Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 

355.658 Shows4.561 Titel1.483 Ligen27.129 Biografien8.906 Teams und Stables3.762 Turniere
Benutzername und Kennwort: 
  
Passwort vergessen?
Kostenlosen Account registrieren?
Schmaler • Farben: 1234
                     
 
Best of... April, Mai und ein bißchen vom Juni 2008

Sortierung
Kolumne
Ausgabe

"Best of... April, Mai und ein bißchen vom Juni 2008" von Ben
Best of… April, Mai und ein bißchen Juni


Gewohntermaßen tritt World Wrestling Entertainment nach der Zeit des Kreativitäts-Overflows rund um WrestleMania herum ein wenig auf die Bremse. Man präsentiert die selben Gesichter in den selben Storylines und kocht längst gesehenes noch mindestens zwei PPV’s wieder auf, um erst zum Summerslam wieder zur Höchstform aufzulaufen. Ähnlich war das bei mir und meiner Kolumne – nach WrestleMania hab ich auf die Bremse gedrückt, da ich Euch aber nicht bis zum Summerslam mit alten Best-Of-Ausgaben nerven will, gibt es jetzt diese zeitlich etwas unüblich platzierte Ausgabe, die eben das einfangen soll, was ich in den Vergangenen Wochen versäumt hab zu beleuchten.
Und zu beleuchten, da gibt es eine Menge – Gutes und Schlechtes. Unwetter und Lichtblicke – und alles lest ihr im „Best of:… April, Mai und ein bißchen Juni“.


Beste Storylines und Fehden
1. Batista v. HBK v. Jericho
2. Undertaker v. Edge
3. Kennedy v. Burchill


Laut dem Wissen Media Verlag ist ein „Lichtblick“ ein „schönes, tröstliches, aufmunterndes Ereignis in schlechter Gesamtlage“. Überhaupt von etwas wie einem Lichtblick sprechen zu können, setzt also erstmal voraus, dass man sich in einer schlechten Gesamtlage befindet. Genau aus diesem Grund bin ich mir momentan unsicher, ob ich die Dreierfehde zwischen Shawn Michaels, Chris Jericho und Batista tatsächlich als „Lichtblick“ bezeichnen will. Zweifelsohne stellt das Dreigestirn jedoch die wohl best-gebookte Fehde des laufenden Jahres dar. Nicht nur, dass sie drei Main Eventer fernab von World Titles in eine Geschichte bindet – sie lässt alle Protagonisten Glaubwürdigkeit bewahren, bietet durch ihren speziellen Verlauf ungeheure Abwechslung und garantiert in den meisten Kombinationen auch noch herausragendes Wrestling. Alles begann mit dem krönenden Abschluss von Ric Flairs Karriere. Hier gerieten erstmals Batista und der Heartbreak Kid aneinander. Chris Jericho spielte zunächst nur die Rolle des Moderators – aber eben in genau dieser Rolle bekam man ihn ins Spiel, ohne dass er mit dem eigentlichen Aufhänger um Ric Flair irgendetwas zu tun hatte. Y2J wurde zum Special Referee des ersten Aufeinandertreffens und es wirkte anfangs noch so auf mich, als wolle man ihn halt nur irgendwie auf die Card bekommen. Dann die vorgetäuschte Verletzung von HBK und der Schwenk zum Programm mit Chris Jericho. Weiter ließ man das Publikum komplett im Dunkeln, ob und wer denn nun der Heel in dieser Storyline war. Nach dem PPV-Match der zwei Ikonen trat dann auch wieder Batista ins aktive Geschehen der Fehde und übernahm das Zepter von Jericho, um Michaels im Stretcher Match gegenüberzustehen. Derweilen bahnte sich eine überspitze Respektsbekundung von Jericho in Richtung Michaels an. Die Eingriffe bei One Night Stand bereiteten dann schließlich nur noch das Finale beim nächsten Highlight Reel vor. Was hat die Storyline zum jetzigen Zeitpunkt gebracht? Außer großartiger Unterhaltung? Batista steht wieder im Main Event und ist dabei glaubwürdiger Herausforderer. Jericho ist endlich Heel geturnt und wir können uns auf eine intensive Fortsetzung der Fehde zwischen dem als Bösewicht so unantastbaren Y2J und Shawn Michaels freuen. Ja, und dabei ging es die ganze Zeit niemals um einen der großen Gürtel. Würde die Band Madsen einen Song über eine Wrestling-Storyline schreiben, dann wäre diese Dreier-Fehde „Die Perfektion“.

