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Interviews

In dieser Rubrik findet ihr 562 Interviews mit Wrestlern und Offiziellen, die im Laufe der Jahre auf Genickbruch veröffentlicht wurden. 70 der hier gelisteten Befragungen wurden exklusiv von Genickbruch-Mitarbeitern durchgeführt.
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Interview

Interview mit Perry Saturn
Schon vor zwei Monaten erschien der folgende Artikel in der Kleinstadt-Zeitung "Albert Lea Tribune". Aus Zeitgründen klappte eine zeitnahe Übersetzung leider nicht, da der Gegenstand des Artikels, nämlich Ex-ECW-, WCW- und WWE-Superstar Perry Saturn, immer wieder auf Interesse bei den Lesern von Genickbruch.com stösst, wird dies nun im neuen Jahr nachgeholt. Es geht dabei um ein Thema, das leider immer gängiger wird: Der Fall eines einstigen Superstars in Sucht und Armut aber auch um seinen Weg aus der Misere und zurück in den Ring.

Perry Saturn ist am Boden aber nicht am Ende
- Pro Wrestler kehrt nach Obachlosigkeit und überstandener Drogensucht wieder in den Ring zurück -

Perry Satullo verbrachte die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens unter den hellen Lichtern des Professional Wrestling. Aber er hat auch einige Zeit auf der Straße verbracht. Nach einem langen Kampf mit seiner Drogensucht, die Satullo obdachlos machte, hat der ehemals in der Wrestlingwelt als Perry Saturn oder einfach nur Saturn bekante Superstar beschlossen, dass es Zeit ist, sein Leben zu ändern und ein Comeback zu starten. Sein Weg hat den früheren Star dabei nach Albert Lea geführt, wo er heute lebt.

"Ich kann mich eigentlich glücklich schätzen, Wrestler zu sein und das habe ich wegen den Drogen weggeworfen", so der aus Boston stammende Satullo. "Ich will sicherstellen, dass wenn ich noch einmal eine zweite Chance bekommen, ich dies auch ausnütze. Ich werde nichts mehr wegwerfen."

Am 13. Oktober 2011 feierte Satullo nach sieben Jahren Abwesenheit seine Rückkehr in den Ring. Er trat bei Awesome Wrestling Entertainments "Night of the Legends" PPV auf. Saturn, der nun seit dreieinhalb Jahren clean ist, war erfolgreich und konnte seinen Gegner CW Anderson besiegen. "Er ist ein sehr guter Wrestler", erklärte Satullo, "Alles ging glatt. Es war toll, mit ihm zu arbeiten." An einem Punkt im Match lag Anderson auf dem Boden und der 45-jährige Saturn nahm Anlauf und sprang auf seinen Gegner, mit allen Konsequenzen. "Ich hatte gar nicht darauf geachtet und vorher auch überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass da draußen keine Matten lagen. Ich bin auf den Fußboden gekracht und habe mir eine Platzwunde zugezogen. Ich spüre das jetzt noch und hätte es ohne Matten wissentlich nie gemacht."

Obwohl er schon so viel erlebt hat, brachte dieses Match Satullo Befriedigung und eine Art zurückkehrendes Selbstwertgefühl. "Es war erfüllend, zu wissen, wie schwer es war, hierhin zu kommen. Und es war es wert. Selbst wenn danach nichts mehr kommt, war es das trotzdem wert, hierhin zu kommen, denn das ist viel besser als das, was ich bisher war." Auch seinen Kollegen fiel seine gezeigte Leistung auf. Diamond Dallas Page war einer der Stars, die am AWE PPV teilnahmen. "Er kam zurück und hatte ein gutes Match." meinte er. "Er hat einige verrückte Dinge gemacht, wie den Dive aus dem Ring. Er wollte sich wohl selbst testen und diesen Test hat er absolut bestanden".

Satullos Karriere begann in den frühen 90ern in kleineren Ligen im ganzen Land und in Japan. Während seiner Zeit bei Extreme Championship Wrestling, World Championship Wrestling und der World Wrestling Federation kam seine Karriere richtig in Fahrt. Er war drei Mal ECW World Tag Team Champion mit seinem Partner John Kronus, hielt bei WCW zwei Mal die World Tag Team Titles, je ein Mal mit Raven und dem verstorbenen Chris Benoit und auch den World Television Title. Als er zur WWF kam, gewann er dort den WWF European Title und war zwei Mal Hardcore Champion.

