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CZW Tournament Of Death III

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Kolumne
Ausgabe

"CZW Tournament Of Death III" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
CZW Tournament of Death 3
Willkommen zu einer weiteren Folge der Flimmerkiste, Genickbruchs wöchentlicher Rezensionskolumne! In dieser Woche findet endlich der schon lange angekündigte erste Ausflug der Kiste in die Welt von Combat Zone Wrestling statt. Für Resonanz jeglicher Art kann wie gewohnt das Kontaktformular genutzt werden.

Spätestens seit dem Ableben von DXD's guten alten deutschen CZW-Homepage ist Combat Zone Wrestling ein wenig die Plattform in der deutschen Internetlandschaft abhanden gekommen, selten gibt es auf Newsboards mal mehr als nur ein paar Cards und Ergebnisse zu lesen. Vor zwei, drei Jahren war auf den deutschen Wrestlingboards noch so etwas wie ein kleiner CZW-Hype zu spüren, inzwischen ist dieser jedoch schon lange einer gewissen Routine gewichen, und der allgemeine "Fan-Nachwuchs" teilt sich auf deutlich mehr Indyligen auf als damals. Da die Flimmerkiste mit ihren üblicherweise mehr als tausend regelmäßigen Lesern eine recht ordentliche Plattform darstellt und somit vielleicht den ein oder anderen neuen Fan zu einer Liga bringen kann, hatte ich mir vorgenommen, als erste CZW-Show ein qualitativ hochstehendes Exemplar herauszusuchen. Dabei kamen mir im ersten Gedanken von den vielleicht zwei Dutzend CZW-Shows, die ich bisher gesehen habe, die zweite Ausgabe von "Best Of The Best" und das dritte "Tournament Of Death" in den Sinn. Im Endeffekt habe ich mich für letzteres entschieden, da es für Außenstehende aller Voraussicht nach spektakulärer und damit interessanter wirken dürfte, auch wenn es freilich aufgrund seiner Konzentration auf den Hardcore-Aspekt nur einen Teil der vielen Facetten der CZW darstellen kann.

Auch wenn es den ein oder anderen eingefleischten CZW-Fan sicherlich stören wird, werde ich vor Beginn des eigentlichen Reviews erstmal mit einer kurzen und knappen Vorstellung der Promotion beginnen, denn immerhin hatte ich Combat Zone Wrestling ja wie erwähnt noch nie an dieser Stelle rezensiert und muss aufgrund der eher stiefmütterlichen Behandlung der Liga hier bei Genickbruch davon ausgehen, dass sich ein ganzer Stapel an Lesern nie mit ihr beschäftigt hat. Falls die Spezialisten unter der Userschaft inhaltlich etwas zu korrigieren oder kritisieren haben, werde ich es anfügen, wenn ich mal wieder die CZW thematisieren werde.

Die Geschichte der CZW hatte einen skurrilen Anfang, denn eigentlich existierte zunächst nur eine gleichnamige Wrestlingschule in New Jersey unter der Leitung von John Zandig. Alsbald wurde man dann jedoch gebeten, zugunsten eines guten Zweckes mal in Form einer Show zu demonstrieren, was man so alles gelernt hätte. Die Veranstaltung kam bei den Zuschauern sehr gut an, woraufhin sich rasch eine Eigendynamik entwickelte: die Fans wollten immer mehr sehen, und so kam man im Endeffekt nicht umhin, aus der einfachen Wrestlingschule eine richtige Liga zu machen. Das Ganze spielte sich vor nunmehr über fünf Jahren ab.

