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Der Halloween Havoc

Als Vince McMahon die WCW kaufte, schlug er den letzten Nagel in den Sarg der WCW und damit den einer der größten Wrestlingorganisationen der amerikanischen Geschichte. Somit beendete er auch jahrelange Wrestlingtradition, als er den Kaufvertrag unterschrieb. Er setzte Starrcade ein Ende, das ursprünglich eigentlich nur als eine einmalige Angelegenheit rund um Ric Flair aufgebaut werden sollte, sich dann aber fast zwanzig Jahre lang zu einer der größten reinen Wrestling-Shows des Jahres mauserte. Er begrub die Wargames, die zu einem Markenzeichen der WCW/NWA geworden waren. Der NWA World Heavyweight Title, der auf eine fast sechzigjährige durchgängige Geschichte zurückblicken konnte (sieht man mal vom 1991er Fiasko rund um Flair ab), wurde zu einem Spielzeug von Vince McMahon reduziert. Es wird nie wieder Starrcade geben, es wird nie wieder den Bash at the Beach geben, nie mehr Spring Stampede und nie mehr Uncensored - und auch der Halloween Havoc ist tot. Deshalb sei dieser PPV an dieser Stelle einmal exemplarisch herausgegriffen und durch einige historisch bedeutende, wrestlerisch hochklassige oder einfach nur absurde Momente dargestellt - eben Momente, die die WCW einst zu dem gemacht haben, was sie einmal war.
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Philadelphia turnt gegen die Dudes (Halloween Havoc 1989)
Philadelphia war schon immer eine Stadt voll von Zynikern. Man buht die eigenen Sportvereine aus, man turnt sofort gegen die eigenen Helden, wenn diese mal einen kleinen Fehler machen, und insgesamt kann man sagen, sie verhalten sich völlig gegenteilig zum üblichen, traditionellen Publikum.

In Städten wie Boston, Dallas und San Francisco werden die Babyfaces aus voller Brust angefeuert, und den Heels schlägt eine Welle von Buhrufen entgegen. Niemals würde es passieren, dass sich die Fans geschlossen hinter einen Heel stellen, oder geschlossen gegen einen der üblichen Fan-Favoriten.

In Philadelphia hingegen machte man dies jedoch, und zwar auf eine so drastische Weise, wie es nur möglich war.

Das beste und wohl auch berühmteste Beispiel für dieses Phänomen spielte sich beim Halloween 1989 ab, als es dort zwischen den verhassten Freebirds und den aufstrebenden Dynamic Dudes ein Match um die NWA World Tag Team Titles gab.

Die Dynamic Dudes waren eine Kreation von Jim Herd - dazu gedacht, den Erfolg, den man in der Wrestling-Welt mit Teams wie dem Rock 'n Roll Express hatte, oder auch den Rockers in der Federation, zu kopieren. Die Theorie sah so aus, dass man damit eine große weibliche Fanbasis an die Liga binden wollte, die dementsprechend Geld in die Kassen fließen lassen sollte.

Die Dynamic Dudes waren jedoch nicht unbedingt dafür geeignet. Shane Douglas und Johnny Ace wurden auserwählt, dieses Gimmick zu verkörpern, da sie das entsprechende jugendhafte Äußere besaßen und auch noch das passende blonde Haar hatten. Sie mussten zu mieser Rockmusik zum Ring tanzen und rosa Hosen tragen. Außerdem brachten sie Skateboards mit zum Ring, auch wenn diese für sie keinen Nutzen hatten. Sinn hätte es gemacht, wenn sie die Skateboards dazu genutzt hätten, ihre Gegner heimlich niederzuschlagen, aber nicht einmal dafür gebrauchte man sie.

Zur Vervollständigung des Gimmicks ließ man die Dynamic Dudes mit Frisbees in den Händen auf die Turnbuckles steigen und die Plastik-Wurfgeschosse zu Kindern im Publikum werfen. Genau das richtige Gimmick also, um dezente Übelkeitsgefühle hervorzurufen. Da es sich um Babyfaces handelte, wurden die beiden trotzdem vom ganzen Land recht ordentlich bejubelt. Das Ganze schien vollkommen aufgesetzt. In Philadelphia hingegen spielte man nicht mit, denn an diesem lauschigen Abend im Oktober 1989 turnte das Publikum gegen die Dynamic Dudes.

Die Dudes traten also gegen die Fabulous Freebirds an, die ihres Zeichens zu diesem Zeitpunkt dass verhassteste Team der NWA waren. Sie waren arrogante Südstaatler mit einer Vorliebe für schlechte Rockmusik und bestachen durch ihre schlaffe Physik.

Die Fabulous Freebirds bekamen die mit Abstand größten Pops an diesem Abend, während die Dudes bis zum Gehtnichtmehr ausgebuht wurden. Bei jedem Move, den Shane Douglas und Johnny Ace machten, wurden sie vom Publikum ausgebuht. Das komplette Philadelphia Civic Center, Mütter, Väter, Kinder, alle standen das Match über geschlossen gegen die Dudes, warfen ihnen vernichtende "YOU SUCK!" - Rufe zu, während sie aus voller Lunge die "FREEBIRDS!" anfeuerten. Es war ein beeindruckendes Spektakel. Die Dynamic Dudes blickten drein wie Hirsche im Scheinwerfer eines heranbrausenden LKWs. Je mehr sie versuchten, die Situation zu ignorieren und die Babyfaces zu spielen, desto aggressiver wurde das Publikum ihnen gegenüber.

Als die Zehn Minuten - Marke erreicht war, pinnten die Freebirds dann Johnny Ace und erhielten vom Publikum so viel Applaus, als hätte gerade ein lokaler Sportverein den Superbowl gewonnen.

Die Zuschauer in Philadelphia setzten die verdrehten Reaktionen auf Heels und Faces in den meisten der anderen Matches fort, doch nichts kam mehr an die Welle der Abscheu heran, die an diesem Abend auf die Dynamic Dudes hereinprasselte.
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