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Der Halloween Havoc

Als Vince McMahon die WCW kaufte, schlug er den letzten Nagel in den Sarg der WCW und damit den einer der größten Wrestlingorganisationen der amerikanischen Geschichte. Somit beendete er auch jahrelange Wrestlingtradition, als er den Kaufvertrag unterschrieb. Er setzte Starrcade ein Ende, das ursprünglich eigentlich nur als eine einmalige Angelegenheit rund um Ric Flair aufgebaut werden sollte, sich dann aber fast zwanzig Jahre lang zu einer der größten reinen Wrestling-Shows des Jahres mauserte. Er begrub die Wargames, die zu einem Markenzeichen der WCW/NWA geworden waren. Der NWA World Heavyweight Title, der auf eine fast sechzigjährige durchgängige Geschichte zurückblicken konnte (sieht man mal vom 1991er Fiasko rund um Flair ab), wurde zu einem Spielzeug von Vince McMahon reduziert. Es wird nie wieder Starrcade geben, es wird nie wieder den Bash at the Beach geben, nie mehr Spring Stampede und nie mehr Uncensored - und auch der Halloween Havoc ist tot. Deshalb sei dieser PPV an dieser Stelle einmal exemplarisch herausgegriffen und durch einige historisch bedeutende, wrestlerisch hochklassige oder einfach nur absurde Momente dargestellt - eben Momente, die die WCW einst zu dem gemacht haben, was sie einmal war.
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Steiner Brothers gegen Nasty Boys (Halloween Havoc 1990)
In der zweiten Hälfte der achtziger Jahren tauchten wie aus dem Nichts zwei wirklich harte Kerle aus den staubigen Straßen von North Tampa auf und mischten fortan die Independent Wrestling - Szene von Florida auf. Diese beiden Typen, gemeinschaftlich als die Nasty Boys bezeichnet, dominierten in dieser Phase die Tag Team - Szene in Florida so deutlich wie kein anderes Team vor ihnen. Jeder, der sich ihnen in den Weg stellte, wurde zerstört. In nur anderthalb Jahren wurden die prestigeträchtigen Florida Tag Team Titles, die zuvor von legendären Duos wie Jack Brisco und Jerry Brisco, Dory Funk Jr. und Terry Funk, Hiro Matsuda und Mr. Wrestling sowie José Lothario und Argentina Apollo gehalten wurden, gleich fünfmal von den rowdyhaften Nasties erobert.

Die beiden waren brutal, sie waren ungewöhnlich, man konnte sie gut vermarkten - und sie wussten auch halbwegs Bescheid von dem, was sie im Ring zusammenwrestleten. Vor allem aber wussten sie genau, wie man ein Publikum gegen sich aufbringt. Man muss kaum noch erwähnen, dass ein paar Offizielle der WCW recht schnell von diesem Tag Team Wind bekamen. Mitte 1990 war es dann soweit, Dusty Rhodes klingelte bei ihnen an. Er wollte die beiden in der WCW haben, und er wollte sie so schnell wie möglich in eine Fehde mit den Steiner Brothers stecken, die damals von nicht wenigen Menschen als das größte Tag Team aller Zeiten angesehen wurden.

Nach ihrem Wechsel zur WCW verloren die Nasty Boys nicht viel Zeit, sondern sie machten sich gleich daran, Dustys Wünsche zu erfüllen. Die beiden Teams entwickelten alsbald einen tiefsitzenden Hass aufeinander, und es war offensichtlich, dass bald ein Titelmatch herhalten müsste, um die Sache endgültig zu klären. Dieses Match wurde für den zweiten alljährlichen Halloween Havoc festgesetzt, welcher in diesem Jahr in Chicago, Illinois, stattfand.

Die Nasty Boys wollten zuvor sicherstellen, dass die Steiner es gar nicht erst bis zu dem Pay-Per-View bringen würden. Zwei Wochen vor dem Havoc gab es eine House Show in Cobb County, Georgia. Hier fand die Vertragsunterzeichnung der beiden Teams für das Match statt. Fernsehkameras standen für den Fall bereit, dass irgendetwas in dem kleinen Civic Center vorfallen würde. Und natürlich passierte etwas.

Die Nasty Boys waren die ersten, die den Vertrag unterzeichnen sollten. Zunächst einmal teilten sie den Steiner Brothers mit, dass diese keine Chance hätten, Chicago mit den Titeln oder mit vollster Gesundheit zu verlassen. Die Steiners antworteten entsprechend, und schon bald mussten Offizielle die beiden Teams trennen, damit die Verträge unterzeichnet werden konnten.

