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FlimmerMania: WWF WrestleMania IV

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"FlimmerMania: WWF WrestleMania IV" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania IV
Turniere scheinen heutzutage offenbar vielerorts nicht mehr den Geist der Zeit zu treffen. Das ist nicht nur in der Wrestlingwelt so, nicht umsonst wanderte der ARD-Blick zur Finanzierung der neuen Show von Harald Schmidt direkt zu einer Streichung der Übertragungen von Liga-Cup und UEFA-Cup. Das beste Beispiel aus der Wrestlingwelt ist die Streichung des Turnieres zur Bestimmung des King Of The Ring. Über letzteres hatte die Internet-Userschaft sich auf den zahlreichen Boards geschlossen geärgert und beschwert - aber mal im Ernst, so schlimm ist das doch nun auch wieder nicht: wer erinnert sich heute schon noch freiwillig an die denkwürdigen Turniersiege von Publikumsmagneten wie wie Edge und Billy Gunn?

Im Jahre 1988 fand Vince McMahon Turniere noch ganz dufte - und zwar so sehr, dass er die vierte Ausgabe seiner Jahreshauptveranstaltung um ein Titelturnier herum aufbaute. Und damit heiße ich euch willkommen zu FlimmerMania IV, der vierten Folge unseres zwanzigteiligen Rückblickes auf zwei Jahrzehnte WrestleMania! Wie gewohnt findet ihr das Kontaktformular, durch das ihr mich mit Resonanz bombardieren könnt, am Ende dieses Beitrages.

WWF Wrestlemania IV
Datum:
27. März 1988
Veranstaltungsort: Trump Plaza in Atlantic City
Zuschauerzahl: 18.165
Kommentatoren: Gorilla Monsoon und Jesse Ventura

Wie in der vergangenen Woche versprochen, soll es zunächst ersteinmal mit der Geschichte rund um André the Giant und Hulk Hogan weitergehen. Denn was ein Jahr zuvor noch einen Haufen Geld in die gierigen Finger Vince McMahons zu spülen wusste, konnte im Jahre 1988 ja nicht plötzlich schlecht sein. Also probierte man es mit der gleichen Ansetzung nochmal, wenn auch nicht im Main Event. Die zugehörige Storyline war es letztlich auch, die das angesprochene Titelturnier bei WrestleMania nötig machte. Um möglichst kein Fragment der Ereignisse in der Zwischenzeit zu vergessen, bediente ich mich bei dem folgenden Abschnitt teilweise bei den geschätzten Kollegen von Kayfabememories.

Nachdem WrestleMania III vorüber war, ging André the Giant zunächst einmal den gleichen Weg wie Zlatko, Küblböck und Konsorten: er verschwand völlig von der Bildfläche. Diese Tatsache weist eine ganz gewaltige Parallele zu den beiden anderen "Herren" auf: wenn man sich seine Leistungsfähigkeit betrachtete, dann konnte man als Fernsehzuschauer mehr als froh über sein Abtauchen sein. In den Shows der Federation schwieg man sich weitestgehend darüber aus, wohin der dicke Mann aus Frankreich verschollen war. Ebenso verlor man kein Wort darüber, ob er noch von Bobby Heenan gemanagt wurde. In dieser Zeit kamen Gerüchte auf, dass André seine Karriere beendet haben könnte oder dass sein Gesundheitszustand zu weit abgebaut haben könnte, um noch in den Ring zu steigen. An der Stelle konnte man einmal mehr froh sein, dass es noch kein Internet und die zugehörigen Internetfans gab - man wird sich schnell ausrechnen können, zu welchen abstrusen Spekulationen es auf den üblichen Wrestlingboards gekommen wäre. Für die World Wrestling Federation bedeutete die Abwesenheit Andrés, dass man erstmal ohne brauchbare Fehde für Heavyweight Champion Hulk Hogan dastand. Deswegen durfte jeder mal ran, oder anders ausgedrückt: wer gerade Zeit hatte, der wurde dem Hulkster als Lückenfüller entgegengestellt. Unter den Betroffenen fanden sich Leute wie One Man Gang, Killer Khan, Hercules und King Kong Bundy wieder.

