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Bill Goldberg: Who's next?

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Kolumne
Ausgabe

"Bill Goldberg: Who's next?" von Axel Saalbach
Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Axels Flimmerkiste! Zunächst mal ein Dankeschön für die gehörige Portion an Resonanz, die ich in den vergangenen beiden Wochen zugeschickt bekommen habe. Im gleichen Atemzug eine Entschuldigung an all diejenigen, denen ich wegen der Mailmasse nicht auf ihre Zuschriften antworten konnte - ich schätze, die zweimonatige Pause hatte die Leser dazu gebracht, ihre Mitteilsamkeit aufzustauen, und nun musste sie erstmal abgelassen werden. In den kommenden Wochen rechne ich mit einer sich normalisierenden Anzahl von Zuschriften, so dass ich wieder auf alles eingehen kann. Zum zugehörigen Kontaktformular gelangt ihr am Ende dieses Beitrages, Resonanz ist jederzeit erwünscht.

Auch in der heutigen Woche wird keine bestimmte Show behandelt, sondern ein Best Of-Video eines einzelnen Wrestlers. Dabei handelt es sich um einen Mann, dessen Leistungen im Ring von einer Hälfte der typischen Internetuserschaft gerne ein paar Klassen weiter unten angesiedelt werden, als sie tatsächlich sind (was nicht heißt, dass sie auch nur ansatzweise gut sind), und dessen Charisma von der anderen Hälfte der typischen Internetuserschaft gerne auf der falschen Seite der Vorhandenseinsgrenze angesiedelt wird. Heute geht es um Bill Goldberg.

BILL GOLDBERG: WHO'S NEXT?
Erscheinungsdatum:
3. März 1999

Wenn Wrestlern, die neu im Business sind, eine riesiger Push verpasst wird, dann muss man immer damit rechnen, dass sie nach ihrer ersten großen Niederlage rasch den Weg in die Versenkung antreten. Damit haben so ziemlich alle Ligen schon ihre Erfahrung gemacht - natürlich auch die WCW. Man denke nur an solch markerschütternde Ausgeburten der Gimmickhölle wie etwa "The Renegade", der nicht nur das wrestlergewordene Zeugnis des überdurchschnittlichen Alkoholgenusses in Bookerkreisen war, sondern der nach dem raschen Ende seines Pushes zunächst in der Gosse, und wenig später ein paar Fuß unter der Erde landete, da er die ganze Entwicklung nicht verkraftete und wohl im Vorbeiflug noch ein paar weitere persönliche Probleme hatte.

Nachdem Bill Goldberg bei Starrcade 1998 gegen einen Taser verloren hatte und somit seine nette kleine Siegesserie fein säuberlich zusammengeknüllt in den nächststehenden Papierkorb verfrachtet worden war, galt es auch "Da Man" neu zu positionieren. Ehe man Gefahr lief, dass diese Neupositionierung schief laufen könnte und man aus dem Herrn kein Geld mehr schlagen konnte, warf World Championship Wrestling schnell ein Video der "Superstars Series" über ihn auf den dahinsiechenden Markt. Dass darauf nichts von den ominösen ersten Gehversuchen Bill Goldbergs in der Wrestlinglandschaft erwähnt wird, die im Internet ein Schattendasein zwischen Gerücht und Realität fristen, so zum Beispiel Goldbergs Auftritt als Jobber bei den Try-Outs zur Zusammenstellung von Roddy Pipers Team für den Main Event von Uncensored 1997 und die berühmt-berüchtigten Dark Matches, versteht sich von selbst. Dass hier vielmehr die ultimative Lobhudelei auf "Da Man" in Videoform vorliegen würde, war so klar wie der Blick durch Bill Goldbergs funktionierendes rechtes Auge. Dass das Verfassen dieser Flimmerkiste damit ein regelrechter Ausdruck von exzessivem Masochismus des Autors ist, liegt auch verdammt nahe.

Auf geht's! Nach ein paar bewegten Bilder der wichtigsten Spears (der erste, der sich hier wegen der ausgelassenen Chance zu einem blöden Britney-Witz beschweren wird, darf sich vorab von mir als beschimpft betrachten) und Jackhammer beginnt "Who's next?" mit einem Bill Goldberg, der das macht, was man sonst eher selten von ihm zu sehen bekommt: er redet. Genauer gesagt redet er über seinen ersten richtigen Kampf bei Nitro, nämlich gegen Hugh Morrus. Dabei nutzt er auch gleich die Gelegenheit, um die homosexuell angehauchten Wrestlingfans auf seine Seite zu ziehen, nicht umsonst bezeichnet er den Kampf als sein Coming Out.

