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WWE Royal Rumble 2009

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Kolumne
Ausgabe

"WWE Royal Rumble 2009" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWE Royal Rumble 2009
In der heutigen Zeit, in der Monarchien auf dem Rückzug sind und ihre letzten Ausläufer allenfalls noch dadurch auffallen, dass sie von Zeit zu Zeit an dem ein oder anderen Pavillon ihr Wasser abschlagen oder Fotografen ihren Regenschirm zeigen, kommt es nur noch selten vor, dass es royal rumpelt. Dies geschieht nur noch dann, wenn sich ein paar zu scharf geratene Jalapeños durch den Darmtrakt von Queen Elizabeth II. quälen, wenn die holländische Königsfamilie einen Ausflug durch Apeldoorn macht - und wenn World Wrestling Entertainment zu seinem traditionellen Januar-PPV einlädt.

So rumpelte es dann auch im Januar des laufenden Jahres wieder los, diesmal in Detroit, kurz bevor die meisten Einwohner der einstigen Autostadt ihr Bündel schnürten, Michigan verließen und in wirtschaftlich inzwischen besser situierte Regionen wie Lake Providence oder Zimbabwe abwanderten. Und auch vor wenigen Wochen rumpelte es, diesmal in ausgesuchten Fachgeschäften für visuelle Medien, denn dank Rough Trade landete der Pay-Per-View auch hierzulande auf den Ladentischen. Grund genug, um den Royal Rumble 2009 zum Thema der neuesten Flimmerkiste zu machen. Solltet ihr nach dieser Rezension ein unbestimmtes Gefühl in eurer Magengegend empfinden, das euch dazu antreibt, es auch im heimischen DVD-Player rumpeln zu lassen, könnt ihr die Veranstaltung durch einen Klick hier in euren Besitz übergehen lassen. Und solltet ihr eine futuristisch eingerichtete Wohnung haben, dann habt ihr noch eine zweite Alternative, denn seit vergangener Woche gibt es die Show durch einen Klick hier auch als Bluray-Disc.

Der Royal Rumble ist nicht die einzige Neuerscheinung, mit der Rough Trade dieser Tage die Herzen der Anhänger von World Wrestling Entertainment höherpochen lässt. Für die Fans, die schon ein paar Jahre länger dabei sind oder sich für frühere Epochen interessieren, wurde vor wenigen Wochen ein Dreier-DVD-Set mit dem Titel Greatest Stars of the 90s herausgegeben, außerdem erschien das bereits in der Flimmerkiste thematisierte DVD-Set Best of Saturday Night's Main Event. Darüber hinaus können sich die Fans von Edge mehr als neun Stunden Flimmermaterial von ihrem großen Idol ins Regal stellen, denn seit wenigen Tagen ist ein Dreier-DVD-Set namens A Decade of Decdence erhältlich, das sich mit dem Rated R Superstar beschäftigt.

WWE ROYAL RUMBLE 2009
vom Sonntag, den 25. Januar 2009
Veranstaltungsort: Joe Louis Arena in Detroit, Michigan (Vereinigte Staaten von Amerika)
Zuschauerzahl: 16685
Kommentar: Jerry Lawler, Jim Ross, Matt Striker, Michael Cole, Tazz und Todd Grisham

Damit genug der Produktinformationen, und auf zur eigentlichen Flimmerkiste! Genauer gesagt erstmal zum Technischen. Die DVD bzw. Bluray-Disc zum durchlauchten Rumoren umfasst eine Spielzeit von 2 Stunden und 54 Minuten. Dies entspricht auch nahezu der Nettospielzeit der eigentlichen Veranstaltung, denn die auf den Silberlingen enthaltenen Extras (ein Interview mit Rob Van Dam und ein Fragment aus der damaligen Storyline rund um Randy Orton) werden in einer einstelligen Minutenzahl abgehandelt. Das Hauptaugenmerk wurde also ganz und gar auf das aristokratische Grummeln gelegt.

Anhören kann man sich die Show aus der Pleitestadt der amerikanischen Automobilindustrie in fünf Sprachen. Die Chrysler-Fahrern unter den Rumble-Zuschauern können sich von der Originalvertonung umsäuseln lassen, wer einen Dixi 3/15 sein Eigen nennt, der wird mit der deutschen Sprachversion zufriedengestellt, für die Entefahrer unter den Wrestlingfans gibt es eine französische Version, für die stolzen Eigentümer eines Fiat Panda gibt es eine italienische Sprachversion, und wer das Autofahren vor längerer Zeit gänzlich aufgegeben hat, der wird sicher mit der spanischen Sprachversion glücklich. Darüber hinaus kann man sich die Veranstaltung mit englischen, holländischen, portugiesischen und griechischen Untertiteln zu Gemüte führen.

