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Helden früherer Tage

Die ehemalige Rubrik "Die Anfänge" unserer Homepage ist in diese Kategorie aufgegangen. Unter dem Begriff verbergen sich Biografien von Wrestlern, die den Fans von heute nur noch wenig sagen, obwohl sie absolute Legenden sind und deshalb jedem Wrestling-Fachmann ein Begriff sein sollten. Hier könnt ihr die 8 bisherigen Biografien nachlesen.
Kapitel

George Hackenschmidt - Der russische Löwe
Der "russische Löwe" George Hackenschmidt war einer der ersten großen Champions in unserem Sport. Seine große Zeit hatte er zu Beginn der modernen Pro-Wrestling-Ära, rund um die Jahrhundertwende. Marathon-Schlachten gegen Leute wie Frank Gotch um den World Heavyweight Title wurden fast so legendär wie der Mann selbst. Als einer der ersten Superstars des Sports galt er weltweit als Prominenter und zog jederzeit sehr viele Zuschauer zu seinen Kämpfen. Nur wenige seiner Gegner konnten ihm etwas anhaben, so daß er zu einem der erfolgreichsten Leute seiner Zeit wurde.

Da Hackenschmidt erkannte, dass in ihm eine ganze Menge Showtalent steckte, spielte er während seiner Kämpfe oft mit dem Publikum, und dies machte ihn noch populärer. Hackenschmidt wurde dafür bekannt, vor seinen Matches erstmal einige Kraftdemonstrationen abzuliefern. Auch diese waren ein Grund für die Leute, zu seinen Kämpfen zu kommen.

Hackenschmidt gewann die europäische Variante des World Heavyweight Title im November 1901 in Wien, als er Ahmed Madrali bezwingen konnte. Ein paar Monate später holte sich der russische Löwe zusätzlich European Greco-Roman Heavyweight Title. Beide Titel konnte er drei Jahre lang ungeschlagen behaupten. Dann traf er am 4. Mai 1905 in New York City auf Träger des American Mixed-Style (Freestyle) Heavyweight Title Tom Jenkins und besiegte diesen. Damit war er der erste Halter des vereinigten World Championship Titels. Die anderen Titel wurden für vakant erklärt, Hackenschmidt galt nun als der originale World Heavyweight Wrestling Champion.

Hackenschmidt genoß in Amerika den Ruf, dass er unbezwingbar sei. Der einzige, der dies anders sah, war der American Champ Frank Gotch. Er wollte Hackenschmidt im Ring und nach einiger Zeit schaffte er es, der einzig berechtigte Herausforderer auf den Titel zu werden. Im Dexter Park Pavillion im Süden von Chicago sollte es dann zu diesem Match kommen. Die epische Schlacht dauerte zweieinhalb Stunden. Sie endete damit, dass Hackenschmidt seinen Titel an Gotch verlor, nachdem er nicht mehr aus einem Ankle Lock herauskam. Nach dem Match meinte Hackenschmidt, Gotch hätte einige skrupellose Methoden verwendet, um zum Sieg zu kommen und forderte ihn deshalb zu einem Re-Match heraus. Das Match, das im brandneuen Commisky Park stattfand, ließ über 30.000 Zuschauer in die Arena strömen. Das stellte einen neuen Rekord dar und spülte 87.000 Dollar in die Kassen. Logischerweise wurde der Kampf als das Sportereignis des Jahres bezeichnet. Hackenschmidt ging verletzt in das Match und verlor erneut. Die Verletzung hatte er sich bei einem Trainingskampf gegen Ad Santel zugezogen. Man sagt, Gotch hätte Santel dafür bezahlt, Hackenschmidts Knie anzuschlagen.
 
 
 
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