Eine Verletzung zwang ihm im April 2002 zu einer Auszeit und die WWF entliess ihn wenig später. Satullo erzählt, dass er während seiner letzten Jahre in der WWF immer mehr illegale Substanzen zu nehmen begann, bis zu dem Punkt, dass er sich an ganze Zeitspannen nicht mehr erinnert. "Ich habe wirklich viel Mist mit Drogen in meiner WWF-Zeit gebaut und die Abwärtsspirale drehte sich immer weiter." Die Droge seiner Wahl war ein opium-basiertes Präparat namens Nubain, das er sich unter die Zunge spritzte. Der Drogenkonsum sei auch der Grund gewesen, warum er nach überstandener Verletzung nicht gleich wieder in den Ring zurückkehrte. "Zu diesem Zeitpunkt war ich schwer auf Nubain. Eines Abends, als ich noch für die WWF arbeitete aber wegen meiner Knie-OP zu Hause war, veranstalteten sie eine Show in Atlanta. Dort lebte ich damals also war es klar, dass ich mal vorbeischauen und hallo sagen würde. Ich stieg in mein Auto und spritzte mir so viel Nubain, dass ich auf der Stelle ohnmächtig wurde. Als ich aufwachte, war die Show vorbei und ich hatte es erst gar nicht in die Halle geschafft."

Nach seiner Entlassung fiel Satullo noch tiefer in den Drogensumpf. Er begann Crystal Meth zu nehmen. "Ich verlor in kürzester Zeit alles. Es ist unglaublich, wie schnell das geht." In dieser Zeit wurde er zwei Mal angeschossen, ein Mal in die Schulter, ein Mal ins Genick. "Eine Zeit lang benutzte ich diesen Vorfall als Ausrede, warum alles den Bach runter ging", erzählte er. "Aber die Wahrheit ist, dass ich ich ein Drogensüchtiger war und deshalb ging alles den Bach runter." Er wurde vom prominenten Athleten zum drogensüchtigen Dieb, der auf der Straße schlief. Er war von der Spitze der Wrestling Unterhaltung ganz unten angekommen. "Ganz unten ist da, wo man keine Hoffnung hat", sagt Satullo. "Man sagt sich: So werde ich sterben. Allein, auf der Straße, obdachlos. Dort war ich angekommen."

Schließlich war es der beste Freund des Menschen, der eine Veränderung bewirkte. Sein Hündin begleitete ihn durch alle Tiefen. Und sie war auch der Grund, warum er schließlich anfing, sein Leben zu ändern. "Ich machte mir solche Sorgen, was mit ihr passieren würde, wenn ich sterbe, dass ich beschloss, lange genug am Leben bleiben zu müssen, um sie zu überleben" erinnert sich Satullo. Während er sich am Leben festklammerte, begann er zu verstehen, dass er sein Leben genausogut einfach so ändern könne, wenn er es schon für einen Hund tue. Er begann die Veränderung und hielt sich von Drogen fern. Dann traf er eine Frau, die damals ebenfalls abhängig war und auf der Straße lebte. Sie gaben sich gegenseitig Halt, um der Sucht zu entkommen. Schließlich heirateten sie und feierten kürzlich ihren ersten Hochzeitstag. Diese Frau, Lisa Satullo, hatte Familie in Albert Lea, was ihn hierher brachte.

"Es gibt vieles, was ich bereue aber ich lasse mich davon nicht runterziehen, denn ich kann es nicht mehr ungeschehen machen", sagt Saturn. "Was war, kann ich nicht mehr ändern aber ich kann ändern, was ich in Zukunft mache." Seit seinem Umzug in die Gegend war er damit beschäftigt, einen Weg zu finden, sich selbst für die vergangenen Jahre zu verzeihen, bevor er eine Rückkehr in die nationale Wrestlingszene beginnen konnte. "Zunächst musste ich mir selbst vergeben. Ich habe mich richtig gehasst. Ich habe mich für die Person geschämt, zu der ich wurde und dass es meine eigene Schuld war. Aber ich ändere mich jetzt."

