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FlimmerMania: WWF WrestleMania II

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania II" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania II @ Los Angeles
Willkommen zur zweiten Ausgabe von FlimmerMania, unserem zwanzigteiligen geschichtlichen Rückblick auf alle bisherigen WrestleManias! Diese Reihe wird bis WrestleMania XXI an jedem Donnerstag erscheinen, für Korrekturen und Fragen aller Art ist der Link zu meinem Kontaktformular am Ende dieses Beitrages zu finden. In der heutigen Ausgabe beschäftige ich mich mit WrestleMania II.

Immer größer, immer umfangreicher, immer mehr - das ist nicht nur Reiner Calmunds Motto bei der Zusammenstellung seiner Essensrationen, sondern es war auch stets Vince McMahons Motto bei der Entwicklung seiner Hauptshow WrestleMania von Jahr zu Jahr. Die zweite Ausgabe von WrestleMania war ein geradezu maßgeschneidertes Beispiel, um diese These glaubhaft zu untermauern.

Mehr bedeutsame Matches! Die Erstauflage von WrestleMania hatte man im Prinzip nur durch zwei Matches promotet - das Match um den WWF Women’s Title, und das Tag Team Match von Roddy Piper und Paul Orndorff gegen Hulk Hogan und B.A. Baracus. Die restlichen Kämpfe waren an sich nicht mehr als bessere Lückenfüller. Hier anzusetzen und ein paar Matches mit Sinn draufzusetzen, das sollte nicht schwierig sein. Oder etwa doch?

Mehr Prominente! WrestleMania I hatte Mr. T, Muhammad Ali war dabei, es gab Liberace zu sehen, und auch Cyndi Lauper hampelte durchs Bild. Während sich der Großteil der Leserschaft jetzt fragen wird, wer diese vier Leute überhaupt sein sollen, hatte sich McMahon schon einen Notizzettel mit Telefonnummern von einer zünftigen Handvoll Durchschnittsprominenz besorgt und sie für seine Show verpflichtet. Nach dem gleichen Rezept werden auch noch heute Nearly-No-Names ausgewählt und auf die Alm oder in den Urwald geschickt - und Zuschauer in den permanenten Hirnentzug.

Mehr von allem! Also auch mehr Veranstaltungsorte! Mehr Veranstaltungsorte? Wieso sollte nicht ein einzelner ausreichen? Ganz einfach: weil man dann nicht beweisen hätte können, dass man mehr auf die Beine stellen konnte als Jim Crockett. Der hatte im Jahre 1985 pünktlich zum Erntedankfest die jährliche NWA-Hauptshow Starrcade gleich an zwei verschiedenen Orten stattfinden lassen. Wenn die NWA an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig veranstalten konnte, dann musste die Federation in den Augen von Vinnie Mac locker an drei Orten gleichzeitig veranstalten können. Und was könnte sich dafür besser eignen als WrestleMania?

Überhaupt lag man damit voll im Trend, denn Starrcade und WrestleMania blieben nicht die einzigen Shows, die zwischen verschiedenen Städten aufgeteilt wurden. Der Great American Bash wurde im Jahre 1986 beispielsweise nicht nur an zwei verschiedenen Orten abgehalten, sondern sogar an zwei verschiedenen Tagen: am 5. Juli 1986 gab es die Show im Charlotte Memorial Stadium, drei Wochen später dann die zweite Hälfte im Coliseum von Greensboro. Es passte auch vollkommen zu der Epoche: Mitte der achtziger Jahre hatte man die Phase der Expansion von regionalen Territorien auf landesweites Niveau erreicht. Die Aufteilung der Shows war letztlich nichts anderes als Ausdruck des damit verbundenen Gigantismus.

WWF WRESTLEMANIA II
Datum:
7. April 1986
Veranstaltungsort I: Nassau Coliseum von Long Island (16.500 Zuschauer)
Veranstaltungsort II: Rosemont Horizon in Rosemont (9.000 Zuschauer)
Veranstaltungsort III: Los Angeles Sports Arena (14.500 Zuschauer)

Drei Veranstaltungsorte bedeuteten zunächst mal einen höheren Personalaufwand. Das zeigte sich beispielsweise in Person der Kommentatoren, denn Gorilla Monsoon und Jesse Ventura konnten sich schwerlich dreiteilen. Wenn das jemand gekonnt hätte, dann allenfalls Cassandra Peterson, besser bekannt als Elvira, Mistress of the Dark. Elvira? Ich schätze, an dieser Stelle muss Platz sein für einen Griff in die Historienkiste.

Aufgrund mangelnder Eigenkreativität bediene ich mich dabei dem Fundus an oberflächlichen Witzen in den Nutzerkommentaren der Internet Movie Database: nach einer unbedeutenden und weitestgehend klamottenlosen Filmrolle Anfang der siebziger Jahre wurde Elvira in den Achtzigern bekannt, da sie über überdimensionale... Fähigkeiten verfügte. Was denn sonst? Ihre Hauptaufgabe bestand darin, auf einem Sofa herumzuliegen, ihre Talente ins rechte Licht zu rücken und dabei stimmungsvoll Horrorfilme anzusagen.

