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Der Halloween Havoc

Als Vince McMahon die WCW kaufte, schlug er den letzten Nagel in den Sarg der WCW und damit den einer der größten Wrestlingorganisationen der amerikanischen Geschichte. Somit beendete er auch jahrelange Wrestlingtradition, als er den Kaufvertrag unterschrieb. Er setzte Starrcade ein Ende, das ursprünglich eigentlich nur als eine einmalige Angelegenheit rund um Ric Flair aufgebaut werden sollte, sich dann aber fast zwanzig Jahre lang zu einer der größten reinen Wrestling-Shows des Jahres mauserte. Er begrub die Wargames, die zu einem Markenzeichen der WCW/NWA geworden waren. Der NWA World Heavyweight Title, der auf eine fast sechzigjährige durchgängige Geschichte zurückblicken konnte (sieht man mal vom 1991er Fiasko rund um Flair ab), wurde zu einem Spielzeug von Vince McMahon reduziert. Es wird nie wieder Starrcade geben, es wird nie wieder den Bash at the Beach geben, nie mehr Spring Stampede und nie mehr Uncensored - und auch der Halloween Havoc ist tot. Deshalb sei dieser PPV an dieser Stelle einmal exemplarisch herausgegriffen und durch einige historisch bedeutende, wrestlerisch hochklassige oder einfach nur absurde Momente dargestellt - eben Momente, die die WCW einst zu dem gemacht haben, was sie einmal war.
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Die schlechteste Fehde der WCW-Geschichte (Halloween Havoc 1998)
So langsam läuten wir den Endspurt ein mit unserem Rückblick auf die Geschichte des Halloween Havoc von World Championship Wrestling. Nachdem wir in den vergangenen Episoden schon zahlreiche denkwürdige, aber auch absurde Ereignisse aus der Vergangenheit dieses Pay-Per-Views beleuchteten, steht diesmal die wohl schlechteste Fehde der WCW auf dem Plan, aus der im Endeffekt auch gleichzeitig das schlechteste Match resultierte, dass man bei einem Halloween Havoc jemals zu sehen bekam. Um den Havoc jedoch nicht ausschließlich im schlechten Licht erscheinen zu lassen, werden wir uns heute weiterhin noch an zwei denkwürdige Augenblicke zurückerinnern.

Als das Jahr 1998 so vor sich hinplätscherte, wurde eine Sache immer deutlicher: Vince McMahons World Wrestling Federation war wieder die dominante Kraft in der Wrestling-Welt geworden, und sie machte keinerlei Anstalten, ihren bis dato unaufhörlichen Wiederaufstieg an die Spitze abzubrechen. Die WCW, die die Montagskriege über achtzig Wochen dominiert hatte, wurde von der Promotion überholt, von der man einst behauptet hatte, man würde sie vom Markt drängen.

Abgesehen von Bill Goldbergs kometenhaften Aufstieg tat sich in der WCW so gut wie gar nichts mehr, man trat auf der Stelle. Das Backstage-Chaos und die herrschende Anarchie wurden immer klarer spürbar, und Hulk Hogans negativer Einfluss auf Eric Bischoff und die WCW als Ganzes offenbarte sich mittlerweile sogar denjenigen, die die Shows ausschließlich übers Fernsehen verfolgten.

In einem hilflosen Versuch, den Absturz der Company zu stoppen und sie wieder an die Spitze in der Szene zu führen, hörte Eric Bischoff ein weiteres Mal auf Hogan und brachte einen Namen in die Company, der schon lange laut Gerüchten mit der WCW in Verbindung gebracht wurde: der Ultimate Warrior. Hogan hatte angeboten, seine schon lang zurückliegende Fehde mit dem Warrior fortzusetzen. Er versprach Bischoff, dass die Fehde der WCW wieder Millionen an Fans bescheren würde, denn soviele Leute würden immer noch auf ein Re-Match zwischen den beiden brennen.

Aufgrund einer schmutzigen juristischen Schlammschlacht mit der Federation musste Jim Hellwig den Namen seines Gimmicks auf "The Warrior" verkürzen. Diesmal sicherte er sich rechtlich ab, diesen Namen immer nutzen zu können. Er war nun nicht mehr länger "Ultimate", aber er war immer noch ein mächtiger, wenn auch etwas neurotischer, Krieger.

Dem Warrior wurde von Bischoff eine selbst für damalige Verhältnisse astronomische Summe angeboten, und außerdem bekam er auch noch eine dezente kreative Kontrolle über seinen Charakter versprochen.

Dann dauerte es nicht mehr lange, bis der Warrior bei Nitro auftauchte. Dieses erste Auftauchen fand in Form einer inzwischen berühmt-berüchtigten fremdartigen Promo statt. Die anstrengende und schwer verständliche Schmährede zog sich fast eine Viertelstunde in die Länge, das Publikum war nahezu apathisch und praktisch nichts von dem, was Hellwig erzählte, ergab Sinn. Im Prinzip konnte man kein Wort von dem verstehen, was er sagte - aber hätte man es verstanden, dann hätte sich auch kein Inhalt erschlossen.

Es blieb jedoch nicht einfach nur bei stumpfsinnigen Promos. Der Warrior testete seine vorhin erwähnte kreative Kontrolle aus - und Ergebnis dessen war, dass er sich in der Zeit, in der er nicht im Business aktiv war, magische Kräfte angeeignet hatte.

