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Best of... 2008 - Ein Jahresrückblick

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Kolumne
Ausgabe

"Best of... 2008 - Ein Jahresrückblick" von Ben
Best of 2008… Ein Jahresrückblick

Wooooooooooooo.

Ric Flair liegt am Boden. Langsam rafft er sich auf – sein Gesicht verzerrt vor starken Schmerzen und blanker Erschöpfung, doch die Fäuste heroisch vor die Brust geballt. Verzweifelt und am Ende seiner physischen Leistungsfähigkeit blickt er dem in der Ringecke stehenden Shawn Michaels entgegen. Seine Beine Zittern, die Knie haben Mühe in die Vertikale zu steigen. Mit gekrümmtem Rücken steht Flair in der Mitte des Ringes, die Fäuste geballt, gewillt, wissend dass das Ende nahte. Der Blick zu seinem Gegner. Sein Gegner, auf dem die Bürde lastete. Shawn Michaels' Kopf ist leicht gesenkt, sein Haar ist wild zerzaust von der harten Schlacht die hinter ihm liegt. Einer Schlacht mit einem 59 Jahre alten Mann, die ihn einmal mehr die Show stehlen ließ. Mit traurigen Augen spricht er die letzten Worte, die für Richard Fliehr die letzten Worte seiner aktiven Karriere bedeuten sollten.

„I’m Sorry. I love you.“

Die Worte gesprochen, spannt Michaels seine Muskeln und Flair stellt sich ihm entgegen – wie der Kapitän auf dem Masten seines untergehenden Schiffes empfängt er ehrfürchtig die Sweet Chin Music, die die wohl fantastischte Karriere dieses Business drei Sekunden später für immer beenden sollte. Zwei Tipper, ein Kick, Flair fällt, Michaels pinnt ihn mit einem Cover in Form einer Umarmung und streichelt ihm im direkten Anschluss tröstend die Haare. Michaels verlässt die Halle und zurück bleibt ein besiegter Ric Flair. Ein letztes Mal.

Wollte uns im selben Jahr doch jemand die Botschaft überbringen, alles sei möglich und bewies es eindrucksvoll an eigener Person, indem er sich zum ersten dunkelhäutigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wählen ließ – wurde seine politische Catchphrase „Yes, we can.“ nicht nur auf seiner Bühne zum Leitspruch des Jahres 2008, sondern auch im Lande von World Wrestling Entertainment. Ein 59-jähriger trat ab und lieferte dabei nicht nur die Emotion des Jahres, sondern auch das Match des Jahres. Männer nannten sich World Champion, die man zuvor so nah an diesem Gürtel glaubte wie die No Angels an einem European Song Contest Sieg. Interviewer wurden Kommentatoren, Kommentatoren wurden General Manager. Es wurde geheiratet, ein Boxer brach einem Wrestler die Nase, die beste Wrestlerin trat als Truthahn auf und Vince McMahon verschenkte so lange Geld, bis er vom Set vergraben und nie wieder gesehen wurde. Triple H verließ das Flaggschiff, Mick Foley gleich die ganze Liga und Jerry Lawler und Jim Ross traten in die Zwangstrennung. Viele Stars mussten ihre Koffer packen, einige andere frische Gesichter sollten die Shows verstärken und speziell in dieser Kategorie war es anzumerken wie noch nie – 2008 begann die nächste Generation World Wrestling Entertainment. Die Generation der Söhne und Töchter, die Generation der Performer, die Generation Punk.


„Punk wins! Punk wins! Punk wins!“

Doch was verbirgt sich hinter dieser ominösen Generation Punk, die das Jahr 2008 so sehr beherrscht haben soll? Glaubt man der besten Band der Welt, dann ist Punk „dreckig, feige und gemein“. Punk ist „ein guter Musikgeschmack“, „Arschlecken und Rasur“. Die Automarke Honda sieht das wieder ganz anders und beschreibt „Vernunft“ als neuen Punk. Und auch wenn Ja-Sagerei meiner ganz persönlichen Auffassung dessen, was „Punk“ sei in keinster Weise entspricht muss ich an dieser Stelle doch eingestehen: Beide haben Recht.

