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Der Wrestling-Totalschaden 2007

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Kolumne
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"Der Wrestling-Totalschaden 2007" von Axel Saalbach
Hallo, liebe Genickbruch-Abhängige, und willkommen zur Rückkehr der Flimmerkiste! Exakt 998 Tage ist es nun her, dass sich meine Kolumne mit der letzten Ausgabe ihrer Spezialreihe "FlimmerMania" sowie der selbstüberschätzenden Ansage, in absehbarer Zeit in ihrer regulären Form zurückzukehren, mit fliegenden Fahnen in den Treibsand der Kolumnengeschichte verabschiedete. Immer wieder tauchten seitdem Fragen nach dem Wiederaufleben der Kolumne auf, sie verfolgten mich, sie suchten mich heim, und selbst in vollkommen wrestlingfremden Foren musste ich mir Ausreden zurechtlegen, warum es so lange dauert. Inzwischen konnte jeder an Genickbruchs großem Seitenupdate feststellen, was der eigentliche Grund war, der mich vom Verfassen neuer Kolumnen abhielt.

998 Tage ohne Flimmerkiste, das hieß auch für die zahlreichen Fans von Hulk Hogan, dass sie vor den wüsten Beschimpfungen ihres Idols verschont blieben, die ich mir so oft nicht verkneifen konnte - und die sehr oft das Thema waren, wenn ich auf die Rückkehr der Kiste angesprochen wurde. Aber immer mit der Ruhe, ich werde mir diesmal eine Reihe anderer Opfer aussuchen und den alten Herren so oft es geht in Frieden dahinvegetieren lassen. Ich werde ihn nicht mal mehr als Thunderlips bezeichnen, falls es mir nicht versehentlich mal rausruscht! Darüber hinaus habe ich ja als Friedensangebot bereits unser neues Homepage-Design den lustigen Comicfarben angepasst, die Thunderlips in seiner Sturm- und Drang-Periode tagein, tagaus spazierentrug. In der heutigen Ausgabe der Flimmerkiste werde ich den guten Mann sogar nicht mit einem einzigen weiteren Wort erwähnen... und dieses Versprechen ist sicherer als eine Autofahrt auf dem Beifahrersitz seines Sohnes Nick.

In der guten alten Tradition, in der uns der wackere Carsten Schaefer und sein Kompagnon beim allwöchentlichen Schäferstündchen im Deutschen Sportfernsehen das Grundlagenwissen über die wunderbare Welt des Wrestlings bis zum Erbrechen immer wieder aufs Neue erläutern - es könnten ja zwei neue Zuschauer dazugekommen sein - sei vorab für die beiden neuen User, die Genickbruch seit dem Ableben der Flimmerkiste im Frühjahr 2005 hinzugewonnen hat, erläutert, was jetzt auf sie zukommen wird.

Denn das, was ihr hier gerade lest, ist der Wrestling-Totalschaden 2007. Dabei handelt es sich um einen liebgewonnenen Brauch im Rahmen meiner Kolumne, auf negative Ereignisse des zurückliegenden Wrestlingjahres retour zu blicken. Dieser Brauch ist uns hier bei Genickbruch heilig, deswegen haben wir ihn in der Vergangenheit schon ganze... einmal durchgeführt. Aber seien wir doch mal ehrlich: bei manchen Ereignissen in der Wrestlingwelt neigt man als Wrestlingfan dazu, sich ähnlich stark fremdzuschämen, wie man es für Beiträge eines ungenannten Regensburgers in noch ungenannteren Deluxe-Foren tun muss. Und ich geniere mich so ungern allein, also schämen wir uns heute doch mal eine Runde gemeinsam und blicken zurück auf einen kleinen Querschnitt dessen, was uns das Wrestlingjahr 2007 zumutete. Fünf Sachverhalte habe ich dazu aus den Tiefen des Wrestlingsumpfes gezerrt, und zu jedem der Sachverhalte wird ein zugehöriger Kampf rezensiert.

