Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 

376.245 Shows4.813 Titel1.524 Ligen27.668 Biografien9.128 Teams und Stables3.928 Turniere
Benutzername und Kennwort: 
  
Passwort vergessen?
Kostenlosen Account registrieren?
Schmaler • Farben: 1234
                     
 
WWE Live in the UK - November 2008

Sortierung
Kolumne
Ausgabe

"WWE Live in the UK - November 2008" von Axel Saalbach
Auch in der heutigen Zeit geschehen manchmal noch Zeichen und Wunder, und Leute wachsen über sich selbst hinaus. Bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr joggte Usain Bolt so zügig über den Tartan, dass die Weltrekorde schneller kullerten als der kleine Häwelmann von einem schrägen Abhang. Mitte der neunziger Jahre sprang Javier Sotomayor so weit über die Hochsprungstangen dieser Welt, dass man glauben konnte, er wäre ein kerzengerade nach oben steigender Fußball nach einem Torschussversuch von Kevin Kurányi. Und auch hier bei Genickbruch stellen wir bisweilen Rekorde auf - denn die Flimmerkiste kehrt schon so kurze Zeit nach ihrer bisher letzten Ausgabe wieder, dass man meinen könnte, ihr Autor hätte bei Mirakulix gezecht.

Erst vor wenigen Tagen analysierte ich im Rahmen der Flimmerkiste die DVD zu "No Way Out 2008" von World Wrestling Entertainment. Inzwischen ist das gute Stück im Handel erschienen. Hier wird es nach wie vor feilgeboten, so dass man immerhin ein nachträgliches Valentinstagsgeschenk daraus machen kann, falls man zu der überwiegenden Mehrheit der Spezies Mann zählt, die diesen Feiertag vergessen hat. Auch in der neuen Ausgabe der Flimmerkiste bleiben wir im Titanland und widmen uns einer WWE-DVD - diesmal aber keinem Pay-Per-View. Im vergangenen Herbst machten Vince und sein Trupp bekanntlich eine Kaffeefahrt ins alte Europa, um dort die Survivor-Series-Tournee zu veranstalten. Unter anderem verschlug es sie dabei zu den Briten. Und da es sich im Lande der Elfmeterverschießer ganz angenehm wrestlen lässt, presste man die ringerischen Erlebnisse der Reise auf zwei Silberlinge. Herausgekommen ist die Doppel-DVD "WWE Live in the UK - November 2008", die am 2. März erscheinen wird, und die ihr bereits jetzt vorbestellen könnt, wenn ihr rasant hier klickt. Natürlich kann man die beiden Scheiben ab März auch überall im Handel bekommen.

WWE LIVE IN THE UK - NOVEMBER 2008
Veröffentlichungstermin:
2. März 2009

Zunächst einmal die allgemeinen Daten vorweg: die beiden DVDs haben eine kumulierte Laufzeit von satten 233 Minuten, somit von knapp vier Stunden. Sollte man also Stress mit der Partnerin haben, weil man den Valentinstag verschwitzt hat, dann kann man sich einen ganzen Abend lang ablenken, ohne tief in den Genussmittelschrank greifen und sich der Wirkung des Ethanols aussetzen zu müssen. Unterschiedliche Sprachversionen oder Untertitel gibt es diesmal nicht, so dass Absolventen der Rütli-Schule wohlmöglich gewisse Verständnisschwierigkeiten entwickeln könnten - dem Hans Mustermann unter den Wrestlingfans dürfte es aber egal sein, da er sich sowieso die englische Originalvertonung anhören würde. Als Bonusmaterial gibt es einen Bericht über die britischen Fans sowie zwei Kämpfe aus den neunziger Jahren - doch dazu komme ich am Ende dieser Flimmerkiste.

