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WWE Tagged Classics - WrestleMania 2000

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Kolumne
Ausgabe

"WWE Tagged Classics - WrestleMania 2000" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWF WrestleMania 2000 - "All Day Long"
Die Experten unter den Lesern wissen: am Sonntag ist Muttertag. Was selbstverständlich jeden Inhaber einer Mutter unter den Zugzwang stellen wird, ein brauchbares Geschenk für die werte Dame aufzutreiben. Und da will man ja auch nicht einfallslos sein. Blumen fallen daher sowieso weg, zumal dieses Gemüse nach wenigen Tagen sowieso vertrocknet sein würde und damit wohlmöglich als Sinnbild für die langsam eingehende Beziehung zwischen Mutter und Kind missinterpretiert werden könnte. Pralinen sind auch doof, denn wer will schon eine Mutter, die so viele Süßigkeiten in sich hineinstopft, dass sie bald ausschaut wie ein Zwergplanet, der dem Pluto Konkurrenz machen möchte. Was bleibt also übrig? Als Wrestlingfan könnte man es doch mal mit einer Wrestling-DVD für die Dame des Hauses probieren. Wenn sie ihr nicht gefällt und sie einem den Silberling an den Kopf wirft, dann hätte man dann schließlich selber noch etwas, was einen fernsetechnisch durch den verkorksten Abend hindurchretten könnte.

Als Genickbruchs oberster Muttertagsberater ist es meine Aufgabe, dem geneigten Leser bei seiner Geschenkekaufentscheidung ratgebend zur Seite zu stehen. Also entschloss ich mich, aus dem Fundus der unzähligen Neuerscheinungen dieser Wochen ein Exemplar herauszugreifen und es auf Herz und Nieren nach seinen Qualitäten als Präsent abzuklopfen. Das Wunderwerk der Wrestlingtechnik, für das ich mich entschieden habe, ist WWE(F) WrestleMania 2000. Denn im Rahmen der Reihe "Tagged Classics" erschien die Show dieser Tage auf einer Doppel-DVD. Wer keine Zeit verlieren möchte, der kann das gute Stück durch einen Klick hier bekommen - die passende Geschenkverpackung für die liebe Mama wird es dort bestimmt gratis dazugeben.

WWF WRESTLEMANIA 2000
vom Sonntag, den 2. April 2000
Veranstaltungsort: Arrowhead Pond in Anaheim, California (Vereinigte Staaten von Amerika)
Zuschauerzahl: 18034

Wer zu den absonderlichen Herrschaften gehört, die die Flimmerkiste regelmäßig verfolgen, der wird sich nun zurecht fragen: nanu, ist der Flimmeronkel schon so verkalkt, dass er nicht mal mehr weiß, dass er schon mal einen Artikel zu WrestleMania 2000 geschrieben hat? Natürlich ist er tatsächlich so verkalkt, aber dank einer Mischung aus einem lichten Moment und dem zufälligen Fund eines Notizzettels konnte er sich trotzdem daran erinnern, dass er im Rahmen der Reihe "FlimmerMania" einst zwanzig WrestleMania-Ausgaben nacheinander rezensiert hatte. Das vierseitige Machwerk zur Millenniumsausgabe, die ich heute erneut thematisiere, findet ihr hier. Trotzdem wird heute alles anders, denn die Doppel-DVD hat eine sagenhafte Spielzeit von 6:41 Stunden, was weit über die eigentliche Dauer der damaligen WrestleMania-Ausgabe hinausgeht. Genug Material also, das ich damals noch nicht unter die Lupe nehmen konnte.

Zunächst einmal wie gewohnt zum Akustischen. Eure Frau Mama kann sich ihr Muttertagspräsent in zwei Sprachen anschauen. Ist sie eher der Typ Savoir-Vivre-Mensch, der im Urlaub nach Paris fährt, um den Louvre zu besuchen und um morgens halb zehn das Knoppers ausnahmsweise auf der Spitze des Eiffelturms zu spachteln, dann kann sie WrestleMania 2000 auf Französisch begutachten. Ist sie hingegen eine ehemalige Miss America, die aufgrund der schrecklichen staatlichen Administrationen der Vergangenheit in die giesigen geographischen Breiten geflüchtet ist, dann kann sie die DVDs in englischer Sprache verfolgen. Untertitel gibt es diesmal nur für die Franzosen unter den Fernsehzuschauern.

