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Das J*Crown-Turnier

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Kolumne
Ausgabe

"Das J*Crown-Turnier" von Axel Saalbach
Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Axels Flimmerkiste! In der heutigen Edition stehe ich wieder allein auf freier Flur, Rainfall hat sich aus dem Staub gemacht und mir mein angestammtes Schlachtfeld überlassen. Alle Resonanzmails werden diesmal also nur in meinem Briefkasten landen, zum entsprechenden Kontaktformular gelangt ihr am Ende dieses Beitrages.

Was ich heute rezensieren werde, hat ein deutlich höheres Maß an Qualität als zuletzt, weswegen ich heute mal ehrfürchtig meine sachliche Seite herauskehren werde. Sachlichkeit aus dem Hause Saalbach heißt, dass ich heute Gefahr laufe, etwa so holprig zu agieren wie die greisen Beteiligten an dem furchtbar aufgesetzt wirkenden Finale von Victory Road. Diesmal lege ich also mal ein wenig mehr Wert auf den belehrenden Aspekt, der bekanntlich eines der ursprünglichen Ziele dieser Kolumne war. Die heutige Ausgabe der Flimmerkiste ist demnach mit einem für ihre Verhältnisse überdurchschnittlichen Maß an Informationen vollgestopft und widmet sich nicht einer einzelnen Show, die an einem Abend durchgezogen wurde, sondern einem Turnier, das über ganze vier Tage lief. Es wurde von New Japan Pro Wrestling im Rahmen des G-1 Climax im Zeitraum vom 2. August bis 5. August 1996 abgehalten und hatte das Ziel, acht verschiedene Titel aus vier unterschiedlichen Leichtgewichts-Klassen miteinander zu vereinen. Thema der heutigen Flimmerkiste ist also das Turnier um den J-CROWN Octuple Unified Title.

J*CROWN: ALL OR NOTHING
Zeitraum:
2. bis 5. August 1996

Das Besondere an diesem Titelvereinigungs-Turnier war, dass hier nicht nur ein paar Titel einer einzelnen Promotion miteinander zusammengefasst werden sollten, denn die betroffenen Titel waren unterschiedlichster Herkunft. Die Flimmerkiste wird deshalb heute etwas anders aufgebaut sein als sonst - der Hauptaugenmerk liegt nicht ausschließlich auf den Kämpfen, diesmal soll auch kurz auf die Titel und Titelträger eingegangen werden. Ich beginne mit den vier Viertelfinals, die am 2. und 3. August stattgefunden hatten. Das erste Match bestritten dabei The Great Sasuke und Masayoshi Motegi am 2. August.

The Great Sasuke

Great Sasuke ging als ein Vertreter von Michinoku Pro und als amtierender Träger des IWGP Junior Heavyweight Title in das Turnier. Sasuke hatte sich am 29. April des gleichen Jahres gegen Jushin Thunder Liger durchgesetzt, seines Zeichens mit Abstand der Rekordhalter des Titels. Den IWGP Jr. Heavyweight Title gab es seit dem Jahre 1986. Man hatte ihn erstmals durch ein Turnier vergeben, an dem neun Wrestler teilgenommen hatten, und an dessen Ende sich Shiro Koshinaka gegen Cobra durchsetzen konnte.

Den wenigen Lesern, die Masanori Murakawa alias Great Sasuke nicht kennen sollten, sei noch kurz die altbekannte Anekdote aus seiner politischen Karriere eingeflochten: nachdem er im vergangenen Jahr in die Bezirksversammlung von Iwate gewählt wurde, trug er bei allen politischen Debatten weiterhin seine Maske. Er begründete das Ganze damit, dass er mit seinem zweiten Gesicht die Wahl gewonnen hätte, und dass es ein Bruch von Versprechen wäre, wenn er sie abnehmen würde.