Das Jahr läpperte sich so dahin, und als sich der Sommer seinem Ende zuneigte, kamen vereinzelte Gerüchte auf, dass André im Herbst zurückkehren würde. Und so kam es dann auch. Die Federation verkündete, dass der Riese aus Grenoble am Tag des Erntedankfestes zurückkehren würde - bei einer niegelnagelneuen Veranstaltung namens Survivor Series, die im Jahre 1988 am gleichen Tag stattfand wie Starrcade, die Hauptshow der NWA. Im gleichen Atemzug kündigte man an, dass André nicht einfach nur da sein würde - nein, er würde die Fans sogar noch durch ein Match mit seiner Beteiligung belästigen. Genauer gesagt wurde angesetzt, dass er im Rahmen eines 10 Mann Elimination Matches auf Hulk Hogan treffen würde. Elimination Matches in einer solchen Quantität an teilnehmenden Wrestlern waren in der Federation bis zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt, so dass die Fans schon allein durch die Matchart Interesse an dem Event fanden.

In Andrés Team befanden sich Butch Reed, King Kong Bundy, Rick Rude und One Man Gang, außerdem hatte man Bobby Heenan und Slick an der Seite. Hulk Hogan hatte Bam Bam Bigelow, Don Muraco, Ken Patera und Paul Orndorff in seinem Team, außerdem war Sir Oliver Humperdink mit von der Partie. Angenehmerweise gab es hier keinen der üblichen Alleingänge von Supermann Hulk Hogan zu sehen, vielmehr wurde der Hulkster nach einem Brawl mit Bundy außerhalb des Ringes ausgezählt. André hingegen konnte das Match für sein Team entscheiden, indem er den damals noch stark gepushten Bam Bam Bigelow am Ende durch einen Double Underhook pinnen konnte. Hogan und André hatten in dem Kampf nur wenig miteinander zu schaffen, stattdessen vertrieb Hogan den Riesen nach dem Match vom Ring und posierte solange vor den Fans, bis auch der letzte ins Koma gefallen war. Insgesamt war die Survivor Series 1987 gar nicht mal übel, es gab zwei richtig gute Matches (ein Tag Team Elimination Match und ein Damen-Elimination-Match) und halbwegs brauchbares Booking, die zugehörige Rezension findet ihr in der achten Ausgabe der Flimmerkiste.

André war jedenfalls zurück im Geschäft, und alles deutete darauf hin, dass zwischen ihm und Hogan noch Zündstoff war. Inzwischen war jedoch auch ein neues Ärgernis im Blickfeld des Hulksters aufgetaucht, nämlich niemand anderes als Ted DiBiase, der Million Dollar Man. Nicht genug, dass ein reicher Geldsack ohnehin ein Dorn im Auge der finanziell eher durchschnittlich potenten Wrestlingfans gewesen wäre: man baute ihm mit Hilfe zahlreicher Einspieler noch ein schönes Buhmann-Image auf, indem er sich in den Clips als arroganter Snob darstellte. In den Shows selbst tat man dann noch das Übrige hinzu, so bot DiBiase beispielsweise Fans an, ihm nach seinen Matches für Geld die Füße zu küssen.