Ihr fragt euch, was der Sinn ist, noch eine Beurteilung eines Kampfes dem Rückblick auf die Ereignisse hinzuzufügen? Eigentlich gibt es gar keinen, es ist im Grunde restlos unnötig und vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Es ist absurd, es ist sinnlos, und alle wollen es: damit sollte jeder neu hinzugekommende User verstanden haben, worum es in der Flimmerkiste geht - eine Menge Text mit ein paar Rezensionen dazwischen. Die ganzen alten Ausgaben der Kiste, mit denen ich die alteingesessenen User lange Zeit piesakte, findet ihr übrigens durch einen <a href="http://www.genickbruch.com/index.php?befehl=flimmerkiste" title="Flimmerkisten-Archiv">Klick hier</a>. Und damit genug der Vorworte, auf zum Wrestling-Totalschaden 2007!

DER WRESTLING-TOTALSCHADEN 2007
aus dem Blickwinkel von: Sudel-Axel

Auch in diesem Jahr gab es ein reichhaltiges Angebot an abstrusem Unfug, der uns Wrestlingfans beschert wurde. Deshalb stand ich vor einer beachtlichen Qual der Wahl, als es darum ging, eine Auswahl an Themen für den Totalschaden zu treffen. So entschied ich mich dann am Ende für K-Fed, der in diesem Jahr bewies, dass sich nicht nur Britney Spears freiwillig für ihn hinlegen würde. Ich entschied mich für Hornswoggle, der wiederum unter Beweis stellte, dass die einst von Mae Young geborene Hand doch nicht das kleinste Lebewesen war, das von einem WWE-Mitarbeiter gezeugt wurde. Aus dem Hause Total Nonstop Action Wrestling entschied ich mich für das dortige Experiment mit Scott Hall, dessen vorzeitiger Abbruch nur die wenigsten ernsthaft überrascht haben dürfte. Und ich entschied mich für MTVs missratenen Ausflug in die Welt des professionellen Ringens: Wrestling Society X. Darüber hinaus kommt man in diesem Jahr nicht umhin, über die zahlreichen Verletzungen von Topcardern in den Ligen aller Herren Länder zu sprechen. Auch dafür habe ich mich also entschieden.

Aufstieg und Fall von Wrestling Society X

Geschichte wiederholt sich: als ich den ersten Wrestling-Totalschaden schrieb, war eines der thematisierten Ereignisse der verfrühte Untergang von Major League Wrestling. Was Liga-Mastermind Court Bauer damals nicht schaffte, wurde in diesem Jahr von einem Unterschichten-Fernsehsender eindrucksvoll vorgemacht: man kann eine Promotion aus dem Boden stampfen, Storylines schreiben lassen, Wrestler gegeneinander antreten lassen... und man kann die ganze Liga wieder dichtmachen, noch bevor die Angestellten der Promotion die erste gemeinsame Weihnachtsfeier zelebrieren konnten.

Gut, an sich wäre eine solche Party schon möglich gewesen, denn MTV ließ die wenigen Veranstaltungen seiner Wrestling Society X schon im Vorjahr aufnehmen und verstaute sie erstmal in der Mottenkiste, da zuvor wichtige andere Sendungen die Programmplätze ausfüllten. Nachdem man dann genügend "Musiker" mit geistesgestörtem Halsschmuck, angebliche Mütter von gehirnvermissenden Singletöchtern und die Familie von Hulk... ich meine von der rot-gelben Reinkarnation von Ozzy Osbourne über die Flimmerkisten rotieren hatte lassen, war es endlich soweit: Wrestling Society X öffnete auch für die Fernsehzuschauer ihre Pforten.

Und so bekamen wir dann allesamt zu sehen, was passiert, wenn sich ein Ringannouncer am Drogenschränkchen der Booking-Crew vergreift und von deren allerfeinstem Stoff nascht. Wir konnten miterleben, dass die Militarisierung der amerikanischen Öffentlichkeit schon soweit geführt hat, dass man Wrestlingkämpfe in Bunker verlegt. Und wir konnten sehen, dass nicht nur chinesische Zuschauer bei Frauen-Fußball-Weltmeisterschaften das Talent haben, auf Knopfdruck Stimmung zu simulieren.