Die sexuell unausgelastete Horrorfilm-Fangemeinde fand Elviras Auftritte ganz schnafte, und so kam die gute Frau über die Jahre zu zahlreichen Engagements bei Horror- und Comedyformaten. Darüber hinaus fand sie auch den Weg auf den ein oder anderen Computerbildschirm. Jawoll - nach der Erwähnung von Mario Mario in der Erstausgabe von FlimmerMania müssen wir auch diesmal einen kurzen gedanklichen Abstecher in die Welt der Computer- bzw. Videospiele machen. Flair Software (nein, kein Lobbyismus des Nature Boy!) fand Elvira offenbar supi und produzierte einen gesunden Mix aus Adventure und Rollenspiel für sensationelle Plattformen wie den Commodore 64. Das Ganze kam recht gut an, selbst der verrückte Autor von FlimmerMania war vor fünfzehn Jahren ein paar Tage mit dem Spiel beschäftigt - und so entschied man sich, sogar noch einen draufzusetzen. Also warf man ein Jump 'n Run namens Elvira 2: "Jaws of Cerberus" und ein Rollenspiel namens Elvira 3: "Waxworks" auf den Markt, die beide in den Händlerregalen verschimmelten. Daraufhin stampfte man etwaige weitere Projekte ein.

Warum aber schreibe ich das Ganze jetzt an dieser Stelle? Ganz einfach: weil Elvira eine der Personen war, die man bei WrestleMania II ans Kommentatorenpult ließ. Und damit hätten wir dann auch schon die erste Prominente, den man in die Show geholt hatte. Denn auch wenn man es heute nicht mehr nachvollziehen können wird: Elvira war durchaus prominent. Sie war gemeinsam mit Jesse Ventura und Lord Alfred Hayes in die Los Angeles Sports Arena geschickt worden, um die dortige Show zu kommentieren.

Die zweite Prominente war Susan Saint James, die wahrscheinlich noch weniger Leser kennen werden - schon allein deshalb, weil sie sich spätestens nach dem fünfmaligen Auskalben mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurückzog und seitdem ein Dasein jenseits von Öffentlichkeit und Fernsehkameras fristet. Da das wiederum schon fast zwanzig Jahre her ist, sollte nachvollziehbar sein, warum sie kein Mensch mehr kennt. Davon mal abgesehen war sie hierzulande eh nie ein großes Licht. Für WrestleMania II hatte man sie verpflichtet, da sie zu dieser Zeit als eine der beiden Hauptdarstellerinnen der Comedyserie "Katie und Allie" ihren letzten Erfolg feierte. Vince McMahon nahm Susan mit an seine Seite ins Nassau Coliseum, um das dortige Drittel von WrestleMania zu kommentieren.

Ins Rosemont Horizon wurden Mean Gene und Gorrilla Monsoon geschickt. Auch hier durfte natürlich eine Prominente nicht fehlen. Die Wahl fiel auf Cathy Lee Crosby. Cathy wer? Ende der Siebziger wurde man auf die damalige Z-Prominente aufmerksam, da sie bei der amerikanischen Version von "Stars in der Manege" eine ordentliche Leistung ablieferte. Daraufhin machte sie der Fernsehsender ABC zum Teil des Moderatorentios von "That's Incredible", der Mutter aller Reality-Shows. Dort zeigte man Erstaunliches (zum Beispiel Behinderte, die besondere Leistungen vollbrachten), Unerklärliches und über weite Strecken unfassbar dummes Zeug. Vier Jahre lang ging das ganz gut, eh man die Show absetzte - und das ist eigentlich alles, was man über Cathys Karriere wissen muss. Es ging dann schnell den Bach hinunter mit ihr. Ihr Partner Joe Theismann, seines Zeichens Quarterback der Washington Redskins, erlitt eine Verletzung, die seine Karriere beendete, und aus der Probleme resultierten, die die Beziehung zwischen ihm und Cathy zerstörten. Die Trennung ruinierte Cathy finanziell. Parallel dazu erkrankte sie am Epstein-Barr-Syndrom, einer Art chronischer Erschöpfung. Mittlerweile ist Frau Crosby in der Bedeutungslosigkeit versunken.

So gesehen scheint WrestleMania durchaus ein paar Parallelen zu den seltsamen "Sport"-Veranstaltungen aus dem Hause Stefan Raab aufzuweisen: dort werden schließlich auch ein paar Semipromis hingeschafft, von denen man mit fast zweifelsfreier Sicherheit sagen kann, dass ihre Karriere nicht mehr lange weitergehen wird.

Drei Schauplätze - das bedeutete natürlich auch, dass man drei verschiedene Main Events aufbauen musste. Das am meisten beachtete Match fand dabei in Los Angeles statt, denn hier trafen Hulk Hogan und King Kong Bundy im ersten und gleichzeitig letzten Steel Cage Match der WrestleMania-Geschichte aufeinander. Im Grunde war die Fehde der beiden nichts, was es nicht schon gegeben hätte - im Gegenteil, es war ein altbekanntes und bereits tausendmal erprobtes Konzept. Das sah so aus, dass man einen körperlich imposanten Bösewicht in die Liga holte, ihn bis zum Gehtnichtmehr pushte, um ihn dann dem liebenswerten Topface der Liga zum Fraße vorzuwerfen.

Wie stark man Bundy pushte, hatte man in Ansätzen schon in der Erstausgabe von FlimmerMania lesen können, denn sein Fake-Rekordsieg bei WrestleMania I gehörte bereits zu diesem Push. Richtig durchdacht hatte man das Ganze jedoch nicht, denn für einen Main Event der wichtigsten Show des Jahres war die Fehde, die sich zwischen Bundy und Hogan entwickelte, hastig und uninspiriert zusammengebookt worden.
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