WrestleMania 2000 war eine bereits von den Matchansatzungen her ziemlich ungewöhnliche Jahreshauptveranstaltung. Während es normalerweise üblich ist, besonders große Einzelmatches aufzubauen, in denen jeweils ein Wrestler einem anderen gegenübersteht, konnten die Booker bei der damaligen Show gar nicht genügend Wrestler in die einzelnen Kämpfe packen. So trug es sich zu, dass es nur eine einzige Ansetzung gab, bei der nur zwei Personen im Ring standen - und das war ausgerechnet ein zweiminütiger Catfight zwischen Terri Runnels und The Kat. Letztere sorgte wohlmöglich durch ihren Transparent-Look dafür, dass die Doppel-DVD mit dem Hinweis "Contains strong and sexualised sporting violence" versehen werden musste. Andererseits ist auch Terri Runnels bei all ihren Auftritten eine gegen die Augen der Zuschauer gerichtete Gewaltanwendung. Von dem merkwürdigen Damenmatch abgesehen war WrestleMania 2000 eine brauchbare Show, die den meisten Wrestlingfans insbesondere durch das von spektakulären Spots schier überquellende Triangle Ladder Match in Erinnerung geblieben sein dürfte, das Edge und Christian gegen die Dudley Boyz und die Hardy Boys bestritten. Zudem lieferten sich Chris Benoit, Chris Jericho und Kurt Angle ein gutklassiges 2 out of 3 Falls Match, in dem es sowohl um den WWF Intercontinental Title als auch den WWF European Title ging. Doch auf all das muss ja gar nicht mehr erst hingewiesen werden, denn das weiß der geneigte Leser spätestens seit der damaligen Besprechung der Veranstaltung in der FlimmerMania-Reihe.

Was aber macht die Tagged-Classics-Version nun von einer brauchbaren Show zu einer kaufbaren Doppel-DVD? Dazu sollte ein Blick darauf geworfen werden, mit welchen Extras die Veranstaltung aufgemotzt wurde. Das Kern-Extra ist dabei ein fast dreistündiger Rückblick auf die fünfzehn Ausgaben der Hauptshow der damaligen World Wrestling Federation, die vor der 2000er Version von WrestleMania stattfanden. In zehn bis fünfzehn Minuten pro Episode bekommt man also so etwas wie die Videoform der einstigen FlimmerMania-Kolumnenreihe vorgesetzt. So spart man sich das lästige Lesen, und sollte die mit den DVDs geehrte Mutter wider Erwarten erst seit kurzem zum Wrestlingfan gereift sein, dann bekommt sie hier einen umfangreichen Einblick in anderthalb Jahrzehnte Wrestlinggeschichte.

Da man sich drei Stunden lang Zeit nimmt, ist natürlich genügend Platz vorhanden, um praktisch alle wesentlichen Momente der Shows in Bild und Ton festzuhalten. Entsprechend wird hier der komplette Bogen von der Kollaboration "Rock 'n Wrestling" bis hin zum Aufeinandertreffen von Steve Austin und The Rock bei WrestleMania XV geschlagen. Alles findet seine Erwähnung, angefangen von der großen Zeit von Hulk Hogan und seinen Schlachten gegen André the Giant, der Turniersieg von Randy Savage und sein späteres Duell gegen den mitexplodierten einstigen Mega-Powers-Partner, der deprimierende Gimmickmüll rund um den vom Irak angeturnten Sgt. Slaughter, das Leitermatch zwischen Shawn Michaels und Razor Ramon, das sehr ausführlich behandelt wird, der doppelte Turn von Bret Hart und Steve Austin und vieles andere mehr.