In Segmenten, die so grauenhaft waren, dass die deutsche Sprache noch zu gepflegt ist, um sie zu beschreiben, hob der Warrior im Backstagebereich seine Arme in die Luft, woraufhin ein magischer Nebel den Ring füllte. Der Clou an der Sache: der Nebel knockte die komplette New World Order aus, abgesehen von Hollywood Hogan. Anders ausgedrückt: Hogan stand nun allein im Ring, umzingelt von einem Haufen Wrestler, denen jährlich Millionen von Dollars in den Hintern geblasen wurden, damit sie sich in den Ring legten und so taten, als würden sie schlafen.

Und das war noch nicht alles. Der Warrior erschien mysteriöserweise durch den Nebel, nämlich durch eine versteckte Luke unterhalb des Ringes. Nicht genug, dass diese Idee an sich schon unsinnig war - die speziell für diesen Hokuspokus in den Ring eingebaute Luke verletzte auch noch den ein oder anderen Wrestler. Die Karriere von Davey Boy Smith wurde damit beendet, dass er einen unglücklichen Bump auf die Klappe nahm. Zwar kam er nochmal kurzzeitig ins Business zurück, aber von der Verletzung erholte er sich nie wieder.

Der Angle ging derweilen unbeirrt weiter, der Warrior spielte ein Mindgame nach dem anderen mit Hollywood Hogan. Den unsinngen Höhepunkt fand die Fehde bei Monday Nitro - gleichzeitig war es eine der wohl absurdesten Szenen der WCW-Geschichte, die sich an dieser Stelle abspielte.

Hogan saß in seiner Umkleidekabine vor einem Spiegel, schaute sich selbst an und machte sich bereit, um zum Ring zu laufen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, erschien der Warrior IM SPIEGEL. Er sah aus wie ein Hologramm aus einem wissenschaftlichen Projekt. Hogan begann direkt mit seinem Unterkiefer zu klappern, als hätte er einen Geist gesehen. Das Problem an der Sache: es kam gar nicht rüber, was damit gemeint sein sollte. Denn die Sache war eigentlich so gedacht, dass es so wirken sollte, als sei Hogan der einzige, der den Warrior sehen konnte. Dadurch sollte jeder denken, Hogan würde langsam verrückt werden (langsam!?). In typischer WCW-Manier machte man die Szene jedoch selbst kaputt, denn nicht nur das Publikum konnte den Warrior sehen, sondern auch Tony Schiavone. Und der konnte natürlich nicht den Mund halten, sondern ließ ein "The Warrior... he's IN THE MIRROR." aus seinem Mund sprudeln. Eric Bischoff hingegen, der in Hogans Umkleidekabine kam, sah den Warrior nicht. Organisation war eben nie so richtig die Stärke der WCW.

Nachdem auch noch Ed Leslie vom Warrior verzaubert wurde und als das erste Mitglied von dessen "One Warrior Nation" (was für ein Wortwitz) vorgestellt wurde, wurde für den Halloween Havoc dann ein "episches" Re-Match zwischen Hollywood Hogan und dem Nicht-mehr-letzten Krieger ausgehandelt. Fast zehn Jahre waren seit ihrem ersten Aufeinandertreffen vergangen.

Der Kampf wurde als das wichtigste Match der Wrestling-Geschichte gehypt, und das, obwohl sich das Publikum kein Stück für den Warrior interessierte. Er hatte einen anderen Namen, andere Musik, und seine Promos waren so bizarr, so langgezogen und so unfassbar krank, dass er selbst Hogans Promos Mitte der Achtziger bei weitem in den Schatten stellte, als sich dieser quasi mit einer halben Reinkarnation des übers Wasser laufenden Jesus Christus verglich.

Für den Hype hatte man gesorgt, das Match war beschlossene Sache, der Tag war angebrochen, und das Publikum hätte sich nicht weniger für die Angelegenheit interessieren können. Hogan und der Warrior taten alles in ihrer Macht stehende, um die Atmosphäre des Showdowns bei WrestleMania VI wiederherzustellen. Unglücklicherweise war es nun aber schon 1998, und es gab keinen Pat Patterson, der das Match bis hin zu jedem noch so kleinen Move für sie schrieb.

Als der Warrior mit vollem Tempo zum Ring gerannt kam, hätte man eine Stecknadel fallen hören konnen, so totenstill war es - abgesehen von vereinzelten Lachern. Es war furchtbar. Und das Match natürlich grauenhaft. Kraftproben, Double Clotheslines, massives Eingreifen von außen und ein kriminelles Überladen des Kampfes machten aus dem Match, das man vorher großzügigerweise mit DUD hätte bewerten können, zu einem der mit Abstand schlechtesten Kämpfe der Geschichte der Company. Das Ende kam, als Horace Hogan, Zeit seines Lebens Jobber und gleichzeitig Hulk Hogans größer Fan, mit einem Stuhl eingriff, den Warrior ausknockte und Hollywood damit seinen Pinfall verschaffte.

Man muss schon fast von Glück sprechen, dass sich der Warrior in diesem Kampf verletzte und für ein paar Wochen pausieren musste. In dieser Zeit begann Hogan, die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten anzustreben und beendete damit vorübergehend seine Karriere. Damit hatte der Warrior keinen Feind mehr, und so war auch die Storyline gestorben. Die WCW hatte in der Zwischenzeit beschlossen, dass die ganze Fehde so absurd war, dass man den Warrior lieber nicht zurückbringen sollte. Deshalb bezahlte man ihm lieber einen Haufen Geld und ließ ihn die restliche Vertragslaufzeit daheim rumsitzen.

Wäre die WCW nicht damals ohnehin schon auf dem absteigenden Ast gewesen, dann hätte man sie spätestens mit dieser Storyline in die Nähe ihres Sterbebettes gerollt. Man sollte sich diese Fehde niemals wieder ansehen. NIEMALS.
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