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WWA Retribution

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Kolumne
Ausgabe

"WWA Retribution" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWA Retribution
Willkommen zur neuesten Ausgabe von Axels Flimmerkiste, der wöchentlichen Showrezension hier bei Genickbruch! Erneut ein Dankeschön für die mengenmäßig immer weiter ansteigende Resonanz sowie für die kontinuierlich wachsenden Leserzahlen, ich arbeite hart an den Dimensionen unseres einstigen Gimmick-Kolumnisten. Für alle Anmerkungen, Hinweise und Fragen kann wie immer mein Kontaktformular am Ende dieses Beitrages genutzt werden.

In der letzten Zeit habe ich verstärkt Mails bekommen, die mich darauf hinwiesen, dass ich bis dato immer Combat Zone Wrestling schmählich übergangen habe. Das war mir so deutlich noch gar nicht aufgefallen, deshalb könnt ihr sicher sein: noch vor Ablauf der aktuellen Staffel der Flimmerkiste werde ich die CZW in irgendeinder Form thematisieren. In dieser Woche jedoch noch nicht, denn nachdem ich letztens die ECW-DVD von World Wrestling Entertainment in den Himmel gehoben habe, sollte in dieser Ausgabe erstmal wieder eine qualitativ eher dürftige Show an der Reihe sein. Da ich das CZW-Debüt der Flimmerkiste nicht unbedingt in einem Verriss verarbeiten wollte, sondern in einem würdigeren Rahmen, spare ich mir die Promotion erstmal noch ein Weilchen auf.

Mein Opfer musste also aus einer anderen Liga stammen. Dabei war es diesmal gar nicht so einfach, ein passendes Ziel zu finden. Am ehesten würden einem Shows aus WCW und WWF/E in den Sinn kommen, wenn man nach einer durchwachsenen Veranstaltung sucht. Die kamen aber beide nicht in Frage - durch FlimmerMania haben wir momentan schon genug WWF-Reviews auf dem Newsboard, und die WCW hatte ich in der letzten Zeit auch schon zu oft thematisiert. Also dachte ich nach, was man alles für Zutaten für eine schlechte Show benötigt. Was braucht mal also alles dazu? Man benötigt eine Prise Buff Bagwell, eine Messerspitze Konnan, ein Pfund Nathan Jones und einen Eßlöffel Lex Luger. Das Ganze fein abgeschmeckt scheint auf den ersten Blick durch "Retribution" der World Wrestling Allstars abgedeckt zu werden, also probieren wir es einfach damit und schauen nach, was am Ende dabei herauskommt!

WWA Retribution
Datum:
6. Dezember 2002
Veranstaltungsort: Glasgow, Schottland
Zuschauerzahl: 3.000
Kommentatoren: Jeremy Borash und Disco Inferno

Beginnen möchte ich diesmal mit einer kleinen Lehrstunde, denn bisher habe ich die WWA noch nie in der Flimmerkiste thematisiert - und es soll ja den ein oder anderen Leser geben, der diese Promotion - oder besser: dieses Projekt - bisher in weiser Voraussicht souverän umschifft hat. Wie man unter andem im hoffnungslos veralteten und damit auf seine ganz persönliche Art und Weise sympathischen Archiv der Ligengeschichten hier bei Genickbruch erfahren kann, war die WWA das Experiment des australischen Konzertproduzenten Andrew McManus. Im Gegensatz zu den handelsüblichen Ligen, die Hinz und Kunz kennt, veranstaltete man nicht permanent in einem einzelnen Land in regelmäßigen Turnus, sondern man zog über die Welt und veranstaltete überall dort, wo man nicht sofort mit Schimpf und Schande weggejagt wurde.

