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FlimmerMania: WWF WrestleMania VIII

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania VIII" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF Wrestlemania VIII
Fast dreizehn Jahre ist es nun schon her: wir befanden uns im Jahre 1992, WrestleMania stand auf dem Plan - und Deutschland war live dabei! Im Jahr seines zwischenzeitlichen Ablebens bescherte uns der Münchener Privatsender Tele 5 damals eine Liveübertragung des größten jährlichen Wrestlingspektakels der Vereinigten Staaten - und zwar gleichzeitig erstmalig und letztmalig. Nur wenige Monate später verabschiedete sich der damals wohl beste Fernsehsender Deutschlands in Richtung der ewigen Jagdgründe, ehe er dann vor einiger Zeit als schlechter Scherz in Senderform seine unverhoffte feierliche Rückkehr erlebte.

Und damit Willkommen zur achten Ausgabe von FlimmerMania, dem geschichtlichen Rückblick auf zwanzig Jahre WrestleMania! In dieser Woche wird das Hauptaugenmerk erstmals nicht direkt auf der Storyline liegen, die hinter dem Main Event steckt. Denn der ergab sich eher nebenbei als Beiwerk zur Geschichte um den WWF Title zwischen Randy Savage und Ric Flair. Da jedoch der Hulkster seinen Rücktritt vom Wrestling bekanntgab, konnte man es sich nicht nehmen lassen, Gotts offenbar allerletzten Kampf inklusive der obligatorischen Siegesgarantie für den Allmächtigen anstatt des Titelmatches an die Spitze der Card zu stecken. Für Resonanz jeglicher Art kann wie gewohnt das Kontaktformular genutzt werden. Ich sehe schon schon jetzt einen gehörigen Haufen Kritikmails der Hoganfans auf mich zukommen, denn da es einer der letzten Mania-Auftritte des Hulksters war, konnte ich mir schlecht die Chance zu einem zünftigen Hogan-Beleidigungsfestival entgehen lassen.

WWF WRESTLEMANIA VIII
Datum:
5. April 1992
Veranstaltungsort: Hoosier Dome in Indianapolis
Zuschauerzahl: 62.167
Kommentatoren: Gorilla Monsoon und Bobby Heenan

Auch wenn die Fehde zwischen Randy Savage und Ric Flair, die heute in erster Linie thematisiert werden soll, nicht direkt bei der Ankunft des Nature Boy in der World Wrestling Federation ihren Anfang nahm, werde ich trotzdem weit ausholen und mit diesem Ereignis meine Ausführungen beginnen. Denn von dem Moment an, in dem Flair im September 1991 bei Prime Time Wrestling auftauchte, schien eigentlich der Main Event für WrestleMania VIII schon festzustehen: Hulk Hogan gegen Ric Flair. Dass es dann doch anders kam, war die Folge zahlreicher Ereignisse.

Am 31. August 1991 debütierte nicht nur Big Bully Busick in der Federation, was wahrscheinlich nicht mal den hartgesottensten Fan auch nur einen Pfifferling interessieren dürfte, sondern Bobby Heenan war zu Gast bei Paul Bearers Funeral Parlor. Mit im Gepäck hatte er den NWA World Heavyweight Title - und die Ankündigung, dass der größte Wrestler aller Zeiten kurz vor seiner Ankunft in der Federation stand. Noch am gleichen Tag wollte Heenan den Hulkster herausfordern, der jederzeit und überall gegen den "richtigen" World Champion antreten könnte. Dieses Anliegen endete jedoch damit, dass Heenan die Tür von Hogans Umkleide gegen die Wieselbirne geschleudert bekam. Die Fans durften jedenfalls frohlocken, denn ein seit zehn Jahren erhofftes Traummatch schien nun in greifbare Nähe gerückt.

Da sich die Gelegenheit zu einem solchen Spektakel nicht alle Nas' lang bot, wollte die Federation nicht sofort ihr ganzes Pulver verschießen und die Fehde der beiden Topstars behutsam aufbauen. Deshalb ließ man den Hulkster seinen Gürtel erstmal gegen andere Leute verteidigen. Einer der Herausforderer auf Hogans Titel war ein Mann, der auch heute noch im Titelgeschehen mitmischen darf: The Undertaker. Er war zu dem Zeitpunkt kaum ein Jahr in der Federation, hatte aber schon zahlreichen Gegnern das Wort "Squash" nähergebracht, den Ultimate Warrior in einen Sarg verfrachtet und gemeinsam mit Jake Roberts die Hochzeitsfeierlichkeiten von Randy Savage und dessen Miss Elizabeth ins Reich des unvollendeten Schwurbels befördert. Da man es in der Federation mit der Ehrlichkeit so ernst nahm wie Terry Funk mit seinen Rücktritten und Hans Eichel mit seiner Steuerschätzung, kehrte man ein paar House Show-Niederlagen des Takers gegen den Ultimate Warrior unter den Tisch und kündigte ihn als ungeschlagen an, weswegen er alsbald zum Herausforderer Nummer 1 auf Hogans Heavyweight Title avancierte.

Nachdem Flair schon im September seinen ersten Auftritt beim Funeral Parlor hatte und Hogan dort amüsanterweise als Thunderlips bezeichnete, erschien er am 16. November bei Prime Time erneut während Paul Bearers Interviewsegment. Diesmal war eigentlich Hogan zu Gast gewesen, weswegen es an der Stelle zum ersten großen bösen Angestarre der beiden Champions kam. Da beide in diesem Augenblick ihre jeweiligen Titelgürtel in den Händen hielten, schien es, als würde nun der endgültige Startschuss für ihre Titelfehde gegeben werden. Es kam jedoch anders, denn der Taker sprang aus einem umherstehenden Sarg und testete die Haltbarkeit von Hogans Hulksterrübe durch einen geschmeidigen Schlag mit seiner Urne. Während sich Flair Hogans Gürtel schnappte und beide Titel triumphierend in die Höhe riss, verpasste der Taker den Hulkster ein Weilchen die gerechte Strafe für jahrelangen Machtmißbrauch und prügelte ihn windelweich, bis ein Titelmatch zwischen den beiden Zombies bei der Survivor Series festgeschrieben wurde.