Masayoshi Motegi

Motegi ging als Vertreter der Wrestle Dream Factory und amtierender Träger des NWA World Junior Heavyweight Title in das Turnier. Diesen Titel hatte man zwar Ende der achtziger Jahre eigentlich eingestampft, aber fast genau ein Jahr vor dem J*Crown Turnier hatte man ihn wieder aus der Versenkung gehoben. Dazu veranstaltete man ein Turnier, bei dem sich Motegi im Finale gegen El Hijo del Santo durchsetzen konnte.

Die Geschichte des NWA World Jr. Heavyweight Title reichte schon mehr als ein halbes Jahrhundert zurück, und zahlreiche prominente Namen hatten ihn gehalten. Unter ihnen befanden sich Verne Gagne, Freddie Blassie, Mike DiBiase Jr. und Dory Funk Jr.. Am häufigsten konnte Danny Hodge den Titel sein Eigen nennen, nämlich ganze achtmal.

Das Match selbst begann mit einem offensiven Motegi und einem Dive nach draußen, dann verlegte man sich recht schnell auf Mat Wrestling. Motegi dominierte zunächst und konzentrierte sich vorrangig darauf, die Beine seines Gegners zu schwächen. Rund sieben Minuten ging das gut. Zwischenzeitlich hatte Motegi sogar noch genug Zeit, um sich einen Stuhl aus den Publikumsreihen zu schnappen und ihn auf Sasuke zu werfen. Insgesamt war sein Anteil an dem Kampf auch recht wenig aufwendig: er musste immer nur Sasuke in einen Hold nehmen, und der machte dann die ganze Arbeit, indem er den gequälten Herrn spielen durfte, der aus den Holds auszubrechen versuchte. Danach gab es von Sasuke endlich Offensive zu sehen, und wie: mit einem abenteuerlichen Tope Con Hilo kam er übers oberste Seil nach draußen geflogen. Man kann klipp und klar sagen, dass das die mit Abstand denkwürdigste Szene des gesamten Kampfes war. Ansonsten gab es ordentliche Kost zu sehen, wenn auch nicht mehr als das. Auch ein Tope Suicida von Motegi konnte bei weitem nicht mithalten. Am Ende setzte sich Sasuke erwartungsgemäß durch - nämlich mit einem Tiger Suplex Hold. Ein ganz ansehnlicher Auftakt, aber im weiteren Verlauf durfte es natürlich gerne noch ein ganzes Stück besser werden.
Sieger: Great Sasuke nach 11:50 Minuten (befriedigend)

Im zweiten Viertelfinale, das ebenfalls am 2. August 1996 stattfand, sollten die beiden hierzulande wohl prominentesten Teilnehmer des Turnieres aufeinandertreffen: der Último Dragón und Jushin Thunder Liger.

Último Dragón

Der Último Dragón ging als Vertreter der Wrestling Association *R*, besser bekannt unter dem Kürzel WAR, und gleichzeitig als amtierender Träger des WAR International Junior Heavyweight Title in das Turnier. Den Titel konnte man damals noch als "Frischling" bezeichnen, denn man hatte ihn gerade mal etwas mehr als ein Jahr zuvor erschaffen. Die Erstvergabe erfolgte im März 1995 durch ein Turnier, an dem acht Wrestler teilnahmen. Dabei konnte sich Gedo im Finale gegen Lion Heart durchsetzen. Die Geschichte des WAR International Jr. Heavyweight Title endete zeitgleich mit der Schließung der Promotion im Jahre 2000.

Zur nun schon fast zwanzig Jahre andauernden Wrestling-Karriere des Último Dragón alias Yoshihiro Asai muss man kaum noch ein Wort sagen - aufgefallen sollte er den "Main Stream-Fans" spätestens bei seinem Sieg gegen den damaligen Träger des EWW British Women’s Title, Dean Malenko, denn nach diesem Match schleppte Asai gleich neun Titel auf einmal mit sich herum. Eine skurrile Randnotiz zu seinem Schaffen ist, dass er es zum Beispiel ins Professional Wrestling Online Museum geschafft hat und man dort bedauert, dass seine Karriere "so früh" endete - man hatte ein zwischenzeitliches Karriereende aufgrund von Verletzungen zu früh als unumstößlich hingenommen. Damit war man bei den geschätzten Kollegen nicht alleine: auch hier bei Genickbruch wurde er von der Leserschaft nach seinem damaligen Karriereende in die Hall of Fame gewählt, die zugehörige vom Onkel verfasste Biografie findet ihr in der zugehörigen Kategorie.

