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Classic Wrestling 70's: Ringside Retribution

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Kolumne
Ausgabe

"Classic Wrestling 70's: Ringside Retribution" von Axel Saalbach
Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Flimmerkiste - der Rezensionskolumne von Genickbruch, mit der ich den Wrestlingfans ähnlich häufig zur Last falle wie Bret Hart mit seinen Wehklagen über den Montreal Screwjob. Wie immer könnt ihr mich mit Meinungen, Lobpreisungen und wüsten Beschimpfungen bombardieren, das zugehörige Kontaktformular gibt es am Ende des Beitages.

Nachdem ich vor zwei Wochen mit "The Rise & Fall Of ECW" die zeitnaheste Rezension in der Geschichte der Flimmerkiste verfasst hatte, habe ich mir diesmal als Ziel gesetzt, so weit in die Vergangenheit zurückzugehen wie noch nie. Um mir noch eine Reserve für zukünftige Flimmerkisten aufzuheben, belasse ich es bei einem Zeitsprung von drei Jahrzehnten und widme mich somit den siebziger Jahren. Ich bin also in einer bedeutenden Epoche mit wichtigen Ereignissen angelangt: der Kniefall von Warschau, die Watergate-Affaire, die Herstellung der meisten Genickbruch-Gründungsmitglieder und, und, und. Natürlich wurde auch massenweise gewrestlet, die Anzahl der bis heute bekannten Topstars der Zeit übersteigt die Gesamtzahl der Wrestler im aktuellen WWE-Roster. Einigen dieser großen Namen werden wir heute im Laufe der Flimmerkiste wiederbegegnen, denn das Thema lautet diesmal "Ringside Retribution".

CLASSIC WRESTLING: RINGSIDE RETRIBUTION
Moderator:
Mean Gene

Einmal mehr ist es Mean Gene, der mich auf meinem Weg durch die rund 25.000 folgenden Textzeichen begleiten wird. Kein Wunder, denn er ist einer der Köpfe hinter der "Classic Wrestling"-Reihe. Gene schilderte am Anfang kurz den Sinn des heutigen Exemplars: Rache sei die eigentliche Ursache einer jeden Wrestlingfehde, und heute würde man uns Fans zeigen, wie das Ganze in der Praxis ausschaut. Na dann, auf gehts.

Johnny Valentine vs. Lou Thesz
Auf eine größere Prominenz wie die hier vorliegende Ausgabe der Kiste kann wohl keine der vierzig vorangegangenen Editionen zurückblicken - das zeigt sich allein schon hier im ersten Kampf. Über Lou Thesz muss ohnehin kein Wort verloren werden, in der Liga seines Stellenwertes für die Geschichte des Sports spielen ohnehin allenfalls sein Mentor Ed Lewis und der einzigartige Ric Flair. Auch der inzwischen verstorbene Valentine war fraglos einer der Größten unseres Sports. Er war nicht nur der Vater von Greg Valentine, sondern er hielt in seiner langen Karriere zahllose Titel und fehdete gegen Legenden wie Bobo Brazil, Pat O'Connor, Harley Race, The Sheik, Bruno Sammartino und viele andere, die Rang und Namen hatten. Eine genaue zeitliche Einordnung des Kampfes gegen Thesz wurde leider nicht vorgenommen. Es wurde natürlich reichlich an dem Kampf gekürzt, da man eine große Menge an Matches und Highlights unterbringen wollte, und so gewann Valentine hier schon nach recht kurz wirkender Zeit durch einen Einroller.
Sieger: Johnny Valentine

Einzelne Kampfbewertungen werde ich heute nicht vornehmen, da beim Betrachten solch alter Kämpfe stets der Eindruck durch die Atmosphäre und die Ehrfurcht vor der lang zurückliegenden Zeit eine objektive Bewertung nach heutigen Kriterien sehr ins Wanken bringt. Stattdessen werde ich mich in den Kämpfen mehr dem belehrenden Zielaspekt der Flimmerkiste widmen und ein paar mehr Informationen über die Wrestler einstreuen, denn insbesondere die jüngeren Fans dürften ja doch eine Schippe Aufholbedarf haben. Eine Rezension kann schließlich auch mal mehr bieten als nur ein paar Beschreibungen von Matcheindrücken.

