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FlimmerMania: WWF WrestleMania I

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania I" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania I
In rund zwanzig Wochen ist es soweit - zum 21. Mal wird World Wrestling Entertainment seine jährliche Hauptshow WrestleMania veranstalten. Genickbruch begibt sich schon heute auf den Weg zu WrestleMania und wird in Form von "FlimmerMania" jeden Donnerstag in der Geschichte der Veranstaltung herumwühlen und davon erzählen. Die zwanzigteilige FlimmerMania soll weder ein Bericht von den einzelnen Shows sein, noch soll hier wie in der normalen Flimmerkiste ein Match nach dem anderen auf seine wrestlerische Leistung hin untersucht werden. Vielmehr werde ich hier die Fehden in den Mittelpunkt rücken - es soll also davon berichtet werden, wie es zu den einzelnen Matches bei den zwanzig Veranstaltungen kam, und was sich später daraus entwickelte. Die eigentliche Matchbewertung rückt in den Hintergrund und wird in jeweils ein, zwei Sätzen abgehandelt.

Genau wie in der normalen Flimmerkiste steht euch auch für FlimmerMania stets mein Kontaktformular zur Verfügung, durch das ihr Fragen zu den Shows und Videos, außerdem Korrekturen und andere Hinweise loswerden könnt. Ihr findet es am Ende dieses Beitrages.

Selbstverständlich gehe ich chronologisch vor, somit beginne ich in dieser Woche mit WrestleMania I. Diese Veranstaltung war bereits Thema in der althergebrachten Flimmerkiste, auch wenn das nun schon auf den Tag genau ein Dreivierteljahr her ist und somit von den meisten Lesern sicherlich schon verdrängt wurde. Wer sich also für die exakten Kampfverläufe interessiert und genau wissen will, wie meine Matchbewertungen zustandegekommen sind, der kann sich hier darüber informieren. Alle anderen, die mehr über die Hintergründe wissen wollen, und diejenigen, die nur bunte Bildchen von der Show sehen wollen, sind hingegen hier bei FlimmerMania I richtig aufgehoben.

WWF WRESTLEMANIA I
Datum:
31. März 1985
Veranstaltungsort: Madison Square Garden in New York City
Zuschauer: offiziell über 25.000
Kommentatoren: Gorilla Monsoon und Jesse Ventura

Um einen hintergründigen Artikel über die Erstausgabe von WrestleMania zu verfassen, muss man noch ein Stück weiter zurück in die Vergangenheit reisen. Das Ganze begann etwa zwei Jahre zuvor, als Vince McMahon von seinem Herrn Erzeuger die Federation erwarb. Mit im Gepäck hatte Vinnie Mac genaue Vorstellungen, in welche Richtung er die Geschicke der Promotion lenken wollte. Vince verwandelte die Wrestling-Liga von der Ostküste in einen weltweiten Sports-Entertainment-Moloch, und dabei machte er sich verschiedener Dinge zunutze.

McMahon hielt sich nicht an das ungeschriebene Gebot, dass die einzelnen Territorien Nordamerikas als abgesteckt galten. Er sorgte für eine landesweite Ausstrahlung im Fernsehen durch einen Vertrag mit dem USA Network. Er pumpte reichlich Geld in Stars, die er mit wenig Aufwand zu Publikumsmagneten kneten konnte, allen voran unser aller Flimmerkisten-Liebling Hulk Hogan. Und McMahon erschuf WrestleMania.

WrestleMania war im Endeffekt das Endergebnis eines waghalsigen Unterfangens, das sich "Rock 'n Wrestling Connection" nannte. Waghalsig war es deshalb, weil es ein derartiges Experiment in der Vergangenheit nicht gegeben hatte, und kein Experte dieser Welt vorhersagen konnte, wie es ausgehen würde.

Am 1. August 1981 um 12:01 hatte die zugedröhnte Fernsehgemeinde ihre hauseigene Flimmerkiste angeschaltet und sah zu ihrer Verwunderung eine Aufzeichnung von der ersten Mondlandung. Neil Armstrong stopfte jedoch nicht die amerikanische Flagge in den staubigen Boden unseres guten alten Erd-Trabbis, sondern eine Fahne mit dem Logo von MTV. Kurz darauf plärrten die Buggles in Videoform "Video Killed The Radio Star" über die Leinwand, und der erste komplette Musiksender war geboren. Den jüngeren Lesern sei an dieser Stelle nochmal versichert, dass MTV früher tatsächlich ein Musiksender war - nicht dass ihr euch wundert, wieso ich diesen Begriff mit dem seltsamen Etwas in Verbindung bringe, das seine entartete Zuschauerschaft mit fernsehgewordenem Schwachsinn wie "Dismissed!" in die kollektive Verblödung zu treiben versucht.

Aus MTV wurde alsbald ein aufstrebender Sender mit jugendlichem Charme - eine Entität, die genau das gleiche Image vermittelte, das sich Vince McMahon von seiner Promotion erhoffte. Was lag also näher, für eine Weile gemeinsame Sache zu machen, um sich gegenseitig zu pushen und den rostigen Geldhahn in Bewegung zu setzen?

Gesagt, getan. Die Zusammenarbeit konzentrierte sich dabei in erster Linie auf die geschickte Inszenesetzung einer Person: Cyndi Lauper. Über Cyndi Lauper lassen sich im Prinzip nur zwei Dinge sagen:

1. Die Masse ihres künstlerischen Talentes bewegte sich irgendwo zwischen den gesanglichen Qualitäten einer Laubsäge und der tänzerischen Begabung von Otti Fischer.
2. Die Phase ihres Erfolges dauerte in etwa genauso lange wie die Wachstumsphase einer Schmeißfliege.