Jushin Thunder Liger

Jushin Liger ging als einer der Vertreter von New Japan Pro Wrestling ins Turnier, da er zu diesem Zeitpunkt der amtierende Träger des British Commonwealth Junior Heavyweight Title war. Auch dieser Titel hatte noch keine lange Geschichte, erst im Jahre 1995 hatte man ihn erschaffen, Doc Dean wurde zum ersten Titelträger. Zumeist wechselte der British Commonwealth Jr. Heavyweight Title in Japan seinen Besitzer, doch ein paarmal war es auch in London der Fall - dort stammt der Gürtel auch her.

Jushin Liger alias Keiichi Yamada dürfte den meisten Lesern noch aus seiner Zeit bei World Championship Wrestling bekannt sein, denn er bestritt einige der besten Kämpfe in der Geschichte der Promotion. Gleich bei seinem USA-Debüt konnte er sich im Jahre 1991 den WCW World Light Heavyweight Title von Brian Pillman sichern. Die beiden bestritten im Übrigen auch das erste Match, das jemals bei der inzwischen legendären WCW-Hauptshow Monday Nitro stattgefunden hatte. Am 4. September 1995 konnte sich dabei diesmal Pillman durchsetzen. Zur zugehörigen Show gibt es im Showarchiv einen ausführlichen von Indikator geschriebenen Bericht, diesen könnt ihr in einer ruhigen Stunde hier nachlesen.

Liger und der Último Dragón lieferten einen sehr skurrilen Kampf ab. Skurril war er deshalb, weil er äußerst kurz war, für seine Kürze aber unglaublich vollgeladen mit tollen und spektakulären Aktionen. Schon nach wenigen Sekunden gab es für die durch Motegis Ausführung verschreckten Zuschauer durch den Dragon eine Demonstration, wie man einen Tope Suicida richtig vollführt. Es folgte noch ein Somersault des Dragon vom Turnbuckle nach draußen, ehe Liger zurück im Ring aufdrehte. In dieser Phase gab es mehrere rascher Coverversuche auf beiden Seiten, der letzte davon erfolgreich: der Dragon gewann mit einem Magistral Cradle.
Sieger: Último Dragón nach 2:38 Minuten (befriedigend)

Eigentlich schade, dass ich dem Kampf nur ein "befriedigend" geben kann, da die Qualität der knapp drei Minuten sehr hoch war - eine solch kurze Matchdauer erzeugt jedoch das an einem selbst nagende Gefühl, dass man hier eine viel längere Abendunterhaltung draus hätte machen können. Mit dem Match waren die Kämpfe vom 2. August vorüber, und weiter ging es mit den beiden Viertelfinals vom folgenden Tage.

Shinjiro Ohtani
Ohtani war der zweite Vertreter von New Japan Pro Wrestling, er ging als amtierender UWA World Junior Light Heavyweight Title Champion in das Turnier. Immer dann, wenn der Titel bei New Japan verteidigt wurde, ließ man das "Junior" aus seinem Namen weg. Wer unsere Lucha-Legenden-Rubrik schon einmal unter die Lupe genommen hat, der wird wissen, dass die Universal Wrestling Association Mitte der siebziger Jahre aus der sogenannten Independent-Revolution in Mexiko hervorgegangen ist. Aus dieser Zeit stammt auch der Titel. Am 20. November 1977 wurde César Valentino sein erster Besitzer, indem er sich gegen Aníbal América Salvaje durchsetzte. In seiner Historie finden sich prominente Träger wie El Solitario, El Signo und Sabu wieder.
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