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WWE Live in the UK - November 2008

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Kolumne
Ausgabe

"WWE Live in the UK - November 2008" von Axel Saalbach
Auch jeweils eine Ausgabe von "ECW on Sci Fi" und von "SmackDown" wurden in Großbritannien aufgezeichnet. Erstere bot dabei ein anständiges Match, bei dem Jack Swagger gemeinsam mit The Miz und John Morrison auf Cryme Tyme und Tommy Dreamer traf, wodurch ein Einblick gewährt wurde, auf welchem musikalischen Aktualitätsstand die ECW-Kommentatoren sind. Denn als typische Hip-Hop-Gruppe, mit der Cryme Tyme angeblich vergleichbar sein sollen, nannten sie Public Enemy, und als typische Rocker, mit denen Dreamer angeblich viele Gemeinsamkeiten teilt, wurden Anthrax ausgemacht. Schade, dass CM Punk nicht mehr bei der WWE-Dienstagsshow antrat, sonst wäre noch Platz für eine Erwähnung der Stooges oder anderer Protopunks gewesen.

Wichtiger als das Trios Match war allerdings der Titelkampf, der am gleichen Abend stattfand. Darin traf Matt Hardy auf Finlay, und Peter William hätte der Zahn getropft, da er wunderbar oft die Gelegenheit zur Platzierung der Vokabel "Ringfuchs" bekommen hätte.

ECW Title Match
Matt Hardy (c) vs. Finlay

Der Kampf selbst bestand aus zwei unterschiedlichen Hälften. In der ersten davon gab es allerhand Chain Wrestling zu sehen, was insbesondere gegenüber dem Aufeinandertreffen von Chris Jericho und Shawn Michaels mit all seinen geplanten Schockmomenten einen zufriedenstellenden Kontrapunkt setzte. Nachdem Matt Hardy dann mit Finlays "Sohn" Hornswoggle zusammenprallte, oder besser gesagt: nachdem Hardy ein gehöriges Stück neben Hornswoggle an einem Ringpfosten aufschlug und der "getroffene" Kobold zu Boden fiel und sich verletzte, änderte sich das Bild. Finlay fuchste es ziemlich an, den kleinen Mann eine Etage weiter unten daliegen und sich vor Schmerzen krümmen zu sehen, also änderte er seinen Kampfstil. Der Fuchs wurde zum Wolf und schraubte den Aggressionslevel einen Gang weiter nach oben. Aus dem angenehm technisch versierten Match wurde dadurch ein ebenso angenehm spannender Kampf mit engen Nearfalls. Beispielsweise nach zwei Side Effects von Hardy, die Finlay im Adrenalinrausch auskickte, nach einem Celtic Cross von Finlay und nach einem Top Rope Moonsault von Hardy. Am Ende siegte Hardy in einem ordentlichen Wrestlingmatch, was Finlay natürlich nicht dazu verleitete, den Fuchsschwanz einzuziehen und den ECW Title für immer abzuhaken.
Sieger: Matt Hardy nach 11:44 Minuten gezeigter Matchzeit (gut)

Die SmackDown-Ausgabe, die in Großbritannien aufgezeichnet wurde, wusste mit einem anständigen Kampf zwischen Matt Hardy und Shelton Benjamin aufzuwarten, einem kurzen Aufeinandertreffen von The Brian Kendrick und Carlito sowie einem Duell um den WWE Divas Title zwischen Maria und Michelle McCool. Über letzteres sollte man besser den Mantel des Schweigens hüllen, denn während Beth Phoenix und Mickie James bei RAW noch etwas zustandebrachten, das an Wrestling erinnerte, schoben sich die beiden "Diven" nur kurzzeitig durch den Ring und gaben dann den Weg für einen Ausraster von Festus frei, der die Niederlage von Maria nur schwerlich hinnehmen konnte und austickte.

Das wesentliche wrestlerische Ereignis, das die gesamte SmackDown-Episode überstrahlte, war stattdessen ein Aufeinandertreffen von The Undertaker und Jeff Hardy. Da man schon im Vereinigten Königreich war, passte man sich dem dortigen Verhalten der Fußballfans an und inszenierte ein Match nach extremen Regeln. Hardy badete zu diesem Anlass extra in einem Farbeimer und präsentierte sich mit einem schmierigen bläulichen Facepainting, für dessen zeichnerische Qualität die Maskenbildner von Ozz mit Tequilaentzug bestraft worden wären.

