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FlimmerMania: WWE WrestleMania XX

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Kolumne
Ausgabe

"FlimmerMania: WWE WrestleMania XX" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWE WrestleMania XX
Die Wrestlingwelt hat sich im Laufe der vielen Jahre grundlegend gewandelt. Während die Federation jahrzehntelang ihren wichtigsten Titel mit Babyface-Wrestlern besetzte und sie als Zugpferde benutzte, während Heels meist nur als Übergang dienten, zeigt sich in der Zwischenzeit skurrilerweise genau das umgekehrte Bild: über Monate tragen Bösewichte wie Triple H und John Bradshaw Layfield ihre Titel, und die Guten sind es, die ihnen hinterherjagen. Wenn sie dann wider Erwarten mal doch einen Gürtel errungen haben, weiß man meist nicht, was man mit der Situation anfangen könnte, und so folgt der nächste Titelwechsel meist binnen recht kurzer Zeit. Dass WrestleMania XX unter diesen Bedingungen zur absoluten Triumphstunde zweier Publikumslieblinge werden sollte, war deshalb ein ungewöhnlicher Schachzug von World Wrestling Entertainment.

Und damit Willkommen zur finalen Ausgabe von FlimmerMania, meinem zwanzigteiligen Rückblick auf die Geschichte von WrestleMania. Einmal mehr kann auch diesmal das Kontaktformular für Resonanz jeglicher Natur genutzt werden. Alle bisherigen Folgen können in unserer Kolumnen-Rubrik nachgelesen werden.

WWE WRESTLEMANIA XX
Datum:
14. März 2004
Veranstaltungsort: Madison Square Garden von New York City
Zuschauerzahl: 20.000
Kommentatoren: Jim Ross und Jerry Lawler (RAW), Michael Cole und Tazz (Smackdown)

Zwar hat auch die wrestlerische Qualität von Chris Benoit über die Jahre ein klein wenig gelitten, trotzdem könnte man das Niveau seiner Matches meist nur dann steigern, wenn man seine Gegner vom Felde verweisen würde und Benoit gegen sich selbst antreten lassen würde. Zumindest im Aufgebot von World Wrestling Entertainment, die Geschwader anderer Ligen haben wrestlerisch selbstverständlich noch ganz andere Kaliber im Programm. Fans von Benoit haben sich jahrelang beschwert, dass ihr kanadischer Verkrüppler niemals einen ernst- und dauerhaften Push in die absoluten Spitzenregionen der amerikanischen "Big Two" erhalten hatte, sei es aufgrund mangelnder Körpergröße, aufgrund des angeblich schwachen Micworkes, oder aufgrund der Tatsache, dass er seinen kleinen wilden Pegasus ausgerechnet in die Frau des Chefbookers stecken musste.

Das erste Quartal des Jahres 2004 belehrte die versammelte Kritikermeute eines Besseren, Benoit erwies sich als pushbar und man freute sich ein Weilchen für den kleinen Kanadier, ehe die Stimmung einige Zeit nach WrestleMania drehte und die seltsame Userschaft der allgemeinen Boardwelt plötzlich Stimmung gegen die ihrer Meinung nach zu lange währende Titelregenschaft von Benoit machte.

Die ganze Angelegenheit rund um den Titleshot des Canadian Crippler wurde so klassisch gestaltet, wie es nur ging: durch den Gewinn des Royal Rumble. Wohlgemerkt konnte er das Match für sich entscheiden, obwohl er als erster Mann gestartet war. Die Geschichte der Battle Royal hat über die Jahre deutlich gezeigt: jeder hat eine Chance, das Ding zu gewinnen, völlig unabhängig on der Startnummer - es sei denn, er hat das Pech, als letzter Mann zum Ring zu kommen. Dann ist ein Sieg definitiv verboten.

Da es bei World Wrestling Entertainment ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass Smackdown eine lausige B-Show sein muss und kein Mann dort verschimmeln darf, in dem man Potential sieht, beförderte man Benoit zeitgleich zu seinem Rumble-Sieg vom Smackdown-Kader ins RAW-Team. Schon bei jener Ausgabe von RAW, die dem Rumble folgte, sollte er auftauchen. Zunächst beschwerte sich Steve Austin gegenüber Triple H, dass der Ausgang des Titelmatches zwischen Hunter und Shawn Michaels beim Rumble eine Schande gewesen sei (der Kampf endete mit einem doppelten Countout). Er fügte an, dass der Heartbreak Kid dafür eigentlich einen weiteren Titleshot verdient hätte. Wenige Momente später präsentierte er Benoit als eine Neuverpflichtung, und der forderte für den Sieg der Battle Royal ebenfalls eine Chance auf den Titel ein.

Den Bedenken gegenüber Benoits Micwork Folge leistend ließ man den guten Chris an diesem Tag besser noch nicht mehr sagen als das. Eine Woche später jedoch durfte er soviel reden wie selten zuvor, denn man schickte ihn zu Chris Jerichos Highlight Reel. Dort kam es zu einer verbalen Konfrontation mit Ric Flair, der inzwischen als Mitglied der Evolution so etwas wie die Position des Mentors von Triple H angenommen hatte. Vom Nature Boy bekam Benoit zu hören, dass er zwar der wohl beste Techniker der Welt sei, gegen Hunter aber trotzdem keine Chance habe. Und als wäre das noch nicht genug gewesen, kam Eric Bischoff hinzu und ordnete ein Match für Benoit an: gegen Mark Henry. Dies wurde somit zu Benoits Debütkampf bei RAW nach seinem Wechsel, und unter den Augen von Triple H bezwang er den hölzernen Henry in zügiger Zeit. Nach Ende des Matches gab es dafür billigen Applaus vom amtierenden World Heavyweight Champion.

