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FlimmerMania: WWF WrestleMania V

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania V" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania V
Storylines, in denen Tag Teams nach einer gewissen Zeit gesplittet werden und dann gegeneinander fehden, sind fast so alt wie das Wrestling selbst. Nur selten lässt man sich die Chance entgehen, auf diese Weise auf einfachem Wege eine Fehde zu begründen. Das Ganze gab es in der Vergangenheit so oft, dass man meinen sollte, irgendwann müssten die Fans genug von dem Schema F haben. Aber nein, es klappt immer wieder - und manchmal so gut, dass man den Main Event der wichtigsten Veranstaltung des Jahres darauf aufbauen kann. So geschehen im Jahre 1989 - in dem Jahr, in dem die Mega Powers aufeinanderprallten.

Und damit willkommen zur fünften Ausgabe von FlimmerMania, dem zwanzigteiligen Rückblick auf zwei Jahrzehnte WrestleMania! Wie gewohnt findet ihr das Kontaktformular, durch das ihr mich mit Resonanz bombardieren könnt, am Ende dieses Beitrages.

WWF Wrestlemania V
Datum:
2. April 1989
Veranstaltungsort: Trump Plaza in Atlantic City
Zuschauerzahl: 18.946
Kommentatoren: Gorilla Monsoon und Jesse Ventura

Ende der achtziger Jahre hatte man in der World Wrestling Federation noch genügend Ausdauer, um Storylines extrem langfristig aufzubauen. Will man die Geschichte rund um WrestleMania V und die Mega Powers beleuchten, muss man deshalb weit mehr als ein weiteres Jahr zurück in die Vergangenheit reisen - in eine Zeit, in der Hulk Hogan und der "Macho Man" Randy Savage die beiden größten Fanlieblinge der Promotion waren, jeder für sich allein. Hogan schwomm schon seit Jahren auf der Hulkamania-Welle, Randy Savage hingegen war eine Weile nach seinem Traummatch bei WrestleMania III gegen Ricky Steamboat vom Monsterheel zum Babyface geturnt.

Da die Ausmaße des WWF-Rosters begrenzt waren, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die beiden mal über den Weg laufen würden. Gut und gut gesellt sich gern, auch wenn die beiden auf den ersten Blick grundverschieden waren: Hulk Hogan warf ein paar Steroide ein und predigte gleichzeitig keine zu nehmen, außerdem rief er zum harten Trainieren und zum Beten auf - man kann sagen, Hogan war in den Achtzigern das, was George Walker Bush heute ist. Nur eben als Babyface. Der Macho Man Randy Savage hingegen war zwar auch ein Guter, aber er stellte den Lebemann dar, den bunten abgedrehten Hund mit Miss Elizabeth an der Seite. Er war quasi das, was George Walker Bush war, als er noch jung war. Aber eben auch als Babyface. Hogan und Savage wiesen also keine direkten Gemeinsamkeiten außer ihrem Facestatus auf, aber das spielte in der WWF damals keine Rolle war: wer gut war, der hielt auch zu allen anderen Guten, und wer böse war, der mochte auch alle anderen Bösen. An wessen übertriebene Abgrenzung von "Gut und Böse" mich das erinnert, das behalte ich an der Stelle mal für mich, da man gefährliche Witzfiguren nicht dreimal in einem einzelnen Absatz erwähnen sollte.

Savage und Hogan kamen sich erstmals am 23. September 1987 näher. An diesem schönen Tag fing nicht nur der Herbst an, sondern die Federation sendete auch zum zwölften Mal Saturday Night's Main Event. Randy Savage versuchte hier im letzten Kampf des Abends den WWF Intercontinental Title vom Honky Tonk Man zurückzugewinnen. Macho schaffte es nicht, den Gürtel zu holen, denn der Honky Tonk Man wurde disqualfiziert. Nach dem Kampf prügelte der Titelträger gemeinsam mit der Hart Foundation auf Savage ein. Unter den damals noch nicht drogen-, sondern schmerzverzerrten Augen von Miss Liz musste er sich unter anderem eine Pappgitarre auf dem Schädel zertrümmern lassen.

Dat Lisbeth hielt den Schmerz nicht mehr lange aus, so dass sie die drei Bösewichte von ihren Attacken abbringen wollte, aber überraschenderweise klappte das nicht. Also verduftete Miss Liz in den Backstagebereich und schnappte sich den erstbesten Typen, der ihr über den Weg lief. Dieser Typ sollte ihr helfen, und er entpuppte sich als Hulk Hogan, seines Zeichens genau wie Cubby Gummi in dessen Funktion als Roter Rächer stets dann zur Stelle, wenn jemand in Bedrängnis war. Gemeinsam mit Savage säuberte der Gutmensch des amerikanischen Cartoonwesens den Ring und schüttelte dem Macho Man anschließend die Hand. Damit war der Grundstein für eine dicke On-Air-Freundschaft und letztlich auch für die Mega Powers gelegt. Denn wer sich in der Federation einmal gegenseitig half, der liebte sich gleich innig - schließlich glaubte man hinter den Kulissen, ausführliche Erläuterungen würden die Zuschauerschaft überfordern.

Die Monate verstrichen, und immer häufiger sah man Savage und Hogan Seite an Seite. Ein Meilenstein in dieser Phase war dabei das in der vergangenen Woche von mir thematisierte WrestleMania IV, bei dem Savage den WWF Title einsacken konnte. Natürlich mit Hilfe seines Kumpels Hulk, der ihm im Finale des dort stattfindenden Titelturniers als Bodyguard zur Seite stand und zum Ausgleich das ganze Blitzlichtgewitter nach dem Kampf auf sich lenkte, obwohl der Macho Man eigentlich gerade den Triumph gefeiert hatte.

