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Best of… 2010 – oder: „Wo wart ihr, als die Hölle zugefror?“

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Kolumne
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"Best of… 2010 – oder: „Wo wart ihr, als die Hölle zugefror?“" von Ben
Best of… 2010 – oder: „Wo wart Ihr, als die Hölle zu gefrohr?“

„Well, I guess hell froze over…“ – …jap. Damit dürfte bereits am vierten Tage des Jahres eigentlich alles gesagt sein. Auch den wortgewandtesten Vertretern bei World Wrestling Entertainment sollte klar sein, dass sie sich die Hoffnung auf das Zitat des Jahres getrost abschminken konnten. Schon blöd, gerade gegen jemanden zu verlieren, der für vieles in seiner Karriere legendär wurde – für übermäßige Micskills und legendäre Zitate aber ganz bestimmt nicht. Das einzig Relevante, was uns Bret Hart in seiner Karriere über Jahre hinweg mitteilte war eigentlich dieser arrogante Käse mit diesem „Ich war so toll, ich bin so toll und werd’s auch immer sein. Ätsch.“-Gesabbel. Und jetzt haut er so ein Ding raus. So bedeutungsschwer, vielsagend und der Situation so unglaublich angemessen. Da fällt es schon schwer, im ersten Monat des Jahres nach Konkurrenz zu suchen, was die Anwärter in der Zitate-Division angeht.
„Who let the Dogs out…. Who, who, who…!”, ja, okay, der war auch nicht schlecht. Und in jedem anderen Monat, in jedem anderen Jahr wären The Great Khali und Teddy Long damit gaaanz weit vorne gelandet. Und ja, natürlich, Chris Jericho‘s Kommentare vom Ringrand bei der ersten NXT Staffel waren allesamt uneingeschränkt großartig („Look at Wade Barrett!“ – „W are doing…“ – „MORE!“). Dass der Heartbreak Kid Shawn Michaels das Gebäude verlassen hat, dieser Satz ist episch und „…and I quote“ machte aus einem bedeutungsarmen Kommentator einen neuen Godfather. Doch das Zugefrieren der Hölle, das bleibt konkurrenzlos. Und noch mehr. War doch jahrelang Vince McMahon’s heißgeliebter Ausspruch „Anything can happen in the World Wrestling Federation!“ einer der Leitsätze seiner Unternehmens- und Endproduktkultur, scheinen die Worte des Hitman doch viel prägender und zeitgemäßer in Ihrer Bedeutung zu sein, obwohl sie im Kern dasselbe aussagen. Denn: Man hat schon Pferde kotzen sehen – und ganz ehrlich, noch vor wenigen Wochen hätte mich der Anblick eines kotzenden Pferdes weit weniger überrascht, als ein Bret Hart, der sich und Erzfeind Shawn Michaels inmitten eines WWE-Rings eine freudige Umarmung spendiert. Spätestens in dieser Situation war klar, dass hier eben nicht bloß ein Kaltblüter das Rückwärts-Frühstücken erlernt hat, sondern eben, ja, die Hölle zugefroren sein muss. Eigentlich ist das auch nur fair. Warum sollen wir hier oben auf der Eroberfläche auch die einzigen sein, die sich seit Wochen das Gesäß abfrieren. Und damit herzlich willkommen zum Besten. 2010.