Die Liga schaffte es, recht zügig zu wachsen, auch über die Grenzen von New Jersey hinaus. Das wurde insbesondere deshalb wichtig, da man in New Jersey die Veranstaltung von Ultraviolent Matches verbot - und derartige Kämpfe waren ein wichtiger Stützpfeiler im Gesamtpaket der CZW. Das heute rezensierte Tournament Of Death III fand nicht umsonst im an New Jersey angrenzenden kleinen Bundesstaat Delaware statt: dorthin verlegte man die Austragung von Ultraviolent Matches zum großen Teil. Die Einschränkung konnte das Aufstreben der CZW also nicht aufhalten - im Gegenteil: nachdem die ECW in die ewigen Jagdgründe einging, erbte man deren TV-Slots und sendete ab sofort das inzwischen eingestellte Format "Fake You TV". Die Einstellung im Sommer des laufenden Jahres nach 154 Folgen erfolgte übrigens deshalb, weil sich der Sender WGTW-48 weigerte, die für den 18. Juni geplante Show aufgrund ihres Inhaltes auszustrahlen.

CZW TOURNAMENT OF DEATH III: BANNED... MY ASS!
Datum:
24. Juli 2004
Veranstaltungsort: Breakaway Tavern von Smyrna in Delaware
Zuschauerzahl: 600
Kommentatoren: John Zandig, Eric Gargiulo und John House

Das Tournament Of Death wurde im Jahre 2002 neben der Jahreshauptshow Cage Of Death und dem jährlichen Junior Heavyweight-Turnier "Best Of The Best" als dritte wichtige annuale Veranstaltung eingerichtet. Wie der Name schon erkennen läßt, handelt es sich dabei um ein Turnier im KO-System, bei dem die teilnehmenden Wrestler in verschiedenen Arten von Death Matches gegeneinander antreten.

Kurze Anmerkung zum System: zwölf Wrestler treten zunächst in sechs Matches gegeneinander an, die Sieger machen dann drei Finalisten unter sich aus. Außerdem noch eine Anmerkung zu meiner Bewertung: bei einem Turnier, das aus Death Matches besteht, werde ich selbstverständlich nicht die üblichen Kriterien der Beurteilung der einzelnen Kämpfe anlegen, sondern eine Anpassung an die Anforderungen an ordentliche Ultraviolent Matches vornehmen. Schließlich wird sich niemand ein solches Turnier anschauen, um Wrestler drei Stunden lang beim überlegten Taktieren zuzusehen.

1. Runde: 2 Out Of 3 Lighttube Log Cabin Death Match
The Arsenal vs. Hardcore Ninja #2

Bei dieser Art Kampf ging es darum, den Gegner durch zwei Stapel von Leuchtstoffröhren zu befördern, um ins Halbfinale einzuziehen. Bei den beiden Kontrahenten handelte es sich um zwei Vertreter des IWS. Hardcore Ninja war zu diesem Zeitpunkt bereits dreifacher Mithalter der IWS Tag Team Titles, Arsenal war vormaliger Träger des IWS Heavyweight Title und des Montreal Death Match Title. Es ging hier recht zügig zur Sache, nach gerade einmal etwas mehr als drei Minuten warf Hardcore Ninja seinen Gegner übers Top Rope nach draußen durch einen auf einem Tisch stehenden Röhrenstapel. Kurz zuvor hatte er noch einen Dive aus dem Ring versiebt und war mit dem Rücken auf dem Apron aufgeschlagen. Er schien nach dem ersten Erfolg gleich nachsetzen zu wollen und hämmerte Arsenal mit einem Piledriver auf einen aufgestellten Klappstuhl, doch nach einem Low Blow seines Gegners wurde er wenig später selbst vom Turnbuckle durch den Stuhl befördert. Jedem Piledriver wird die Glaubhaftigkeit geraubt, wenn sein Opfer nach nur wenigen Momenten wieder bei Sinnen ist - normalerweise müsste man an der Stelle ein saftiges Schleudertrauma sellen. Aber ich vergesse immer, dass man den Logikknopf beim Schauen von Wrestlingmatches abschalten muss. Danach entwickelte sich jedenfalls ein recht ausgeglichener Kampf, an dessen Ende The Arsenal seinen Gegner vom Top Rope mit einem Fisherman's Buster durch zwei übereinandergestapelte Log Cabins schmetterte und somit gewann.
Sieger: The Arsenal nach 8:30 Minuten (befriedigend)

Insgesamt ein ordentlicher Auftakt, ein recht zügig vorgetragenes Match ohne großartig aufwendige Struktur und damit genau das richtige für den Eröffnungskampf eines solchen Turnieres. Nach Ende des Kampfes half Arsenal seinem IWS-Kollegen wieder auf die Beine, wurde jedoch weggestoßen.

