Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 

368.781 Shows4.724 Titel1.516 Ligen27.587 Biografien9.066 Teams und Stables3.848 Turniere
Benutzername und Kennwort: 
  
Passwort vergessen?
Kostenlosen Account registrieren?
Schmaler • Farben: 1234
                     
 
Sudel-Axels schwarzer Kanal

In 11 Episoden philosophierte unser hauseigener Kritiker Sudel-Axel unter Zuhilfenahme verschiedener Quellen über Bizarres und Katastrophales aus der Wrestlingwelt. Hier könnt ihr nachlesen, was er damals zu motzen hatte.
Episodenwahl

Folge 10: Ein bäriger Screwjob
Néih hóu, werte Genickbruch-Abhängigen,

und willkommen zur zehnten Ausgabe von Sudel-Axels schwarzem Kanal - diesmal mit dem Untertitel "Ein bäriger Screwjob". Keine Sorge, das Erscheinen wird eine Ausnahme bleiben, ihr habt nichts zu befürchten. Der allwissende Onkel Pervert wies mich kürzlich auf eine Geschichte hin, die sich für den Gimmickmüll eignen würde. Da sich ein einzelnes Update dieser Rubrik nicht unbedingt lohnt, probe ich hiermit den Aufstand und stampfe der Story zu liebe nach langer Abstinenz den schwarzen Kanal nochmal für eine einmalige Rückkehr aus dem Boden der vergessenen und bewusst verdrängten Kolumnen.

Die folgende Geschichte ist zu einem großen Teil die Übersetzung einer der "Funk's Corner" - Kolumnen von Dory Funk Jr., ausgestattet mit ein paar weiteren Informationen, die ich im Netz dazu gefunden habe. Hierbei erzählte Dory von einer Geschichte, die er in seinem zweiten Profijahr erlebte. Dabei ist selbstverständlich nicht ganz klar, wieviel davon der Wahrheit entspricht, und wieviel er ausschmückte. Fakt ist jedoch, dass Victor the Wrestling Bear existierte. Alexander Wolff schrieb 1992 in der Sports Illustrated, Mike Herbert hätte einmal gesagt, "Victor stinke äußerst stark, und Victor ist äußerst stark."

Die Geschichte spielte im Sommer des Jahres 1964. Im Territorium um Amarillo ging es hoch her. The Sheik war der Topheel in der Region. Neben ihm traten sehr viele große Namen in der Gegend an, zum Beispiel Wahoo McDaniel, Sputnik Monroe, Killer Karl Kox, Dick Steinborn, Ricky Romero, Mike DiBiase, Louis Martínez, Sir Nelson Royal, Dan Miller, José Lothario, Gorgeous George Jr., die Dalton Brothers, und eben Dory Funk Jr. sowie sein Vater Dory Funk.

Bei einem Treffen der Wrestler der Gegend erhob Dory Funk Senior das Wort. Dabei sprach er darüber, dass das Business gut laufen würde und er dankte den anderen für ihre gute Arbeit. Dann sagte er, es gäbe die Gelegenheit, das Geschäft noch attraktiver zu machen. Er erklärte, er hätte einen Anruf von einem Mann namens Tuffy Truesdale erhalten, der ihm gesagt hatte, dass er mit seinem schwarzen Alaska-Bären Victor zwei Wochen in der Gegend wäre. Der Bär war über sieben Fuß lang und sollte in ein "Mann gegen Bär" - Match gebookt werden, um möglichst viele Zuschauer anzuziehen und somit viel Geld zu machen.

Dory stellte nun die Frage in den Raum, wer gegen den Bären antreten wolle. Die Antwort war erdrückende Stille. Daraufhin sprach Dory Killer Karl Kox an und wies darauf hin, dass Kox viel Geld mit dem Kampf verdienen könnte. Kox' Antwort jedoch war "Funk, don't even consider me getting in the ring with no fucking bear!"

Als nächstes wurde The Sheik gefragt. Für ihn antwortete sein Manager Jack Cain - allerdings nur mit der Aussage "Sheik don't speak English." Der Nächste, der gefragt wurde, war Iron Mike DiBiase. "Funk, You know me better than that. I didn't spend my life in wrestling so I could wrestle a bear." war die Antwort von DiBiase. Als nächster wurde Sir Nelson Royal gefragt, aber dieser schrie nur laut auf, anstatt eine Antwort zu geben.

Dann meldete sich Sputnik Monroe zu Wort. Er sagte, er könnte den Bären mit Haut und Haaren auffressen, als wäre er ein Stück hausgemachter Kuchen, aber dann würden die Fans ihn wegen Tierquälerei anzeigen, und deswegen wäre ein Kampf gegen ihn keine gute Idee. Dory Senior erkannte daraufhin, dass keiner gegen den Bären antreten wollte, aber auf die Einnahmen sollte trotzdem nicht verzichtet werden. Deswegen setzte er eine "Over the Top Rope Bear Battle Royal" in Amarillo an, und jeder der wollte, konnte gegen Victor, den wrestlenden Bären, antreten.