Die Tournee durch Großbritannien fand kurze Zeit nach der 806. Episode von "RAW" statt, die World Wrestling Entertainment damals dem mathematisch unbegabten Teil seiner Zuschauer als die 800. Folge verkaufen wollte. Das nächste TV-Taping inszenierte man dann unmittelbar auf der Europatour - und aus dem gleichen Taping stammten auch die ersten Szenen auf "WWE Live in the UK". Denn Batista kam inklusive damals noch vollständiger Kniesehne zum Ring und forderte ein Wiederholungsmatch gegen Chris Jericho, der ihm wenige Tage zuvor in einem Steel Cage Match den WWE World Heavyweight Title entrissen hatte. Den Kampf bekam er nicht, stattdessen versprach Stephanie McMahon den Zuschauern, dass diese die finalen Aufeinandertreffen in den Fehden zwischen Chris Jericho und Shawn Michaels sowie zwischen Kane und Rey Mysterio zu sehen bekommen würden. Falls die Existenz von Batista-Fans keine Mär aus der Feder eines anarchischen WWE-Schreiberlings ist, wurden jene Sympathisanten beim Schauen der Doppel-DVD aber zumindest mit einer verbalen Konfrontation ihres Mikrofongottes gegen Randy Orton verzückt.

WWE Intercontinental Title Match
Santino Marella (c) vs. William Regal

Doch kommen wir zum Wesentlichen der Flimmerkiste - dem Analysieren von Matches. Zumindest... so etwas ähnlichem wie einem Kampf. Denn auch wenn William Regal sicherlich selbst mit Santino Marella etwas Vernünftiges auf die Beine hätte stellen können, beließ man es dabei, ihr Aufeinandertreffen zur reinen Stimmungsmache zu verwenden. Santino tat das, was er am besten konnte, indem er ein paar Minuten über das Honk-A-Perfect-Mountie-Meter philosophierte, Regal tat das, was er am besten konnte, indem er Santino mit einem brutalen Kniestoß gegen den Kopf niederstreckte, und prompt war dank des Sieges für den Hometown Hero eine fluffige Stimmung in der Bude. Die Nichtengländer unter den Zuschauern konnten sich immerhin darüber freuen, fortan einen vernünftigen Wrestler im Amt des Champions sehen zu können anstelle eines jobbenden Clowns - auch wenn man im Titanland später nicht viel aus seiner Regentschaft machte. Das wusste man damals natürlich noch nicht.
Sieger: William Regal nach 30 Sekunden (keine Wertung)

Nicht viel länger dauerte das Aufeinandertreffen zwischen dem Bart von Mike Knox und dem moppeligen D'Lo Brown, der sich seinen zweiten Anlauf bei World Wrestling Entertainment sicherlich anders vorgestellt hatte. Mehr Zeit nahm eine Promo von Chris Jericho ein, was der Qualität guttat, da die Ansprachen des Kanadiers mit den glitschigen glattrasierten Oberschenkeln mehr mit Wrestling zu tun haben als jeder Kampf mit Beteiligung von Knox.

No Disqualification Match
Kane vs. Rey Mysterio

Viel bedeutungsschwangerer war da schon das Aufeinandertreffen von Kane und Rey Mysterio, denn immerhin wurde mit dem Match der Schlusspunkt unter eine Fehde gesetzt, die sich über einen kompletten Sommer erstreckte und daher länger dauerte als die Regentschaft von so manchem SPD-Vorsitzenden. Was beachtlich ist, wenn man bedenkt, wie einseitig sie verlief. Da sich Kane bei seinen ersten Offensivaktionen in dem neuerlichen Kampf eher schwunglos und unpräzise in der Durchführung der Aktionen präsentierte, war das vielleicht auch von Vorteil. Im weiteren Kampfverlauf wurde es dann aber besser, wenngleich sich nicht erschloss, welches Ziel Kane mit seinem taktischen Vorgehen verfolgte. Denn er konzentrierte sich weitgehend auf die Arme seines Gegners, ohne eine Aktion in seinem Movearsenal zu haben, für die eine Schwächung der gegnerischen Arme von Vorteil sein könnte. Andererseits wird selbst Kurt Angle bisweilen für seine Ringpsychologie bewundert und als angeblich herausragender Wrestler gelobt, obwohl er seinen Ankle Lock regelmäßig mit völlig unlogischen taktischen Aktionen gegen vollkommen willkürlich gewählte Körperteile "vorbereitet". Kanes Taktik ging jedenfalls nicht auf, denn am Ende des Kampfes war er einmal mehr der Verlierer.
Sieger: Rey Mysterio nach 8:50 Minuten gezeigter Matchzeit (ausreichend)

