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Best of... November 2009

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Kolumne
Ausgabe

"Best of... November 2009" von Ben
Zweifelsohne gilt er als absoluter Klassiker - und wenngleich er harmloser kaum sein könnte, ist "Und täglich grüßt das Murmeltier" wohl einer der wichtigsten Filme seiner Zeit. Ein Film, der Groß wie Klein vor die Bildschirme holt, damals und noch heute - der eine Geschichte erzählt, die wirklich jeder kennt und jeder liebt. Keine Ahnung, ob schon mal eine solche Umfrage gemacht wurde - also eine nach den "bekanntesten Filmen der frühen 90er" oder so - aber ich verwette meinen schwindenden Haaransatz darauf, dass es der "Groundhog Day" auf eine der vordersten Ränge bringen würde. Und mal ehrlich, der Film ist doch auch toll. Der Spagat zwischen "Cool, ich kann ein und selben Tag mehrmals erleben und jeden Quatsch machen, den ich möchte", über eine tiefe Depression, bei der man selbst nach dem Suizid wieder in seinem Hotelzimmerbett aufwacht. Erst die Besserung des eigenen Selbst, die Menschwerdung vom Griesgram zum Gutmensch in bester Charles-Dickens-Manier beendet auch ohne die drei Geister der verschiedensten weihnachtlichen Epochen die vermeintliche Endlosschleife. Und wer konnte sich nicht in die Haut von Billy Murray versetzen… Zum Schluss ist eine derartige Frustration auf das Publikum transportiert worden, dass jeder Zuschauer im tiefsten Mark spürt: Wenn Sonny und Cher noch einmal morgens um 07.20 Uhr die Fresse aufreißen und sich "I got you Babe" in die Ohren schnulzen - dann gnade ihnen Gott.
Jetzt kommt der Punkt, wo wir den Schwenk vom "Best Of" der Filme der frühen 90er zum "Best Of" des WWE-Monats November im Jahr 2009 machen. Denn eben jenes Gefühl aus "Und täglich grüßt das Murmeltier", wenn um Punkt 7 Uhr 20 "I got you Babe" aus dem Radiowecker ertönt, erreichte den gemeinen Wrestlingfan über einen schier unendlich andauernden Zeitpunkt mit Ertönen des Ringgongs zum Main Event von Monday Night Raw. Randy Orton und John Cena, die Sonny & Cher des modernen Wrestlings. Und ja! Mann, endlich, der Bann ist gebrochen. Die Gutmenschwerdung des Booking-Teams am Montag Abend ist erreicht und ja - es sieht so aus, als sei es 07:21 Uhr an Tag zwei im Universum von World Wrestling Entertainment. Und das, liebe Kinder, das kam so:


Beste Storylines und Fehden
1. William Regal v. Christian
2. Survivor Series Triple Threats
3. John Morrison vs. The Miz

Es bedarf schon einer gehörigen Portion Arroganz, zwei der unbestritten besten Worker aller Kader in eine Fehde zu stecken, diese nahezu perfekt über viele Wochen aufzubauen, beide Charaktere damit unglaublich zu stärken, den Titel aufzuwerten, grandiose In-Ring-Spektakel abzuliefern - und das Ganze vollständig in seiner unbedeutenden C-Show zu veranstalten, fernab jeglicher PPV-Zeit. Genau diese Arroganz mach ECW momentan zu dem Schmuckstück, dass es ist. Mann, macht es Spaß, William Regal nach dem Titel jagen zu sehen, mit den beiden Hünen an seiner Seite. Der Gegner - der neue Überwrestler, Christian, der nicht nur perfekter Gegenpol für Regal ist, sondern Vince McMahon mit jeder Minute im TV einen Tritt in die Aufnahmezone des speziellen Clubs des Chairmans verpasst - dafür, dass er ihn damals einfach hat ziehen lassen, anstatt ihn in den Main Event zu booken, wo er so dermaßen hingehört. ECW probt den Aufstand. Sie lässt RAW und Smackdown mal machen und betont seine eigene Klasse ganz keck noch dadurch, dass sie uns die übelsten Fehlgriffe der mutmaßlichen A-Show als "Rebound" präsentiert. Verkauft als Highlight-Rückblick, signalisiert es dem Zuschauer aber vielmehr das Gefühl, hier ganz richtig zu sein. Christian und William Regal haben in den vergangenen Wochen und Monaten ein Level bei ECW etabliert, dass gemeinhin als "ganz großes Tennis" oder "ganz großes Kino" bezeichnet wird. Und auch wenn ich Vergleiche und Wortspiele liebe. Das hier hat mehr verdient. Keine Metaphern, keine Bilder, keine Versinnbildlichungen. Es war einfach: Ganz großes Wrestling.