Das Kernstück der Veranstaltung bildete selbstverständlich das eigentliche Rumble Match. Mit beinahe einer Stunde Kampfzeit war dies auch quantitativ der Fall. Rumble Matches sind allgemein schwer zu rezensieren, da die wrestlerische Qualität aufgrund der Vielzahl an Wrestlern zwangsläufig sehr eingeschränkt ist, so dass die Dramaturgie das einzige brauchbare Kriterium ist. Da die 2009er Auflage der Show nun schon die 22. Inszenierung war, in der es majestätisch schepperte, waren die Möglichkeiten, das Rad neu zu erfinden, im Wesentlichen erschöpft, so dass man für die Aha-Effekte insbesondere auf personelle Überraschungen setzen musste. In diesem Fall überraschte man insbesondere mit der Teilnahme von Rob Van Dam, der in den Monaten zuvor noch damit beschäftigt war, den Ultimate Warrior auf dessen ultimatives Comeback vorzubereiten und C-Prominenten bei Hulk Hogans kleiner Wrestlingschule für den anspruchslosen Fernsehzuschauer das Finishen beizubringen. Van Dam hielt immerhin fast ein Viertelstündchen durch, ehe ihn Chris Jericho aus dem Ring beförderte und ihn damit in Richtung des nächstbesten Coffee Shops entließ. Die zweite personelle Überraschung in Form von Jim Duggan war im Gegensatz zu Rob Van Dam kaum eine Randnotiz wert, und sie endete auch schneller, als man "Hooo" sagen konnte.

Sieger des gravitätischen Wummerns wurde Randy Orton, der fast fünfzig Minuten im Ring durchhielt, womit sein Auftritt in etwa so lange dauerte wie sein typischer Schneckentempo-Einmarsch zum Ring. Er stand am Ende gemeinsam mit dem Rest der Legacy Triple H gegenüber, womit man immerhin im Ansatz eine Konstellation schaffte, die für ein Rumble Match einzigartig war. Relativ erwartungsgemäß holte sich Orton den Sieg. Der Kampf wurde insbesondere in der Anfangsphase auf einem ansehnlichen Niveau und in einem zügigen Tempo vorgetragen, das allerdings im Laufe der Zeit verlorenging, woraufhin das Ausscheidungsmatch fortan ohne denkwürdigen Moment weiterlief. Nichtsdestotrotz handelte es sich um ein ordentliches Rumble Match, zumal durch die Häufigkeit, in der neue Wrestler zum Ring kommen, ohnehin immer für Abwechslung gesorgt ist. Ob man sich in ein paar Jahren noch an mehr als den Sieger erinnern wird, ist allerdings fraglich.
Sieger: Randy Orton nach 58:35 Minuten (befriedigend)

"Das beste Match des Abends" im eigentlichen Sinne gab es beim 2009er hoheitsvollen Tosen nicht, da es zwei Duelle gab, die sich in etwa auf dem gleichen Niveau bewegten. Neben ihrer Qualität hatten beide Matches noch eine zweite Gemeinsamkeit: die Teilnahme von Matt Hardy. Im ersten Fall erfolgte diese Teilnahme als aktiver Wrestler. In einem Match um den ECW Title traf Hardy auf Jack Swagger, und hier demonstrierten die Booker von World Wrestling Entertainment, dass sie das Konstruieren von taktisch geprägten Matches durchaus in ihrem Repertoire haben. Dominiert waren die zehn Kampfminuten davon, dass sich Swagger ein Ziel ausgesucht hatte - nämlich einen Arm seines Gegners - und dieses konstant bearbeitete. Hardy wiederum tat sein Bestes, um dieses taktische Vorgehen entsprechend glaubhaft zu verkaufen. Entsprechend erschuf man einen ansehnlichen Mix aus klugem Taktieren auf der einen Seite, und wackerem Durchhalten trotz angeschlagener Gliedmaße auf der anderen Seite. Swagger siegte am Ende, und sofern man sich nicht durch die jahrelange Berieselung mit stumpfem Spotwrestling mit einer manifesten Geschmacksverirrung infiziert haben sollte, wird man ein zufriedenes Fazit aus der Partie ziehen können.
Sieger: Jack Swagger nach 10:27 Minuten (befriedigend bis gut)