Es ist bekannt, offensichtlich und mehr als berechtigt, dass ich Vickie Guerrero zum Kotzen finde. Dennoch muss ich eine Storyline mit ihrer Beteiligung in der Kategorie der besten Storylines nennen – einfach, verdammt, ja, weil sie hier hingehört. Zur Beruhigung aller und meiner Gemüter kann ich aber festhalten, dass sie, bzw. ihr Charakter, nicht wirklich immens zur Klasse der zu nennenden Storyline beigetragen hat. Es geht um die Entwicklungen rund um den WWE World Heavyweight Title nach WrestleMania. Was anfangs wie eine stupide Fortsetzung der WM-Main-Event-Fehde wirkte, entwickelte sich zu einem wahren Schmaus an Kreativität und vor Allem Überraschung. Und auf Überraschung steh ich ja. Zunächst siegte The Undertaker im Re-Match von WrestleMania und dann auch noch mit dem selben Move wie beim Grandaddy of ‘Em All. Derweilen qualifizierte sich The Great Khali durch eine cleane Niederlage gegen Big Show für einen Titelkampf gegen den Deadman – doch dazu sollte es nie kommen, denn vor dem Kampf, und ja, hier spielte Vickie eine kleine Rolle, erkannte Lady General Manager dem Champ sein Gold ab und verbannte seinen Chokehold. Das hatte gesessen und traf vorerst auf blankes Unverständnis. Man stellte durch die Vakanz des Titels jedoch Edge und den Undertaker wieder auf eine Stufe, was für die Spannung in der Fehde von großer Bedeutung war. Bisher standen schließlich bloß ein Undertaker als World Champion, zwei klare Siege über Edge und das Gerücht zu einem langen Titelrun im Raum. Durch die Aberkennung des Gürtels stärkte man den Faktor Familia und dadurch letztlich auch Edge. Kurz vor One Night Stand schien man das Ganze in einem Atemzug zeitgleich krönen und vernichten zu wollen. Die Krönung war die Stipulation: Tables, Ladders and Chairs! Die Vernichtung Stipulation Nummer 2: Wenn der Taker verliert, muss er seine Karriere beenden. Haha. Und was kam dann? Der Undertaker stürzte durch die Vier-Tisch-Konstruktion, Edge kletterte auf die Leiter, wurde World Champion und der Undertaker war Geschichte. Zumindest laut Storyline. Wo auch immer man damit hin will – ich fand’s unheimlich unterhaltsam.

Ja, Du hast recht. Es gibt einen Gott. Nach der Suspendierung William Regals (die keinesfalls auf die Existenz eines Wrestlinggottes hindeutet) war Mr. Kennedy ohne Gegner und ich war tiefst betrübt über diesen Umstand, der ihn von jetzt auf gleich aus seiner so wichtigen ersten Fehde als Face warf. Kaum war die Suspendierung des General Managers bekannt geworden, tauchte in Paul Burchill aber plötzlich ein neuer Gegner für Kennedy auf. Unverhofft, überraschend, ungewohnt passend. Oft spricht man von Traumfehden – doch eine Geschichte zwischen Burchill und Kennedy war so unsagbar unwahrscheinlich, dass sie mir nicht einmal bei einer Frage nach einer solchen Traumfehde in den Sinn gekommen wäre. Zwei junge Ausnahmetalente. Einer, Kennedy, der irgendwie immer am ganz großen Durchbruch vorbeigeschlittert ist und für den der Wegfall des Fehdengegners nach dem Faceturn wie ein Schlag in die Fresse war. Der andere, Burchill, der talentierter ist, als 80% des restlichen Lockerrooms und trotzdem nur bedeutungsschwache Rollen spielen durfte. So wie es scheint, wird man die beiden mit ihrer Fehde nicht bis in den Main Event pushen und auch das erste direkte Match sah jetzt nicht unbedingt danach aus, als würde man Kennedy als Sprungbrett für Paul Burchill nutzen. Aber allein die Ansetzung, die TV-Time für die beiden rechtfertigen jedwede Anstrengungen, die in die Geschichte um sie investiert werden. Doch vor Allem stärkt es meinen Glauben daran, dass der Wrestlinggott seine schützenden Hände in diesem Jahr endlich mal über der Draft Lottery haben wird und unterbewerteten Männern wie Burchill, Venis oder Burke einen großen Push per Rosterwechsel bescheren wird. Nicht gerade realistisch, aber hey, so funktioniert das nun mal mit dem Glauben.


