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Best Of... Januar 2013

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Kolumne
Ausgabe

"Best Of... Januar 2013" von Ben
Best of… Januar 2013


Es wirkte schon etwas befremdlich. Ich befand mich Ende Januar auf dem Rückweg von einer stressigen Arbeitswoche und genoss das zur Routine gewordene ICE-Gedeck in der Bahn, bestehend aus einem halben Liter Becks und dem Deutsche-Bahn-Schinken-Käse-Baguette mit dieser furchterregenden aber auf seine Art doch irgendwie leckeren gelben Soße aus dem Bordrestaurant. Mit vollem Mund und vollen Händen war ich erstmals während der mehrere Stunden andauernden Fahrt nicht mit dem Hin- und Herwischen auf meinem iPhone-Display beschäftigt und begann meine Mitreisenden zu beobachten. Und zu belauschen, was eher unabsichtlich passierte. Denn von der Sitzreihe hinter mir schallte ein Gespräch, das meine Aufmerksamkeit gewann – bei genauem Hinhören, und das war so befremdlich, vernahm ich, dass „John Cena“ der Inhalt der Unterhaltung war. Allein dies ist schon ungewöhnlich, noch mehr allerdings durch die Tatsache, dass es sich gemessen an einem unauffälligen Blick aus dem Augenwinkel, der Stimmfarbe und dem leichten Mottenkugelgeruch um zwei Damen weit fortgeschrittenen Alters handelte, die sich scheinbar über WWE’s Posterboy unterhielten. Nach anfänglicher Verwirrung versuchte ich mein Schinken-Käse-Baguette betont leise zu kauen und verfluchte erstmals das extrem krosse Brot, das die Füllung umschloss. Mein Kaugeräusch, die Klänge der Bahn, das Schnarchen des dicken Mannes schräg vor mir und nicht zuletzt der etwas nuschelig-krächzende Tonfall der Damen machten es für mich zu einer Konzentrationsangelegenheit höchsten Grades, dem Inhalt folgen zu können. Unmissverständlich redeten sie aber tatsächlich über John Cena. Meinen Kopf drehte ich weiter in Richtung des Schlitzes zwischen den Rückenlehnen, um dem Gespräch besser folgen zu können und rechtfertigte dies durch einen aufgesetzt interessierten Blick aus dem Fenster hinaus in die Dunkelheit. John Cena. John Cena sei eine Nervensäge. Er sei falsch und nutze andere aus. Er habe nichts geleistet um da zu sein, wo er ist. Besonders im Vergleich mit seinen Mitstreitern. Auch wenn er sich für beliebt halte, habe er in Wirklichkeit aber gar keinen Zuspruch des Publikums. John Cena. Irgendwas mit einer Feindin. Vermutlich AJ? Irgendwas mit eliminieren. Royal Rumble vielleicht? Irgendwas mit Rausvoten. Moment. Rausvoten? Das geht? Man kann John Cena rausvoten? Alter, ich brauch die Nummer. Und die für Orton. Der Bachelor? Was? Fischabfälle? John Cena? Hä?
Georgina. Es ging um Georgina. Meine Welt war wieder im Gleichgewicht, die Omas hatten keine Ahnung, wer AJ Lee war, dass der Royal Rumble bevorstand und dass wir Wrestlingfans im Gegensatz zu ihnen, den Fans des Dschungelcamps, eine schwere Bürde tragen – wir, wir können unsere Nervensäge nicht einfach rauswählen. Unser Ex-Star frisst die Würmer einfach so aus Spaß, um überhaupt nochmal ins Fernsehen kommen. Unsere Bitch geht freiwillig und wartet nicht, bis wir sie abwählen. Und seit Randy Orton nicht mehr im World Title Picture mitmischt, werden unsere Titel auch nicht mehr zwischen nem Trottel und ner Transe ausgemacht, bei uns machen’s Monster, Mexikaner, Punks und ‘nen Filmstar. Aber… Ob das besser ist?


