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Best of... August 2007

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Kolumne
Ausgabe

"Best of... August 2007" von Ben
August – oder „Die unbeschreibliche Macht des Vincent Kennedy McMahon“. Ein Unternehmen mit traumatisierten Angestellten und Anhängern versank in dem Versuch, sich vom besagten Trauma zu erholen. Die Zuschauerzahlen sanken und sanken, die Geschichten waren in ihren Ausprägungen eingeschränkt – niemals stand jeder Schritt, den man bei World Wrestling Entertainment ging unter mehr Beobachtung als in den vergangenen zwei Monaten. Während der Juli vom Chairman persönlich als „Healing Process“ bezeichnet wurde, stellte der August definitiv die Rehabilitation nach der Heilung dar. Zwei Comebacks großer Stars, die brennede Frage nach dem unehelichen Kind von Vince McMahon, eine starke Midcard, neue General Manager und natürlich mit dem Summerslam einer der wichtigsten Pay-Per-Views des Jahres. Ja, und kurz vor Ende des Monats konnte man sich bei aller Spekulation und gleichsam einer vermeintlich neugefundenen Ordnung dann auf einmal gar nicht mehr sicher sein, wen man bei der nächsten Show denn überhaupt noch sehen würde und wen nicht. Bei aller Rehabilitation blieb die Wunde weiterhin präsent. Der August war ein wichtiger Monat, so viel dürfte unmissverständlich klar sein. Der August setzte Akzente, baute Weichen und allem voran stellte er am Ende viel mehr neue Fragen, als dass er alte beantwortete. Das ist das Best of:


Beste Storylines und Fehden
1. John Cena vs. Randy Orton
2. Who’s your daddy…?
3. King Booker vs. Jerry Lawler/Triple H

Die Fehden des John Cena liefen im letzten Jahr eigentlich immer nach dem selben Muster ab, wenngleich seine Gegner auch unterschiedlicher nicht sein konnten. Doch egal ob es ein Shawn Michaels war, ob es Umaga, The Great Khali oder Bobby Lashley waren – die Vorgehensweise war immer dieselbe. John Cena spielte die Rolle, die er aufgrund seines konsequenten Aufbaus nicht mehr rechtfertigen musste. Er war halt der Champ und er war schier unbesiegbar. Einen Champion in dieser Position zu haben, muss das Hochgefühl alles Guten für einen Booker sein, denn die Jagd nach eben diesem Titelträger ist Storyline genug, um damit Wochen der Shows zu füllen und gar zu headlinen. Damit wären wir dann auch schon bei besagtem Muster. Michaels, Umaga, Khali, Lashley – sie alle wurden stark aufgebaut, haben große Pushs erfahren und wurden als „ultimative Bedrohung“ dargestellt. Schema F – und trotzdem kam am Ende eine wichtig erscheinende Geschichte dabei heraus. Dass Cena jedes Mal gewann, störte zwar die Anhänger der Geschichten, die die Bedrohung annahmen und verstanden – es verlängerte aber im selben Moment die bequeme Situation für den Booker und bot dem Fan somit nach einer Enttäuschung schon prompt die nächste Geschichte, in der er aufgehen konnte. Und ja, die Fehde mit Randy Orton und John Cena funktionierte nach exakt diesem Muster. Orton zerstörte Shawn Michaels und Rob Van Dam und wurde über Wochen und Monate zur „Bedrohung Nummer 1“ gepusht. John Cena blieb John Cena, erreichte somit mit wenig Aufwand maximale Effektivität. Und doch, trotz des selben Musters, trotz exakt gleichem Ablauf, hob sich die Orton-Cena-Fehde von allen genannten Parallelbeispielen ab. Das hatte einerseits mit dem schier unausschöpflichen Charisma des Herausforderers zu tun, auf der anderen Seite lag es an kleinen aber ungemein wichtigen Details, wie der Tatsache, dass Cena öffentlich äußerte, dass Randy den Shot verdient hätte. Am Ende entstand ein Main Event für den Summerslam, der nahezu epochal erschien. Zwei aufstrebende Stars, die auf ihrem Zenit um die größte Krone im Wrestling kämpften und deren Ende offener war als jemals zuvor. Man bot nicht nur fast zwei Monate lang erstklassige Unterhaltung im Main Event der RAW-Shows, in meinen Augen schuf man eine neue Messlatte für Storyline-Durchführungen in diesem Jahr.