Der Kader der Liga wurde aus ein paar aufstrebenden Indywrestlern aufgebaut, durchsetzt mit einem Stapel an gealterten und immer unbeweglicher werdenden Ex-Stars, vornehmlich zusammengesucht in den Ruinen von World Championship Wrestling. Ein paar witzige Szenen gab es durchaus in der kurzen Geschichte der WWA - so zum Beispiel "Who are you?"-Chants des Publikums, wenn McManus zum Ring schritt. Vornehmlich war das ganze Experiment aber nicht witzig, vor allem nicht für die Veranstalter selbst. Mangelndes Zuschauerinteresse begleitete die Liga permanent, ebenso ständige Showabsagen. Unter anderem war davon auch eine Veranstaltung in Deutschland betroffen. Mit der Zeit gab es immer seltener Shows, und irgendwann sah man es ein und hörte ganz damit auf.

Lustige Anekdote zu McManus: Ende Februar des Jahres 2002 schaute sich der gute Mann Smackdown an und sah dort einer Storyline zu, in der Christian aufgrund einer Serie an Niederlagen völlig entnervt war und so ausschaute, als würde er bald die Brocken hinwerfen. Nun ist es ja noch nicht überallhin durchgedrungen, dass Wrestling nicht so ganz echt ist, und offenbar betraf auch McManus diese Unwissenheit - als Promoter kann einem so etwas ja schon mal passieren. Deshalb fasste er den Beschluss, Christian für seine eigenen Dienste zu engagieren, da der ja offenbar mit der Federation nicht mehr klar kam. Nachdem er erste Bemühungen eines Engagements aufgenommen hatte, muss ihm dann wahrscheinlich jemand mitgeteilt haben, was es mit dem Begriff "Storyline" so auf sich hat. Leider laufen die Kameras nie mit, wenn sich hinter den Kulissen solch skurrile Szenen abspielen.

Nun aber zur eigentlichen Veranstaltung! Los ging es hier erstmal mit einem Trupp an Dudelsackspielern ohne jegliche Bewandnis, sieht man mal davon ab, dass man halt ein paar schottische Klischees bedienen wollte, wenn man schon mal da war. Nach einer kurzen Einleitung durch Jeremy Borash und Disco Inferno ging es dann auch direkt ohne Umschweife los mit dem ersten Match - und in mir kam das dumpfe Gefühl auf, dass ich gleich zum Auftakt den besten Kampf des Abends zu sehen bekommen würde.

Shark Boy vs. Frankie Kazarian
An den Anfang spektakuläre herumfliegende Wrestler zu packen, das war eines der Rezepte, das McManus & Co. von der WCW 1:1 übernommen hatten. Und so ging es dann hier auch dementsprechend los, schon nach wenigen Sekunden flog Kazarian in einem übertrieben hohen Bogen nach einem Whip-In aus dem Ring. Ansonsten gab es aber einen guten Mix an bodenständigen Aktionen, Flugmanövern und ein paar Comedyelementen. Das Ganze verteilte man ausgeglichen auf beide Wrestler, so dass das Match am Ende ein kurzer Appetitanreger ohne besonderen Tiefgang wurde. Und um die Zuschauer von Anfang an in gute Laune zu versetzen, ließ man den netten Herrn Shark Boy auch noch mit einem Neckbreaker vom Top Rope gewinnen.
Sieger: Shark Boy nach 6:15 Minuten (befriedigend)

Für den Opener war der Kampf durchaus gut geeignet - keine anspruchsvolle Unterhaltung, sondern ein nettes kleines Match zum Bald-wieder-vergessen mit ein paar brauchbaren Spots. Es laborierte zeitweilig nur daran, dass ihm eine erkennbare Linie fehlte, aber das wäre wohl auch zuviel verlangt gewesen für einen Undercard-Kampf.

