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Best of... 2011 - Ein Jahresrückblick

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Kolumne
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"Best of... 2011 - Ein Jahresrückblick" von Ben
Best of… 2011 - Ein Jahresrückblick.

Tradition. Selten wird man öfter mit dieser an Schwammigkeit nicht zu überbietenden Tugend konfrontiert als zur Weihnachtszeit. Ein einziges kleines Wort, das als Killerargument für eine Vielzahl vollkommen sinnfreier Verhaltensweisen verwendet wird. „Warum?“ – „Is‘ Tradition.“ – ein klassischer Wortwechsel, dem jeder schon begegnet ist und dem selten einer widerspricht. Und das macht Weihnachten für mich stellenweise so dermaßen anstrengend. Nicht nur traditionell, sondern statistisch ziemlich eindeutig findet 7 Tage nach Weihnachten der Jahreswechsel statt. Ein Ereignis, der nicht minder Sinnlosigkeiten mit Tradition erklärt. Wir kaufen uns bunte Raketen für Unmengen von Geld und schießen es in den Himmel. Nicht etwa, weil wir etwas gegen ihn hätten – was ich für die eigentliche Intention halte, auf etwas zu schießen – nein, weil es… genau, Tradition ist. Okay, und Spaß macht, ja, Spaß machen aber auch Tortenschlachten, Dosenwerfen und Mord-im-Dunkeln, aber das ist halt nun mal keine Tradition. Und doch hab ich ja ein gewisses Grundverständnis für Sachen, die zur Tradition wurden, weil sie durch die Generationen getragen werden, weil es ein gutes Gefühl gibt etwas nachzuerleben, was auch der Großvater schon genau so erlebt hat.

Wo es eng wird ist, wenn Tradition aufgezwungen wird. Als eben jenes Totschlägerargument in sinnfreien Diskussionen angebracht wird. Und genau das passiert – unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel und dieser Wandel verändert unser Leben. Die Medien geben uns Formate vor – was harmlos anfängt mit der Feuerzangenbowle zu Weihnachten oder Dinner for One an Silvester, lässt uns heute Jahr für Jahr „traditionelle“ Kaugummishows wie DSDS, das Dschungelcamp oder Big Brother ertragen. Und wir tun es, wir ertragen es, denn „Dieter Bohlen ist ja heute ein elementarer Bestandteil der modernen Fernsehlandschaft“. Echt? Warum? Weil man ihn uns vorgesetzt hat. Und das war erst das Fernsehen – im Internet wird das noch viel schlimmer. Eine nette Tradition gibt es allerdings und das ist die zur Wahl des Unworts des Jahres. Zwar müssen wir für 2011 noch bis zum 17. Januar auf die Verkündung warten, aber heiße Kandidaten gibt es bereits. Doch auch wenn ich „Plagiatsaffäre“, „Stresstest“ oder „Biosprit“ für durchaus passend und für den Titel qualifiziert halte, fehlt mir ein Begriff in der Kandidatenliste elementar. Und hiermit starte ich einen Aufruf, einen Aufruf als Wrestlingfan, als jemand, der jede WWE-Show verfolgt, sie versucht zu genießen und das ganz oft einzig und allein auch für sich selbst nur mit dem Traditionsgedanken begründen kann – Leute, helft mir und nominiert „trending“.

2011, der Jahresrückblick, das ist meine ganz persönliche Tradition, mit dem WWE Jahr abzuschließen. Mit einem Jahr, indem nicht mehr zählte, wer am Ende siegt oder verliert, sondern wessen Name oder Wortkreationen „trenden“. Web 2.0 hat WWE erreicht und auch die Landschaft des Endprodukts nachhaltig beeinflusst. Ob das gut ist, darum geht’s im „Best of – 2011. Ein Jahresrückblick“.


Ich will Eiscreme!

World Wrestling Entertainment hat mich alten Traditions-Widerling über die vergangenen 12 Monate hinweg stellenweise verwöhnt, weil man eben auf Altbekanntes pfiff, stellenweise aber auch verbalen – fast sogar non-verbalen – Amokläufen nahe gebracht, indem man seine eigene Tradition hegte und pflegte. Fangen wir aber mal damit an, was schön war, was neu war, wofür wir 2011 in wohliger Erinnerung behalten werden. WWE hat ein Gefühl entwickelt, ein Gefühl in uns, das uns bestimmt, das neu ist, nie da war und erstmals als Wrestlingfan in uns beim Betrachten des Produktes brodelt.

Wir. Wollen. Eiscreme.

