. Dort verbrachte er die ersten Jahre seiner Karriere hauptsächlich an der Seite seiner Brüder. Mitte der 80er Jahre schloss er sich NWA: Jim Crockett Promotions an und trat dort als der maskierte Lazer-Tron auf. Seine Maske verlor er am 24.1.1993 gegen Tornado Negro #2 in Los Angeles. Hector teamte dort mit Jimmy Valiant und die beiden fehdeten gegen die New Breed (Chris Champion und Sean Royal). Bevor er die NWA verlies, fehdete er noch gegen Denny Brown um den NWA World Junior Heavyweight Championship, welchen er bis zu seinem Abgang 1987 sogar einmal gewinnen konnte.

Nach seinem Abgang ging er direkt zur United States Wrestling Association, wo er mit Dr. Diablo teamte und später gegen diesen fehdete. Nach knapp 2 Jahren wechselte er zur American Wrestling Association und konnte dort an der Seite von Dr. D die AWA World Tag Team Titles gewinnen.
Einen echten Tiefpunkt in seiner Karriere markiert das Jahr 1990. Damals tauchte er bei der WWF auf und hatte die “Ehre“ als Gobbledy Gooker bei der Survivor Series anzutreten. Gobbledy Gooker war ein Kostüm, dass ihn einem Truthahn ähnlich aussehen lies. Da dieser Auftritt auch für die WWF ein Riesenreinfall war, verschwand er schon bald wieder von der Bildfläche. Einzig bei Wrestlemania 17 trug Hector das Kostüm nochmals in einer Gimmick Battle Royal. Er wurde als zweiter eliminiert.

Hector Guerrero verschwand danach einige Jahre von der Bildfläche in den USA und tauchte erst 1995 wieder auf. In Philadelphia trat er für Extreme Championship Wrestling an und traf bei Return of The Funker auf 2 Cold Scorpio und wollte dessen ECW Television Title gewinnen. Ihm gelang es nicht den Gürtel zu gewinnen und außer einem weiteren Auftritt, blieben bei der ECW kaum Erinnerungen an Hector. 1997 folgte dann die nächste große Liga, nämlich World Championship Wrestling. Dort legte er sich mit seinem Bruder Eddie Guerrero an. Er verlor die Fehde nach einigen Auftritten bei WCW Saturday Night und verschwand aus der WCW. Danach wurde es sehr still um Hector. Außer einigen Indy-Auftritten war kaum etwas über ihn zu finden. Am 1. März 2007 tauchte er allerdings bei Total Nonstop Action Wrestling auf. Er sollte dort als spanischer Kommentator und als Road Agent arbeiten.
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