Kommen wir wieder zum Murmeltier. Für TV-Wettermann Bill Murray wurde es von Tag zu Tag schlimmer, so auch für den RAW-Zuseher. Seine Gipfel sollte es schließlich bei Bragging Rights nehmen - denn nicht nur, dass man John Cena und Randy Orton zum gefühlten [setze übertrieben hohe Zahl ein]'sten Mal gegeneinander antreten ließ - nein, man verdonnerte uns schon im Vorfeld zu ganzen 60 Minuten. Es gibt halt Menschen und Geschichten, die füllen 60 Minuten ohne große Mühen. Z.B. The Rock, eineinhalb Folgen Lost oder ungarische Pornos - John Cena vs. Randy Orton Nummer [Zahl von oben] gehörte aber definitiv nicht dazu. Also zu den Selbstgängern, meine ich. Und was passiert? Wääng - man unterhält uns. 60 Minuten. Eine Stunde lang "I got you Babe", aber in einer so frischen Version, dass es gut war. Und geben wir es zu: Auch beim Murmeltier war das letzte Mal Sonny & Cher das beste. Es war gut und es war noch besser, dass es vorbei war. Doch was sollte nun kommen? Schließlich hatte man es bei Raw verpasst, neben den zwei Dauerheadlinern neue Herausforderer aufzubauen. Vielmehr war man gar konsequent damit beschäftigt, uns alle wissen zu lassen, dass Männer wie Jack Swagger, MVP oder Mark Henry halt gerade nicht geeignet für den Main Event sind. Und plötzlich war da die dX - meilenweit vom Titel entfernt, plötzlich im Rennen um das Gold. Beide - boah, toll. Das brauchte keinen Aufbau, das funktionierte, kam überraschend und war der Plattform eines Big 4 PPVs würdig. Bei Smackdown baute man derweil dasselbe "Trio mit 4 Fäusten"-Szenario auf, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Big Show verpasst seinem Bragging-Rights-Team einen Analfuß und kriegt dafür von Meister Teddy Long seinen Shot - Chris Jericho erkämpft sich seinen eigenen Platz und das zweite Dreieck war perfekt. Beide Matches erfuhren kaum Aufbau - doch beide headlineten eine große Show und machten sich selber würdig. Chapeau! (französisch für "Hut ab" - ihr erinnert Euch vielleicht, dass ich mir beim letzten Best of einen Hut gekauft hab. Also, jetzt: Hoch damit.)

Nichts ärgert mich mehr, als verschenktes Potenzial. Wenn etwas keine Vorlage bietet, klar, dann ist man auch mit Mittelmaß zufrieden - manchmal freut man sich gar über etwas Mittelmäßiges, weil es einen positiv überrascht. Wenn etwas aber wirklich wirklich Potenzial hat und einem Futurama-Gehirnsaugermäßig in den Kopf beiß - und dann wird nichts draus gemacht… dann krieg ich Pickel. Diese ekeligen mit den weißen Gipfeln, die so Pffffssst machen, wenn man draufdrückt. Nehmen wir mal Fußball: geiler Spielzug, guter Pass, schwierige Schussposition, doch Gomez verfehlt knapp. Respekt - war schön erspielt. WM 2006. Gomez steht 5 Meter vorm leeren Tor, vor ihm der Ball, den selbst ein tollpatschiges Kleinkind aus Versehen versenkt hätte und… der Rest ist Geschichte. Hach Mensch, ich schweife schon wieder ab. Mit der Draft Lottery 2009 trennte man eines der besten Tag Teams dieses Jahrzehnts - beide mit Singles-Potenzial und einen ließ man sogar turnen. Klar muss eine Trennung nicht zwangsläufig im Streit geschehen, aber, Mann, es ging hier um John Morrison und The Miz - Zeichen setzten, was Neues ausprobieren, das kann man von mir aus mit Cryme Tyme oder Jesse & Festus machen, aber nicht mit dem unendlichen Fehdenpotenzial vom Shaman of Sexy und dem Marty Jannetty der Moderne - womit wir beim Thema wären. Dann ja! Ich klage in die Schüssel, ohne zu spülen, denn man hat es getan! Spät, klar, aber man hat es getan. Pünktlich zum Showdown der beiden Hauptroster in PPV-Form ließ man die beiden Midcard-Champions aufeinander los und das Ergebnis war toll. So stelle ich mir eine Crossbrandfehde vor. Und verdammt, eine Storyline, in der Marty Jannetty auftritt, die hat ihren Platz an dieser Stelle eh gebucht.