Das ist es, was wir der Welt seit Monaten mit unseren lauten Organen mitteilen, wenn wir in den durch WWE prall gefüllten Hallen sitzen. Doch wo kommt er her, dieser unbedingte Wunsch nach Eiscreme? Warum um alles in der Welt ist der größte Wunsch im modernen Wrestlingfan am Ende des Jahres 2011, der nach Eiscreme? Hat der denn keine andere Sorge? „Der“ – das ist „der“, der das Business besser zu kennen meint als… das Business selbst. Der jene bejubelt, die schon mal in Turnhallen kämpften, sich etwas neben dem Mainstream bewegen und weder John Cena, noch Rey Mysterio Jr. oder Randy Orton heißen. Der ist es, der 2011 scheinbar keine anderen Sorgen hat, als um Eiscreme zu betteln. Gut okay, es sind dieselben Nasen, die einst „We want Matt!“ chanteten, sich dafür toll fanden, für schlau hielten und sich dafür eigentlich auf Ewigkeit für das Kundtun ihrer Meinung in der Öffentlichkeit disqualifizierten (ich gehörte übrigens zu ihnen). „We want Icecream!“ – genauso wenig wie wir damals eigentlich Matt Hardy sehen wollten, sondern eher das blöde Gesicht von Vince McMahon, Lita und Edge, wollen wir heute auch nicht wirklich Eis haben, sondern etwas anderes zum Ausdruck bringen.
Nämlich, dass wir momentan einfach keine anderen Sorgen haben.
2011 endet mit einem CM Punk als WWE Champion, der Fleischwerdung des Web 2.0 Zack Ryder als United States Champion, Internetliebling Cody Rhodes als Intercontinental Champion, der einzigen als Wrestlerin akzeptierten Diva Beth Phoenix als Women’s Champion und Bryan Danielson als World Heavyweight Champion. Mal ehrlich, das einzige was uns diese Situation zum Ende des Jahres 2011 noch angenehmer machen könnte, ja, das wär dann wohl nen Eis.


Und plötzlich kam das Gold.

Die Zeiten, in denen sich ein Wrestler über viele Jahre, fast sogar Jahrzehnte bis zu einem Main Event Spot hocharbeiten musste, die sind schon lange vorbei. Spätestens seitdem Money in the Bank erfunden wurde und per eigenem PPV nun schon fast inflationär verwendet werden kann, wird der Aufbauprozess eines neuen Main Eventers immer kürzer. Es gibt zwei World Titles, dazu noch zwei Chambers pro Jahr, einen Rumble und zwei spontan einlösbare Koffer. Und schon 2010 spielte man „Wer hat noch nicht, wer will noch mal?“ – so wurde beispielsweise ein Jack Swagger World Heavyweight Champion, ein absoluter Neuling ohne nennenswertes Standing, weder vor noch während oder nach seiner Regentschaft. Nur ein Jahr später verliert der selbe Kerl Matches in Rekordzeit gegen Santino Marella durch Eingriff eines Muppets. Will heißen: In der Moderne wird gehandelt, es wird getestet und nicht mehr spekuliert und beobachtet. Aber auch für Veteranen, die ihren Platz an der Spitze räumen mussten oder diesen in vielen vielen Jahren nie wirklich erhalten haben, bot sich eine neue Chance über das neue Champion-Modell. 2010 war es Kane der vom Midcarder binnen einer Nacht zum glaubhaften World Champion wurde. Und schon damals mussten wir feststellen, dass auch diese verdammte Medaille zwei Seiten hatte.

Und immer noch hat. Denn neben den Ortons, Cenas und Punks gewannen auch Männer 2011 das große Gold, die man wohl eher weniger auf dem Schirm hatte. Unter den Newcomern holte sich der trotz kurzer WWE-Karriere als lange überfällig bezeichnete Alberto del Río seinen ersten und sogar seinen zweiten WWE Title, stand in insgesamt 8 PPV-World-Title-Matches. Dolph Ziggler beschäftigte Del-Rio’s designierten Wrestle-Mania-Gegner Edge bis zu diesem Showdown mit einer der besten Fehden des Jahres und gewann in dieser ebenfalls seinen ersten World Title – und schaffte es anders als Neu-Kompagnon Swagger im Vorjahr, seinen Status trotz der kurzen Regentschaft immer weiter und weiter zu festigen. Während Swagger durch sein Versagen die Vorlage für einen Welthit gab („Lose like Swagger“, das eigentliche Original zum vermainstreamten „Move like Jagger“), ist Ziggler ein Topdraw der Midcard geworden und wurde beim letzten RAW des Jahres zum No.1-Contender auf den WWE Title. Und dann war da ja auch noch Daniel Bryan, der plötzlich World Heavyweight Champion war und heute weiß man immer noch nicht so recht warum und wieso.

Doch auch die 2010er Kane-Rolle wurde in diesem Jahr prominent besetzt. Einmal mit Christian, wonach die Gemeinde seit Jahren schrie und es dann am Ende aber doch blöd fand, als es soweit war. Zum anderen Mark Henry, den niemand in dieser Rolle sehen wollte, der es am Ende aber ziemlich gut machte. Und wenn auch nur für 45 kurze Sekunden – selbst Big Show, der alte Haudegen, sollte nach neun Jahren mal wieder das große Gold tragen dürfen und so überflüssig dieses Faktum auch auf dem Papier erscheint, bietet es aktuell doch ordentlich Zündstoff in einer World-Title-Szenerie die zuvor nur daraus bestand, das alles und jeder auf diesen umfangreichen schwarzen Mann eingeprügelt hatte, nur um sich am Ende unter ihm wiederzufinden.
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