Johnny Valentine vs.Bearcat Wright
Der nächste Gegner von Valentine war Bearcat Wright, den Mean Gene als einen der unterbewetetsten Wrestler aller Zeiten bezeichnete. Auch bei diesem Kampf wurde keine zeitliche Einordnung vorgenommen. Wenn man allerdings ein wenig im Internet herumsurft, stößt man auf der Seite des glänzenden Almanach von Mid-Atlantic Championship Wrestling auf mehrere Veranstaltungsposter aus dem April 1974, die mehrere Auseinandersetzungen der beiden bewerben. Somit ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch das hier vorliegende Match in diese Zeit fällt. Nachdem man beim ersten Kampf in den Genuß des Kommentars des großartigen Gordon Solie kam, wird dieser hier von Jack Brisco kommentiert. Den gibt's im Verlauf von Ringside Retribution auch noch selbst in Action. Bearcat Wright dominierte das Match mit allerhand unkonventionellen Aktionen und hielt Valentine dabei parallel permanent in einem Facelock, bis Johnny nach langer Zeit endlich zurückschlagen konnte. Die Entscheidung fiel hier, als der Ringrichter ausgeknockt wurde. Wright zog sich daraufhin irgendein weißes Band aus der Hose und würgte seinen Gegner, bis dieser nicht mehr konnte und sich pinnen lassen musste. Der Ringrichter wurde jedoch im Nachhinein darauf hingewiesen, wie das Matchfinish abgelaufen war, und so kehrte er die Entscheidung um und disqualifizierte Wright.
Sieger: Johnny Valentine via Disqualifikation

Siehe da: auch das Ergebnis stimmt mit den Angaben aus dem Almanach überein, also war meine zeitliche Einordnung wohl richtig. Nach dem Match würgte der über die Entscheidung erboste Bearcat Wright weiter an Johnny Valentine herum. Es ist bisweilen schon erstaunlich, wie sehr sich die Methoden über die Zeit gerettet haben, in denen man Heels schon damals verkaufte. Angenehm an dem Kampf war im Übrigen, dass man sich rund zehn Minuten für ihn Zeit ließ, es wurde also offenbar nur wenig gekürzt.

Bearcat Wright schlug nicht nur in Einzelmatches auf die Butterbirnen seiner Gegner ein, sondern er hatte auch öfters einen Mann an seiner Seite. Einer davon war Bobby Shane, mit dem er am 9. März 1972 die NWA Florida Tag Team Titles von den Australians (Larry O'Day und Ron Miller) gewinnen konnte. Shane starb fast genau drei Jahre später durch einen Flugzeugabsturz im Alter von nur 29 Jahren. Er sollte am Tag seines Todes an der Seite von Buddy Colt gegen Dominic DeNucci und Tony Parisi im Miami Beach Auditorium antreten. Dorthin sollte es mit der Cessna 173 von Colt gehen, Shane saß auf einem Zusatzsitz und starb als einziger der mitgeflogenen Wrestler. In dieser Hinsicht war 1975 ein tragisches Jahr für die Wrestlingwelt, denn weniger als sechs Monate später gab es den Wilmington-Crash, bei dem sich Ric Flair den Nacken brach und der oben schon zweimal in Aktion getretene Johnny Valentine gelähmt wurde.

