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Der Wrestling-Totalschaden 2008

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Kolumne
Ausgabe

"Der Wrestling-Totalschaden 2008" von Axel Saalbach
Genickbruchs Flimmerkiste hat sich als ein Machwerk herausgestellt, das so selten erscheint, dass schon eine gewaltige Chuzpe dazugehört, eine ihrer Episoden als eine Sonderausgabe zu bezeichnen. Was den Sudelmann der weltbesten Wrestlingseite selbstverständlich nicht davon abhält, seinen diesjährigen Wrestling-Totalschaden 366 Tage und zwei Folgen nach der letzten Sonderausgabe der Kiste wieder als solche zu bezeichnen. Und damit ein herzliches Willkommen, liebe Genickbruch-Abhängige, zur weihnachtlichen Spezialausgabe der Flimmerkiste, die in gewohnter Regelmäßigkeit im achten Jahr von Genickbruch bereits zum dritten Mal erscheint! Natürlich hat es auch mit der neuesten Kiste wieder ein wenig länger gedauert als versprochen, aber nun könnt ihr euch in Ruhe eine Ovomaltine oder eine Bionade gönnen und dazu die kommenden Seiten verschlingen.

Da nur noch die älteren Leser von Genickbruch noch wissen werden, worum es sich hierbei überhaupt handelt, sei das Ganze zunächst einmal erläutert. Der Wrestling-Totalschaden ist der altehrwürdige Brauch im Rahmen der Flimmerkiste, zum Weihnachtsfest die Rute auszupacken und auf die negativen Ereignisse des abgelaufenen Wrestlingjahres zurückzublicken. Natürlich nicht auf alle, denn das wäre dem Kolumnisten nicht zumutbar, da in nicht wenigen seiner Leserbriefe in der Vergangenheit festgestellt wurde, dass er eigentlich gar kein Wrestlingfan sein könnte. Und der Kunde hat schließlich immer recht! Daher wurden auch dieses Mal einige besondere Schmankerl ausgesucht, mit denen die werten Spectatores in den letzten zwölf Monaten unter Druck gesetzt wurden. Und zwischen den handverlesenen Rückblicken wird auch noch der ein oder andere Kampf rezensiert, der mit dem jeweiligen Ereignis in Verbindung stand. Und ja, liebe Leser, ich bin mir sehr wohl bewußt, dass ein Rückblick durch diese Analysen keinerlei Mehrwert gewinnt - aber ohne Rezensionen wäre die Flimmerkiste eben nicht die Flimmerkiste. A propos, die 66 vorangegangenen Ausgaben des Flaggschiffes des schlechten Geschmackes könnt ihr hier finden. Doch dafür ist später Zeit - jetzt gibt es viel zu tun, packen wir's an - auf zum Wrestling-Totalschaden 2008!

DER WRESTLING-TOTALSCHADEN 2008
aus dem Blickwinkel von: Sudel-Axel

Bei all dem hanebüchenen Firlefanz, den die Welt unseres wunderbaren Sports in den letzten Monaten über sich ergehen lassen musste, war die Auswahl der zu besprechenden Ereignisse einmal mehr nicht leicht. Also habe ich es so gemacht, wie es Vince Russo stets beim Booken seiner Shows handhabt: ich habe allen Unfug in eine überdimensionierte Lostrommel geworfen, ein paarmal daran gekurbelt und anschließend demütig in Empfang genommen, was mir Fortuna bescherte. Und so blicken wir zurück auf die erste und hoffentlich gleichzeitig letzte Staffel von Hulk Hogan "Celebrity Championship Wrestling". Wir erinnern an die glanzvolle Ära des Braden Walker bei World Wrestling Entertainment. Wir besinnen uns auf das Erscheinen eines Mexikaners, der sich nicht als der entpuppte, der er eigentlich sein sollte. Und wir blicken auf Santino Marellas Schlacht gegen den gefährlichen Cousin von Jimmy Kimmel zurück. Zum Abschluss gibt es dann als kleines Leckerlie die skurrile Geschichte eines merkwürdigen jungen Mannes, der in diesem Jahr die deutschsprachige Wrestling-Internetlandschaft unsicher zu machen versuchte und dabei aneckte, wo er nur konnte.