1. Runde: Barbed Wire Boards Death Match
Ruckus vs. Nick Gage

Weiter ging es mit Ruckus und Nick Gage, wozu zunächst mal anzumerken ist, dass Gage neben Necro Butcher zu Beginn der Show von den Zuschauern zum allgemeinen Favoriten erhoben worden war. John House marschierte zu diesem Zwecke durch die wartenden Fanreihen und befragte sie, wer ihrer Meinung nach wohl am Ende als Sieger aus dem Turnier hervorgehen würde. Im gleichen Atemzug ließ er sich von dem verrückten Gesindel auch noch zeigen, was sie für Waffen mit im Gepäck hatten - darunter befanden sich solch nette Dinge wie ein Ultraviolent-Kaktus aus Leuchtstoffröhren und Reißzwecken sowie eine Weihnachtsmannfigur. Im Match selbst ging es sofort nach draußen, wo sich Ruckus mit zahlreichen Stühlen und einem mit Thumbtacks versehenen Plastikhühnchen bombardieren lassen musste. Zurück im Ring war es dann Ruckus, der die Haltbarkeit des Rumpfes seines Gegners nach Stuhlschlägen austestete, außerdem wurde zwischendrin auch mal ein wenig gewrestlet. Ein paar spektakuläre Aktionen streute man auch noch ein, zum Beispiel einen Twisting Corkscrew durch Ruckus vom Top Rope auf eines der Barbed Wire Boards, das er vorsorglich auf Gage platziert hatte. Das Ende kam, als Gage seinen Gegner per Powerbomb auf eines der Boards beförderte und ihn pinnte.
Sieger: Nick Gage nach 7:21 Minuten (befriedigend)

Ruckus setzte damit seine Serie an Erstrunden-Niederlagen in den diversen Turnieren fort. Der Kampf war zwar stilistisch ein völlig anderer als das vorangegangene Match, vom Gesamteindruck lässt er sich jedoch in etwa in der gleichen Güteklasse einordnen. Bevor sich übrigens einer der CZW-Fans aufregt, die die Flimmerkisten sonst nicht lesen, sei an dieser Stelle nochmal drauf hingewiesen, dass "befriedigend" bei meinen Bewertungen ein durchaus respektables Ergebnis ist.

1. Runde: Fans Bring The Weapons Match
Wifebeater vs. Mad Man Pondo

Im dritten Kampf wurde dann erstmal ein wenig für die Müllverwertung getan, denn Pondo und der Wifebeater zertrümmerten den von den Fans mitgeschleppten Ramsch aufeinander und sahen dabei zu, wie es ihr jeweiliger Gegner fertigbrachte, nach fünf Sekunden zu vergessen, die zuletzt auf den Kopf eingesteckte Aktion weiter zu verkaufen. Tempo war in dem Kampf nicht vorhanden, wettgemacht wurde das Ganze jedoch durch die im Zehn-Sekunden-Takt eingestreuten zuckersüßen Schockmomente. Am Ende wollte der Wifebeater seinen Gegner durch einen Flachbildfernseher powerbomben, das dumme Ding wollte aber nicht kaputtgehen - deswegen musste die Sequenz nochmal gezeigt werden, und dann reichte es auch zum Sieg.
Sieger: The Wifebeater nach 7:20 Minuten (befriedigend)

Abgesehen von allen angemerkten Kritikpunkten gibt's hier trotzdem ein "befriedigend" für den bereitwilligen Einsatz der beiden Gegner, sich erfolgreich als lebendige Crash Test Dummies zu verdingend - denn wie schon oben erwähnt weiche ich heute bewußt von meinen üblichen Maßstäben ab.
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