Einige Zeit danach gab man offiziell bekannt, dass Hogan und Savage nicht nur eine Freundschaft pflegten. Denn die beiden taten sich darüber hinaus zu einem richtigen Tag Team zusammen - die Mega Powers. Savage feuerte zu diesem Zwecke eine ganze Breitseite von schönen Worten in Richtung seines neuen Busenkumpels ab. Der umschwärmte Hogan hingegen reagierte etwas obskur - denn er fokussierte seine Aussagen nicht einfach auf das neue Team an sich, sondern vielmehr auf die Frau an der Seite des Macho Man: auf Elizabeth. Von nun an würde auch er immer für die holde Liz kämpfen, sie sei fortan ihr beider Manager, und während ihrer gemeinsamen Matches sei sie fortan immer "ihre Lady", nicht mehr einfach nur "Machos Lady".

Der feine Herr Hogan schien also insgeheim scharf auf Else zu sein. Jesse Ventura griff dieses Thema in seiner Rolle als Kommentator in den anschließenden Wochen auf, indem er immer wieder seine persönlichen Interpretationen über die Hintergründe von Hogans Handeln einstreute. Die anderen Kommentatoren hingegen beschwichtigten stets damit, dass Hogan dem Macho Man nur deshalb geholfen hätte, weil er die Inkarnation des Guten auf Erden war. So erzeugte man bei den Fans eine angespannte Unsicherheit, was denn nun wirklich Hogans Intention war. Man erzeugte ein Konfliktpotential im frisch gebildeten Tag Team, und man erzeugte ein Novum: während die Comiccharaktere der Federation bis dahin stets geradling gut oder geradlinig schlecht waren, begab man sich hier nun erstmals in eine Grauzone: man verpasste zwei Babyfaces charakterliche Facetten.

Wie stark das genannte Konfliktpotential doch war, kam erstmals beim Summerslam 1988 und in der Phase danach so richtig zum Vorschein. Hier trafen die Mega Powers im Main Event unter den Augen von Special Referee Jesse Ventura auf die Mega Bucks, bestehend aus André the Giant und Ted DiBiase. Natürlich gewannen die Mega Powers das Match - nicht aber ohne eine für die damalige Zeit schockierende Szene. Denn Elizabeth lenkte die Gegner von Hogan und Savage ab, indem sie sich ihres Rockes entledigte und damit die Blicke auf sich zog. Da die Federation damals noch nicht ein solches Sodom und Gomorrha wie heutzutage war und die weibliche Besetzung noch nicht wie heute fast völlig ersatzlos zugunsten austauschbarer billiger Retortenflittchen gewichen war, war dieser Moment ein regelrechter Skandal.

Nach dem Sieg nahm der feiernde Savage seine Elizabeth auf die Schultern. Auch der lüsterne Hulkster nutzte die Gelegenheit und begrapschte Liz' Hintern - mit der Begründung, er wollte dafür sorgen, dass sie nicht runterfällt. Dass das dem eifersüchtigen Macho Man nicht gefallen konnte, das verstand sich von selbst. Zu einem sofortigen Bruch kam es jedoch nicht, denn in Form von Liz bestand immer noch ein wichtiger Puffer zwischen den beiden. Sie unterstützte nach wie vor sowohl den Macho Man als auch den Hulkster.

Die Freundschaft zwischen Savage und dem Hulkster musste also trotz einiger sichtbarer Differenzen weiter Bestand halten. Sie hielt auch noch bis weit in den Herbst hinein, in dem zum zweiten Mal die Survivor Series stattfand. Die Mega Powers traten hier im Main Event an der Seite von Hillbilly Jim, Koko B. Ware und Hercules gegen den Big Boss Man, Akeem, Ted DiBiase, King Haku und The Red Rooster in einem klassischen Elimination Match an. Liz wurde während des Kampfes von Slick bedrängt, woraufhin der großmütige Hulkster die junge Dame retten wollte. Er hatte jedoch die Rechnung ohne die Twin Towers gemacht, die sich ihm in den Weg stellten und ihn mit einer Handschelle am untersten Ringseil vertäuten. Deswegen konnte er anschließend Savage nicht helfen, als dieser nach Strich und Faden im Ring vermöbelt wurde. Es dauerte eine Weile, dann war es Elizabeth gelungen, den Hulkster zu befreien. Sofort wechselte Hogan sich selbst ein und holte mit Leichtigkeit den eigentlich von Savage herausgearbeiteten Sieg.

Während Savage nach dem Kampf völlig kaputt war, feierte der noch immer frische Hogan im Ring und posierte in gewohnter Manier vor den Fans. Miss Liz war bei der widerlichen Herumstolziererei mit von der Partie. Einmal mehr konnte es Savage einfach nicht passen, was er da mit ansehen musste. Er machte jedoch gute Miene zum bösen Spiel und erklärte in einem Interview gegenüber Jesse Ventura, dass alles vollkommen in Ordnung sei.

Fortan kam es immer häufiger zu kleinen Nicklichkeiten, bis die ganze Geschichte am 7. Dezember 1988 eskalierte. Es war der Tag der 19. Ausgabe von Saturday Night's Main Event, und Hulk Hogan trat in einem Einzelmatch gegen Akeem an. Akeem war nicht allein am Ring, deswegen musste Hogan auch permanent gemeinsame Attacken der Twin Towers einstecken. Am Ende brachte ihm das zwar trotzdem einen Sieg, aber nur via Disqualifikation.
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