Bill Goldberg vs. Hugh Morrus
Dieser Kampf fand bei Monday Nitro am 22. September 1997 statt. Hugh Morrus ist schon ein bedauernswerter Typ: eigentlich gehört er zu den talentiertesten Kraftpaketen, die jemals in den WCW-Ring gestiegen sind, berühmt geworden ist er aber nur als derjenige, der sich als erster Wrestler für Goldberg hinlegen musste. Goldberg schaffte in diesem Match nach dem No Laughing Matter von Morrus einen Kickout, sprang dann einen völlig sinnlosen Backflip (immerhin, halbwegs ordentliche Körperbeherrschung), powerslammte den Laughing Mann und erledigte ihn mit dem Jackhammer.
Sieger: Bill Goldberg

Die drei aufmerksamen Leser meiner allwöchentlichen Rezensionskolumne werden festgestellt haben, dass die übliche Bewertung des Kampfes diesmal fehlt - das hat seinen Grund: um möglichst viel auf "Who's next?" unterbringen zu können, hat man bei der WCW die Kämpfe zu sehr zusammengekürzt, um eine sinnvolle Analyse von Kampfaufbau und wrestlerischer Leistung vornehmen zu können. Deswegen werde ich mich darauf beschränken, am Ende ein Gesamtresümee zu ziehen.

Es gab ja immer wieder im Internet die Gerüchte, dass "Goldberg"-Chants vom Band gekommen wären. Bei dem Match zwischen Goldberg und Morrus war überdurchschnittlich viel Lärm in der Halle - das lag dann aber wahrscheinlich doch eher daran, dass die WCW Mitte 1997 noch auf dem Höhepunkt ihres Fanzuspruches war. Nach dem Match wollte Okerlund Goldberg interviewen, doch der atmete nur wie ein guter Gaul kurz durch seine Nüstern ins Mikrofon und trabte dann ab. Billy-Boy erklärte das damit, dass Okerlund nicht begriffen hätte, dass er nur bei Nitro gewesen wäre, um sich auf das Match zu konzentrieren. Er sei ein Mann, der durch Gewalt im Ring sprechen würde, nicht durch Worte. So etwas nennt man einen geschickten Schachzug, um nicht vorhandene Fähigkeiten am Mikrofon zu kaschieren.

Danach stand ein Rückblick auf Goldbergs erste Fehde an. Sein erstes Opfer war Steve McMichael, der inzwischen so fett ist, dass ihn hilfsbereite Greenpeace-Aktivisten mit einem Wal verwechselten und ihn ins Meer zurückschieben wollten. Goldberg trat in der Fehde gegen Mongo als Heel an. Das wurde auf "Who's next?" jedoch verschwiegen, schließlich galt es, "Da Man" hier als Top-Babyface darzustellen. Und in Kreisen vieler Wrestling-Promoter geht man eh davon aus, dass die Fans unterbelichtet genug sind, um solche Sachen zu vergessen. Der Ursprung der Fehde zwischen Goldberg und Mongo wurde schlicht damit begründet, dass McMichael als ehemaliger Footballer der bis dahin wichtigste Vertreter der NFL in der WCW war und somit der logische erste Name auf Goldbergs "Liste".

Beim Halloween Havoc 1997 bescherte Goldberg dem Herrn McMichael eine Niederlage gegen den derzeitigen McFit-Angestellten aus Nürnberg-Gostenhof, nämlich Alex Wright, indem er Mongo zunächst einen furchtbar holprigen Spear verpasste und dann das Wunderkind auf ihn legte. Von Alex' Begleiterin Debra bekam er dafür Mongos SuperBowl-Ring.

