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FlimmerMania: WWF WrestleMania IX

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"FlimmerMania: WWF WrestleMania IX" von Axel Saalbach
Im Jahr nach Hulk Hogans Sieg gegen Sid im Main Event von WrestleMania VIII hatte sich eine Menge getan in der World Wrestling Federation. Die ganze Liga war im Umbruch, man wischte das ganze alternde und angestaubte Humankapital so langsam aus den Ritzen der Cards und Main Events, in denen es sich jahrelang parasitenhaft breitgemacht hatte. Im Zuge einer großangelegten Personalentsorgung entfernte man Belegschaftsaltlasten wie Hulk Hogan, den Ultimate Warrior und Randy Savage aus den Spitzenpositionen und ersetzte sie durch junge aufstrebende Biorohstoffe wie Bret Hart, Shawn Michaels und Razor Ramon. Erst bei WrestleMania IX gab es dann am Ende der Show einen unangenehmen Rückfall in eine längst abgehakte Ära.

Damit heiße ich euch Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von FlimmerMania, meinem zwanzigteiligen Rückblick auf die Geschichte von WrestleMania. In dieser Woche sind wir im Jahre 1993 angelangt, das bedeutet unter anderem gleich zwei Wechsel des WWF Title auf einmal und für The Undertaker eine ungewöhnliche Begegnung der hochgewachsenen Art. Wie in jeder Woche kann auch diesmal das Kontaktformular für Resonanz jeglicher Natur genutzt werden.

WWF WRESTLEMANIA IX
Datum:
4. April 1993
Veranstaltungsort: Caesar's Palace in Las Vegas
Zuschauerzahl: 16.891
Kommentatoren: Jim Ross, Bobby Heenan und Randy Savage

Der Status Quo der vergangenen Ausgabe, sprich der Gewinn des WWF Title durch Randy Savage, war nach ein paar Monaten durch den vorherigen Champion wieder ins Reich der Geschichte verbannt worden. Mit Unterstützung seines neuen Kameraden Razor Ramon war es Ric Flair gelungen, Savage im Figure Four Leglock zur Aufgabe zu zwingen und damit zum zweiten Mal den Heavyweight-Gürtel zu erringen. Es war jedoch von Anfang an klar, dass diese Regentschaft nur von kurzer Dauer sein konnte: Flairs Vertrag lief aus, und nach dem Ende der Laufzeit würde der Nature Boy die Federation verlassen. Also musste ein neuer Champion her.

Wer aber konnte dafür in Frage kommen? Randy Savages Hirnschrittmacher funktionierte damals noch prima, so dass er erkannte, dass man mit zunehmenden Alter anderen Leuten Platz machen sollte. Deswegen zog er sich vorzugsweise ans Kommentatorenpult zurück. Ihm konnte man den Gürtel also nicht wiedergeben. Hulk Hogan war ganz weg, der kam also auch nicht in Frage. Dem Ultimate Warrior konnte man den Gürtel schlecht geben, da die Federation ihren Kritikern unter der schweren Last des Steroid-Skandals keine Steilvorlage geben wollte. Außerdem war die vertragliche Situation um ihn unklar. Da man jedoch keine Idee hatte, wem man sonst das Gold hinterherwerfen konnte, spekulierte man trotzdem mit dem Gedanken, Hellwig nochmal den Gürtel zu geben. Das änderte sich jedoch schlagartig, als sich der Warrior weigerte, an einer House Show der Federation teilzunehmen. Nun hatte Vinnie Mac die Faxen dicke und riss das Ruder der Promotion in eine vollkommen andere Richtung.

Damit war die große Stunde für einen Mann gekommen, der in den Monaten zuvor einen steilen Aufstieg in der Liga hingelegt hatte. Beim Summerslam hatte er gemeinsam mit Mr. Perfect allen anderen Wrestlern durch das Match um den WWF Intercontinental Title die Show gestohlen, er hatte in der Folge einige der besten Matches der WWF-Geschichte bestritten, er war an Roddy Pipers hochwertigsten Kampf überhaupt beteiligt und hatte beim Summerslam gegen seinen Schwager Davey Boy Smith ein Fünf-Sterne-Match gefochten. Gemeint ist Bret Hart, der durch all diese Leistungen so populär geworden war, dass man selbst aus Richtung World Championship Wrestling die gierigen Hände nach ihm ausstreckte.

Vinnie Mac bekam vom Interesse der WCW Wind und hatte Angst, sich einen Rohdiamanten aus den Fingern rutschen zu lassen - deshalb machte er dem Hitman ein Angebot, dass er nicht ablehnen konnte: statt dem Warrior war es letztlich der Hitman, der am 12. Oktober 1992 vor kanadischem Publikum gegen Ric Flair antreten und den Heavyweight Title gewinnen konnte. Das Match war qualitativ ein ziemlicher Schuss in den Ofen, da sich Flair drei Tage zuvor bei einer Titelverteidigung in der America West Arena gegen den Ultimate Warrior einen Nervenabriss im Ohr zugezogen hatte, wodurch sein Gleichgewichtssinn völlig außer Takt geraten war. Der Warrior verabschiedete sich übrigens wenig später komplett für ein paar Jahre aus der Federation. Am 15. November hatte er bei einer House Show in Oakland seinen letzten Auftritt. In den bereits für ihn bei späteren House Shows angesetzten Matches gegen Razor Ramon und Nailz wurde er durch den Undertaker und Jim Duggan ersetzt. Das klingt nach einer wrestlerischen Verbesserung auf unterstem Niveau für die Zuschauer.

