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FlimmerMania: WWF WrestleMania XIII

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWF WrestleMania XIII" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania XIII - Heat!
In der zwanzigjährigen Geschichte von WrestleMania kam es häufiger vor, dass die Show eigentlich nur aus ein oder zwei halbwegs bemerkenswerten Matches bestand, während der Rest der Card nur angesetzt wurde, um die Veranstaltung vollzubekommen. Die dreizehnte Ausgabe der jährlichen Hauptshow der World Wrestling Federation bildete da keine Ausnahme - trotzdem mit einem Unterschied zu den anderen gleichartigen WrestleManias: diesmal war sogar der Main Event nur lästiges Beiwerk, denn das eigentlich bedeutsamste Match fand mitten in der Show statt.

Und damit Willkommen zur neuesten Ausgabe von FlimmerMania, meinem zwanzigteiligen Rückblick auf die Geschichte von WrestleMania. Wie in jeder Woche kann auch diesmal das Kontaktformular für Resonanz jeglicher Natur genutzt werden. Aufgrund der zahlreichen Anfragen: die bisherigen Ausgaben von FlimmerMania werden genau wie die regulären Flimmerkisten fortlaufend hier in unserer Kolumnen-Rubrik archiviert.

WWF WRESTLEMANIA XIII
Datum:
23. März 1997
Veranstaltungsort: Rosemont Horizon in Chicago (Illinois)
Zuschauerzahl: 18.200
Kommentatoren: Vince McMahon, Jerry Lawler und Jim Ross

Unsere beiden Hauptdarsteller in der heutigen Ausgabe von FlimmerMania werden Bret Hart und Steve Austin sein. Über den Hitman muss ich kein großes Wort an dieser Stelle mehr verlieren, nachdem wir ihn in den letzten Ausgaben schon regelmäßig zum Thema hatten und er anno 1997 seit Jahren schon zum Inventar der Federation gehörte. Anders sieht es da bei Stone Cold Steve Austin aus, den wir nur in der vergangenen Woche mal kurz gestreift haben. Deswegen soll an dieser Stelle erstmal ein kleiner Blick auf Austins Karriere in der Federation von seinem Debüt inklusive der Vorgeschichte bis hin zu der heute betrachteten Veranstaltung erfolgen.

Austin hatte ein halbes Jahrzehnt mehr oder weniger erfolgreich bei World Championship Wrestling verbracht. An sich stand er auf dem Sprung in den Main Event, doch unter anderem ein an dieser Stelle ungenannter Mann ließ seine Backstagemacht spielen und entschied in diesem Zusammenhang, dass die wichtigen Spots besser mit den Leuten belegt werden sollten, die schon in seinem rot-gelben Hintern bewiesen hatten, dass sie überall dorthin gingen, wo es wehtat. Erstens kroch Austin nicht, zweitens besaß er auch noch die Frechheit, sich in Japan am Arm verletzen zu lassen. Konsequenz war ein telefonischer blauer Brief durch Eric Bischoff, den Gespielen des selbsternannten Booksters.

Austin saß also auf der Straße. Anstatt aber Stütze zu beantragen, heuerte er bei der ECW an. Direkt bei seinem ersten Auftritt erschien er verkleidet als Parodie seines genannten personifizierten Entlassungsgrundes, nannte sich Steveamanic und shootete wie ein Rohrspatz. Er beschwerte sich lauthals darüber, dass man ihm alle Gegner von brauchbarer Garnitur verweigerte, dass man ihm falsche Versprechen machte, und dass man ihn permanent unten hielt. Er imitierte Dusty Rhodes und den Hulkster, beschwerte sich über das Niveau der Wrestler, mit denen er in einen Ring steigen musste und darüber, dass man ihn Müll fressen ließ und ihn so selbst zu Müll machte. Die WCW wollte also nichts aus ihrem Wrestler mit dem größten Potential machen - stattdessen riefen angeblich unter anderem die WWF, All Japan Pro Wrestling und New Japan Pro Wrestling bei ihm an. Das beste Angebot machte ihm jedoch Tod Gordon, deswegen sei er in der ECW gelandet. Danach beleidigte Austin noch die ECW und all ihre Wrestler.

Die Federation jedenfalls fand Austins aufsehenerregende Auftritte für die ECW ganz töfte und nahm ihn alsbald unter ihre eigenen Fittiche. Zu diesem Zeitpunkt konnte man natürlich noch nicht ahnen, dass sich diese Verpflichtung gemeinsam mit der Erschaffung der D-Generation X, der Wiedergeburt der Hart Foundation und dem schauspielerischen Talent des eigenen Chefs alsbald als größtmöglicher Glücksfall für die Federation erweisen sollte. Denn schließlich war der einige Zeit später einsetzende rasche Wiederaufstieg der Federation insbesondere an einer Handvoll Charaktere und deren eigener und gegenseitiger Inszenierung in den Shows festzumachen, durch die die Geschichte nahezu zum Selbstläufer wurde. Steve Austin, Shawn Michaels, Mick Foley, Vince McMahon und später The Rock sowie Triple H holten die verlorene Zuschauerschaft zurück an die Flimmerkisten - auch wenn es immer wieder Leute gibt, die pauschal den ganzen Erfolg Vince Russo zumünzen. Der hätte jedoch ohne die richtigen Darsteller am richtigen Ort zur richtigen Zeit sonstwas zusammenschreiben können - er wäre dann die gleiche graue Maus geblieben, die er später mit seiner uncharismatischen Erscheinung auf den Fernsehbildschirmen verkörperte. Darüber hinaus hat er ja eh oft genug bewiesen, dass er ohne eben die richtigen Leute nichts ansatzweise Brauchbares zustandebookte. Schöne Grüße an dieser Stelle an Buzzkill, an die von Mae Young zur Welt gebrachte Hand und an Oklahoma, den aufsehenerregendsten Cruiserweight Champion aller Zeiten.