Road to WrestleMania… oder „Alle wollen den Undertaker“

Wenn’s nach mir ginge, könnte immer Road to WrestleMania sein. Und Weihnachten, Geburtstag und Fußball-WM. Monatelang kriegt es WWE nicht auf die Reihe, vernünftige Storylines speziell bei RAW zu verfassen und plötzlich scheint der Knoten zu platzen, nur weil in wenigen Wochen wieder diese ganz spezielle Show ansteht. Ein unglaublich schwerwiegender Faktor in dieser alljährlichen Phase ist The Undertaker in den vergangenen Jahren geworden. Konnte man sich 2006 noch erlauben, den Deadman gegen eine ungefährliche Figur wie Mark Henry antreten zu lassen, wurde es ab da an regelrecht zum Volkssport bei WWE, wenn es um die Suche nach einem Herausforderer für den Rekordhalter bei WrestleMania ging. Das geht schon so weit, dass man sich fragen muss, was denn heutzutage das größere Achievement für einen Wrestler ist – bei WrestleMania um einen großen Gürtel zu kämpfen oder den Undertaker in dessen Streak zu bedrohen? Shawn Michaels beantwortete Anfang des Jahres diese Frage und mit ihm noch Männer wie Rey Mysterio, Batista, Triple H und der Totengräber höchst selbst. Mit dem Heartbreak Kid ging am 31.01. jemand in das Royal Rumble Match, dem der zu gewinnende Titelkampf vollkommen schnuppe war. Er wollte den Undertaker. Dieses Szenario war der Wahnsinn. Natürlich war klar, dass man niemals so einen Wind um die Sache machen würde, wenn man am Ende nicht eh vorhätte, die Wiederauflage von WM25 zu bringen, aber obwohl der Ausgang klar schien, freute man sich als Fan auf jeden einzelnen weiteren Schritt, der uns dort hinführte, wo er uns hinführte. Und das war ein WrestleMania-Headliner für die Ewigkeit. Das war der Kampf, der es mir und dieser Kolumne erübrigte, eine „Matches des Jahres“-Rubrik zu bringen, da es jedes Match, das im selben Atemzug wie dieses genannt werden würde, in dessen Wucht unterginge.
Die Road to WrestleMania im Jahr 2010 wurde getragen von einem Kampf, der alles einrahmte. Er ebnete das World Title Match zwischen Chris Jericho und Royal-Rumble-Gewinner Edge, er band Rey Mysterio ein, genau wie er Batista einband. Und am Ende war es fast egal, ob nun das Animal seinen Kampf gewann oder John Cena ihn um das Gold besiegte – wichtig war nur der Main Event und der war auf eine spannende Art und Weise vorbereitet, dass man glauben konnte, man hätte Damon Lindelof als Gastschreiberling bei World Wrestling Entertainment gewinnen können. Alle wollten den Undertaker. Und Shawn hat ihn bekommen. Geil.

Aber auch auf den Nebenkriegsschauplätzen arbeitete WWE kräftig auf seinen Jahreshöhepunkt zu. Was da sehr untypisch anmutete und eigentlich fast gar nicht ins Muster passte, war die Tatsache, dass mit Sheamus ein total unerfahrener Mann in der Rolle des WWE Champions auf WrestleMania zuzurudern schien. Okay, mit seiner Pigmentierung hat er in der zugefrorenen Hölle den Vorteil nahezu unsichtbar zu sein, aber dennoch passte er nicht ins Bild. WWE hatte zwar bewiesen, dass man in letzter Zeit gerne auch mal auf Außenseiter in den Main Events setzte, nicht zuletzt auch im Jahr 2010, aber bei WrestleMania verstand man da in der Regel bisher relativ wenig Spaß. Wenn man sich jetzt die Teilnehmer der RAW-Chamber ansah, dann hatte es doch echt fast den Anschein, dass man Sheamus den Spot geben wollte. Randy Orton und Ted DiBiase Jr. würden sich miteinander beschäftigen. Kofi Kingston, sollte er es denn dieses Mal bis in den Ring schaffen, würde wohl an der Entscheidung ebenso unbeteiligt sein. John Cena hatte für WrestleMania schon ein anderes Date und damit blieb Triple H als letzte Alternative. Aber auch der bräuchte ja einen Gegner, sollte er dem Iren den Titel abnehmen können. Und wer außer Ronald McDonald käme da in Frage? Edge? Och nö. Big Show? Bitte nicht. Wie man es drehte und wendete – die aktuellen Anzeichen sprachen alle für The Game und Sheamus, wer auch immer den Gürtel gerade tragen würde. Ja, und mit einem Big Name wie Triple H an seiner Seite, war Sheamus plötzlich tatsächlich gangbare Alternative. Er war es schließlich, der es schaffte, so grün er hinter den Ohren auch war, dass das Publikum den Monsterheel der vergangenen Monate Randy Orton plötzlich anfeuerte. DEN Bösewicht schlechthin machte nicht zuletzt Sheamus zum neuen Top-Face des RAW-Brands und tatsächlich war es plötzlich Alternative, den weißen Iren in ein Championtitelmatch bei seiner ersten WrestleMania zu setzen. Doch auch hier schrieb die Geschichte ja eine andere Story. Cena gewann das Gold in der Chamber, Batista holte es sich im direkten Anschluss als Belohnung für seine Bret-Hart-Attacken und das große Match der beiden Neuzeit-Ikonen war mit dem Gürtel belegt, während der keltische Krieger und der King of Kings ohne Gold aufeinander einprügeln mussten.