Schlechteste Storylines und Fehden
1. DX vs. Hornswoggle
2. Cryme Tyme vs. Hart Dynasty
3. Vince McMahon vs. Roddy Piper

In einem tollen Sonderheft der deutschen Rolling-Stone-Redaktion zu 60 Jahren deutscher Popmusik befasst sich der einleitende Artikel mit der "musikalischen Lage der Nation" unter der Leitfrage "How German is it?". Wenn ich so das Treiben von Shawn Michaels und Triple H in den unzähligen Segmenten bei RAW betrachte, dann muss ich diese Frage umformulieren. How degenerated is it? Viel, und das ist so bedauerlich, bleibt nicht mehr. Allen voran stört mich das "Programm" der dX mit der wohl seit der Entlassung von Kenny Dykstra überflüssigsten Person unter WWE-Vertrag, Hornswoggle. Er war ein kleiner Bastard, unehelicher Sohn von Vince McMahon, heimlicher Nachkomme Finlays und Schandfleck auf dem Faceturn von Mark Henry. Dann wurde er zwar zur Lebensversicherung bzw. zum Kündigungsschutz für Chavo Guerrero Jr. und bei aller Freude, die man für Chavo haben sollte, dafür, dass er (zumindest etwas) aus dem Hornswoggle-Fokus gerückt ist - die Weitergabe des Staffelstabes an die d-Generation X ist eine Farce. Es ist wahnsinnig genial, wie die beiden in den Main Event der Survivor Series gebookt wurden - aber muss man sie hypen, indem sie einen Midget verprügeln? Also nicht so einen Midget, der einen Tag nach dem Montreal Screwjob wie Bret Hart verkleidet daher kommt und damit Schärfe in eine Situation bringt, die eh schon brisant wie ein brennender Sack Schrauben ist - sondern ein Midget, das… naja, Hornswoggle halt. In meinem persönlichen Sonderheft zu 60 Jahren d-Generation X, bei der Beantwortung der Frage "How degenerated is it?" kann die Antwort also nur Lauten: Not a bean.

Wo wir grad beim Screwjob waren. Die Hart Dynasty rockt. Ich mag die echt und eine baldige Fehde gegen die dX nimmt fast schon Ausmaße an, wie das Bild vom tollpatschigen Kind, das Mario Gomez' Torstatistik kaputtstolpert. Man muss das machen. Doch bis dahin ist noch ein wenig Aufbauarbeit notwendig. In der ECW hat man damit sehr gut gestartet und bei Smackdown führte man es folgerichtig fort und gab ihnen eine Fehde gegen die Publikums-Lieblinge Cryme Tyme. Seit dem Start dieser Fehde, traten die beiden Teams nunmehr 43 Mal gegeneinander an, 15 Mal davon im TV. Fünf - zehn - Mal!
"They say we're young and we don't know / we won't find out until we grow / well I don't know if all that's true / 'cause you got me and baby I got you"
Die kommen keinen Schritt weiter. Mal gewinnen die Hip Hopper, mal die Dynasty. Dann endlich, dürfen David Hart Smith und Tyson Kidd bei RAW gegen die dX ran - und was bringt es ihnen einen Tag später bei Smackdown ein? Schwupps ist es wieder Zwanzig nach Sieben und wir sehen nen Match gegen Cryme Tyme. Reicht langsam, find ich. Nein, "reicht". Ohne "langsam". Es reicht.
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