Bill Goldberg vs. Steve McMichael
Bei Starrcade 1997 trafen Goldberg und McMichael dann endlich aufeinander. Goldberg gewann den Kampf, die WCW räumte für die zugehörige Matchqualität in der 27. Ausgabe der Flimmerkiste ein zünftiges "sehr schlecht" von mir ab. Auf "Who's next?" ist der Rückkampf der beiden zu sehen, denn die Fans mussten das gleiche Match am 8. Januar 1998 nochmal bei Thunder ertragen. Dabei konnte Mongo eine Weile mit ein paar armselig ausgeführten Tackles und ähnlichem Mumpitz in Moveform dominieren, dann jedoch bekam er wie schon zwei Wochen zuvor Spear und Jackhammer ab (letzterer musste diesmal mehrfach angesetzt werden, da er nicht so richtig klappen wollte), Goldberg hatte gewonnen.
Sieger: Bill Goldberg

Das Kapitel Steve McMichael war damit für Goldberg endgültig abgehakt - zum Glück für alle Beteiligten, denn ganz ungeachtet von Bill Goldbergs eigenen wrestlerischen Fähigkeiten war McMichael mit das Schlimmste, was jemals einem Wrestlingfan zugestoßen ist.

Der Heel-Goldberg war nie so richtig bei den Fans angekommen, also musste das Gimmick umgekrempelt werden. Dazu entwickelte man ihm einen aufgefrischten Einzug zum Ring, bei dem ihm von Doug Dillinger (wohin hat den eigentlich der Wind der Zeit verweht?) und einem ganzen Stapel an Sicherheitsleuten der Weg bereitet wurde. Da wir schon oben erwähnten, dass handelsübliche Wrestling-Promoter ihre Fans nicht zwingend für die Hellsten halten, ließ man sich auf "Who's next?" an der Stelle mehrere Minuten Zeit, um einen Einmarsch von Goldberg zu zeigen - schön in aller Ruhe, damit auch der hinterletzte Bush-Wähler begreifen konnte, worum es sich dabei handelt.

Um vorzubeugen, dass man den begleiteten Einmarsch als Hilfsaktion beim Laufen durch Pflegepersonal fehlinterpretieren könnte, wurden an der Stelle beruhigende Kommentatorensprüche eingespielt: "He walks alone, Tony! He doesn't need help from anybody!" Danke, Bobby Heenan. Und die Erde ist eine Scheibe.

Und dann war da der STREAK. Für die hartgesottenen Zuschauer wie mich gab es das Ganze an dieser Stelle im Zeitraffer. Chavo Guerrero Jr. - Spear. Irgendein Jobber - Jackhammer. Stevie Ray - Jackhammer. Disco Inferno - Spear, Jackhammer, Ende. Goldberg kommentierte das Ganze damit, dass ihn Leute wie Disco Inferno stören würden, die im Ring eine Show abziehen, anstatt sich wie er auf das Wesentliche zu konzentrieren. Tja Bill, dafür ist der gute Disco zehnmal unterhaltsamter und zehnmal talentierter. Eine Randnotiz, die mir beim Schauen auffiel: in Deutschlands größtem Wrestling-Dirtsheet in Papierform las ich einst, dass man im Jahre 1999 bei der WCW festlegte, dass die Shows um zehn bestimmte Personen aufgebaut werden sollten, während alle anderen quasi nur Beiwerk waren. Wie ernst die WCW ihre Midcarder und Undercarder nahm, kann man am untenstehenden Bild erkennen - wenigstens über Discos Gimmicknamen hätte man bei der Zusammenstellung von "Who's next" nachdenken können.

Das nächste Thema war dann Raven's Flock. Goldberg gab auch dazu seine Meinung in ein paar Worten ab - er hatte eigentlich eine recht lockere Aufgabe auf diesem Video: er musste ständig nur sagen, dass er in jeder Hinsicht der Beste wäre, während alle anderen aus irgendeinem Grund im Business fehl am Platze seien.

Bill Goldberg vs. Lodi
Eines von Goldbergs Opfern aus dem Flock war Lodi. Der lustige Schildermann musste sich am 16. März 1998 bei einer der berühmt-berüchtigten Ausgabe von Monday Nitro geschlagen geben, die im Club La Vela inmitten des dortigen Pools stattfanden. Lodi wurde natürlich in der altbekannten Manier gesqasht. Lustige Randnotiz: als Goldberg nach dem Pinfall aufstand, blieb er an Lodi hängen und stolperte. Was hat das auf einem "Best of" zu suchen?
Sieger: Bill Goldberg

Danach folgte Goldbergs restliche Geschichte um Raven's Flock im Zeitraffer: nochmal der Pinfall gegen Lodi, die Demontage von Saturn bei Slamboree inklusive der schlechtesten Clothesline jenseits der Lariats von Pierroth Jr., und dann natürlich der Herr des Flocks höchstselbst: Raven. Raven hatte einen Tag vor dem zugehörigen Match den WCW United States Heavyweight Title gewonnen.
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