Im vergangenen Jahr reiste er zu Conventions, um wieder Anschluss an die Welt zu finden, von der er einst ein Teil war. Er sprach mit Kollegen wie Dean Malenko, Triple H, Raven und DDP und fragte sie um Rat, wie er wieder ins Business zurück komme. "DDP tut viel viel mehr als ich gehofft hatte" erzählt Saturn. "Wir sind wie eine Bruderschaft und helfen uns gegenseitig." DDP führte ein Interview mit ihm für seine Webshow DDP-TV, um Aufmerksamkeit für seine Rückkehr zu generieren. Er bestand darauf, ihn mit Webdesignern in Kontakt zu bringen und einen Link auf seine Seite DDPbang.com zu setzen, über den man Perry Saturn für zukünftige Events buchen kann. "Wir haben ihm etwas Öffentlichkeit verschafft", meint DDP. "Die Leute können nun sehen, dass er clean ist, gut aussieht und gebucht werden kann.

Satullo merkt auch an, dass er sich an den WWE-Vorsitzenden Vince McMahon hätte wenden können, um einen, von WWE bezahlten Entzug zu machen, hätte er sich nur dazu überwinden können. "Ich habe mir ein ziemlich tiefes Loch gegraben aber ich komme da raus. Heute weiß ich, dass es ein besseres Morgen für mich geben wird."

Mit seinem Sieg über CW Anderson kehrte er mit noch etwas anderem nach Albert Lea zurück, etwas, das er schon lange nicht mehr hatte: Selbstwertgefühl. "Ich war zweieinhalb Jahre obdachlos und von Meth abhängig. Da verliert man jeden Antrieb und jedes Selbstwertgefühl. Das bekomme ich alles vom Wrestling." Satullo sagt, er seit seit über drei Jahren clean und hat sich in einem örtlichen Fitneß-Center wieder in Form gebracht. Dafür nutzt er die dortigen Geräte aber auch DDPs Yoga DVDs. "Es ist eine Mischung aus MMA, Gymnastik, Ausdauer und Yoga", erklärt DDT. All die Arbeit beginnt sich nun für Satullo auszuzahlen. Nach seinem Match mit Anderson sei er erschöpft gewesen doch er habe gedacht, es würde schlimmer sein. "Ich war fertig aber nicht so sehr wie ich erwartet hätte. Ich habe so lange kein Wrestling mehr gemacht und bin dann einfach so zurück gekommen. Im Scherz habe ich vorher noch zu meiner Frau gesagt, dass ich hoffe, keinen Herzinfarkt zu bekommen."

Obwohl er noch nicht in der Verfassung ist, in der er sein möchte, befindet er sich auf dem Weg dahin. Sobald er wieder regelmäßiger im Ring stehe, werde seine Kondition wiederkommen. Sein Ziel ist die Rückkehr an die Spitze der Wrestling Entertainment Welt: WWE. "Ich habe noch etwas in mir und ich möchte auch etwas zurück geben. Ich weiß nicht, wo das sein wird aber es wird passieren." Egal, wo seine nächsten Matches sein werden, er hofft, dass er sich die Chance verdient, zu beweisen, dass er noch einmal zu alter Stärke kommen kann. Darauf verwendet er momentan all seine Zeit und Energie. "Ich wünschte wirklich, ich könnte mich so fühlen, wie ich es gerade tue, ohne all das durchgemacht zu haben, was ich habe. Es ist einfach, Dinge als selbstverständlich anzusehen." Um sein Comeback zu vervollständigen, wird er sich das Vertrauen einer großen Wrestling-Liga erabreiten müssen. "Ich will nichts geschenkt haben und ich erwarte von niemandem, dass er mir vergibt", sagt Satullo. "Ich hoffe nur, ich bin würdig dafür, dass man mir vergibt."

Satullo hofft, dass seine Geschichte anderen als Inspiration dienen kann, sich zu ändern auch wenn sie in einer Welt leben, die sie als hoffnungslos ansehen. "Ich bin nich so arrogant zu glauben, dass meine Story jemanden davor bewahrt, Mist zu bauen. Aber ich hofffe, wenn jemand am Boden und ohne Hoffnung ist, kann er dadurch den Glauben bekommen, dass es doch zu schaffen ist. Ich hoffe, ich kann so Einfluss auf jemanden haben."

Im Ring möchte Saturn einen Ruf hinterlassen, der von den Fans respektiert wird. "Die anderen Wrestler mögen mich und respektieren mich. Ich hoffe, den Fans gefällt meine Arbeit auch."

Satullo arbeitet an weiteren Auftritten im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Er hat demnächst eine Autogrammstunde in New York und ein nächstes Match steht auch schon fest.
 
 
 
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