Zeitgleich jammerte Shawn Michaels im Backstagebereich einen dicken Batzen Grießbrei an Steve Austins Backe, indem er sich darüber beschwerte, durch Benoits Auftauchen aus dem Rennen um den World Heavyweight Title raus zu sein. Austin wiederum versprach dem Showstopper, dass er zusehen würde, für ihn etwas tun zu können. Es sollte nur bis zum Ende der RAW-Ausgabe dauern, bis man erahnen konnte, dass auch Michaels bei der Vergabe des Titels ein Wörtchen mitzusprechen hätte: nach Ende des Main Events von RAW, bei dem der Heartbreak Kid einen Sieg gegen Randy Orton einfuhr, wurde der Heartbreak Kid erst von Triple H vermöbelt und anschließend von Chris Benoit gerettet. Benoit und Shawn schüttelten sich anschließend die Pfötchen - in diesem Szenario hatte man somit zum ersten Mal alle drei zukünftigen Main Eventer von WrestleMania beisammen.

Da der Februar-PPV "No Way Out" inzwischen zu einer reinen Smackdown-Veranstaltung verkommen war, konnte man die restlichen fünf Wochen bis WrestleMania konzentriert dazu nutzen, die Angelegenheit der drei Männer zielgerichtet aufzubauen, ohne sich einen anstrengenden zusätzlichen PPV-Kampf für zwischendurch einfallen lassen zu müssen. Zu diesem Zwecke ließ man zunächst einmal Benoit einen Sieg gegen Hunters Kumpel Ric Flair einfahren, ehe dann die Vertragsunterzeichnung des Kampfes zwischen dem Kanadier und Triple H erfolgen sollte. Nachdem Hunter unterschrieben hatte und von dannen gezogen war, kam der Heartbreak Kid zum Ring und erklärte in Richtung Benoit, er müsse noch eine alte Rechnung mit Triple H begleichen. Danach streckte er Benoit mit einem Superkick nieder und unterschrieb anstelle des gefallenen Kanadiers selbst den Kampfvertrag.

Dem betrogenen Benoit passte das Geschehene natürlich ganz und gar nicht, deswegen beschwerte er sich bei Steve Austins Co-General Manager Eric Bischoff, der ihm die Regelung der Sache versprach und überdies einen Kampf zwischen Benoit und dem Heartbreak Kid fürs nächste RAW ansetzte. In diesem Match konnte Shawn Michaels gewinnen, da Triple H zum Ring gekommen war, was Benoit abgelenkt hatte. Die Niederlage tat jedoch nicht weh: kaum war der Kampf vorbei, kam Steve Austin zum Ring und erklärte, nach einigem Hin und Her hätte Eric Bischoff entschieden, dass der World Heavyweight Title bei WrestleMania im Rahmen eines Triple Threat Matches verteidigt werden müsse.

In der Folge tat man einiges dafür, um ein paar Differenzen zwischen Chris Benoit und Shawn Michaels aufzubauen. Da sowohl Chris Benoit und Triple H als auch Shawn Michaels und Triple H verfeindet waren, musste hier nicht mehr großartig Streit gesät werden, zwischen den beiden Good Guys hingegen schon. Unter anderem bookte man die beiden deshalb bei der RAW-Ausgabe am 1. März gemeinsam als Tag Team gegen die Evolution-Vertreter Randy Orton und Batista. Eigentlich sahen sie in diesem Kampf wie die sicheren Sieger aus, doch als Benoit seinen fragwürdigen Swandive Headbutt in Richtung Batista springen wollte, sorgte der Heartbreak Kid dafür, dass das Gemächt des Kanadiers unsanft Bekanntschaft mit dem Ringseil feierte, während Michaels selbst zum Cover gegen Batista ansetzte. Der erboste Benoit sprang den Swandive daraufhin auf die beiden drauf. Anschließend stritten sich der Heartbreak Kid und Benoit, was der gewitzte Randy Orton zu nutzen wusste, indem er den Showstopper einrollte und der Evolution damit den Sieg bescherte. Benoit nahm Michaels daraufhin in den Crippler's Crossface, ehe beide von der kompletten Evolution vermöbelt wurden und Pedigrees von Triple H einstecken mussten.

Beim letzten RAW vor der diesmal sehr früh im Jahr stattfindenden Ausgabe von WrestleMania beließ man es bei einer Verbalkonfrontation der drei Kontrahenten, dann konnte das große Triple Threat Match auch schon steigen. Da das Publikum im Madison Square Garden schon seit Urzeiten keinerlei Sympathien für Shawn Michaels hegte und überdies aufopferungsvolle harte Arbeit im Ring stärker honoriert als anderswo, stand die Zuschauerschaft an diesem Abend klar hinter Benoit. Die traditionelle Abneigung der New Yorker Zuschauer gegen den Heartbreak Kid, die sich zum Beispiel schon bei der Survivor Series 1996 zeigte, als sie Sid in dessen Kampf gegen Michaels offensiv zujubelten, gehören für den Flimmerkisten-Autor nach wie vor zu den ungelösten Geheimnissen der Wrestlingwelt. Unter anderem gefiel es den Zuschauern Mitte der neunziger Jahre wahrscheinlich nicht, dass man billige Pops dadurch einzuheimsen versuchte, dass Michaels seinen alten von ihm "bewunderten" Mentor José Lothario mit zum Ring schleppte und zu aufgesetzt wirkte, wenn er dem alten Mann gegenüber freundlich wirken wollte.
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