Das einzige kleine Manko, das man dem dreistündigen Zusammenschnitt anlasten kann, ist die spärliche Einstreuung von Erklärungen und Kommentaren. Ein wenig wurde eine solche Unterfütterung zwar versucht, indem man gediente Altstars wie Pat Patterson und Gerald Brisco, Personen der Jetztzeit wie Triple H und völlige Unbekannte wie einen Programmdirektor namens Kerwin Silfies (vielleicht der Namenspate für Kerwin White?) zu Wort kommen ließ, aber zumeist geben sie nur Anekdoten zu Einzelthemen zum Besten, zum Ausrollen eines roten Fadens sind sie nicht gedacht. Wobei ein solcher an sich auch unnötig sein sollte, denn der klassische Wrestlingfan kennt sich eh mit dem Gezeigten aus. Und wenn es die mit dem Geschenk versehene Mutter nicht tut, dann kann man sich ja zur Feier des Tages beim Schauen danebensetzen und alles erläutern - so kommt wenigstens wieder etwas Kommunikation ins zerrüttete deutsche Familienleben.

Zu den weiteren Specials, die auf die Doppel-DVD gepresst wurden, zählen ein Zusammenschnitt der Road to WrestleMania aus dem Jahre 2000, die die wichtigsten Ereignisse zwischen der damaligen Ausgabe von "No Way Out" und WrestleMania XVI rekapituliert, außerdem ein Segment, das hinter den Kulissen von WrestleMania herumschnüffelt. In Interviews mit Kameramännern, Produzenten und der wandelnden Sympathiesprinkleranlage Jonathan Coachman bekommt man dort einen kurzen Einblick in all das, was notwendig ist, um eine Mammutveranstaltung wie WrestleMania aus dem Boden zu stampfen. Die letzten beiden noch zu erwähnenden Extras sind Videozusammenschnitte von dem Leitermatch sowie dem 2 out of 3 Falls Match, die bei WrestleMania 2000 stattfanden - beide Clips sind sehr kurz, aber die vollständigen Versionen der beiden Schlachten sind ja auch auf den DVDs enthalten. Daher kann man sie vielleicht als Appetitanreger verwenden, wenn die beglückte Mutter noch mit sich hadert, ob sie sich wirklich mehr als sechseinhalb Stunden Wrestling am Stück anschauen soll.

Sollte man WrestleMania 2000 nun am Wochenende wirklich seiner Mutter unter den Muttertagsbaum legen? Nun, man wird zumindest keinen Ärger bekommen, denn mit der Tagged-Classics-Ausgabe wird das Bestmögliche aus der Veranstaltung herausgeholt. WrestleMania 2000 ist sicher nicht die allerbeste Ausgabe aus der Geschichte der Show, aber ordentlich ist sie trotz allem gewesen, insbesondere im Vergleich zu dem, was uns World Wrestling Entertainment vor einigen Wochen präsentiert hat. Wrestlerisch steckte anno 2000 viel Potential in der Federation, das ein wenig dadurch verschwendet wurde, dass man sich nicht auf einfache Matchkonstellationen beschränkte, sondern den Ring mehrfach überfüllte - partiell nicht nur mit Wrestlern, sondern auch mit Eingreifern von außen. So war der Main Event durch das kontinuierliche Eingreifen aller vier McMahons gnadenlos überbookt. Lässt man diesen Standpunkt außer acht und konzentriert sich auf die Unterhaltungskomponente, dann handelte es sich aber auf jeden Fall um eine kurzweilige Show. Und durch die Masse an Extras, die auf der Doppel-DVD geboten werden, kann man ohnehin alles andere verschmerzen.

Von daher macht man nichts grundsätzlich verkehrt, wenn man zugreift und die Frau, die einen großgezogen hat, damit ausstattet. Nichtsdestotrotz bietet sich das zuletzt rezensierte DVD-Set The Best of Saturday Night's Main Event noch ein ganzes Stückchen mehr an, wenn man jedes Risiko ausschließen möchte. Oder beides, denn so eine Mutter hat schließlich nicht nur ein einzelnes Geschenk verdient.

Und damit schließt sich diese Ausgabe der Flimmerkiste. Was ihr am Wochenende zu tun habt, das wißt ihr ja nun, so dass meine Arbeit getan ist. Und solltet ihr selbst eine Mutter sein, die gerade diese Zeilen liest, und ihr werdet am Sonntag nicht mit einem Haufen Silberlingen voller Gekloppe versorgt, dann müsst ihr dringend euren Nachwuchs intensiver auf das Studieren von Genickbruch.com und seinen Kolumnen hinweisen!
 
 
 
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