Danach wurde der neue Commissioner der World Wrestling Allstars vorgestellt: Mike Sanders, der einzige WCW-Akteur, der eine unglaubwürdigere Statur für einen Wrestler hatte als David Arquette. Sanders' Aufgabe war es, die Matches aufzuzählen, die auf die Fans warten würden. Übergangen wurde dabei Joe E. Legend, was den guten Mann dazu brachte, zum Ring zu kommen und zu erklären, dass er besser sei als jeder andere Wrestler auf der Card. Außerdem hätte er schon jeden davon geschlagen. Sanders fiel hingegen auf, dass es durchaus jemanden gäbe, gegen den Legend noch nie gewonnen hätte: Sanders selbst, und siehe da: wir hatten ein Traummatch mehr auf unserer Card. Anschließend tat Sanders so, als würde er etwas in seinen Hosentaschen suchen und kramte seinen Mittelfinger hervor, den er prompt Legend entgegenstreckte. Als Scotty 2 Hotty die gleiche Show zwei Jahre vorher abzog, war es noch recht lustig gewesen. Bei Sanders war es dann schon eher abgehalftert und altbacken. Bei Steve Austin war es dann ein Jahr später zum Erbrechen. Aber man kanns ja immer wieder mal probieren, wenn man glaubt, das Erinnerungsvermögen von Wrestlingfans habe die gleiche Halbwertszeit wie ein Saumagen auf Helmut Kohls Eßtisch.

Anschließend sollte Konnan gegen Nate Webb antreten. Zunächst kam Webb zum Ring, jedoch nur, um direkt grundlos von Perry Saturn vermöbelt zu werden. Saturn nahm den dürren Grashalm in die Rings Of Saturn und ließ ihn dann liegen. Kurz darauf kam Konnan anmarschiert und pinnte Webb sofort.
Sieger: Konnan nach drei Sekunden (keine Wertung)

Tja King Kong Bundy, wie war das eigentlich nochmal mit den Geschwindigkeits-Weltrekorden? Eine völlig überflüssige Szenerie war das hier jedenfalls, das Publikum war bedient, und ich auch. Vorteil der ganzen Sache: wir sind umhingekommen, eine der unerträglichen Vorstellungen von Konnan im Ring begutachten zu müssen.

Im Backstagebereich machte sich Midget Teo an Midajah ran. Psychozwerg Puppet the Psycho Dwarf kam hinzu und hatte offenbar die Intention, einen Freizeitpark mit Blackjack und Nutten zu errichten, denn als ein Exemplar der letzteren Gattung bezeichnete er Midajah. Das gefiel wiederum Teo nicht, so dass er sich mit Bender in die Wolle bekam. Mike Sanders kam hinzu, was die Zahl der Midgets im Raum auf drei erhöhte, und er setzte ein Hardcore-Match zwischen Teo und Puppet an. Midajah sollte Ringrichterin spielen - was heißt das also? Richtig: noch ein weiteres Traummatch!

Danach ging es weiter mit dem Whiggle, denn Norman Smiley kam zum Ring. Sein Partner war der inzwischen verstorbene "The Wall" Malice, der nach seiner WCW-Zeit zu einem optisch tatsächlich nach Wrestler aussehenden Mann gereift war. Die Gegner der beiden waren Johnny Swinger und das strippende Double von Stefan Raab: Buff Bagwell.

Norman Smiley und Malice vs. Buff Bagwell und Johnny Swinger
Hier wurde es zum ersten Mal an diesem Abend wrestlerisch ganz übel. Die vier Herren legten ein Tempo an den Tag, bei dem man meinen konnte, sie hätten den Sport während ihrer Bundeswehr-Grundausbildung unter den direkten Fittichen von Rudolf Scharping erlernt. Es wurde zumindest ein Fitzelchen Spannung aufgebaut, indem man Norman Smiley eine Weile isolierte. Zumeist wurde in dieser Phase aber nur auf ihn eingepuncht. So willkürlich und unbeholfen, wie man die Teams zusammengewürfelt hatte, so agierten sie auch. Natürlich erfolgte irgendwann das HOT TAG zu Malice, jedoch ohne großartig lautstarke Emotionen beim Publikum hervorzurufen. Wen wunderts. Am Ende gabs nochmal den Whiggle, dann aber direkt einen Eselstritt von Swinger und den Blockbuster von Buff. Danach konnte Smiley gepinnt werden.
Sieger: Buff Bagwell und Johnny Swinger nach 9:59 Minuten (schlecht)
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