Nachdem die Unterredung vorbei und alle Wrestler von dannen gezogen waren, zitierte Dory Senior seinen Sohn heran. Er beschwerte sich bei ihm, dass er nicht der erste war, der sich gemeldet hatte, um gegen den Bären anzutreten, um zu zeigen, was für ein harter Hund er sei. Da Dory Junior in dem Augenblick nach eigener Aussage mehr Angst vor seinem Vater hatte als vor dem Bären, akzeptierte er, im ersten Match in Abilene gegen Victor anzutreten.

Victor war größer als Dory Junior und wog 450 amerikanische Pfund (in manchen Quellen schrieb man sogar etwas von 550 Pfund). Im Grunde sind Bären geborene Wrestler. Sie achten darauf, was hinter ihnen geschieht, und sie haben trotzdem immer ein Auge auf ihren Gegner. Es war im Grunde nicht möglich, hinter ihn zu kommen, ohne dass er es merkte. Dory wollte den Bären am Bein packen, doch der Bär blockte ihn mit einem Schlag gegen den Kopf und verpasste ihm dann so etwas wie einen Monkey Flip. Dory duckte sich unter seinem Arm durch und stand nun hinter dem Bär, doch der Bär packte ihn am Kopf und streckte ihn nieder. Zwischenzeitlich schaffte Victor einen Nearfall, doch Dory schaffte bei Zwei den Kickout, und das Publikum jubelte.

Das Problem an einem Bären ist, dass er weder aufgibt, noch dass man seine Schultern pinnen kann. Das Match wurde deshalb nach fünfzehn Minuten zu einem Draw erklärt. Tuffy Truesdale kam zum Ring und gab Victor eine Coke. Dory schüttelte dem Bären die Hand. Es war schwer für ihn, die Tatze zu umgreifen, aber Victor schien glücklich damit, und so war es Dory auch.

Der Zuschauerzuspruch für die Show in Amarillo war so gut wie erwartet, die Show war ausverkauft. Am Mittwoch, dem Tag vor der Show, erhielt Dory Senior eine Nachricht von der Texas Game and Fish Commission, dass Victor als ein Alaska-Schwarzbär unter Naturschutz stehen würde, und deshalb nicht in Amarillo antreten dürfte.

Der alte Funk war jedoch nicht unterzukriegen. Er rief Gorgeous George Jr. an und sagte ihm, er solle ein Dutzend Dosen braunen Farbsprayes besorgen und am Donnerstag mitbringen. Statt Victor sollte jetzt "Boris, der russische Braunbär" antreten.

Dory Junior stand nun also mit zwölf weiteren Wrestlern im Ring, und sie warteten auf Boris. Man hörte aus dem Backstagebereich ziemlichen Radau. Heraus kam ein frisch eingesprayter russischer Braunbär, der ansonsten überraschenderweise 1:1 wie Victor aussah. Boris wirkte erregt, und er knurrte, schnaubte und schlug in Richtung seines Trainers. Offensichtlich gefiel ihm der Geruch des Sprays an seinem Fell ganz und gar nicht.

Der Bär kam mit einem furchteinflößenden Brüllen zum Ring, schlug seinen Trainer zu Boden und riss sich von seiner Leine los. Er scheuchte noch vor dem Beginn des Matches jeden Wrestler aus dem Ring. Im Ring marschierte er ein paar Runden, dann platzierte er eimerweise Urin auf die Matten.

Als die Wrestler den Ring wieder betraten, ging das Match los. Der Sheik zog den Bären an den Haaren seines Hinterns. Boris alias Victor dachte, Wahoo hätte es getan, und ging auf ihn los. Wahoo und Jack Cain versuchten deshalb, gleichzeitig den Ring zu verlassen, um Boris zu entkommen. Die Ringseile federten zurück und Jack verlor die Balance. Er landete mit dem Kopf voraus auf dem Boden und sein kahler Kopf war schnell blutüberströmt.

Victor räumte also mächtig auf, ehe Dory Senior seinem Sohn ein Signal gab. Dory Junior löste daraufhin die Ropes vom obersten Turnbuckle, dann vom mittleren und dann vom unteren. Die Seile lagen nun also auf der Matte, woraufhin die beiden Funks den Bären aus dem Ring stießen. Sie waren damit die Sieger, denn es war schließlich eine "Over the Top Rope" Battle Royal - auch wenn das Top Rope in dem Moment auf der Matte lag.

Als die beiden Funks vom Ring abmarschierten, schrien viele Fans "Hey, that's not fair, you cheated the bear. (Hey, das war nicht fair, ihr habt den Bären betrogen!)".

Die letzte Show, die der Bär im Amarillo-Territorium bestritt, fand wieder in Abilene statt. Louis Martinez machte den Fehler, den Versuch zu starten, den Bär an der Schnauze zu packen. Louis' Finger rutschten in die Schnauze hinein, und Victor klappte sie zu. Der Bär kaute ein wenig, und am Ende hatte Louis einen Finger verloren. Victor setzte sich in die Mitte des Ringes und kaute noch ein wenig auf dem Finger herum. Dann schluckte er ihn hinunter.