Extreme Rules Match
Jeff Hardy vs. The Undertaker

Das Extreme Rules Match zwischen Hardy und dem Undertaker wirkte nicht ganz so extrem wie der Kampf zwischen Jericho und Michaels, da es weniger auf einzelne Spots zugeschnitten wurde, sondern vielmehr als durchgehend rüder Brawl dargestellt wurde. Zum Zwecke der lieben Glaubwürdigkeit wurde das Ganze als eine Art Kampf zwischen Big Man und kleinem Herausforderer dargestellt, sprich: der Taker dominierte den Kampf, und Hardy konnte zwischenzeitlich immer mal wieder aufblitzen. Etwa als er aus der Wut heraus ein Schlagfeuerwerk auf den Undertaker abbrannte, und als er einen Kendo Stick hervorgezaubert hatte und damit auf den Rücken des Deadman einschlug. Über weite Strecken behielt aber der Taker das Heft in der Hand, selbst als Hardy einen auf Hornswoggle machte und unter den Ring krabbelte, um eine Leiter hervorzuholen. Denn die trat ihm der Taker kurzerhand ins Gesicht. Hätte man dieses Schema bis zum Schluss durchgezogen, dann hätte ich sogar das Prädikat "gut" unter den Kampf setzen können. Leider ließ man einen Eingriff von Big Show für die Entscheidung sorgen, anstatt ein cleanes Finale durchzuziehen. Der Eingriff führte dazu, dass Hardy gewann - und zwar mit der spektakulärsten Aktion des Kampfes, einem Guillotine Legdrop über die inzwischen aufgestellte Leiter hinweg auf den darniederliegenden Undertaker. Dass man das Ganze durch einen Screwjob löste, war natürlich ein Wermutstropfen - für ein Non-PPV-Match war es dennoch ein leicht überdurchschnittlicher Kampf.
Sieger: Jeff Hardy nach 11:21 Minuten gezeigter Matchzeit (befriedigend)

"WWE Live in the UK - November 2008" bietet neben einer Woche RAW, ECW on Sci Fi und SmackDown wie eingangs erwähnt drei Kapitel Bonusmaterial. Kapitel Numero Uno enthält dabei ein paar Wortmeldungen britischer Fans, die erläutern, warum sie World Wrestling Entertainment so dufte finden - im Prinzip gleicht das alles einer Promo von John Cena, nur mit dem Unterschied, dass die Herrschaften über respektables Micwork verfügen. Des weiteren sind auf der Doppel-DVD zwei WWE-Kämpfe enthalten, die 1991 und 1993 in Großbritannien stattfanden, und die den Schlusspunkt unter diese Rezension setzen sollen.

The Undertaker vs. Jim Duggan
Selbstverständlich kann man als Bonusmaterial kein Match wie das Aufeinandertreffen von Bret Hart und Davey Boy Smith vom SummerSlam 1992 im Londoner Wembley-Stadion erwarten. Stattdessen gibt es eine Prise Jim Duggan von der Veranstaltung "European Rampage" aus dem Oktober 1991 zu sehen. Das Ganze spielte sich in der Royal Albert Hall ab, und die Einzugsmusik des Undertakers wurde live von einem Orgelvirtuosen vorgetragen. Die ungewöhnliche Stätte des Geschehens verlieh dem Kampf ein individuelles Flair, zudem wirkten die Zuschauer überdurchschnittlich aktiv. Ungewöhnlich war auch, dass tausende Briten gemeinschaftlich dazu anstimmten, "USA! USA!" zu chanten, nachdem sie Duggan dazu aufforderte - nach acht Jahren Bush wäre das heutzutage sicher schwerlich denkbar. Der Kampf selbst lief schwerfällig ab und wurde streckenweise unsauber durchgeführt, vor allem aber war das Booking merkwürdig. Denn scheinbar grundlos griff Duggan den Taker nach etwas mehr als sechs Minuten mit seinem 2X4 an und wurde disqualifiziert. Aus welchem Anlass man Duggan nicht clean den Job machen ließ, erschloss sich nicht. Insgesamt taugte der Kampf daher von der wrestlerischen Seite nur wenig, ansehnlich ist hingegen das ganze Drumherum in dem Amphitheater sowie die von den Fans erzeugte Stimmung, denn die feierten Duggan selbst nach dem seltsamen Kampfausgang frenetisch.
Sieger via Disqualifikation: The Undertaker nach 6:17 Minuten (schlecht)

