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FlimmerMania: WWF WrestleMania VI

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania VI" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania VI
Das ominöse Regelbuch der World Wrestling Federation besagte, dass der Träger des WWF Intercontinental Title stets als erster Herausforderer auf den WWF Title anzusehen war. Eine Regel, die nur alle paar Jubeljahre mal herausgekramt wurde - was eigentlich verwunderlich scheinen sollte, denn wieso sollte sich ein Intercontinental Champion nach dem anderen diese Chance durch die Finger gleiten lassen. Aus Sicht der Federation war es allerdings schon sinnvoll, die Regel so gut wie nie anzuwenden - denn wozu sollte man zwei Fehden von zwei Titelträgern gegen ihre zugehörigen Herausforderer für eine einzelne Fehde zwischen zwei Titelträgern opfern - dann müßte man ja schließlich kreativ werden und sich für die unbeteiligten Wrestler noch mehr Storylines ohne Beteiligung von Gürteln ausdenken. Trotzdem ging man im Jahre 1990 diesen steinigen Weg: bei WrestleMania traf der Heavyweight Champion im Main Event auf den Träger des Intercontinental Title.

Und damit willkommen zur sechsten Ausgabe von FlimmerMania, dem zwanzigteiligen Rückblick auf zwei Jahrzehnte WrestleMania! Wie gewohnt findet ihr das Kontaktformular, durch das ihr mich mit Resonanz überhäufen könnt, am Ende dieses Beitrages.

WWF Wrestlemania VI
Datum:
1. April 1990
Veranstaltungsort: Sky Dome in Toronto
Zuschauerzahl: 67.678
Kommentatoren: Gorilla Monsoon und Jesse Ventura

Man erlebte bei WrestleMania VI einen schweren Rückfall in die Zeit von WrestleMania II, denn wie vier Jahre zuvor verzichtete man bei so gut wie allen Matches darauf, eine langwierige Fehde vorzuschalten. Selbst dem großen Main Event zwischen Hulk Hogan und dem Ultimate Warrior gab man gerade einmal etwas mehr als zwei Monate Vorlauf. Aber das war in dem Fall auch nicht weiter wichtig, denn das Aufeinandertreffen der beiden Topfaces der Liga lebte weniger von ihrer kurzen Fehde, sondern es zog seine Spannung aus dem riesigen Push, den beide Wrestler in den Jahren zuvor erhalten hatten, denn beide wirkten nahezu unbesiegbar. Bis dahin hatte sich die Federation immer davor gedrückt, zwei derartige Fanlieblinge in einem Kampf aufeinanderprallen zu lassen, stattdessen setzte man immer auf das altbewährte Konzept "Gut gegen Böse".

Hogan hatte man ohnehin schon die ganzen Achtziger über mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gepusht wie einen eBay-Artikel mit zu niedrig erscheinenden Preis. Im Falle des Warriors sah es seit einiger Zeit auch nicht anders aus, denn spätestens seit seinem Sieg gegen den verhassten Honky Tonk Man in einem Match um dessen Intercontinental Title schwamm Jim Hellwig in ähnlichen Gefilden der Vergötterung durch die Fanschaft. Immerhin hatte er all das, was man brauchte, um damals in der Federation zu den ganz Großen zu gehören: er hatte sich einen beachtlichen Körperbau angeschluckt, er trug ein aufsehenerregendes Kostüm, er hatte sich ganz dufte das Gesicht bemalt und schien ständig unter Strom zu stehen. Außerdem konnte er nicht wrestlen. Was hätte sich das kleine feine McMahon-Herz mehr wünschen können? Kurzum: der Warrior war offensichtlich das perfekte Paket für die Spitze der Cards.

Der Grundstein für das Match der beiden Comicfiguren wurde am 21. Januar 1990 in Orlando gelegt. An diesem Tag fand die dritte Auflage des jährlichen Royal Rumble statt. Eigentlich hatte man vorgesehen, dass Curt Hennig die 30 Mann - Battle Royal gewinnen sollte. Gottvater Hulk Hogan konnte es jedoch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, einem talentierten Wrestler einen solchen Push zu verschaffen, und so machte er von seinem Vetorecht Gebrauch und ließ sich selbst den Gewinn des Kampfes in den Vertrag meißeln. Trotz Hogans Dachschaden kam am Ende ein ordentliches Match dabei heraus, und auch insgesamt war die Veranstaltung ganz brauchbar - sieht man mal von den beiden Openern ab. Selbst Jim Duggan, ansonsten nach seinem Wechsel zur Federation stets ein sicherer Garant für grauenvolle Leistungen, wrestlete an diesem Abend mal keinen Horrorfilm in Matchform zusammen, sondern lieferte ein ordentliches Produkt gegen den Big Boss Man ab.

Die Fehde zwischen dem Warrior und Hogan begann innerhalb der großen Battle Royal. Dank der Beteiligung des halben Rosters hat man hier ja bekanntlich immer allerhand Möglichkeiten, um ein paar neue Konstellationen ins Leben zu rufen, so dass sich der Kampf perfekt als Grundlage anbot. Da immerhin der Main Event der wichtigsten Veranstaltung des Jahres aufgebaut werden sollte, rückte man das erste Aufeinandertreffen der beiden Publikumslieblinge im Ring relativ weit ans Ende des Ausscheidungsmatches. Der Warrior kam als 21. Wrestler in den Ring, und wie man es von jedem guten hoffnungslos überpushten Steroidmonster erwartet, räumte er direkt wie ein Berserker auf und schmiss ein paar Gegner aus dem Ring. Natürlich auch ein paar von denen, die im Ring zu guten Leistungen fähig waren und damit um Gottes Willen nicht durch einen Rumblesieg gepusht werden durften, denn das war in der Federation zu dieser Zeit bekanntlich verboten. Deshalb ging unter anderem Ted DiBiase über den Jordan - das ist deswegen bemerkenswert, weil der gute Million Dollar Man zu diesem Zeitpunkt schon fast eine Stunde im Ring gestanden hatte und sich als zäh und unherauswerfbar präsentiert hatte.

