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WWE WrestleMania XXV

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Kolumne
Ausgabe

"WWE WrestleMania XXV" von Axel Saalbach
Im Showarchiv
WWE WrestleMania XXV
Solange man an einer Wrestlingseite mitarbeitet, die nicht kurz davor steht, den Weg von Frights zu gehen und sich mit einer luftigen Karussellfahrt ins Reich der vergessenen heißen Luft zu verabschieden, muss man immer mindestens einmal im Jahr davor zittern, dass der eigene Server hält. Denn in der Zeit rund um den Frühlingsanfang steigt die Besucherzahl der eigenen Heimatseite dramatisch an, so dass man nahezu täglich im Mailkontakt mit den Serververwaltern steht, die sich darüber beschweren, dass man ihr kleines Büro in einen Schmelzofen verwandelt. Kein Wunder, denn zu jener Zeit steht WrestleMania auf dem Plan, und plötzlich verwandeln sich Heerscharen von Leuten unvorbereitet in Wrestlingfans - so, wie man es auch von zahlreichen Technojüngern kennt, die pünktlich kurz vor dem Pfingstfest ihr Faible für schwarze Kleidung entdecken und kurzentschlossen zum Wave-Gotik-Treffen juckeln.

In diesem Jahr begann der Server, auf dem Genickbruch sein friedliches Dasein in Einklang mit Tieren und Pflanzen führt, ab Anfang April Rauchzeichen abzugeben. Damit war klar, dass es an der Zeit für WrestleMania XXV war. Unter Hinzuziehung von erfahrenen Experten wie Dr. P. Echstein und Prof. W. Erth schaffte es das Genickbruch-Team, den Server auch in dieser knifflingen Phase der dringend benötigten Höchstleistungen überraschend souverän auf Kurs zu halten. Das Ergebnis war ein Ticker mit einer vierstelligen Anzahl von Benutzerkommentaren sowie die Rekord-Besucherzahl des laufenden Jahres. Seitdem ist ein Vierteljahr vergangen, und nun kann man sich die Show endlich fürs eigene Wrestlingregal nach Hause holen. Erhältlich ist die Show ab Donnerstag in drei verschiedenen Versionen, nämlich einmal als ein Dreier-DVD-Set, als Deluxe-Edition (dazu später mehr) und als Bluray-Version. Grund genug, um das Ganze zum Thema einer neuen Ausgabe der Flimmerkiste zu machen.

WWE WrestleMania XXV
vom Sonntag, den 5. April 2009
Veranstaltungsort: Reliant Stadium in Houston, Texas (Vereinigte Staaten von Amerika)
Zuschauerzahl: 72.744
Kommentar: Jerry Lawler, Jim Ross und Michael Cole

Was ich hier rezensiere, ist die Deluxe-Edition des DVD-Sets. Diese sticht gleich auf den ersten Blick durch etwas heraus, das wahrlich nur wenige DVD-Sets zu bieten haben: sie enthält ein Buch. Das kleine englischsprachige Werk trägt den Titel "History of WrestleMania" und es wurde von Taskmaster Kevin Sullivan und Brian Shields verfasst, also den beiden Männern, die schon gemeinsam für die im Frühjahr erschienene WWE-Enzyklopädie verantwortlich waren. "History of WrestleMania" ist zwar nur ein recht kleines Buch, aber es ist hochwertig hergestellt, hat einen Hardcover-Einband, es umfasst 64 Seiten und unzählige Bilder. Entgegen dem Titel des Büchleins enthält "History of WrestleMania" nicht nur die Auszüge der WWE-Enzyklopädie, die sich mit den 24 vorangegangenen WrestleMania-Ausgaben befassen, sondern es wird auch auf die Geschichte von RAW, SmackDown und ECW on Sci Fi eingegangen. Wer zwischen den ganzen Prügeleien also auch mal ein paar Minuten schmökern möchte, der findet durch die Deluxe-Edition ein wenig Abwechslung. Nicht zuletzt muss er dann nicht mehr die schreckliche Genickbruch-Homepage besuchen, wenn er nachlesen möchte, welche Matches bei den früheren WrestleMania-Ausgaben stattfanden.