Try this at Home, Brother!

In den düsteren Zeiten der Finanzkrise müssen alle den Gürtel ein wenig enger schnallen und schauen, wo die Kohle herkommt. Vorbei sind die Zeiten, in denen Harald Schmidt dank "Zocken für Eichel" den Staatshaushalt im Alleingang sanierte, Million über Million nach Liechtenstein geschaufelt werden konnte und die Anleger der Lehman Brothers zu den fröhlichen Tönen der Hava Nagila nackt auf den Tischen tanzen konnten. Und auch bei Hulk Hogan schien die Kasse knapp geworden zu sein, so dass er in Betracht zog, an dem unterirdischsten Fernsehprojekt seit der letzten Ära von Kevin Sullivan bei World Championship Wrestling teilzunehmen. Zu diesem Zwecke stampfte man im Oktober diesen Jahres auf dem schnuckeligen Sender "Country Music Television" eine nutzlose Unsendung aus dem Boden, mit der die Zeit zwischen den Werbepausen überbrückt werden sollte.

Ein Vierteljahrhundert, nachdem uns der rot-gelbe Messias von den traditionellen Strukturen des Wrestlingbusiness befreite und das Entertainment erfand, zog er also mit seinen Aposteln aus, um ganz neue Gefilde zu missionieren und "Prominente" in Wrestler umzukonstruieren. Die genannten Apostel, die ihm dabei zur Seite stehen sollten, materialisierten sich in Form des oralen Micky-Maus-Doubles Jimmy Hart und - passend zum Thema - einem Bischof, nämlich Eric Bischoff, um genau zu sein. Dann brauchte man noch Leute, die Sinnbilder für ein großes Movearsenal und technischen Sachverstand sind, um als Trainer fungieren zu können. Hogan schickte also seine Mannen los, um nach Coaches zu suchen. Nach langem Fährtenlesen wurde man überraschenderweise unmittelbar im Hintern von Hogan selbst fündig, denn dort drin hatten sich mit Brutus Beefcake und Brian Knobbs zwei Wunderwerke des filigranen Wrestlings durch ihre gesamten Karrieren schleppen lassen.

Was man nun noch benötigte, war eine Horde von Semiprominenten, anhand denen man demonstrieren konnte, dass "Don't try this at Home" zwar eine nette Floskel ist, Wrestling in Wirklichkeit aber so leicht zu erlernen ist, dass sich selbst Hans Maulwurf dabei nicht den Hals brechen würde. Also scharte man alles um sich, was gerade nicht in einem Dschungelcamp steckte oder sich mit Ted McGinley und Cloris Leachman auf dem Tanzparkett messen musste. Im nächstbesten Fast-Food-Restaurant traf man auf WrestleMania-Urgestein Butterbean, und in den Überresten einer Zeitmaschine aus den frühen Neunzigern fand man Screech aus der California Highschool. Dank seiner wunderbaren Connections aus seiner Zeit als Thunderlips im dritten Rocky-Film holte Hogan einen Stallone herbei, wenn auch nicht den berühmten, und auch den populärste Teilnehmer der 2005er Weltmeisterschaft im Ehefrauentragen im finnischen Sonkajärvi, Dennis Rodman, holte man mit an Bord. Das übrige Feld füllte man mit ein paar ehemaligen Playboy-Models von der Stange auf.

Und schon konnte man damit beginnen, der acht- bis elfjährigen Zielgruppe der Show vorzuführen, wie leicht das mit dem Wrestling doch so ist. Nur vier Stunden Training mit einem halbinvaliden Nasty Boy, und schon hatte das handelsübliche Playboy-Model genügend auf dem Kasten, um vor einem augenscheinlich nach Schreikraft zusammengecasteten Publikum in den Ring zu steigen. Viel Glück, liebe Grundschul-Sportlehrer, wenn ihr Marvin, Kevin und Jacqueline-Chantal das nächste Mal erklären müsst, dass man nicht so einfach einen Hip Toss auf den Gummimatten versuchen sollte. Woche für Woche plusterten die versammelten Weltstars ihr monströses Movearsenal immer weiter auf, und schon bald hatten sie zwei Dutzend Aktionen im Repertoire.