Aber auch im blauen Brand verstand man es, im Jahresstart an die Erfolge des Vorjahres anzuknüpfen. Smackdown erlebte 2009 den Sommer seines Lebens. Nach dieser Zeit war den Bookern wirklich alles zuzutrauen – wenn es jemand schaffen würde, dann diese Jungs, da war ich mir sicher. Sie schafften es, Rey Mysterio auch bei Smartmarks wieder höher in den Kurs zu bringen, sie machten Batista wieder annähernd unterhaltsam und sie pushten CM Punk zur Ausnahmeerscheinung. Doch jetzt, im neuen Jahr, hatte man sein Meisterwerk abgeschlossen. Und dieses wähle ich absichtlich aus einer Seitenstraße, denn nur das unterstreicht das große Können, welches die Booker (leider nur noch bis zur Jahreshälfte) beweisen durften. Sicherlich war die Fehde zwischen Michelle McCool und Mickie James keine Offenbarung im Vergleich mit intelligent gebookten Fehden der Jungs – ein Traumschloss ist aus Stein und Zement aber halt auch weitaus einfacher zu bauen als aus Scheiße. Man muss eben In- und Output vergleichen. Wenn man nicht bloß das Ergebnis betrachtet, sondern mal schaut, mit welchen Zutaten man dies gebacken hat, dann gehört die bestimmende Fehde um den Women’s Title des ersten Halbjahres hier ebenso auf diese Liste wie Christoph Waltz auf die Liste der Oscar-Nominierten gehörte. Mickie James ist der Wahnsinn, natürlich – eine große Entertainerin war sie aber nie. LayCool waren gerade erst geboren und hatten noch lange nicht den Über-Status, den sie im Laufe des Jahres erreichen. Somit war Michelle McCool noch der weibliche Antichrist und Layla war zwar scharf, aber nahezu farblos. So wie Sambal-Creme. Dazu addierte sich noch der fast nicht vorhandene Status der Women’s Division und die Übersättigung der Charaktere. Und doch bewiesen die Herren Booker, dass es auch möglich war, aus diesen Eingangsparametern etwas zu zaubern, das unterhält und das einem wirklich die Frage stellen ließ, ob sämtliche gefallene Kritik an der Division und allen beteiligten Charakteren bei ihnen selber tatsächlich richtig platziert war. Denn mit dem richtigen Skript funktionierte es plötzlich wunderbar und die eingeschränkten Zutaten haben einen richtig leckeren Kuchen ergeben, bei dem Mickie’s Titelgewinn das Sahnehäubchen war. Surfend auf dieser Erfolgsstory musste dringend etwas unternommen werden, damit Damenwrestling nicht plötzlich zu etwas wie Belang bei World Wrestling Entertainment gelangen würde. Aber auch hier hatte das Booking schnell die rechten Mittel parat und in einem Drei-Stufen-Plan ließ man zunächst Vickie Guerrero einen Frog Splash bei WrestleMania zeigen, dann entließ man Mickie James und schließlich verschmolz man den legendären Women’s Title in den Diva’s Title. Und dann war da ja noch…


We are wild an young…

Genau, NXT. Und was hat diese Sendung das Gesamtbild von World Wrestling Entertainment in 2010 nicht verändert – und das obwohl es doch eigentlich nur eine unbedeutende Talentschmiede abseits der WWE’schen Storylinegefüge war. ECW, so sollte man meinen, hatte doch da einen viel größeren Einfluss. Und genau da, beim extremen Brand, begann auch die Erfolgsgeschichte von NXT. Denn die ECW musste weichen, der hochgelobte Brand, der alles hatte, was das Fanherz erwärmte: Gute Storylines, talentierte Rookies, tolles Wrestling… und William Regal. Doch Vince McMahon schwebte eine Vision im Kopf herum, die das Unterhaltungsfernsehen revolutionieren sollte und genau für diese Revolution musste Extreme Championship Wrestling weichen. Ok, was man uns dann präsentierte, revolutionierte das Wrestlingbusiness dann wohl kaum mehr als die deutsche Musikindustrie durch Lavive, Mehrzad Marashi und diese X-Factor-Frau revolutioniert wurde, aber es bot ab der ersten Stunde reichlich Gesprächsstoff. Mehr oder weniger unbekannte Jungstars bekamen – mehr oder weniger – etablierte WWE-Superstars an die Seite gestellt und mussten sich durch die Show kämpfen, um am Ende einen WWE-Vertrag und einen Titelkampf zu gewinnen. Bei der Bekanntgabe der Teilnehmer stand die Internet Community Kopf – denn ausgerechnet Smartmark-Ikone Bryan Danielson bekam als Pro The Miz zur Seite gestellt. DEN The Miz, diesen Trottel, aus dem niemals etwas bei WWE werden würde. Der sollte das wohl talentierteste Stück Fleisch im gesamten Roster coachen? Dass das ein gutes Ende nahm, das wissen wir heute, aber auch damals, als das noch nicht abzusehen war, da sorgte es im Wrestlingbusiness zumindest für die notwendige Publicity.
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