Ich kann mich noch sehr gut an eine Situation erinnern, die weniger mit Wrestling gar nicht zu tun haben könnte. Kurz nachdem Gerhard Schröder Angela Merkel bei der Besetzung des Bundeskanzler-Postens innerhalb der neugewählten großen Koalition unterlag, wurden zwei Deutsche im Irak gekidnappt. Die Politik, angeführt von seiner neuen Bundeskanzlerin, setzte alles daran, die Geiseln zu befreien. Ohne nennenswerten Erfolg. Eines Morgens hörte ich im Radio, wie der frischgebackene Ex-Kanzler Gerhard Schröder einen Apell an die Entführer richtete und dies wurde von den spöttischen Moderatoren mit den Worten kommentiert: „Jetzt nimmt Vatti das in die Hand.“ Wie gesagt, das hat nichts mit Wrestling zu tun und ist in seiner Tragik und weltpolitischen Bedeutung in keinster Weise mit World Wrestling Entertainment vergleichbar. Und doch musste ich neulich an diese viel erzählte Anekdote denken, nämlich als ich auf WWE.com die Ankündigung las, die einen Auftritt von Vince McMahon bei RAW prophezeite. Mein erster Gedanke: „Jetzt nimmt Vatti das in die Hand.“ Und das tat er. So sehr McMahon auch verschrien ist – und auch ich Möchtegern-Experte bin immer ganz vorne bei den McMahons-raus-den-Shows-Tiraden dabei – er hat es verdammt nochmal wieder bewiesen. Vince McMahon ist World Wrestling Entertainment und allein durch seine Anwesenheit, die neue Storyline um seinen Sohn, die ganzen Seitenhiebe und Entscheidungen, hatte man den krassen Wechsel oder gar Neuanfang in den Shows erzeugt, den WWE nach dem Tode Chris Benoits dringend gebraucht hatte. Es ist großartig, ohne zu sehr zu provozieren. Es macht Spaß, ohne zu albern zu sein. Vom jetzigen Zeitpunkt aus ist es noch schwer zu beurteilen, ob sich die Geschichte um die ungewollte Vaterschaft langfristig als Erfolg auszahlt – seinen kurzfristigen Zweck hat sie aber frei jeglicher Einschränkung zu 100% erfüllt.

Schon bei der ersten Andeutung beim Great American Bash, dass King Booker der Comeback-Gegner von Triple H sein würde, war ich von dieser Idee hellauf begeistert. Auf der einen Seite gab es diese Konstellation in der Form noch nicht und auf der anderen Seite glaubte ich keinen besseren Mann zu kennen, der die Storyline bis zum Summerslam alleine, ohne Triple H, führen könnte als King Booker. Der Aufhänger war klar. Wer ist der dollste König. Schlichtweg genial war die Idee, Booker zunächst gegen Jerry Lawler zu stellen und Triple H immer nur nebenbei zu erwähnen. King of Kings und King of the Ring hin oder her – King Booker ist der König der Promos und stellte dieses Woche für Woche unter Beweis. Jerry Lawler war nicht nur der perfekte Gegenpart, weil er sich auch zufällig „King“ nennte – ihm schaden die Niederlagen gegen Booker nicht und zudem ist er absolut over bei den Fans, was den Status von Triple H’s vermeintlichem Gegner nur stärken konnte. Es ergab sich das, was ich schon nach dem Bash vermutete: Niemand unterhielt als Einzelperson in den letzten Wochen mehr, als es King Booker tat – zwar half das in erster Linie dem Rückkehrer Triple H, aber genau darum geht es nun mal im Sports-Entertainment. Diese Tatsache macht King Booker somit zu einem der wohl stärksten Worker der vergangenen vier Woche und die Storyline zum unterhaltsamsten, was im selben Zeitraum geboten wurde.


Schlechteste Storylines und Fehden
1. Batista vs. The Great Khali
2. Der WWE Gameshow Marathon
3. Big Daddy V vs. The Boogeyman

Größer war die Kluft zwischen den Headliner-Fehden von RAW und Smackdown vermutlich noch nie. Während RAW Geschichte schrieb und Perfektion aufs Papier brachte, verendete Smackdown im absoluten Kreativitäts-Nirvana. Zwar halte ich die Entscheidung, den Great Khali zum neuen World Champ zu kronen noch immer für keine falsche – seine erste Fehde um den Titel ist in meinen Augen dennoch eine Beleidigung an die Fans der Freitagsshow. Der Stern von Batista sank schon während der Fehde mit Edge gewaltig und es war mehr als Zeit, ihn entweder Heel zu turnen oder langsam in der Upper Midcard neu aufzubauen. Beides tat man nicht. Man ignorierte Alternativen wie Kane, Ric Flair oder Matt Hardy – nutze die Chance nicht als Neuanfang und zum Aufbau neuer Männer für den Main Event, sondern spulte die Show ab, die mittlerweile so viele Leid waren anzusehen. Smackdown wurde uninteressant. Nicht wegen des unbeliebten Champions und eigentlich auch nicht wegen Batista, sondern einzig und allein wegen der Tatsache des gemeinsamen Programms der beiden. Das war zwar bequem, aber einfach nicht optimal. Batista gegen Henry und Khali gegen Kane – quasi wie bei WrestleMania, nur in gut – hätte die Smackdown-Shows in meinen Augen wesentlich besser getragen, als der unmotivierte Versuch, aus einem ausgebrannten Batista weiteren Profit zu schlagen. Jetzt kommt Rey Mysterio – und ich vermag echt nicht zu beurteilen, was dabei herauskommt.