Schlechteste Storylines und Fehden
1. Umaga v. Jeff Hardy
2. Batista v. Edge
3. Million $ Mania


Was waren das noch für Zeiten, als man unzuverlässige Mid-Level-Performer spätestens nach der zweiten Verfehlung feuerte oder wenigstens mit einem gehörigen De-Push bestrafte. Was waren das noch für Zeiten, als man charismatische Monsterheels mit tollen Wrestlingskills als brandgefährliche Zerstörungsmaschinen einsetzte und ihnen unglaubliche Siegesserien gönnte. Ja, was waren das noch für Zeiten, als man Gimmick-Matches bei PPVs durch intensive Storylines und den gleichwertigen Aufbau von Charakteren hypte. Hach ja, die Neunziger… Heute leben wir in einer anderen Zeit. In einer Zeit, in der man Fotos mit dem Telefon macht, in der man Fernsehen mit dem Computer schaut, in der Holland Italien besiegt. Und in einer Zeit, in der Jeff Hardy gegen noch so viele Prinzipien und Regeln verstößt und dennoch nach jeder Suspendierung wieder an der Spitze von RAW steht – in der Umaga in nur zwei Minuten gegen einen aus seiner Suspendierung zurückgekehrten Drogensünder verliert (in Fachkreisen „Squash“ genannt). Ja, und in einer Zeit, in der man diesen Witz von Comeback-Match zum Anlass nimmt, ein Gimmickmatch zwischen dem Samoan Bulldozer und dem jungen Hardy-Bruder bei One Night Stand festzulegen, während tolle Fehden wie die zwischen Estrada und Delaney oder Burchill und Kennedy auf der Card ebenso vollkommen unbeachtet bleiben, wie die 6 Midcard-Gürtel der Liga. Und wozu? Um die Intelligenz der Fans mit einem bescheuert gescreenten Finalbump zu beleidigen.

Edge gegen den Undertaker war toll. Batista gegen Y2J und Michaels war eine – ja, eine Offenbarung. Wie so oft bei Spin Offs, kommt dann leider aber nur Grütze heraus. Siehe Friends: Die Serie ein Traum, das Spin Off „Joey“ eine Qual. Die Abfälle der beiden genannten Gold-Fehden ergaben nun also eine World Heavyweight Title Fehde zwischen Edge und Batista. Wer auch immer diese Idee hatte, ist entweder ganz doll auf den Kopf gefallen und hat dabei sein Langzeitgedächtnis verloren oder er ist – plump gesagt – ein Idiot. Batista war in der einmaligen Situation, in der man ihn hätte ohne Weiteres zum absoluten Top-Heel aufbauen können – auch neben Edge oder gar bei RAW als Fehdengegner von Triple H. Das gab’s zwar auch schon, in der angedeuteten Allianz mit Randy Orton könnte man hier aber noch viel mehr raus holen als bei Smackdown, wo The Animal verbrannt ist. Batista funktioniert als Face doch gar nicht mehr und gerade Edge, der immer Gefahr läuft, angefeuert zu werden, braucht gerade deshalb ganz dringend einen sehr starken und sehr glaubwürdigen Face-Gegner. Das hätte CM Punk sein können und auch Matt Hardy wäre dem mittlerweile durchaus gewachsen. Aber nein, man entscheidet sich für Batista und zwar aus dem ganz einfach Grund, dass das die mit Abstand simpelste Variante ist. Das ist doch Käse.

Einige Zeit wusste ich nicht wirklich, was ich von Mr. McMahon’s groß angekündigter Million Dollar Mania halten sollte. Jetzt weiß ich es und ich wünschte, das wäre noch nicht so. Knapp 90 Minuten geht eine RAW Show – knapp 20 Minuten bindet die Geldverschenke des Chairmans. Selbst unser Freund von eben, der Idiot, der die Batista-Edge-Konstellation geschrieben hat, könnte da berechnen, dass das weit mehr als 20% der gesamten TV Time war. Ein Fünftel der Show – die in Sachen Wrestling nichts voran gebracht hat, außer dass man Charlie Haas endlich mal wieder in einer TV Show zu sehen bekam. Die Knutschattacke von Mae Young hat dem aber irgendwie doch noch einen bitteren Beigeschmack verliehen. Oh, mein Gott, was hab ich da grade geschrieben. Sorry, Charlie, für das mit dem „bitteren Beigeschmack“ im selben Satz wie „Knutschattacke von Mae Young“. Bäh. Teurer war es für McMahon zudem wahrscheinlich noch nie, 0.1 Ratingpunkte zu verlieren und so bleibt natürlich die Hoffnung, dass man dem Treiben schon bald ein Ende bereiten wird und man die Million Dollar Mania spätestens mit der Draft Lottery endgültig wieder zurück zu den drittklassigen Spartensendern draftet, von denen sie auch kommt.