Die Verwunderung des rot-gelben Heilsbringers wuchs im Wochentakt, denn niemand hatte ihm vorher gesagt, dass ein einzelner Mensch mehr als drei Aktionen gleichzeitig beherrschen konnte. Das war zuviel der Konkurrenz, und so wurden die Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen regelmäßig Zeuge, wie es sich zweitausend Jahre, nachdem Biff die Bibel geschrieben habe, zutrug, dass ein Jünger des mächtigen Wrestlingheiland nach dem anderen dem Serientod ins Antlitz schauen, sich als Jabroni bezeichnen lassen und die Sendung verlassen musste. Alles war also wie in den Achtzigern in der World Wrestling Federation und in den Neunzigern bei World Championship Wrestling: wer gewann und wer verlor, wer Main-Event-Material war und wer nicht, das entschied einzig und allein der Hulkster. Und am Ende sollten Dennis Rodman und Todd Bridges den Sieg - und damit den Gewinn des ersten "CCW Titles" - unter sich ausmachen.

CCW Title Match
Mr. Not-So-Perfect vs. Rodzilla

Der Kampf hatte alles, was man erwarten konnte, wenn ein Kumpel von Hulk Hogan gegen einen früheren Kinderstar in den Ring stieg - Rodman brachte genau das, was man bereits von Hogan höchstpersönlich zur Genüge kennt. Er sellte diverse Moves seines Gegners nicht, er zerriss sein eigenes Shirt mitten im Match, und er sprang sogar einen (verunglückten) Legdrop. Dieser führte allerdings nicht zum Sieg. Nebenher steckte er aber auch ein wenig ein, so ließ er sich beispielsweise durch einen Tisch werfen. Nach einem Blockbuster - oder wie der Kommentator sagte: einem Sunset Flip - wurde er sogar beinahe gepinnt. Den Sieg holte er sich trotzdem, indem er Mr. Not-So-Perfect mit einer Launching Clothesline niederstreckte.
Sieger: Rodzilla nach 4:12 Minuten (sehr schlecht)

Das pefekte Fazit für das, was man bei Celebrity Championship Wrestling zu sehen bekam, gab der Hulkster nach dem Ende des Kampfes selbst ab: "You took Professional Wrestling to a whole new Level". Da kann man Hogan schwerlich widersprechen - das Problem ist nur, dass eine neue Stufe nicht immer eine gute Stufe sein muss. Und daher bleibt zu hoffen, dass die Promi-Wrestlingliga des unsterblichen Hulk als eine vorübergehende Erscheinung im Jahre 2008 in die Geschichtsbücher unseres Sports eingehen wird, und dass sich der Erlöser des Business erstmal wieder eine Runde in Kafarnaum versteckt.

Wozu die Mühe?

An anderer Stelle wurde in diesem Jahr verdeutlicht, dass es sogar ein Stück zuviel der Mühe war, der sich die zehn "Prominenten" bei Celebrity Championship Wrestling über so viele Wochen aussetzten. Denn dass man selbst gegen professionelle Wrestler bestehen kann, ohne dafür eine intensive Vorbereitung hinter sich gebracht haben zu müssen, das wurde dank der breitgefächerten amerikanischen Late-Night-Fernsehlandschaft bewiesen. Nachdem Mr. T einst seinen ersten WrestleMania-Auftritt durch einen wunderlichen Auftritt bei David Letterman beworben hatte, Jay Leno höchstpersönlich in den Ring gestiegen war und der unsägliche Carson Daly von Lucha VaVoom berichten ließ, sorgte Jimmy Kimmel im Frühjahr diesen Jahres für eine weitere Begegnung zwischen Wrestling und Spätabend-Unterhaltung.
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