Der Niedergang begann spätestens mit der vierten Ausgabe der Show. Kevin Kleinrock, Cody Michaels und Vampiro, die für das WSX-Booking zuständig waren, hatten sich beim Schreiben der Shows an ein wahres Glanzlicht der Wrestlinggeschichte erinnert: beim 1998er Halloween Havoc der WCW hatte ein Wrestler, dessen Name mir gerade entfallen ist, bei der Neuauflage seines WrestleMania-Matches gegen den Ultimate Warrior einen prächtigen Leuchteffekt inszeniert: er hatte die (<a href="http://www.genickbruch.com/index.php?befehl=havoc&seite=13" title="Der Halloween Havoc">übrigens hier beschriebene</a>) Fehde mit einem Feuerball auf ihren atemraubenden Zenit geführt. Da der Einsatz von Feuerbällen somit erfolgversprechend schien, wollte man auch einen in die Shows hineinschreiben.

Also ließ man Ricky Banderas bei dessen WSX-Debüt eine solche Leuchtkuller ins Gesicht von Vampiro werfen. Bevor man die WSX-Shows zum Jahresende 2006 im Videoschränkchen von Viacom verstaut hatte, schien man bei MTV noch ganz zufrieden mit dem Gezeigten gewesen zu sein. Bis zur Ausstrahlung waren die Hirne der Verantwortlichen dann jedoch offenbar durch zuviele Ausgaben von "Date my Mom" und Übertragungen aus dem Playboy Mansion ausreichend weichgeklopft worden, deshalb traf man eine andere unumstößliche Entscheidung: Feuerbälle sind DISMISSED!

MTV begründete seine Entscheidung damit, dass man die Zuschauer davon abhalten wollte, Feuerballspielchen nachzumachen. Was lernen wir daraus? Punkt 1: MTV glaubt also, seine Zuschauer würden die ausgestrahlten Shows imitieren. Punkt 2: showgewordenen Werteverfall, in dem sich geschnitzte Jugendliche für Pseudodates und abgehalfterte Exmusiker massiv prostituieren, kann man ausstrahlen. Eine eventuelle Adaption durch leicht beeinflussbare Teenies in Kauf zu nehmen, das ist in den Augen von MTV offensichtlich redlich. Punkt 3: in "Bunkern" aufgenommene Chaoswrestlingshows auszustrahlen ist redlich, solange die dort kämpfenden Wrestler nur durch Tische befördert werden und sich mit Diskokugeln die Weichteile zu Rührei verarbeiten. Wenn die jugendlichen Zuschauer das nachmachen sollten, okay, das würde offensichtlich auch noch durchgehen. Aber Feuerbälle - diese sind die Ausgeburt des Teufels und müssen von den Fernsehbildschirmen verbannt werden!

Und dann war dann ja noch die Sache mit den Ratings. Mit der Pilotfolge und der erste reguläre Episode der MTV-Show erreichte man anständige Ratings von 1.0 bzw. 0.9 Punkten - viel mehr erreicht man bei Total Nonstop Action Wrestling immerhin selbst nach mehr als fünf Jahren Existenz auch nicht. Dann aber gingen die Quoten den Weg des FC Köln: sie fuhren Fahrstuhl und landeten in der zweiten Liga. Da Kevin Kleinrock, Cody Michaels und Vampiro jedoch nicht die Christoph Daums der Wrestlingwelt sind, schaffte man es bis zum Ende nicht mehr, am Wiederaufstieg zu kratzen. So mussten die Verantwortlichen von MTV dann also einsehen, dass mit Wrestling momentan kaum Quote zu holen ist... und sie mussten eingestehen, dass sie wohlmöglich übersehen hatten, dass House Shows nur dann richtig erfolgreich sind, wenn Hugh Laurie mitspielt.
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