Einen klaren Showpunkt kann ich nur deshalb vergeben, weil sich der Hauptteil der Dreierfehde bei RAW abgespielt hat. Sonst hatten beide Shows ihre Perlen und ihre Schimmelflecken. Abschließend kann man aber wohl zur einleitenden Frage sagen, dass man nicht von Lichtblicken reden kann – denn unterm Strich hat man es schon geschafft, bei allen drei Shows zumindest größtenteils zu unterhalten.
Seite: 1 2
 
 
 
Diesen Artikel empfehlen
    
            
 
Interessantes bei GB
Euren Stimmzettel müsst ihr bei Genickbruch natürlich nicht abgeben, ihr könnt euch aber an unseren laufenden Umfragen zum aktuellen Wrestlinggeschehen beteiligen. Wir erkunden, welche Superstars in eurer Gunst ganz oben stehen, wen ihr für die größte Nervensäge der großen Ligen haltet, wen ihr euch zurück in den Ringen von WWE und Co. wünscht und vieles mehr. ... aufrufen
 
 
Interessantes bei GB
Wer sich ständig im Ring aggressiv bekämpft, der ist auch in seiner Freizeit nicht immer friedlich. Anders ist ein Großteil der unzähligen Verhaftungen von Wrestlern kaum zu erklären. Neben Gewaltverbrechen ist auch der Missbrauch von Substanzen ein häufiger Grund für einen Aufenthalt hinter Gittern. Genickbruch hat die Delikte in einer Datenbank zusammengefasst, damit ihr auf dem Laufenden seid, wenn ein Wrestler wieder einmal hinter Schwedischen Gardinen sitzt anstatt im Ring aufzutreten. ... aufrufen
 
Interessantes bei GB
Die wichtigsten drei Wrestler des Jahres 2004 waren Kensuke Sasaki, Chris Benoit und L.A. Par-K. Doch warum? Die Erklärungen dazu könnt ihr in unserer GB100-Liste jenes Jahres finden - gleichzeitig in der ersten Liste der hundert wichtigsten Wrestler eines Jahres, die wir einst überhaupt hier bei Genickbruch veröffentlicht haben. Auf dem letzten Rang landete damals übrigens Brock Lesnar, womit er den Startschuss für eine Tradition legte. ... aufrufen
NewsShowsPersonalienHintergrundExklusivGeschichte
Wrestlingnewsnach LigaTag Teams und StablesShootsMediendatenbankTitelträger
Updates der Homepagenach OrtManagerSkandaleExklusivinterviewsTitelstatistiken
 nach DatumProminenteLexikonWeitere InterviewsTurniere
Forumnach ZensurR.I.P.-ListeMatchartenUnsere Hall of FameEinschaltquoten
DiskussionsforumUpdatesVerhaftungenLucha LibreEine Schippe GeschichteZeitstrahl
  VerletzungenPuroresuEuropakalenderZuschauerrekorde
LigenBiosVerwandtschaftenEinstündige MatchesProphecyZuschauerpotentiale
ÜbersichtBios von A bis ZTrainerHalloween HavocFlimmerkisteMatchrekorde
Die "großen Vier"Biografie suchenMask MatchesEinstige HeldenMonatliche Best OfsKonstellationen
US-Independent-LigenBilanzen nach LigaHair MatchesMontagskriegeKolumnenübersicht 
Kanadische LigenBilanzen nach OrtWrestler in FilmenEinflussreichste WrestlerPodcastsInternes
Oldschool-LigenSpezialbilanzenGB100Der Stable GuyGimmickmüll i.e.S.Showtippspiele
Japanische LigenKlickchartsBAMM15Die Four HorsemenSchrottplatzMeinungsmacher
Mexikanische Ligen Year End AwardsFamily TraditionDer schwarze KanalDas Genickbruch-Team
Andere lateinam. LigenUmfragenPWI500Der WWE TitleMüll der neunziger JahreGeschichte der Homepage
Europäische LigenUmfragenObserver-AwardsDie New World OrderZufallsinformationenBewerbung als Mitarbeiter
Sonstige Wrestlingligen Weitere AwardsDie Geschichte der XPWCelebrity DeathmatchImpressum & Rechtliches
Mixed-Martial-Arts-Ligen KommentatorenGimmickmatchesVideo-ReviewsLinks
   WeltbewegendesCD-Reviews 
Texteigentümer dieser Seite: Ben          Genickbruch.com © by GB-Team (2001-17)          Programmierung © by Axel Saalbach (2006-17)