NWA Florida Tag Team Titles Match
Bobby Shane und Bearcat Wright (c) vs. Jack Brisco und Bob Roop

Bob Roop trat im Jahre 1968 bei den olympischen Spielen in Mexico City für die Vereinigten Staaten im Ringerteam an. Im Paket mit seinem Partner Jack Brisco stellte er den Champions also ein straff geschnürtes Paket an exzellentem Hintergrund aus dem Amateurringen entgegen. Dementsprechend gerieten Shane und Wright recht schnell in Bedrängnis und nach wenigen Minuten gab es die ersten Nearfalls gegen Bearcat. Danach gestaltete sich das Match ausgeglichener - insbesondere deshalb, weil auf beiden Seiten gut zusammengearbeitet wurde. Bobby Shane sorgte für die Entscheidung, denn während Wright und Roop im Ring miteinander beschäftigt waren, schlich er sich zu Brisco und knockte ihn aus, dann kletterte er selber in den Ring und zwang Roop mit einem Sleeper Hold zur Aufgabe.
Sieger: Bobby Shane und Bearcat Wright

Erneut kann man positiv herausstellen, dass man dem Kampf sehr viel Zeit einräumte - in diesem Fall etwas mehr als acht Minuten. Es wurde also nicht herumgequatscht, sondern man widmete sich auf "Ringside Retribution" den Kämpfen selbst. Und das ist absolut erfreulich, denn so oft bekommt man ja Matches aus der Epoche nicht in ausführlichen Fassungen zu sehen. Die Titelträger schlugen im Anschluß noch ein wenig weiter auf ihre Gegner ein, so dass die Zuschauer wütend wurden und sie mit Müll bewarfen, als man sie in den Backstagebereich eskortierte.

Der nächste Mann, den man thematisierte, war Number One Paul Jones. Nachdem er einige Zeit äußerst erfolgreich war, bekam er eine Chance auf den NWA World Heavyweight Title zugesprochen. Der amtierende Champion Jack Brisco weigerte sich jedoch aufgrund einer von Buddy Colt verursachten Armverletzung, gegen ihn anzutreten. Daraufhin ordneten die damaligen Commissioner ein Match zwischen Jones und dem inzwischen verstorbenen "Mr. Wrestling" Tim Woods an, und der Sieger würde den versprochenen Titelshot bekommen. Sitze ich eigentlich auf meinen Augen oder haben wir den Tod von Woods in unserer Genickbruch'schen RIP-Liste völlig übergangen?

No Disqualification Match
Paul Jones vs. Tim Woods

Dieser Kampf wurde wieder von der knarrigen Stimme von Gordon Solie begleitet. Paul Jones dominierte den Kampf und nutzte dabei die Stipulation nach Belieben aus, dass es hier keine Disqualifikationen geben konnte. Darunter hatte auch der Ringrichter zu leiden, denn er musste gleich mehrere Schläge einstecken. Deswegen war er nach einer Weile auch nicht in der Lage, einen Coverversuch von Jones an Woods zu zählen. Jones versuchte deshalb den Ringrichter wieder aufzuwecken, was jedoch misslang. Stattdessen nutzte Woods die Gelegenheit, er rappelte sich auf und rollte Jones ein. Ein zweiter Ringrichter kam an dieser Stelle herangesprungen und zählte den Pinfall, damit hatte Woods gewonnen.
Sieger: Tim Woods

Mean Gene wies nach dem Kampf nochmal deutlich darauf hin, dass Tim Woods gleichzeitig der originale Mr. Wrestling war und als solcher mehrfach kurz davorstand, den NWA World Heavyweight Title zu gewinnen - nämlich in Schlachten mit Lou Thesz, Dory Funk Jr., Harley Race und Jack Brisco. Während er sich diesen Traum vom Titel nie erfüllen konnte, gelang ihm das Kunststück mit dem NWA Southern Heavyweight Title (Florida-Version) gleich mehrfach. Eine seiner Titelverteidigungen aus dieser Zeit gab es im nächsten Kampf zu sehen, nämlich ein Match gegen den Zodiak.
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