Überraschenderweise ließ sich Hogan für diesem "Gravest Challenge" genannten Kampf nicht in den Main Event booken, der Kampf wurde inmitten der Show ausgetragen. Nachdem Hogan nach dem Tombstone Piledriver den Kickout schaffte, sah alles danach aus, als würde nun Schema F abgespult werden, so dass der Hulkster mit allem Drum und Dran vom Zeigefinger bis zum engelsgleichen Legdrop den Sieg einfahren könnte. Dem war aber nicht so, denn Flair kam zum Ring, lenkte den Hulkster ab und sorgte in der Folge mit tatkräftiger Unterstützung von Paul Bearer dafür, dass Hogans Kopf nach einem erneuten Tombstone nicht in Bodenkontakt, sondern in Kontakt mit einem Metallstuhl kam, was zum Titelverlust des Unsterblichen führte. Bobby Heenan erklärte anschließend Hulkamania für tot - und das war auch der Fall, denn einen ähnlichen Mythos der schieren Unbesiegbarkeit konnte Hogan nie wieder erlangen, auch wenn man ihn pushte, als wären die verantwortlichen Booker mit roher Waffengewalt dazu genötigt worden.

Nur wenige Tage danach gab es bei Taboo Tuesday, äh, bei This Tuesday in Texas ein Rückmatch zwischen dem Taker und dem Hulkster, bei dem Flair wieder seine Hände im Spiel hatte. Erneut versuchte er mit einem Stuhl einzugreifen, doch das mißlang diesmal. Auch Bearer hatte keinen Erfolg, als er dem einzigartigen Donnerlippchen brutaler als der Vollstrecker aus der gleichnamigen einstigen ARD-Show mit der Urne den Kopf umgestalten wollte. Hulk schüttete danach die Asche über dem Gesicht des Takers aus und pinnte ihn - doch er hatte die Rechnung ohne den Nature Boy gemacht. Der hatte indessen den inzwischen verstorbenen WWF-Gimmickpräsidenten Jack Tunney auf den Apron gehievt, so dass der gute Mann den Schandtaten des Hulksters aus nächster Nähe beiwohnen konnte. Tunney machte das, was Vince McMahon direkt nach dem Match zwischen Hogan und The Iron Sheik hätte machen sollen: er nahm dem Hulkster den Gürtel ab, erklärte ihn für vakant und lotete den Royal Rumble 1992 als das Match aus, bei dem der Titel neu vergeben werden sollte.

Die große Battle Royal war durch diese Stipulation nicht nur der bedeutsamste Royal Rumble aller Zeiten geworden, es wurde auch der qualitativ beste. Immer mehr Hochkaräter wurden seiner Setzliste im Laufe der Folgewochen hinzugefügt - unter ihnen Roddy Piper, Randy Savage, Sid Justice, der The British Bulldog, der Million Dollar Man, Sgt. Slaughter und eben der Nature Boy. Hogan und der Taker waren selbstverständlich auch am Start. Sie bekamen sogar zugesichert, nur Startnummern oberhalb der Nummer 20 zugeteilt zu bekommen. Donnerlippchen war dementsprechend der Topfavorit auf den Sieg - immerhin hatte er sich ja auch in den beiden Jahren zuvor schon den Sieg in dem Ausscheidungsmatch in den Vertrag zementieren lassen. Für Ric Flair sah es hingegen übel aus, denn er musste schon als dritter Wrestler zum Ring.

Am Ende des Rumble hatten wir dann endlich die vier Mann beisammen, die später die beiden Hauptkämpfe von WrestleMania bestreiten sollten: Ric Flair, Hulk Hogan, Randy Savage und Sid. Zunächst schmiss Justice den Macho Man aus dem Ring. Dann schaute er dabei zu, wie sich Flair vom Hulkster vorführen lassen musste, bis er wie jeder Zuschauer von Hoganmatches kurz vor einem Brechreiz stand und deshalb die Gelegenheit warnahm, den rot-gelben Gutmenschen aus dem Ring zu befördern. Der Hulkster vergaß daraufhin die Regeln des Kampfes, denn woher sollte er auch wissen, wie man sich bei einer Eliminierung verhält? Auf jeden Fall malträtierte er Sid trotz seines Ausscheidens weiter und sorgte dadurch mit dafür, dass Sid aus dem Ring stürzte und Flair als Sieger und neuer WWF Champion aus dem Match hervorging. Damit hatte sich der Nature Boy endgültig an der Spitze der Wrestlingwelt festzementiert.

Der neue Champion stand also fest, wer aber sollte sein Herausforderer Nummer 1 bei WrestleMania werden? Sid glaubte, er müsse es sein, denn er war der letzte Eliminierte im Rumble. Allah glaubte ebenfalls, er müsse es sein, denn seiner Meinung nach hatte er den Titel ja nie verloren. Klarheit sollte deshalb eine Pressekonferenz schaffen. An ihr nahmen nicht nur Hogan und Sid teil, sondern auch der Taker, Savage und Piper - denn allesamt wurden sie als potentielle Herausforderer auf das Gold angesehen. Die Wrestlingwelt war sich sicher: dies würde trotzdem der Moment werden, an dem Jack Tunney endlich das Traummatch zwischen Hogan und Flair verkünden würde.
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