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FlimmerMania: WWF WrestleMania III

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania III" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania III
Houston, Texas, 13. Oktober 1978: Harley Race verteidigt seinen NWA World Heavyweight Title erfolgreich gegen André the Giant, indem er ihm einen Bodyslam verpasst.

Naucalpan, Mexiko, 12. Februar 1984: El Canek verteidigt seinen UWA World Heavyweight Title bei der 9. Anniversary Show der Liga erfolgreich gegen André the Giant, indem er ihm einen Bodyslam verpasst und ihn glatt mit 2:0 Pinfalls bezwingt.

Pontiac, Michigan, 29. März 1987: Vince McMahon erklärt die versammelten Wrestlingfans einmal mehr für doof und läßt Hulk Hogan den WWF Title erfolgreich gegen André the Giant verteidigen, indem der Hulkster "als erster Wrestler überhaupt" einen Bodyslam an André vollführt.

Soviel als Einleitung zum bis dahin "wichtigsten Main Event aller Zeiten" und damit willkommen zur dritten Ausgabe von FlimmerMania, unserem zwanzigteiligen geschichtlichen Rückblick auf alle bisherigen WrestleManias! Diese Reihe wird bis WrestleMania XXI an jedem Donnerstag erscheinen, für Korrekturen und Fragen aller Art ist der Link zu meinem Kontaktformular am Ende dieses Beitrages zu finden. Die Füchse unter den Lesern werden schnell erfasst haben, dass das heutige Thema WrestleMania III sein wird.

WWF WRESTLEMANIA III
Datum:
29. März 1987
Veranstaltungsort: Silverdome von Pontiac, Michigan
Zuschauer: offiziell (!) 93.173
Kommentatoren: Jesse Ventura und Gorilla Monsoon

Da es der olle Herr McMahon immer ganz töfte fand, bei WrestleMania den ein oder anderen Rekord aufzustellen, verzog sich Vinnie Mac mit ein paar anderen besonders weisen Exemplaren der Gattung Mensch in ein gar stilles Kämmerlein und grübelte ein wenig, welchen Rekord man bei WrestleMania III aufstellen könnte. Bei WrestleMania I hatte man King Kong Bundy in einer absoluten Rekordzeit gewinnen lassen, auch wenn die Zeitangabe nicht stimmte. Da konnte man also nicht schon wieder ansetzen. Bei WrestleMania II hatte man es geschafft, einen zahlenmäßig rekordverdächtig großen Mob an X-Prominenten aus der Gosse zu ziehen und von dort aus direkt über die Flimmerkisten der PPV-Käufer zu schicken. Und während die Zuschauer noch grübelten, wo sie die Gesichter der angeblichen Prominenten schon mal gesehen haben könnten, stellte man auch gleich noch einen Rekord für verwendete Hallen pro Show auf.

Was aber konnte als nächstes kommen? Eine neue Rekordzahl an bedeutsamen Matches? Nein, das ging nicht. Damit hätte man die Kapazitäten der Booker deutlich überschritten. Eine neue Rekordzahl an wrestlerischen Meisterwerken? Na klar liebe Leser, und morgen backen wir zusammen einen Pflaumenkuchen. Eine neue Rekordzahl an Matches? Das ginge, aber dafür müßte die Quantität des Rosters größer sein. Moment mal, Quantität? Ja, das haben wir es doch! Die Anzahl der Wrestler im Kader mochte begrenzt sein, nicht aber die Anzahl an potentiellen Zuschauern! Ein Zuschauerrekord, das würde sich doch gut machen.

Der selbst aufgestellte Zuschauerrekord war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein paar Monate alt - "The Big Event" hatte im August des Vorjahres 74.080 Zuschauer ins Exhibition Stadium von Toronto gelockt. Also durchsuchte man den Kontinent nach einem Austragungsort, der eine größere Zuschauerkapazität fassen konnte - und so landete man im Silverdome von Pontiac. Das Konzept ging auf, offiziell besuchten mehr als 93.000 Zuschauer die Show. Über die Jahre wurde die Zahl dann stetig nach unten korrigiert, in Wirklichkeit waren wohl etwa 78.000 Leute vor Ort. Immer noch eine stattliche Zahl, ein Schwund von 15.000 Personen sollte einem trotzdem zu denken geben.

Wenn man schon einen riesigen Veranstaltungsort wählte, dann brauchte man natürlich einen Main Eventer, der riesig war - schließlich musste man ihn auch aus größeren Entfernungen vom Ring erkennen können. Wirklich viele hatte man nicht davon: King Kong Bundy hatte man bereits ein Jahr zuvor gegen Hogan verheizt, Big John Studd hatte nicht das Potential für einen Main Event von WrestleMania. Blieb noch der angeblich seit fünfzehn Jahren ungeschlagene André the Giant. Natürlich war er nicht seit fünfzehn Jahren ungeschlagen, aber wir wissen ja: wenn die Wahrheit einem Booker nicht passt, dann bookt er sie sich so zurecht, wie er sie gerne hätte. Und da es den Zuschauern im Silverdome völlig Banane war, können wir Pedanten ruhig mal Vince McMahon seine kleinen Verzerrungen der Realität gönnen. Der Mann hat ja sonst nichts vom Leben.