Aus dem "Fightingest Intercontinental Champion" aller Zeiten war jedenfalls also der neue Spitzenmann der Liga geworden - und er machte da weiter, wo er mit dem "kleineren" Gürtel aufgehört hatte: er verteidigte ihn gegen alles und jeden, der einen Titleshot haben wollte und ihn nicht verdient hatte - zum Beispiel gegen The Mountie, Rick Martel und Virgil. Bei der 31. und letzten Ausgabe von Saturday Night's Main Event, die am 14. November 1992 auf FOX ausgestrahlt wurde, zwang er Papa Shango zur Aufgabe. Direkt nach dem Match fand Hart seinen ersten großen Herausforderer in Form von Shawn Michaels. Der Heartbreak Kid, der zeitlich parallel zu Harts Marsch an die Spitze einen vergleichbaren Aufstieg hingelegt hatte, unterbrach das dem Kampf gegen Shango folgende Backstage-Interview von Hart und Mean Gene und ernannte sich selbst zum Titelanwärter. Nur wenige Minuten zuvor hatte Michaels den Intercontinental Title von Davey Boy Smith gewonnen - übrigens der letzte Auftritt des British Bulldog vor Fernsehkameras der Federation für die kommenden zwei Jahre.

Das Aufeinandertreffen von Hart und Michaels fand bei der Survivor Series statt - wie bekanntermaßen fünf Jahre später auch. An die 92er Series wird sich Bret aber wohl dann doch ein Stückchen lieber zurückerinnern: nach einer knappen halben Stunde konnte sich der Hitman in diesem intensiv geführten Match per Sharpshooter durchsetzen. Im Hinblick auf WrestleMania IX war jedoch ein anderes Ereignis der Survivor Series fast schon ein Stück bedeutender, denn an diesem Abend rückte ein niegelnagelneues Monster durch einen Squash gegen Virgil erstmals ins Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit. In den Wochen zuvor hatte er bei kleineren Veranstaltungen bereits rasche Siege gegen Leute wie den unvergleichlichen Ron Hutchison (übrigens erst kürzlich von Joe E. Legend in seinem Shootinterview für unsere Homepage erwähnt), den sensationellen Shane Croft und den gottgleichen Kevin Krueger gelandet. Bei seinem Fernsehdebüt bei Superstars pinnte er am 31. Oktober 1992 den fantastischen Bill Jordan in weniger als zwei Minuten. Die damit gemeinte geballte Ästhetik auf zwei Beinen war natürlich niemand anderes als der inzwischen leider verstorbene Yokozuna.

Platz für einen Zwischengedanken. Mal im Ernst - Wrestling schaut man doch aus zwei Gründen: wegen dem sportlichen Faktor, und wegen dem Entertainment-Faktor. Für die sportliche Seite wird man heutzutage durch Pro Wrestling NOAH, durch Ring of Honor und Konsorten erstklassig bedient. Schaut man hingegen World Wrestling Entertainment, dann ist ein qualitativ guter sportlicher Aspekt zwar eine nette Beigabe, aber primär schaut man sich die Liga doch aufgrund des Unterhaltungsfaktors an. Reine Wrestling-Analysten tun sich die Liga hingegen eh nicht freiwillig an. Was ergibt es also für einen Sinn, dass alle Wrestler wie aus dem Ei gepellt und wie aus der Retorte aussehen müssen, wenn sie inmitten des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends für World Wrestling Entertainment antreten wollen? Sicher: das vollkommene Ignorieren der wrestlerischen Seite, das die Federation über Jahre betrieb, war grauenhaft. Aber nicht weniger grauenhaft ist das jetzt an diese Stelle gerückte Einheitsbild in Wrestlerform, bei dem selbst die bösesten Heels aussehen, als hätte man sie geschnitzt. Leute wie Yokozuna, Earthquake und Tugboat haben unmögliche Matches abgeliefert, die aufgrund ihrer hohen Anzahl pro Show eine unerträgliche Qual waren - aber ein, zwei solche optischen Farbtupfer mit kurzen Matches würden heutzutage weißgott nicht schaden. Man muss sie ja nicht gleich zu Heavyweight Champions machen. Denn wie gesagt: World Wrestling Entertainment ist keine Liga, die geschaut wird, ohne dass das Aussehen der Wrestler eine Rolle spielen würde.

Was soll's, ich bin nicht Vince McMahon und will es bei dem Gedanken an dessen steroiddeformierten Rumpf, die missratene Tochter und die regelmäßigen Prozesse auch nicht sein. Zurück also zu Yokozuna. Für die jüngeren Leser: der dicke Rodney war zwar eigentlich kein Yokozuna, spielte aber trotzdem einen. Er war für seine über 500 Pfund recht agil im Ring, er wurde von Mr. Fuji gemanagt und so stark gepusht wie kaum ein Zweiter. Nachdem er von Yoko bei der Series zusammengefaltet worden war, warnte Virgil den Hitman: der Sumo sei ein ganz anderes Kaliber als jeder andere Wrestler, den die Federation jemals zu Gesicht bekommen hatte. Und damit hatten wir schon eine erste Andeutung: irgendwann würde also in der Zukunft mal etwas zwischen dem Hitman und Yokozuna passieren. Dieses Irgendwann entpuppte sich alsbald als WrestleMania IX.

Zunächst stellte man dem Hitman jedoch Ric Flairs neuesten Verbündeten Razor Ramon in den Weg. Der gute Mann war damals gerade mal fünf Monate in der Federation, bekam jedoch schon bei einer Großveranstaltung einen Titleshot. Wahrscheinlich ahnte man, dass man hier einen Kandidaten hatte, der recht schnell dazu neigt, eine Liga wieder zu verlassen oder verlassen zu müssen. Damals sollte er es aber noch recht lange bei der Federation aushalten. In dem Moment aber war er nicht mehr als eine Zwischenepisode, Hart gewann das ganz brauchbare Match der beiden beim Royal Rumble per Sharpshooter.
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