Die Entscheidung, William Regal zum General Manager von RAW zu machen, steht an dieser Stelle in keinster Weise am Pranger, denn die ist großartig. Was jedoch sehr wohl am Pranger steht, ist dieser Gameshow-Mist, der uns in den vergangenen Wochen verbunden mit Regal’s Person zugemutet wurde. Okay, dadurch schafft man es, verletzte Charaktere wie Santino Marella präsent zu halten – aber mal ganz ehrlich: Muss man das? Absolut unklar. Ich mag Segmente und bin auch der Meinung, dass nicht jedes Segment zwangsläufig dazu dienen muss, eine Storyline weiterzuführen. Sehe ich mir jedoch eine RAW Show an, bei der neben dem Main Event ausschließlich Squash-Matches uninteressanter Charaktere wie Snitsky gezeigt werden – dann stören mich sinnlos-Segmente wie eine Dating Show mit Santino Marella und Ron Simmons sehr wohl. Besonders beim Gedanken an die vielen großartigen Talente des RAW Rosters, die in voller Wrestling-Montur im Backstage-Bereich sitzen und Däumchen drehen. Ich würd mir da doof vorkommen. Trainiere mein Leben lang, entwickle herausragende Skills, reiße mir den Allerwertesten für mein Unternehmen auf – und sitze in einer unbequemen Umkleidekabine in einer kalten Halle und beobachte ein Date zwischen Maria Kanellis und Ron Simmons, dass mehr TV Time bekommt als ich im letzten halben Jahr in Summe. Mir mag aber auch einfach der spezielle Bezug zu dieser Interpretation von „Wrestling“ fehlen.

Die Fehde zwischen Big Daddy V und dem Boogeyman fällt in die Kategorie derer Geschichten, bei denen ich in keinster Weise Drang verspüre, meinen Standpunkt argumentativ untermauern zu müssen. Ich würde beispielsweise auch niemals auf die Idee kommen, Argumente dafür finden zu müssen, warum die Hives eine bessere Band sind als die Vengaboys oder warum The Big Lebowski ein Kunstwerk ist, Matrix Revolutions aber irgendwie nicht. Kennt ihr das? Dass ihr etwas als dermaßen offensichtlich anseht, dass ihr jegliche Begründung für überflüssig erachtet? Dass der Schrei nach Argumenten wie der jämmerliche Versuch zu Fliegen aussieht? Big Daddy V und der Boogeyman gehören jedenfalls für mich in exakt diese Kategorie. Und wenn es jemand wagen sollte, mir dafür Argumente abzuverlangen, bekommt er diese erst, nachdem er ein Konzert der Hives besucht, sich The Big Lebowski angesehen hat und dreimal freihändig um den Häuserblock geflogen ist – und im Anschluss immer noch der Meinung ist, ich müsste Offensichtlichkeit begründen.

Und sei es nur die Anwesenheit des Chairmans: RAW dominierte den August, wie kaum in den letzten Monaten. Die Smackdown Fehde zwischen MVP und Matt Hardy fand ich zwar sehr nett und auch die Entwicklungen in der Cruiserweight-Szene gefallen mir sehr gut, aber es fällt mir schwer, die Shows derzeit gar in der selben Klasse einzuordnen. ECW überzeugt dazwischen permanent durch eine starke Main Event Fehde, krasse Charaktere die durch wenig TV Time erträglich bleiben und starke Momente wie beispielsweise die Siegesserie von Stevie Richards. Meine Punkteverteilung daher: 2 für RAW, 1 für ECW und nüscht für Smackdown.


Beste Gimmicks
1. William Regal
2. Armando Alejandro Estrada
3. Stevie Richards

Mit William Regal ist das immer so eine Sache: Er ist großartig am Mikrofon, aber leider in seiner Rolle als Midcarder zu unbedeutend um daraus optimalen Gewinn zu erwirtschaften. Auf der anderen Seite ist er einfach zu großartig im Ring, um ihn seiner Wrestlingklamotten zu berauben und ihn in eine bedeutsame Non-Wrestling-Rolle zu stecken, die wiederum seine Mic-Skills besser ausnutzt. Da man sich weigert, sein Gesamtpaket in voller Gänze auszunutzen – also ihn im Main Event einzusetzen – muss man immer eine Kröte schlucken. Mit der Ernennung zum neuen General Manager von RAW tat man dies und schluckte die Kröte, herausragendes Wrestling zu versäumen. Leider die wohl beliebteste Kröte auf dem französischen Teil der WWE-Speisekarte. Schafft man es aber diesen Umstand zu ignorieren, ist man nicht nur der geborene WWE-Fan, sondern auch gleichsam - so wie ich - ein großer Fan vom neuen General Manager der Montagsshows.
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