Doch zurück zu Austin. Am 8. Januar 1996 wurde er als "Ringmaster" von Ted DiBiase bei einer Ausgabe der Brother Love Show in die Federation eingeführt. Er sollte in Teds Fußstapfen treten. Im gleichem Atemzug wurde der Million Dollar Title reaktiviert und an Austin übergeben. Eine Woche später debütierte Austin dann auch sogleich im Ring und bezwang in seinem ersten Match Matt Hardy mit dem Million Dollar Dream. Das Ganze wurde schon am 18. Dezember 1995 aufgezeichnet. Einen Tag später war ein Taping für Superstars erfolgt, bei dem sich Austin mit der gleichen Aktion gegen Scott Taylor alias Scotty 2 Hotty durchsetzte. Noch bevor sein Debüt ausgestrahlt wurde, hatte Austin also schon zwei Siege in der Tasche.

Das war jedoch nur Vorgeplänkel, denn die Fans waren von Austins Schaffen in etwa genauso interessiert wie die Legion Of Doom am Sellen von Aktionen der Gegner. Anders ausgedrückt: wenn Austin den Ring betrat, konnte man Stecknadeln in der Halle zu Boden purzeln hören. Es folgte das, was folgen musste, denn das Gimmick erfuhr das gleiche Schicksal wie der WWF Women’s Title nach Madusas Wechsel zur WCW: es landete in der nächstbesten Mülltonne.

Am 19. Februar 1996 bezwang Austin bei RAW Marty Jannetty mit dem Million Dollar Dream. Während dieses Kampfes erwähnte Vince nicht nur, dass Marty demnächst einen niegelnagelneuen Tag Team Partner bekommen würde (alsbald debütierte Al Snow als Leif Cassidy an Martys Seite), sondern er wies auch mehrfach darauf hin, dass Austins ganze Erscheinung am ehesten mit zwei Worten zu beschreiben sei: "Stone Cold". Als Austin dann bei einer am 10. März aufgenommenen (und erst später ausgestrahlten) Ausgabe von Superstars gegen Aldo Montoya alias Justin Credible gewann, trat er zum ersten Mal offiziell mit den beiden Worten als Beiname auf. Tags darauf sah man ihn bei RAW erstmals als Stone Cold Steve Austin auf den Fernsehbildschirmen.

Parallel dazu rutschte der nun wesentlich rustikalere Austin in seine erste größere Fehde in der Federation hinein. Der Mann, der ihm gegenüberstand, war Savio Vega - seines Zeichens heute als "The Boss" nicht nur Chef der Puerto Ricanischen IWA, sondern auch die zentrale Figur in ihren regelmäßigen Shows. Im entscheidenden Match der Fehde zwischen Stone Cold und Savio ging es um die Frage, ob Savio der Fahrer des Million Dollar Man werden müsse, oder aber ob sich Ted DiBiase aus der Federation zu verabschieden hätte. Austin verlor, der Million Dollar Man war damit Geschichte und tauchte alsbald als "Trillionaire Ted" an der Seite der New World Order in der WCW auf. Denn dort engagierte man zu diesem Zeitpunkt alles und jeden von der Straße, was mal in der Federation gewesen war. Netter kleiner Gegenshoot zur Story um Billionaire Ted übrigens, die wir in der letzten FlimmerMania bis zur Erschöpfung behandelt haben. Nett auch deshalb, weil man es bei der kleinen Botschaft beließ, anstatt die Idee totzusenden, wie es die Federation getan hatte.

Nach Ted DiBiases Abflug aus der Federation legte Stone Cold den Million Dollar Title nieder. Stattdessen wendete er sich anderen Dingen zu - zum Beispiel dem jährlichen Turnier um den Titel des King of the Ring. Er drang bis ins Finale vor, in dem er dann auf Jake Roberts traf. Roberts ging angeschlagen in den Kampf und musste sich zügig von Austin pinnen lassen. Es folgte das, was Austin den endgültigen Weg an die Spitze der Wrestlingwelt ebnen sollte: seine berühmte Siegesrede. Zur Erinnerung an die drei Leser, die die Geschichte vergessen haben:

"The first thing I want to be done, is to get that piece of crap out of my ring. Don't just get him out of the ring, get him out of the WWF, because I've proved, son, without a shadow of a doubt, you ain't got what it takes anymore! You sit there and you thump your bible, and you say your prayers... and it didn't get you anywhere! You talk about your psalms, you talk about John 3:16... Austin 3:16 says I just whipped your ass! All he's got to do is go buy him a cheep bottle of thunderbird, and try to dig back some of that courage he had in his prime. As the King of the Ring, I'm serving notice to everyone of the WWF superstars... I don't give a damn what they are, they're all on a list, and that's Stone Cold's list... and I'm fixing to start running through all of 'em. As far as this championship match is considered, son, I don't give a damn if it's Davey Boy Smith or Shawn Michaels! Steve Austin's time has come! And when I get the shot, you're looking at the next WWF Champion... and that's the bottom line because Stone Cold said so!"

Parallel zu Austins Aufstieg veränderte die Federation auch ihre Ausrichtung. Man schrumpfte die Matchzeiten und vergrößerte die Interviews und Einspieler, man schrumpfte die Klamotten der weiblichen Stars und vergrößerte ihre sekündären Geschlechtsmerkmale, man schrumpfte das Heileweltgelaber der stereotypen Babyfaces und vergrößerte Steve Austins Schimpfwortschatz. Anders ausgedrückt machte man genau das, was man in der Deutschen Demokratischen Republik anno 1989 machte: man testete ein paar neue Grenzen aus.
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