Der Hulkster kam ein paar Minuten nach dem Warrior als 25. Wrestler zum Ring. Auch er hielt sich wie ein treues Schäfchen der Glaubensgemeinschaft der damaligen WWF an das oberste Gebot, erstmal ein paar talentiertere Leute aus dem Geschäft zu befördern, unter ihnen Haku und Jimmy Snuka. Aber letzteren durfte man wegen der unschönen Nancy-Argentino-Sache ja bekanntlich eh nie zu sehr pushen, um das untadelige Antlitz der Comicfederation nicht ins Licht der Kriminalität zu rücken. Der Warrior und Hogan machten eine Weile das, was wohl jeder machen würde, der mit einem von der Liga stark geförderten Muskelpräparateendlager im Ring stehen würde: man zog es vor, den jeweils anderen erstmal zu umgehen.

Nachdem sowohl Hogan als auch der Warrior ihre Arbeit verrichtet hatten und kaum noch Wrestler übrig waren, blickten sie sich um und suchten nach weiteren talentierten Männern, die sie vor einem Karrieresprung bewahren und aus dem Ring schmeißen konnten. In dem Moment trafen sich die Blicke der beiden Herren. Sofort entschlossen sich die beiden das zu tun, was sie am besten können: sie hörten mit den stupiden Wrestlingversuchen auf. Stattdessen blickten sie sich erstmal ein Weilchen in die Augen, als würden sie an Ort und Stelle Casablanca neu inszenieren wollen. Sie starrten und starrten wie ein Kleinkind vorm Schaufenster eines Spielzeugladens, dann schubsten sie sich ein wenig herum. Schlußendlich probierten sie aus, wie sich die ein oder andere Clothesline auf dem Rumpf ihres Gegenübers eigentlich so machen würde.

Das musste dann auch erstmal reichen, denn man wollte den Zuschauern schließlich erstmal nur den kleinen Finger geben, und noch nicht die ganze Hand. Also würfelten die WWF-Booker ein wenig herum und ließen The Barbarian als nächsten zum Ring kommen und ihn auf die beiden losgehen. In der Folgezeit waren die beiden dann jeder wieder für sich allein mit ein paar Gegnern beschäftigt. Wenig später versuchte der Warrior den Barbarian und Rick Rude zu eliminieren. Der ungeschickte Hogan stürmte hinzu und beförderte dabei nicht Rude oder den Barbarian, sondern versehentlich den Warrior aus dem Ring. Dieser drehte nun postwendend durch, während der Hulkster in der Zwischenzeit in gewohnter Manier seinen irrsinnigen Push auslebte und einen Wrestler nach dem anderen aus dem Ring beförderte und den Rumble letzlich gewann.

Die Zuschauer waren durch die Szenen zwischen dem Warrior und dem Hulkster auf den Geschmack gekommen, und so war klar, was kommen musste: Hogan und der Warrior sollten sich in absehbarer Zeit zu einem Kaffeekränzchen im Ring nebst angeschlossenem Match gegeneinander treffen. Auch hinter den Kulissen schien der Sache nichts im Wege zu stehen, denn der Hulkster dachte zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal ernsthaft darüber nach, seine Karriere zu beenden und war deshalb ausnahmsweise mal dazu bereit, sich freiwillig für jemanden hinzulegen.

Um die Geschichte weiter anzuheizen, packte man Hogan und den Warrior gemeinsam in ein Team und ließ sie am 27. Januar 1990 gegen Mr. Perfect und Randy Savages Bruder, The Genius, antreten. Selbstverständlich waren es die Superhelden, die aus diesem Match als Sieger hervorgingen. Wie gute Heels nun mal so sind, ließen Hennig und Poffo die Niederlage nicht einfach so auf sich sitzen, und so attackierten sie die Anabolikabrüder nach Ende des Kampfes. Um dabei nicht alt auszusehen, sorgten sie dafür, dass Hogan und der Warrior nichts mehr sehen konnten. Der Warrior wehrte sich trotzdem, indem er schlicht und ergreifend alles und jeden attackierte, das bzw. der sich ihm in den Weg stellte. Unter anderem war es der Hulkster, der ihm vor die Flinte geriet, er musste eine Clothesline einstecken. Der Warrior war selbst schockiert darüber, was er da angerichtet hatte, und so versuchte er dem gefallenen Hogan wieder auf die Beine zu helfen. Es war aber nun nicht mehr alles in Butter zwischen den beiden, sie starrten sich eine Weile an und gingen dann erstmal wieder auseinander.

Nun galt es aufzupassen, dass der Konflikt zwischen den beiden Topfaces nicht dazu führte, dass die Anerkennung der Zuschauerschaft zu einem einzelnen schwappte und der andere dadurch ungewollt zum Heel turnen musste. Und wie machte man das am besten? Richtig: man mied schlicht und ergreifend den direkten Umgang der beiden. Stattdessen stellte man ihnen erstmal wieder andere Bösewichte in den Weg, um die sie sich kümmern sollten.
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