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Sting: Back In Black!

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Kolumne
Ausgabe

"Sting: Back In Black!" von Axel Saalbach
"Sting: Unmasked!" hatte die Ansprüche - wie im ersten Teil der hier vorliegenden Doppelfolge der Flimmerkiste beschrieben - auf eine dezente Höhe geschraubt. Ein gutes Jahr später galt es also seitens der WCW, beim Nachfolgevideo den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden. Da nur vierzehn Monate vergangen waren, hatte man nicht allzuviel neues Material zur Verfügung, aber für eine Stunde sollte es ja eigentlich allemal ausreichen. Um es gleich vorwegzunehmen: der Versuch ging vollkommen in die Hose.

STING: BACK IN BLACK!
Erscheinungsdatum:
23. November 1999

Nach ein paar mit offensichtlich wenig Geldaufwand produzierten Einspielern zum Crow-Gimmick bekam man den redenden Stinger hier nach rund drei Minuten erstmals vor die Nase gesetzt - und es hatte eine Veränderung stattgefunden: hier war es plötzlich der bemalte Sting, der in einer überzogen künstlichen Kelleratmosphäre durch das Video führte. Das ließ recht rasch ein paar üble Befürchtungen im Zuschauer wachsen: sollte man den hintergründigen Touch des "Unmasked!"-Videos aufgegeben haben und stattdessen ein vollkommenes In-Gimmick-Video produziert haben, um die versammelte Markschaft zu bedienen?

Stings Worte taten ihr Übriges hinzu, um diesen Verdacht zu verstärken. Denn während er auf "Unmasked!" in einem Plauderton über seine Karriere sprach, betete er hier auswendig gelernte Sätze aus dem Drehbuch herunter - inklusive eines bewußt schwülstigen Tonfalls in seiner Stimme. Zu dem Zeitpunkt, an dem man das Video zusammenstellte, versuchte man Sting (erfolglos) als Heel rüberzubringen - dementsprechend sahen dann auch all seine Aussagen aus, und das wirkte noch viel peinlicher.

Ausgangspunkt für "Back In Black!" war Spring Stampede 1999. Nach seinem Match beim Halloween Havoc 1998 gegen Bret Hart hatte sich Sting eine Auszeit genommen, um Verletzungen auszukurieren. Bei der Aprilshow von World Championship Wrestling feierte er dann seine Rückkehr, indem er in einem selbst veranlassten Four Corners Match um den WCW World Heavyweight Title gegen Diamond Dallas Page, Hollywood Hogan und den amtierenden Champion Ric Flair antrat.

WCW World Heavyweight Title Match
Ric Flair (c) vs. Sting vs. Diamond Dallas Page vs. Hollywood Hogan

Gast-Ringrichter in diesem Kampf war Randy Savage. Der Fight verlief ziemlich chaotisch. Er wurde recht schnell zu einem Three Way Dance, da der eigentlich zu dem Zeitpunkt als Fanfavorit geltende Page den Hulkster in einen brachialen Figure Four Leglock unter Einbeziehung des Ringpfosten nahm und ihn dabei "verletzte". Hogan musste danach in den Backstagebereich geschafft werden. Der Hintergrund der Aktion war der, dass Hogan dringend eine Operation seiner wackeligen Knie benötigte und man auf diesem Wege seine Auszeit begründen konnte. Anschließend verbündeten sich Page und Flair, um gemeinsam gegen Sting vorzugehen, doch der dominierte weiterhin das Match. Nach einer Weile nahm Flair den Stinger in einen Figure Four. Sting rettete sich in die Ropes, doch Savage riss seine Hand wieder von den Seilen weg. Dann zog er Flair in die Ringmitte und sprang einen Flying Elbow auf ihn - eine Szene ohne offensichtliche Logik. Sowohl Sting als auch Flair waren nach diesen Aktionen angeschlagen, Page verpasste dem Nature Boy deshalb recht mühelos einen Diamond Cutter und pinnte ihn.
Sieger: Diamond Dallas Page (Titelwechsel)

Der Kampf war der negative Höhepunkt einer ansonsten durchaus gutklassigen Show - und das will was heißen, denn das Jahr 1999 war nicht unbedingt der qualitative Paukenschlag in der Geschichte von World Championship Wrestling. Allein schon der Opener zwischen Blitzkrieg und Juventud Guerrera machte sehr viel her. Herausragend aber war ein Tag Team Match von Chris Benoit und Dean Malenko gegen Perry Saturn und Raven. Deshalb kann man das etwas verkorkste Match um den World Heavyweight Title nicht als Maßstab für die gesamte Veranstaltung heranziehen.

Wie im Falle des "Unmasked!"-Video werde ich keine Bewertungen der Kämpfe vornehmen können, denn auch wenn man weniger Material zur Verfügung hatte, schnitt man stark an den Matches herum. Der oben geschilderte Kampf war etwa auf die Hälfte gestutzt worden, was allerdings immer noch ausreichte, um einen recht guten Überblick über seinen Verlauf zu bekommen. Durch den Schnitt wirkte der Four Way Dance recht actionreich, allerdings täuscht dieser Sachverhalt nicht darüber weg, dass das Booking ziemlich wirr war.

Sting vs. Ric Flair
Auf keinem Video über den Stinger darf ein Einzelmatch gegen den Nature Boy fehlen - dieses hier fand einen Tag nach Spring Stampede bei Nitro statt. Eigentlich wollte Sting Page im Ring haben, doch der weigerte sich, ihm ein Match zu geben. Dann wollte er Randy Savage, aber WCW-On-Air-Präsident Flair verbot dem Macho Man, in den Ring zu steigen. Damit blieb nur noch der Nature Boy übrig. Der Kampf wurde extrem zügig zusammengeschnitten, es gab insbesondere alle möglichen Standard-Aktionen von Flair zu sehen. Am Ende gewann Sting mit dem Scorpion Death Drop, obwohl Referee Charles Robinson anfangs eigentlich den Count nicht zählen wollte.
Sieger: Sting

Dem Match wurden nur rund zwei Minuten gewidmet - das war in etwa genausoviel wie für die dem Match vorausgegangenen Interviews. Da es sich hier aber um keine der vielen bedeuteren Schlachten Stings gegen den Nature Boy handelte, war das nicht weiter wild.