Als die Steiners fertig waren und die unterzeichneten Verträge an WCW-Offizielle weiterreichen wollten, gingen die Nasties auf sie los und verpassten ihnen die Tracht Prügel ihres Lebens. Die Nasties knockten die Steiners mit den Tag-Team-Gürteln aus und sorgten dadurch für klaffende Platzwunden. Um der Sache noch einen draufzusetzen, schnappte sich Jerry Sags Scott Steiner und beförderte ihn mit Wucht durch den Tisch, der für die Vertragsunterzeichnung benutzt worden war. Das Publikum wirkte wie gelähmt, denn man darf nicht vergessen: wir befanden uns im Jahre 1990, und die meisten hatten noch niemals eine solch brutal wirkende Aktion im Rahmen einer Wrestling-Show gesehen.

Die Steiner Brothers galten daraufhin als angeschlagen, aber zum Pech für die Nasty Boys waren sie vor allem eines: sie waren verärgert. Die ganze Story kulminierte dann also beim Halloween Havoc 1990 in Chicago, Illinois. Das Match wurde nicht nur seinem Hype gerecht, es bildete auch den Grundstein des endgültigen Durchbruchs der beiden Typen aus Florida, die bis dahin auf nationaler Ebene noch eher unbekannt waren.

Vom ersten Gongschlag an prügelten beide Teams wild aufeinander ein. Ohne Rücksicht auf Verluste wurde hier aufeinander eingetrommelt. Scott Steiner konterte einen Superplex von Jerry Sags zu einem Top Rope Belly-To-Belly Suplex, was für absolute Hysterie im Publikum sorgte. Brian Knobbs wurde im Kampfverlauf direkt auf seinen Kopf geworfen. Und mitten in all dem Chaos schaffte es Scott, sich Saggs auf die Schultern zu setzen, Rick Steiner kam vom Top Rope geflogen und vollführte seinen Bulldog.

Den ganzen Kampf über flogen hier Körper durch den Ring, und mit jeder Sekunde wurde die gezeigte Action intensiver. Rick Steiner verfehlte eine Clothesline und flog aus dem Ring, was den Nasties die Gelegenheit gab, Scott Steiner per Piledriver mit dem Schädel auf den Boden zu befördern. Rick Steiner packte sich wenig später einen Stuhl und zimmerte ihn mit Wucht über Jerry Sags' Rübe. Im Handumdrehen war überall Blut - und das Match wurde NOCH intensiver.

Der Brawl verlagerte sich aus dem Ring, bis es Scotty gelang, Knobs zurückzuziehen, ihm den Frankensteiner zu verpassen und ihn zu pinnen. Damit waren die Steiners knapp mit den Titelgürteln entkommen. Das Publikum war vollkommen aus dem Häuschen, sie bejubelten ein beeindruckendes Match und eine lange, epische Fehde, die anzustehen schien. Die Pro Wrestling Illustrated nannte den Kampf eines der großartigsten Tag Team - Matches der amerikanischen Geschichte. Dave Meltzer und der Wrestling Observer schwärmten davon. Die Old-School WCW-Fans liebten es.

World Championship Wrestling hatte nun die perfekte Möglichkeit, diese Fehde noch weiter anzuheizen. Und was machten sie? Sie setzten die ganze Sache in den Sand.

Der logische nächste Schritt einer großen Wrestling-Promotion wäre es nun gewesen, Zeit, Geld und Arbeit in die Nasty Boys zu investieren, sie zu Main Eventern zu pushen. Vor allem würde man dafür sorgen, dass keine andere Promotion dazwischenfunkt, die Wrestler abwirbt und die eigene Liga damit um die verdiente Arbeit bringt. Aber wir sind hier ja bei der WCW.

Weniger als ein Monat war vergangen, seitdem die WCW zwei Niemande aus Tampa geholt und in eines der heißesten Tag Teams der Wrestling-Szene verwandelt hatte. Die WWF rief nun bei den Nasties an, sie bot ihnen ein paar Dollar mehr, und schnappte sie der WCW damit unter der Nase weg. Es war ein absoluter Alptraum für die WCW, und gleichzeitig ein erstes Signal von später immer häufiger auftretender Organisationslosigkeit und Dummheit.
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