Damit war Cyndi Lauper die perfekt geeignete Personifizierung der Rock 'n Wrestling Connection. Deshalb nahmen die Booker ihren kreativen Notizblock zur Hand und sorgten dafür, dass sich Frau Lauper mit Wendi Richter anfreundete. Richter wiederum war eine Wrestlerin, die bei der Federation unter Vertrag stand und in einer netten kleinen Fehde mit der weiblichen Form von Methusalem steckte: mit The Fabulous Moolah, die damals von Lou Albano gemanagt wurde. Den jüngeren Lesern sei an dieser Stelle noch gesagt, dass Captain Lou Albano der Darsteller des Mario Mario in der Super Mario Brothers Super Show war - ihr wißt schon, diese hüpfende männliche Variante der Giana von den Giana Sisters. Ich fürchte, an dieser Stelle rede ich gegenüber der von Pseudospielen verseuchten Jugend gegen eine virtuelle Wand.

Wie dem auch sei, zum ersten Höhepunkt der Rock 'n Wrestling-Angelegenheit kam es am 23. Juli 1984. An diesem Tag strahlte MTV eine Veranstaltung namens "The Brawl To End It All" aus. Moolah verteidigte ihren WWF Women’s Title bei dieser Show gegen die Frau Richter. Titelverteidigungen waren etwas, was Moolah nicht sehr häufig machte - deswegen hielt sie den Titel zu diesem Zeitpunkt bereits ein pfiffiges Vierteljahrhundert am Stück. Bei dem Kampf kam es dann zum großen Upset: Cyndi Lauper griff in das Match ein und sorgte dafür, dass Moolah den Titel an Wendi verlor.

Gemeinsam mit ihrem Manager Lou Albano schmiedete die grimmige Moolah anschließend Pläne, wie man Richter das Gold wieder abnehmen könnte. Die Lösung fanden die beiden in Person von Leilani Kai, die sie unter ihre Fittiche nahmen, damit sie sich gegen Richter durchsetzen konnte. So kam es, dass man ein Match zwischen Wendi und Leilani arrangierte. So, wie sich die Wrestlerinnen selbst bekriegten, bekamen sich auch die beiden Leute in der Managerrolle ständig in die Haare. Deshalb kam es zu der Stipulation, dass Lou Albano in einem Video von Cyndi Lauper mitspielen dürfte, wenn Wendi verlieren sollte. Wenig später fand der Kampf dann statt, Leilani Kai gewann nach Eingreifen von Moolah den Women's Title, und Lou Albano nervte die Zuschauer fortan im ständig rauf und runter gespielten unerträglichen Video zu "Girls Just Want To Have Fun".

Mit einem Rückmatch zwischen Leilani Kai und Wendi Richter hatte man schon einen Publikumsmagneten an der Hand - dass allerdings ein solches Damenmatch noch nicht ausreichen würde, um die bis dahin größte Wrestlingshow aller Zeiten zu inszenieren, verstand sich von selbst. Also musste noch ein Main Event mit Männerbeteiligung her.

Wer zu diesem Zwecke als der Gutmensch schlechthin eingesetzt werden sollte, war von vorneherein klar: mit den alten Sprüchen von Billy Graham und dem Hulkamania-Gimmick aus der American Wrestling Association hatte man Sterling Golden zum Aushängeschild der Liga gebookt, und mit WrestleMania hatte man auch das perfekte Medium in der Planung, um aus Santa mit Muckies die legdropgewordene oberste Geldschleuder des Wrestling-Universums zu basteln.

Was fehlte, war jemand, der die Halle richtig schön gegen sich aufbringen konnte. Da George Walker Bush zu diesem Zeitpunkt noch eine beliebige Schnapsleiche jenseits des öffentlichen Auges war, Ric Flair gerade keine Zeit hatte und sowieso bei der falschen Liga engagiert war, landete man alsbald bei Roddy Piper. Wenn er sich nicht gerade eine Linie legte oder vom Nature Boy unter den ein oder anderen Tisch gesoffen worde, war Piper Mitte der Achtziger jederzeit in der Lage, mit seiner exzessgeformten "Stimme" das Publikum solange anzubrüllen, bis es ihm an die alkoholerprobte Gurgel gehen wollte.

Nun galt es zwei Dinge unter einen Hut zu bringen: einerseits musste man eine Storyline erfinden, um den Hotrod und den Hulkster gegeneinander aufzubringen. Andererseits musste das Ganze auch irgendetwas mit Cyndi Lauper zu tun haben, denn schließlich sollte die MTV-Generation davon Wind bekommen. Einen Grund zu entwickeln, warum Piper etwas gegen Lauper haben könnte, war keine große Sache: man ließ Piper den Lärm hassen, den Lauper als Musik bezeichnete. Das war glaubhaft, das war nachvollziehbar - es war eigentlich alles andere als ein Grund, um Piper zu hassen, aber hey: es waren die Achtziger!

Irgendwann kam es dann dazu, dass Lauper bei einem Gerangel einen Tritt von Piper abbekam. Das rief nun wiederum Hulk Hogan auf den Plan, denn eine solch böse, böse Untat konnte unser Götterbote natürlich nicht so einfach ungeahndet stehen lassen. Hulk schwor, Cyndi zu rächen, und so rief man MTV an und stampfte eine weitere Show aus dem Boden: The War To Settle The Score. Im Übrigen handelte es sich dabei um die Veranstaltung, bei der Wendi Richter ihren Titel an Leilani Kai verlor. Im Main Event der Show trafen Piper und Hogan aufeinander. Das Match endete damit, dass Piper disqualifiziert wurde, weil Paul Orndorff und Randy Ortons mutmaßlicher Erzeuger Cowboy Bob Orton zu seinen Gunsten eingegriffen hatten.
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