Das grundsätzliche Problem des Kampfes war weniger die wrestlerische Qualität, sondern die Art und Weise der Darstellung. Einen großen Wrestler gegen einen körperlich grob unterlegenen Gegner antreten zu lassen, ist kein prinzipielles Ärgernis, da sich dadurch gute taktische Möglichkeiten ergeben - etwa indem der kleine Wrestler versucht, seinen Rivalen durch gezielte Aktionen gegen die Beine auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Doch obwohl Kane und Rey Mysterio nebeneinander so aussehen, als würde Papi mit seinem Neugeborenen spielen, gab es keinerlei taktische Spielchen, die darauf Bezug nahmen. Vielmehr kämpfte Rey Mysterio gegen Kane genauso, wie er gegen jeden gleichgroßen Gegner gekämpft hätte. Gesehen haben sollte man den Kampf daher nicht aufgrund der Qualität des Gezeigten, sondern um miterlebt zu haben, wie die ungleiche Fehde zwischen dem Monster aus Madrid und dem muskelbepackten Däumling aus dem kalifornischen Kaktushausen ihr Ende fand.

Noch viel mehr Bedeutung sollte der nächste relevante Kampf haben, der einem Aufeinandertreffen von Batista und Cody Rhodes sowie einem Frauenkampf, der dank der Beteiligung von Beth Phoenix und Mickie James keines der üblichen Damen-Kreischduette war, folgte. Denn mit einem Last Man Standing Match zwischen Chris Jericho und Shawn Michaels wurde der Schlusspunkt unter nicht mehr und nicht weniger als die denkwürdigste WWE-Fehde des Jahres 2008 gesetzt.

Last Man Standing Match
Chris Jericho vs. Shawn Michaels

Dass der finale Kampf zwischen den beiden Lieblingen der Internetfans ein Last Man Standing Match wurde, bedeutete gleichzeitig, dass kein filigraner Kampf zu erwarten war, der nach anfänglichem Chain Wrestling zu einem spektakulären Höhepunkt finden würde. Vielmehr ging es darum, mit besonders viel Intensität und Brutalität gegen den Kontrahenten vorzugehen. Die Booker von World Wrestling Entertainment lösten dies, indem sie den Kampf um ein halbes Dutzend aufsehenerregender Spots bauten: eine Walls of Jericho auf dem Dach eines klischeehaften britischen Taxis, eine "Clothesline", die der Heartbreak Kid nicht mit seinem Unterarm, sondern einem Kameraarm vollführte, ein Schlag mit einer Leiter ins Gesicht des Showstoppers, ein Elbow Drop von Shawn Michaels von einer Leiter auf den auf dem Kommentatorenpult liegenden Jericho, ein Schlag mit dem Titelgürtel durch Jericho sowie ein finales Eingreifen durch John Bradshaw Layfield, der Shawn Michaels mit einem Stuhl ausknockte und Jericho damit den Sieg bescherte. Summa summarum reichte der Kampf durch all das zwar nicht ganz an die wrestlerische Qualität der Aufeinandertreffen von Jericho und Michaels heran, die sich die beiden im Jahre 2008 bei einer Großveranstaltung nach der anderen geliefert hatten, für einen RAW-Kampf war es jedoch überdurchschnittliche Kost, und ein würdiger Abgesang auf eine hervorragende Fehde allemal.
Sieger: Chris Jericho nach 15:12 Minuten gezeigter Matchzeit (gut)
Seite: 1 2
 
 
 
Diesen Artikel empfehlen
    
            
 