2008 war das Jahr der ungewöhnlichen Pushs. Der überraschenden Titelwechsel, dem Setzen auf wahres Talent. Los ging es gleich Anfang des Jahres, als man es tatsächlich fertig brachte, Jeff Hardy als Herausforderer für das WWE-Titelmatch beim zweitwichtigsten PPV des Jahres, dem Royal Rumble zu besetzen. Jeff Hardy! Ein Ding der Unmöglichkeit. Speziell bei diesem PPV bewies man zwar auch in der Vergangenheit mit illustren Typen wie Hardcore Holly, Test und Mark Henry bereits, dass man gerne mal sehr, ich sag mal „ironische“ Besetzungen in wichtigen Titelmatches mochte – aber dennoch war der kleine Hardy doch damals sowas von un-Star und eindeutig niemand, der eine Liga tragen könnte. Ein Jahr ist das nun her und heute, 365 Tage später heißt der WWE Champion Jeff Hardy – und irgendwie scheint das ganz normal. Alleine das zeigt, welchen Wandel World Wrestling Entertainment in diesen 52 Wochen durchgemacht hat, denn man machte eine Welt in der man (wenn man nicht grade Adam Copeland hieß oder ein 3rd Generation Superstar war) den Umfang einer Litfaßsäule benötigte um ernsthafter Champion der Liga zu sein, zu einer Welt, in der Jeff Hardy im Rahmen vollkommener Normalität den WWE Championship hält.

Als Initialzündung nenn ich hier einfach mal WrestleMania, eine Show die für das laufende Jahr als eine Art Staffelstab-Übergabe dienen sollte. Nach Jeff Hardy’s konsequentem Aufbau und dem Push in's Money in the Bank Match stand er als Sieger praktisch fest. Als seine Teilnahme schließlich aufgrund bekannter Freizeitbeschäftigungen gecancelt wurde, bekam der Kampf plötzlich ganz neuen Charakter. Mit MVP und Mr. Kennedy standen zwei Männer im Ring, denen man schon seit Längerem einen großen Push prophezeite, mit Chris Jericho zudem ein ehemaliger World Champion, der von diesem Gürtel aktuell aber soweit entfernt war wie… den No-Angels-Vergleich hab ich schon gebracht, oder?... dann halt wie… Kevin Kuranyi von seinem 100sten Länderspiel. Umso größer war dann die Entscheidung, niemand geringeren als CM Punk den Koffer gewinnen zu lassen. Einen Mann, der nach seiner ECW Title-Regentschaft nicht grade in den Himmel gepusht wurde. Nachdem bisher jeder der drei MitB-Koffer zu einem World Title Gewinn genutzt wurde, ahnte ich bereits Unglaubliches, als Punk auf der verregneten Leiter stand und den Koffer empor hob. Drei Monate später stand RAW dank Draft Lottery ohne World Champion da, was eben jener World Champion Edge dazu nutzte, sich öffentlich darüber lustig zu machen. Batista zerstörte ihn, Punk marschierte mit dem Koffer zum Ring und der Rest ist Geschichte. CM Punk war World Heavyweight Champion.

Punk’s Titelgewinn war die perfekte Überraschung. 10 Wochen später hielt man diesem Prinzip die Treue und zauberte Chris Jericho als Champion hervor – er gewann den Gürtel, in einem Match an dem weder er noch der amtierende Titelträger CM Punk teilnahmen. Weird – aber genial. Jericho war damit bereits der zweite Worker den man krönte, obwohl er so gar nicht ins WWE-Main-Event-Konzept passte. Sprich: Klein, dünn, talentiert und verdient. Mitte Dezember folgte schließlich Jeff Hardy und gab mir und meinem Ausspruch aus meiner August-Kolumne endgültig recht, in der ich schrieb „Alles ist möglich, in einer Welt, in der CM Punk World Champion ist.“.
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