Das eigentliche DVD-Set kann man sich in fünf verschiedenen Sprachen anhören. Zum einen ist die englischsprachige Originalvertonung enthalten, zum anderen die deutsche Übersetzung, damit die liebe Urgroßmama auch etwas versteht, wenn man sich die Show mit den aufeinander einprügelnden halbnackten Männern mal gemeinsam anschauen möchte. Darüber hinaus gibt es eine italienische, eine französische und eine spanische Sprachversion. Untertitel sind in ganzen neun Sprachen einstellbar, darunter auch nordische Exoten wie Finnisch und Dänisch. Die Tonqualität ist bei jeder Auswahl exzellent, und auch die Bildqualität ist dufte, wie es Wolfgang Lippert formulieren würde. Aber das ist man ja ohnehin von den WWE-DVDs gewohnt, mit denen Rough Trade den deutschen Markt andient.

Der eigentliche Knackpunkt ist ein anderer - nämlich die Qualität der Veranstaltung selbst. Was World Wrestling Entertainment an jenem lauen Aprilabend aufs Parkett zauberte, wurde von vielen Zuschauern mit Verärgerung zur Kenntnis genommen. Auch wenn das zugehörige Topic in Genickbruchs Diskussionsforum erst vor wenigen Tagen wieder einmal nach oben geholt wurde, da ein User den anderen Lesern mitteilen wollte, dass er die Show ganz nett fand, reagierten viele andere WWE-Fans mit Unverständnis auf das Booking im Titanland. Geht man nach den Userbewertungen, wurden nur fünf Großveranstaltungen in der Geschichte von World Wrestling Entertainment schlechter bewertet.

Dabei hatte auch die diesjährige WrestleMania-Ausgabe einen wrestlerischen Höhepunkt zu bieten, der seinen Platz in der Wrestlinggeschichte mit großer Wahrscheinlichkeit dauerhaft behalten wird - nämlich in Form des Kampfes zwischen Shawn Michaels und The Undertaker. Ganz unzweifelhaft lieferten sich die beiden (neben Vince McMahon) vielleicht wichtigsten Personen der WrestleMania-Geschichte ein Duell, das wrestlerisch in diesem Jahr im Titanland bis dato unübertroffen blieb und wahrscheinlich in den kommenden sechs Monaten unübertroffen bleiben wird, das auch in den vergangenen Jahren in der McMahon-Liga seinesgleichen gesucht hätte und das in der Weihnachtszeit die besten Aussichten haben wird, mit vielen Auszeichnungen zum "Kampf des Jahres" überschüttet zu werden. Da das Duell um die Krone des wahren Meisters von WrestleMania mehr als eine halbe Stunde dauerte und durch die umfangreichen Ringeinzüge einen noch viel größeren Anteil an der gesamten Show einnahm, als diese halbe Stunde implizieren könnte, war der einzige richtige Höhepunkt von WrestleMania XXV im Endeffekt viel länger, als es die kumulierten Höhepunkte anderer Pay-Per-Views waren. Alleine das Nearfall-Festival am Ende des Kampfes war durch ein solch hohes Spannungsniveau geprägt, dass selbst der talentierteste Slasher-Drehbuchautor für solch hochklassiges Kampfbooking das eigene Kind an Madonna verkauft hätte.

Leider schienen sich die WWE-Booker durch das Match zwischen Michaels und dem Undertaker so verausgabt zu haben, dass sie fortan unter großen Schmerzen zu leiden hatten. Denn anders als durch die Nebenwirkung der Einnahme von Methadon oder anderen schmerzstillenden Mitteln ist nicht zu erklären, was sie über weite Strecken der übrigen Show fabrizierten. Mit hanebüchenen Entscheidungen, etwa der Vernichtung der Karriere von John Bradshaw Layfield in zwanzig Sekunden, der Inthronisierung von Santino Marella zur Miss WrestleMania und einem Auftritt von Kid Rock, dessen Länge die Matchzeit des epischen Meisterwerks zwischen Shawn Michaels und dem Untertaker ums gefühlt drei- bis vierfache überbot, schien das Bookingkomitee der Liga geradezu händeringend um die Überreichung von Entlassungsurkunden zu bitten. Zwar gehört es zu WrestleMania dazu, dass jedesmal der ein oder andere Moment dabei ist, an dem man sich als Wrestlingfan dafür schämt, Wrestlingfan zu sein, aber diesmal nahm das Ganze überhand. Zwar versuchte man seitens World Wrestling Entertainment noch ein wenig entgegenzusteuern, indem man beispielsweise Ricky Steamboat einen Auftritt hinlegen ließ, der viele - insbesondere jüngere - Fans ins Staunen versetzte, aber der negative Gesamteindruck ließ sich dadurch nicht mehr umkehren.