Weiter ging es mit einem Rekord, den Sting aufzustellen vollbrachte: er war der WCW World Heavyweight Champion, der die kürzeste Zeit amtierte, nämlich nur eine Stunde. Auf "Back In Black!" schien man das Ganze skurrilerweise so hinzurücken, als wäre das ein erstrebenswerter Erfolg.

WCW World Heavyweight Title Match
Diamond Dallas Page (c) vs. Sting

Die beiden zugehörigen Kämpfe fanden am 26. April 1999 bei Monday Nitro statt. Seltsamerweise wurden auf "Back In Black!" über den Kommentar von Tony Schiavone völlig unpassend irgendwelche Rockmusik drübergespielt. Sie begann ohne Vorwarnung mitten im Kampf, und man hörte einzelne Fragmente aus Schiavones Ansagen trotzdem noch weiter durch. Da war also offensichtlich der Tontechniker betrunken. Dem ersten Match, das Sting durch einen Scorpion Death Drop gewann, wurden in der zusammengekürzten Version rund drei Minuten gewidmet. An sich wirkte das Ganze auch wieder ganz attraktiv zusammengeschnitten, die unpassende musikalische Untermalung ließ den Fight jedoch etwas bizarr wirken. Noch verrückter daran war, dass es der einzige Kampf mit Musikbegleitung auf "Back In Black!" bleiben sollte. Warum ausgerechnet dieser? Wollte man etwas bestimmtes damit bezwecken?
Sieger: Sting (Titelwechsel)

Am gleichen Abend forderte Kevin Nash sowohl Goldberg, Page als auch den neuen Champion heraus. Da Sting nicht mehr genug zum Saufen in der Umkleidekabine fand, brach er die Feierlichkeiten zu seinem Titelgewinn ab und stimmte dem Kampf zu. Er fand beim gleichen Nitro statt, diesmal im Main Event.

WCW World Heavyweight Title Match
Sting (c) vs. Kevin Nash vs. Diamond Dallas Page vs. Bill Goldberg

In den Szenen, die man von diesem Kampf zu sehen bekam, war Sting einmal mehr der dominante Mann. Überhaupt konnte man bei allen bisherigen Zusammenschnitten den Eindruck bekommen, Sting wäre zu dem Zeitpunkt so stark gepusht worden, als sei er ein Übermensch wie Hulk Hogan in den achtziger Jahren oder Goldberg im Jahre 1998. Szenen, in denen Sting mal Aktionen sellen musste, waren rar gesät. Tatsächlich aber war das gar nicht so. Man beschränkte sich beim Zusammenschnitt jedoch auf die Momente, in denen Sting Oberwasser hatte. Abgesehen von einer einzigen Szene, denn Goldberg verpasste ihm in dem Kampf Spear und Jackhammer. Trotzdem langte es für Goldberg nicht zum Sieg, denn Randy Savage unterbrach den anschließenden Coverversuch und steckte Page einen Schlagring zu. Der legte damit Kevin Nash zusammen, pinnte ihn und hatte somit den Gürtel wiedergewonnen.
Sieger: Diamond Dallas Page (Titelwechsel)

Damit war der Titelträger nach dem Ende von Nitro also der gleiche, der schon zu Beginn von Nitro das Gold um seine Hüften schnallen konnte. Im Prinzip waren diese Ereignisse nichts anderes als der verzweifelte Versuch der WCW, zu zeigen, dass in ihren Shows auch wirklich ALLES passieren konnte. Letztlich ein überflüssiger Abend, dem Stellenwert des Titels hatten die beiden raschen Wechsel eher geschadet als genützt.

Sting seierte dann ein wenig über Goldberg herum. Interviews und Statements in der Wrestlingwelt klingen ja oftmals aufgesetzt und peinlich, aber so etwas Schwurbeliges wie das hier gab es wirklich selten zu hören. Kein noch so großer Sting-Fan hätte daran etwas Positives erkennen können - man konnte meinen, Borden hätte sich seinen Baseballschläger in den Allerwertesten gestopft.

Sting vs. Bill Goldberg
Der Grund, warum Stings Faselei das Thema Goldberg betraf, war das folgende Match: Sting gegen Goldberg vom 9. Mai 1999 bei Slamboree. Über die kurze vorangegangene Fehde wurde kein Wort verloren, im Vergleich zu "Unmasked" wurde der erklärende und dokumentatorische Teil des Videos deutlich nach unten gedrosselt. Goldberg schaffte hier einen Tackle gegen Sting, konnte jedoch nicht mit dem Jackhammer weitermachen, denn Bret Hart kam zum Ring. Der Hitman legte Goldberg mit einem Stuhl zusammen, während die Steiner Brothers zum Ring kamen und Sting den Rest gaben. Das Match wurde abgeläutet.
Ergebnis: No Contest

Den Kampf auf das Video zu packen, war genauso überflüssig wie jedes beliebige Statement von John Cena. Hätte man ihn dazu genutzt, um die ein oder andere Fehde zu erläutern, hätte er seine Daseinsberechtigung gehabt. So aber war das Match an dieser Stelle nicht mehr als eine prima Möglichkeit, die zuviel vorhandene Zeit zünftig zu verschwenden.
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