Ordentlich war auch das No Disqualification Match, das Edge gegen den Sieger von Genickbruchs Wahl zur größten WWE-Nervensäge des Jahres 2008 bestritt, also gegen Jeff Hardy. Die naseweise Schar der Internetfans ging in den Wochen vor dem adligen Kollern davon aus, dass Christian an dieser Stelle durch einen Eingriff sein Comeback im Titanland feiern und somit gleich auf höchster Ebene wieder einsteigen würde. Die Zuschauer in der Halle in Detroit schienen das gleiche zu glauben - zumindest drückten sie es mit ihren Rufen aus. Genau wie einige Monate später bei ihrer Hoffnung auf eine Rettung von General Motors wurden sie jedoch enttäuscht. Denn die Hersteller von Vince McMahons Wundertüten in Wrestlingshowform verfrachteten den Charisma-Kapitän nicht in eine Fehde mit Edge oder Jeff, sondern in den C-Kader der Liga. Stattdessen war Matt Hardy derjenige, der für die Entscheidung in dem Kampf ohne Disqualifikation sorgte. Der bitterböse Matt turnte gegen seinen Bruder, womit er Edge den WWE Title und sich und seinem Bruder ein Extreme Rules Match bei WrestleMania XXV bescherte. Bis zu Matts Eingriff hatte es ein ordentliches Aufeinandertreffen zu sehen gegeben, das weniger von Taktik oder Technik lebte, sondern von der Dramaturgie. Von einem gemächlichen Start ausgehend steigerte man sich kontinuierlich, bis man am Ende kurz vor der Grenze vorm Overbooking landete, denn vor Matts Auftauchen wirkten auch schon Chavo Guerrero Jr. und Vickie Guerrero mit. Dank des Turns von Matt dürfte der Kampf auch nachhaltig in Erinnerung bleiben, denn immerhin ist ein solches Szenario in der Wrestlingwelt inzwischen recht rar geworden.
Sieger: Edge nach 19:23 Minuten (befriedigend bis gut)

Zwei weitere Kämpfe fanden beim prunkvollen Poltern statt, zum einen ein Aufeinandertreffen von John Cena und John Bradshaw Layfield, zum anderen eine Hühnereinlage mit Beteiligung von Melina und Beth Phoenix. Beide Duelle konnten qualitativ nicht ganz mit dem Rest der Show mithalten, wobei dies beim Damenmatch insbesondere an der Matchlänge gelegen haben dürfte, denn diese krabbelte gerade einmal knapp über die Fünf-Minuten-Marke.

Alles in allem war das royale Grollen des Jahres 2009 eine relativ durchschnittliche Show, die keinen Ausbrecher in die Sternstunden der Wrestlinggeschichte aufweisen konnte, wie es etwa WrestleMania XXV zwei Monate später mit dem Match von Shawn Michaels und The Undertaker schaffte, die aber auch keinen Ausrutscher in den Sumpf der Wrestlingunterwelt hinlegte, wie es etwa... WrestleMania XXV zwei Monate später mit so ziemlich allem anderen vollführte, das damals über die Flimmerkisten geschickt wurde. Empfehlenswert ist die DVD bzw. die Bluray-Disc deshalb insbesondere für die angeblich zahlreichen Fans von Randy Orton, denn für ihr Idol wurde die Show immerhin zu einem Meilenstein auf seiner Karriereleiter, und natürlich für die Freunde der Matchart der Battle Royal. Wer sich zu einer der beiden Kategorien zählt, der kann ohne zu zögern hier zugreifen (bzw. hier, wenn es die Bluray-Version sein soll). Allen anderen würde ich eher zuraten, bei einem von den anderen DVD-Sets zuzugreifen, die oben erwähnt wurden. Oder gleich bei allen dreien.

Und damit schließt sich diese Ausgabe der Flimmerkiste - diesmal ausnahmsweise gänzlich ohne einen Hinweis, einen anstehenden Feiertag nicht zu vergessen, wie es sich in den letzten Episoden immer wieder angeboten hatte. An einem 14. Juni ist das allerdings auch etwas diffizil - zwar ist heute Weltblutspendetag, aber zum Blading aufzufordern zählt nicht zu meinen Aufgaben. Deshalb beschränke ich mich diesmal zum Abschluss auf den Hinweis, dass mein Kontaktformular wie üblich für positive wie negative Kritik aller Art zur Verfügung steht - dann spendet man zwar kein Blut, aber immerhin Input.
 
 
 
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