Interessantes bei GB
Wer sich ständig im Ring aggressiv bekämpft, der ist auch in seiner Freizeit nicht immer friedlich. Anders ist ein Großteil der unzähligen Verhaftungen von Wrestlern kaum zu erklären. Neben Gewaltverbrechen ist auch der Missbrauch von Substanzen ein häufiger Grund für einen Aufenthalt hinter Gittern. Genickbruch hat die Delikte in einer Datenbank zusammengefasst, damit ihr auf dem Laufenden seid, wenn ein Wrestler wieder einmal hinter Schwedischen Gardinen sitzt anstatt im Ring aufzutreten. ... aufrufen
 
 
Interessantes bei GB
Das Pro-Wrestling faszinierte immer schon die Massen, kein Wunder dass also immer wieder ganze Stadien gefüllt wurden. Wir haben eine Rubrik bei Genickbruch, die sich mit den größten Zuseherzahlen beschäftigt und es verwundert kaum, dass vor allem WrestleMania immer wieder im Spitzenfeld auftaucht. Ob eine der Ausgaben allerdings auch an der Spitze steht, das könnt ihr nur mit einem Klick in diese Rubrik herausfinden! ... aufrufen
 
Interessantes bei GB
Die wichtigsten drei Wrestler des Jahres 2004 waren Kensuke Sasaki, Chris Benoit und L.A. Par-K. Doch warum? Die Erklärungen dazu könnt ihr in unserer GB100-Liste jenes Jahres finden - gleichzeitig in der ersten Liste der hundert wichtigsten Wrestler eines Jahres, die wir einst überhaupt hier bei Genickbruch veröffentlicht haben. Auf dem letzten Rang landete damals übrigens Brock Lesnar, womit er den Startschuss für eine Tradition legte. ... aufrufen
NewsShowsPersonalienHintergrundExklusivGeschichte
Wrestlingnewsnach LigaTag Teams und StablesShootsMediendatenbankTitelträger
Updates der Homepagenach OrtManagerSkandaleExklusivinterviewsTitelstatistiken
 nach DatumProminenteLexikonWeitere InterviewsTurniere
Forumnach ZensurR.I.P.-ListeMatchartenUnsere Hall of FameEinschaltquoten
DiskussionsforumUpdatesVerhaftungenLucha LibreEine Schippe GeschichteZeitstrahl
  VerletzungenPuroresuEuropakalenderZuschauerrekorde
LigenBiosVerwandtschaftenEinstündige MatchesProphecyZuschauerpotentiale
ÜbersichtBios von A bis ZTrainerHalloween HavocFlimmerkisteMatchrekorde
Die "großen Vier"Biografie suchenMask MatchesEinstige HeldenMonatliche Best OfsKonstellationen
US-Independent-LigenBilanzen nach LigaHair MatchesMontagskriegeKolumnenübersicht 
Kanadische LigenBilanzen nach OrtWrestler in FilmenEinflussreichste WrestlerPodcastsInternes
Oldschool-LigenSpezialbilanzenGB100Der Stable GuyGimmickmüll i.e.S.Showtippspiele
Japanische LigenKlickchartsBAMM15Die Four HorsemenSchrottplatzMeinungsmacher
Mexikanische Ligen Year End AwardsFamily TraditionDer schwarze KanalDas Genickbruch-Team
Andere lateinam. LigenUmfragenPWI500Der WWE TitleMüll der neunziger JahreGeschichte der Homepage
Europäische LigenUmfragenObserver-AwardsDie New World OrderZufallsinformationenBewerbung als Mitarbeiter
Sonstige Wrestlingligen Weitere AwardsDie Geschichte der XPWCelebrity DeathmatchImpressum & Rechtliches
Mixed-Martial-Arts-Ligen KommentatorenGimmickmatchesVideo-ReviewsLinks
   WeltbewegendesCD-Reviews 
Texteigentümer dieser Seite: Axel Saalbach          Genickbruch.com © by GB-Team (2001-17)          Programmierung © by Axel Saalbach (2006-17)