Beste Storyline/Fehde
…oder „Welcome to the Jungle“

Unser Filmstar ist immerhin nen echter Filmstar. Ein Weltstar. Und zwar einer, dessen Karriere mit „Welcome to the Jungle“ erst richtig losging und eben nicht schon lang vorbei war. Unser Filmstar ist The Rock. Und der, so wissen die belesenen unter uns, war noch nicht immer Filmstar. In einem früheren Leben, da war er nämlich ein Wrestler. Ein Sports-Entertainer, einer, der Woche um Woche die Massen elektrisierte. Er war das, was John Cena und CM Punk heute sind – und noch mehr. Nach ihm benannte man Pay-Per-Views, nach ihm benannte man Wochenshows. Er war das Gesicht einer ganzen Ära und als er vor gut eineinhalb Jahren zurück in eben diesen seinen Ursprung fand, da war das ne Mörder-Sensation. Verdammt, was hab ich vor dem Fernseher gesessen, als Vince McMahon den Host für WrestleMania 27 bekannt geben wollte, das Licht erlosch und ein so antik erscheinendes „If you smell“ unter tosendem Applaus erschallte. Eine Promo um Frühstücksflocken, lila Dinosaurier und betrunkene Hobbits, die einfach Spaß machte. Dann, um die Erzählgeschwindigkeit mal etwas zu erhöhen, versaute er den kommenden WrestleMania-Main-Event, startete eine einjährige Fehde und bestritt sie zu Großteilen „via Satelitte“ und kündigte nach seinem großen Comeback-Triumph an, WWE Champion werden zu wollen. Und war wieder weg. Fast über den gesamten Zeitraum war ein einziger Mann WWE Champion, besaß also das was Rock haben wollte. Und tatsächlich kam genau das, er behielt den Gürtel bis zu dem Tag, an dem The Rock seine Drohung war machte. So, und jetzt kommt eigentlich der Moment, in dem ich diese leicht zynische Einleitung in einer Hasstirade gipfeln lasse, … mach ich aber nicht. Denn CM Punk und The Rock, die haben das gut gemacht. Die beiden haben es geschafft, nicht einfach nur der Trailer für das große Rock-Cena-Rematch zu sein. Mit CM Punk und The Rock hat man etwas erschaffen, das sicherlich nicht episch war, das aber, und wir müssen viele Jahre zurück gehen um etwas Vergleichbares zu finden, den vermeintlichen WrestleMania-Main Event aufgebaut hat, dabei eine eigene und glaubwürdige Geschichte erzählt hat und eben nicht wie ein Lückenfüller zum Grandaddy wirkte. Der einzige bittere Beigeschmack – und ich rede jetzt nicht von Punks Titelverlust oder Fischabfällen – besteht eigentlich darin, dass uns so aufgezeigt wurde, dass Rock-vs-Punk vermutlich dann doch die viel bessere Geschichte für die WrestleMania-Bühne gewesen wäre und es Cena jetzt sehr schwer haben wird, zusammen mit Rocky einen drauf zu setzen.


Schlechteste Storyline/Fehde
…oder „The Band is Dreck together”

Es war nur kurz, aber es war wirklich – wirklich – ganz schön doof. Aber es war kurz und damit hatte es zumindest diese eine positive Facette. Die Rede ist von der Fehde zwischen Sheamus und 3MB, einer Fehde zwischen einem Main Eventer und drei Jobbern, was an sich ja schon mal nichts ist, was jetzt zum Standardprogramm gehört. Wobei… auch das ist ja eigentlich wieder gut, dass es nicht vom Fließband kommt, dass es Abwechslung bedeutet. Das macht’s ja eigentlich echt zu was Gutem. MACHT’s NICHT! Verdammt nochmal. Über Jahre und Monate schafft man es ohne große Anstrengung, Drew McIntyre wie einen Dulli aussehen zu lassen. Man schafft es Heath Slater und Jinder Mahal wie Dullis… ne anders.. man unternimmt nichts dagegen, dass die zwei wie Dullis aussahen. Dann macht man aus Slater sehr erfolgreich einen Kultdulli und lässt Mahal und McIntyre auf dieser Welle mit nach oben schwimmen. Sie gewinnen, sie bekommen Reaktionen, sie bekommen Aufmerksamkeit. Und wir fangen schon mit dem Träumen an, wer denn wohl eher das Tag Team ist, wer denn wohl eher die Einzeltitel anpeilt. Plötzlich fällt dem Booking-Team auf, dass sie grad diesen Iren über haben, dass der grad keine Geschichte hat, Mist, aber doch für den Royal Rumble stark aussehen soll. Boah, den hatten sie grad gar nicht mehr auf dem Schirm. Naja, aber was solls… Also nimmt man die ehemaligen Dullis und macht das „ehemalig“ ehemalig. Aber, das muss man ja sagen, es war kurz. Immerhin. Das macht’s besser. MACHT’s NICHT!


Bestes Gimmick
… oder „Si Si Si“

Und plötzlich ist Alberto del Río Face. Und World Champion. Das ging jetzt so schnell, das hat mich irgendwie überfordert. Die eine Woche überfährt er noch den Weihnachtsmann und wird Opfer der cena’schen Rache, schafft er etwas später plötzlich und unverhofft das bei einer normalen Smackdown-Ausgabe, was ihm über ein Jahr lang bei keinem PPV gelungen war. Und dann auch noch in der Rolle des Guten. Del Rio. Der Typ, der einfach alles darstellt, was einen Heel ausmacht. Der zum Heel geboren ist, der ihn so überzeugend gespielt hat, dass er niemals als Face akzeptiert werden würde. Und dann teamed er plötzlich mit dem Brooklyn Brawler und The Miz gegen die Job Squad, rettet den Ansager den er regelmäßig gemobbt hat vor dem glatzköpfigen Riesen und ist auf einmal ein Guter? Moment… The Miz? Alberto Del Rio wird Face, indem er an der Seite von The Miz kämpft? Scheiße, was ist im letzten Jahr passiert? Doch das allerschlimmste, das aller aller schlimmste an der ganzen Sache ist – das funktioniert. Das funktioniert beim Publikum, das funktioniert bei mir. Alberto Del Rio gewinnt den World Title und ich dreh fast durch vor Freude. Ich mache den Fernseher lauter, wenn seine Musik ertönt, da wo der Reflex noch vor weniger Wochen vorgespult hat. Ich freue mich auf Kämpfe, Segmente und Promos zwischen Big Show und Alberto Del Rio. Verdammt nochmal, da hat WWE aber echt mal was richtig gemacht. Doch eins wurmt mich. Ich weiß einfach nicht, wie sie das gemacht haben. Ich finde keinen Grund, keine Methodik. Auf einmal ist Alberto Del Rio cool, ich find ihn cool, er macht’s cool. Alles cool.
Cool.
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