Für die Macher der WrestleMania-DVD bedeutete dies eine schwierige Aufgabe, denn an ihnen lag es nun, aus dem schwachen Booking ein kaufbares DVD-Set zu machen. So war es dann kein Wunder, dass man so viel Bonusmaterial mit auf die Silberlinge presste, dass die Gesamtspielzeit auf deutlich über sieben Stunden anschwoll. Dieses Bonusmaterial umfasst beispielsweise das Lumberjack Match, das sich Primo und Carlito vor dem Start der Übertragung des eigentlichen Pay-Per-Views mit John Morrison und The Miz lieferten, in dem die WWE Tag Team Titles mit den WWE World Tag Team Titles vereinigt wurden. Ebenfalls enthalten sind Highlightclips zu allen vierundzwanzig vorangegangenen WrestleMania-Ausgaben. Was die Käufer der Deluxe-Version in Buchform zu den DVDs mitgeliefert bekommen, bekommt man hier also in bewegten Bildern zu sehen.

Der Kern des Bonusmaterials ist allerdings die Hall-of-Fame-Zeremonie, die einen Tag vor WrestleMania XXV veranstaltet wurde, und die eine komplette DVD des WrestleMania-Sets umfasst. In diesem Jahr wurden Terry Funk, Dory Funk Jr., Koko B. Ware, die Von-Erich-Familie, Howard Finkel, Bill Watts, Ricky Steamboat und Steve Austin in die Ruhmeshalle des Titanlandes aufgenommen, und all ihre Inthronisierungen sind enthalten. Ob über zwei Stunden an Reden, Anekdoten und Geschichten die fehlende wrestlerische Qualität der WrestleMania-Hauptshow aufwiegen können, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Da die Neuankömmlinge der WWE-Ehrenlegion gut über die Wrestlinggeschichte verteilt gewählt wurden, dürften zumindest für jeden Zuschauer die passenden nostalgischen Momente enthalten sein. Genickbruchs oberster Flimmeronkel hatte jedenfalls mehr Spaß daran, erlesenen Laudatoren wie Ric Flair beim Reden zuzuhören, als Santino Marella im Frauenkostüm ertragen zu müssen.

Damit bleibt die Frage offen, ob es sich lohnt, zuzugreifen und WrestleMania XXV in den eigenen Besitz übergehen zu lassen. Dank dem modernen Klassiker zwischen dem Undertaker und Shawn Michaels, dank den DVD-Extras und der Hall-of-Fame-Zeremonie ist im Endeffekt mehr als die Hälfte der 432minütigen Spielzeit absolut sehenswertes Material. Der Rest von WrestleMania XXV ist umso schlechter - teilweise sogar so unterirdisch, dass nicht mal Kevin Sullivan etwas falsch hätte machen können, wenn er nicht nur das beigelegte Buch, sondern auch die eigentliche Show geschrieben hätte. Zugreifen sollten deshalb insbesondere diejenigen, die sich für einzelne epische Matches interessieren oder Fan von wahlweise dem Undertaker oder Shawn Michaels sind, und natürlich diejenigen, die mit Hilfe der Hall-of-Fame-Zeremonie in Erinnerung schwelgen wollen. Falls ihr euch zu einer dieser erlesenen Personenkreise zählen solltet, dann bekommt ihr das Dreier-DVD-Set durch einen Klick hier, die Deluxe-Edition durch einen Klick hier und die Bluray-Version durch einen Klick hier.

Allen anderen Interessierten an WWE-DVDs würde ich eher ans Herz legen, bei einer der anderen Neuerscheinungen dieser Zeit zuzugreifen, seien es etwa die Greatest Stars of the 90s, das Best of Saturday Night's Main Event oder aber die Rückschau auf die Decade of Decadence, die WWE-Karriere von Edge.

Und damit schließt Genickbruchs oberster Flimmeronkel wieder einmal eine Ausgabe seiner Kolumne, um jetzt die Zeit dafür nutzen zu können, eine Mail an die WWE-Booker zu schicken, um sie zu fragen, woher sie ihre Medikamente bekommen. Denn irgendwie muss man das Bild des Transvestiten-Santino schließlich aus dem Kopf bekommen können.
 
 
 
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