Zwei Tage nach der Survivor Series strahlte NBC eine Ausgabe von Saturday Night's Main Event aus, bei der Hulk Hogan seinen WWF Title gegen King Kong Bundy aufs Spiel setzte. Bundy konnte sich an diesem Abend durchsetzen, wenn auch nur durch einen kontroversen Countout. Hogan behielt damit seinen Titel. Das bedeutete, dass die beiden in einem Wiederholungsmatch nochmal gegeneinander antreten mussten. Diesmal kam Bundy nicht allein, er brachte André the Giant mit zum Ring. Hogan kümmerte sich deswegen erstmal nicht um Bundy, sondern er stritt sich mit André. Nachdem er sein übliches Gelaber an den Riesen losgeworden war, wendete er sich den Fans zu und wollte vor ihnen posieren. Doch da hatte er die Rechnung ohne den (in dem Fall riesigen) Wirt gemacht, denn André packte den Hulkster an den schütteren Haaren und verpasste ihm zwei Headbutts. Daraufhin würgte er den Stählernen solange, bis er gelb-rot anlief. Die British Bulldogs kamen hereingerannt, um Hogan zu helfen, doch André und Bundy drängten sie so locker zurück, als wären sie ein Angriff des FC Köln. Danach malträtierten sie Hogan weider. Alsbald war wieder Unterstützung nahe, diesmal in Form von Jim Duggan. Hacksaw schmetterte sein 2X4 über den Schädel von André, was allerdings auch nicht richtig viel nützte. Damit war jedenfalls klar, wie der Hase laufen würde: André war nicht nur zurück, er war agressiver und bösartiger als je zuvor, er war ein scheinbar unzerstörbares Monster, und er hatte nur ein Ziel: Hulk Hogan zu bezwingen und seinen Titel zu gewinnen.

In der Zwischenzeit hatte Ted DiBiase schon eine stattliche Liste an Siegen errungen, und ein etwaiger Gewinn des WWF Title schien auch für ihn ein interessantes Thema zu sein. Wie jeder normale Mensch ekelte sich DiBiase jedoch davor, den Hulkster anzufassen. Deshalb dachte er sich, dass es doch einen besseren und einfacheren Weg gegeben müsste, um den Titel zu gewinnen, als gegen Hogan anzutreten und ihn zu besiegen. Deshalb marschierte er vor die nächstbeste Fernsehkamera und bot an, den Heavyweight Title von Hogan abzukaufen. Auch wenn völlig klar war, wie Hogan antworten würde, zögerte man die Reaktion des Hulksters ein paar Wochen heraus, um einen Spannungsbogen aufzubauen. Dann erschien Hogan doch, er dachte kurz nach - und lehnte ab.

Na, ob das ausreichte, damit DiBiase seine Pläne säuberlich zerknüllt in den Papierkorb werfen würde? Selbstverständlich nicht, stattdessen wendete er sich an Bobby Heenan und kaufte von ihm für ein Milliönchen US-Dollar die Dienste Andrés ab. Eine Million Dollar für einen unbeweglichen Klumpen aus fünfzig Prozent Fett und fünfzig Prozent Fleisch, das hätte der gute Ted auch billiger haben können. Die Aufgabe des Riesen sollte es sein, den WWF Title für DiBiase zu gewinnen. Der Kampf sollte bei "The Main Event" stattfinden, einem NBC-Special zur besten Fernsehzeit am Freitagabend. Nach jahrzehntelanger Abstinenz rückte Wrestling mit dieser Show auf einen der besten Fernsehslots zurück.

Diesmal verlief das Match anders als noch bei WrestleMania III, denn diesmal war es Hogan, der den Großteil der Kampfzeit in die Offensive ging - inklusive seinem gesamten Arsenal an Punches, Kicks und Chops. In den ersten Minuten des Kampfes fand er darüber hinaus die Zeit, auch Ted DiBiase und dessen Hampelmann Virgil in den Hintern zu treten. Nach einer Weile fand André dann aber doch langsam ins Match. Der Wendepunkt war der Versuch Hogans, auf die Seile zu klettern und von dort aus irgendeine Aktion zu zeigen. André war schneller (!) als Hogan und slammte ihn zu Boden. Dann ging er in die Offensive - nämlich indem er Hogan permanent an die Gurgel ging, als sei er der Würger von der Cater Street höchstpersönlich. Wie attraktiv das Match dadurch wurde, kann man sich wohl vorstellen.
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