Victor, der wrestlende Bär, bestritt noch viele weitere Kämpfe. Er genoss sogar einen regelrechten Prominentenstatus. Das Bild links stellt ein Plakat aus dem Jahre 1975 dar, bei dem er als Stargast der Halbzeitshow des ABA-Spieles zwischen den Indiana Pacers und den Utah Stars beworben wurde.

Damit habt ihr auch diese Ausgabe des schwarzen Kanales überstanden. Mail-Beleidigungen bezüglich des Inhaltes sind wie üblich gerne gesehen, sie werden von mir ausgedruckt, eingerahmt und zu den anderen in den Hühnerstall gehängt. Bei der letzten Ausgabe hatte es so viele gegeben, dass es mir in den Fingern juckte, sie anonym und kommentiert zu veröffentlichen.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
 
 
 
Diesen Artikel empfehlen
    
            
 
Interessantes bei GB
In Kanada liegt die Heimat einer der größten Familien des Wrestlingsports, dort ist auch der legendäre Dungeon beheimatet. Stu Hart bildete in seiner harten Schule unzählige Stars aus, darunter auch viele seiner Söhne. Große Erfolge wie jene von Bret "Hitman" Hart und schwere Schicksalsschläge wie der Unfalltod von Owen Hart lassen unsere Kolumne Family Tradition zu einem einzigartigen Abriss der Geschichte der Harts werden. Tretet ein in die Welt des pinken Ahornblattes bei Genickbruch! ... aufrufen
 
 
Interessantes bei GB
Nicht nur in den USA und Europa wurde Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gewrestlet, auch in Indien entwickelte sich eine blühende Szene. Gekämpft wurde ohne Ringseile auf dem blanken Erdboden und dementsprechend überlegen waren einheimische Kämpfer. Einer der angeblich nie besiegt wurde, war Great Gama - der Löwe von Punjab. Bis ins hohe Alter war er selbsternannter World Champion, machte tausend Kniebeugen und aß angeblich täglich 10kg an Mahlzeiten. Ob wahr oder nicht werden wir nicht herausfinden, wir berichten aber dennoch ausführlich über die indische Legende. ... aufrufen
 
Interessantes bei GB
Die 90er Jahre brachten uns nicht nur den ersten Golfkrieg, sondern auch jede Menge anderer Ereignisse, auf die unsere Welt gerne verzichtet hätte. In einer 11teiligen Serie hat Genickbruchs Mitarbeiter Ben die schlimmsten Gimmicks zusammengetragen, die in den letzten Atemzügen des vorigen Jahrtausends verbrochen wurden. Wundert und schämt euch mit ihm auf seiner Zeitreise durch das Kuriositätenkabinett der Booker. ... aufrufen
NewsShowsPersonalienHintergrundExklusivGeschichte
Wrestlingnewsnach LigaTag Teams und StablesShootsMediendatenbankTitelträger
Updates der Homepagenach OrtManagerSkandaleExklusivinterviewsTitelstatistiken
 nach DatumProminenteLexikonWeitere InterviewsTurniere
Forumnach ZensurR.I.P.-ListeMatchartenUnsere Hall of FameEinschaltquoten
DiskussionsforumUpdatesVerhaftungenLucha LibreEine Schippe GeschichteZeitstrahl
  VerletzungenPuroresuEuropakalenderZuschauerrekorde
LigenBiosVerwandtschaftenEinstündige MatchesProphecyZuschauerpotentiale
ÜbersichtBios von A bis ZTrainerHalloween HavocFlimmerkisteMatchrekorde
Die "großen Vier"Biografie suchenMask MatchesEinstige HeldenMonatliche Best OfsKonstellationen
US-Independent-LigenBilanzen nach LigaHair MatchesMontagskriegeKolumnenübersicht 
Kanadische LigenBilanzen nach OrtWrestler in FilmenEinflussreichste WrestlerPodcastsInternes
Oldschool-LigenSpezialbilanzenGB100Der Stable GuyGimmickmüll i.e.S.Showtippspiele
Japanische LigenKlickchartsBAMM15Die Four HorsemenSchrottplatzMeinungsmacher
Mexikanische Ligen Year End AwardsFamily TraditionDer schwarze KanalDas Genickbruch-Team
Andere lateinam. LigenUmfragenPWI500Der WWE TitleMüll der neunziger JahreGeschichte der Homepage
Europäische LigenUmfragenObserver-AwardsDie New World OrderZufallsinformationenBewerbung als Mitarbeiter
Sonstige Wrestlingligen Weitere AwardsDie Geschichte der XPWCelebrity DeathmatchImpressum & Rechtliches
Mixed-Martial-Arts-Ligen KommentatorenGimmickmatchesVideo-ReviewsLinks
   WeltbewegendesCD-Reviews 
Texteigentümer dieser Seite: Axel Saalbach          Genickbruch.com © by GB-Team (2001-17)          Programmierung © by Axel Saalbach (2006-17)