WWF Intercontinental Title Match
Shawn Michaels (c) vs. Crush

Der zweite Bonuskampf fand im April 1993 in der Sheffield Arena statt, und der Heartbreak Kid verteidigte seinen Intercontinental Title gegen den vor anderthalb Jahren verstorbenen Brian Adams. Die Schlacht der beiden Vokuhilas lief ein paar Stufen dynamischer ab als das vorangegangene Bonusmatch, und dargestellt wurde sie als das Duell eines Big Mans, der diverse Aktionen nicht sellte, gegen einen körperlich scheinbar unterlegenen Mann, der durch geschickte Tricks und Kniffe mitzuhalten versuchte. Dieses Kampfprinzip wurde ziemlich attraktiv vorgeführt - nur das Booking des Finishs wurde verhunzt. Denn als Crush kurz vor dem Gewinn des Intercontinental Title stand, seilte sich der Heartbreak Kid einfach aus dem Ring ab und ließ sich auszählen. Damit die Zuschauer trotzdem etwas zu feiern hatten, holte Crush den Showstopper zurück in dem Ring und drückte ihm per Cranium Crunch den Kopf platt. Vielleicht erklärt das, warum die Haare von Michaels ein paar Jahre später an den Stellen nicht mehr so richtig wachsen wollten und sich der Haaransatz seitdem in Richtung Nordpol bewegt. Der Kampf war ein ordentlicher, leider ließ er den handelsüblichen Fernsehzuschauer aufgrund des Finishs etwas unbefriedigt zurück.
Sieger via Countout: Crush nach 7:53 Minuten (ausreichend)

"WWE Live in the UK - November 2008" bietet vier Stunden visuelles Material, dessen Vorzüge punktuell zur Geltung kommen, nämlich in Form dreier Kämpfe, die nachhaltig in Erinnerung bleiben. Die Duelle von Rey Mysterio und Kane, von Shawn Michaels und Chris Jericho sowie von Jeff Hardy gegen den Undertaker hätten von der Ansetzung her durchaus auch bei Pay-Per-Views ihren Platz gehabt. Da die beiden erstgenannten Matches den Schlusspunkt unter Fehden setzten, die einen ganzen Sommer nachhaltig ihren Stempel aufdrückten, kann man ihnen sogar eine gewisse Denkwürdigkeit attestieren. Da drei TV-Shows auf den beiden DVDs verarbeitet wurden, sind allerdings auch einige Promos und Clips enthalten, die aus heutiger Sicht eher wie Füllmaterial wirken. Im Endeffekt richtet sich die Doppel-DVD daher einerseits an Fans von Mysterio, Kane, Michaels und Jericho, die die Eckpfeiler der Karrieren ihrer Lieblinge im Regal stehen haben wollen, und natürlich an diejenigen, die die Tournee live besucht haben und sich auf diese Weise ein Stück von der damaligen Atmosphäre zurück in ihr Wohnzimmer holen wollen. Wie anfangs schon angesprochen, könnt ihr "WWE Live in the UK - November 2008" durch einen zünftigen Klick hier in euer Eigentum übergehen lassen.

Damit wären wir dann auch schon am Ende der 69. Flimmerkiste angelangt. Damit ich in gewohnter Manier alle Anregungen, Hinweise und Verbesserungsschläge ignorieren kann, kann man mir selbige wie üblich per Rauchsignal oder über mein Kontaktformular übermitteln. Bis dahin wünsche ich allen Lesern die notwendige seelische Stärke, wenn es gilt, die tagelangen Vorwürfe eurer Partnerinnen wegen des verschwitzten Valentinstages über euch ergehen zu lassen, ohne dass ihr die Querulantinnen aus dem Affekt heraus in einem Cranium Crunch zermalmt!
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