Da man schon nicht ehrlich war, als man behauptete, André sei so lange unbesiegt, machte es natürlich das Kraut auch nicht mehr fett, als man behauptete, er wäre noch nie im Leben geslammt worden. Man stellt sich in solchen Momenten oftmals die Frage, ob Booker einfach nur dreist sind, selber nichts von der Historie wissen oder aber glauben, ihre Zuschauer hätten ein ähnlich löchriges Erinnerungsvermögen wie Roland Koch vorm Parteispenden-Ausschuss. Dass von dem Kampf gegen Canek in den Vereinigten Staaten nicht viel bekannt war, das verwunderte eher weniger. Dass man aber den Kampf um den NWA World Heavyweight Title leugnete, bei dem André von Harley Race geslammt worden war, war schon gewagt. Eventuell ging man aber auch einfach davon aus, dass sich die NWA-Wrestlingfans absolut nicht für den WWF-Budenzauber interessierten, so dass sie gar nichts von der Geschichte mitbekamen. Außerdem gab es damals zum Glück für die Federation uns penetrante Internetfans noch nicht.

Egal, was für Unwahrheiten dahinterstreckten - die Fehde zwischen Hulk Hogan und André the Giant war auf jeden Fall denkwürdig. Selbst in einer Zeit wie heute, in der geborene Charismaten wie Bradshaw, Maven und Danny Basham die Wrestlingszene aufmischen, spricht man noch von der Storyline. Damit ist man den vorhergegangenen WrestleManias einiges voraus. Würde man dem handelsüblichen Wrestlingfan des 21. Jahrtausends fragen, welche Matches die Headliner von WrestleMania I und WrestleMania II waren, dann würde man in vielen Fällen nur in fragende Gesichter schauen. Der Bodyslam gegen den weichen Riesen aus Grenoble ist hingegen immer noch allgegenwärtig. Wahrscheinlich glauben sogar nicht wenige Fans immer noch, André wäre zu diesem Zeitpunkt eine halbe Ewigkeit ungeschlagen gewesen. Und wahrscheinlich habe ich mit den Anmerkungen zu den Bodyslams, die dem Match vorangingen, auch dem ein oder anderen etwas Neues gesagt. So überzogen cartoonhaft die Storylines der Achtziger und frühen Neunziger auch waren: einige Dinge haben sich in den Köpfen der Fans eingebrannt und verharren dort eisern und beharrlich wie eine Wanze in einer versifften Matratze.

André und Hulk wurden schon in der altehrwürdigen AWA als dicke Kumpel verkauft - an dieser Stelle spare ich mir eine primitive Assoziation dieser Floskel zu Andrés Rumpf. Gemeinsam waren die beiden die Top-Faces der Liga, sie fehdeten mit der Heenan Family rund um Nick Bockwinkel, Bobby Duncum und Ken Patera. Dabei war Hogan dem Riesen aus dem alten Europa immer ein kleinen Schritt voraus in Sachen Popularität - denn Hulkamania rannte schon in der AWA wild herum, ehe Vince McMahon die gesamte Idee in die Federation importierte.

Auch in der Federation galten die beiden wieder als ein Herz und eine Seele. Und zwar solange, bis der inzwischen verstorbene Jack Tunney, seines Zeichens Gimmick-Präsident der Federation, sich dafür entschied, Dick und Doof für ihr gesamtes Schaffen mit Trophäen auszuzeichnen.

Zuvor war André eine ganze Weile nicht in der Federation aufgetaucht, da ihn Tunney suspendiert hatte. Anlaß dafür war ein geplantes Match von André und Hillbilly Jim gegen King Kong Bundy und Andrés Nemesis Big John Studd. André tauchte nicht auf und musste durch Ted Arcidi ersetzt werden. Da der Koloss zuvor schon mehrfach abwesend war, suspendierte ihn Tunney auf unbestimmte Zeit. Das Ganze war von vorneherein geplant, da André in Japan und an anderen Orten viel zu beschäftigt war, um extra wegen ein paar Matches durch die Weltgeschichte zu fliegen.

Wenig später kehrte André an der Seite von Lou Albano als der maskierte Giant Machine zurück und bildete mit Super Machine alias Demolition Ax alias Bill Eadie alias Bolo Mongol alias The Masked Superstar alias Noch-ein-Nickname-und-ich-flippe-aus plus Big Machine alias Barry Windhams Vater Blackjack Mulligan die Machines. Die Machines begannen eine Fehde mit Bobby Heenan, der Jack Tunney beweisen wollte, dass sich hinter der Maske von Giant Machine niemand anderes als André verbarg.

Da eh jeder Sehtüchtige erkennen konnte, wer Giant Machine war, stampfte man die ganze Storyline alsbald ein und strich stattdessen Andrés Suspendierung, um ihm die Trophäe für seine angeblich fünfzehn Jahre währende Unbesiegtheit zu überreichen. Nicht einmal Heenan schien etwas dagegen zu haben. Also gab es Anfang des Jahres 1987 eine feierliche Zeremonie im Rahmen einer Ausgabe von Piper's Pit. Eine Ausgabe zuvor hatte der Hulkster eine dicke Trophäe dafür bekommen, dass er sich in seinen ersten drei WWF-Jahren so doll hatte pushen lassen, ohne sich dagegen zu wehren. Andrés Auszeichnung wirkte im Vergleich zu Hogans Trophäe regelrecht mickrig, weswegen der Koloss mißmutig abmarschierte und den Hulkster stehenließ, der ihm eigentlich die Pranke schütteln wollte. Was war geschehen? Sollte André wegen der Größe der Auszeichnung so verbittert gewesen sein, oder widerte ihn nur wie jeden normalen Fan die ständige Präsenz des Hulksters an?

Jesse Ventura wies die blinden Exemplare der Gattung Mensch eine Woche später bei Piper's Pit nochmal deutlich darauf hin, dass die Trophäen unterschiedlich groß waren und sie deshalb sicher den Grund für Andrés Verärgerung darstellten. Er versprach, die Sache aufzulösen, indem er den Riesen zum Pit bringen wollte, wenn Roddy Piper im Gegenzug Hogan heranschaffen würde.
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