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WWE Tagged Classics - Unforgiven 2000 & No Mercy 2000

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Kolumne
Ausgabe

"WWE Tagged Classics - Unforgiven 2000 & No Mercy 2000" von Axel Saalbach
Wer schon einmal einen Mallorca-Urlauber, einen Diskothekenbesucher oder Amy Winehouse bei der Arbeit gesehen hat, der weiß: unter Drogen machen die Menschen die merkwürdigsten Dinge. In dieser Hinsicht bilden die Herren und Damen, die hinter World Wrestling Entertainment stehen, keine Ausnahme. Anders ist es nicht zu erklären, dass man sich in diesem Jahr dazu entschied, zwei von den eigenen Kindern neue Namen zu verleihen, obwohl sie von Alters wegen schon kurz vor der Pubertät angelangt waren: aus "Unforgiven" wird in diesem Jahr "Breaking Point", und "No Mercy" wird in "Hell in a Cell" gemorpht.

Anno 2000 war die Welt hingegen noch eine andere. Hartmut Mehdorn wurde als Ökomanager des Jahres hochgelobt, Kleinanleger hatten nicht mit einer Immobilienkrise, sondern mit der Dotcom-Blase zu kämpfen, und der amtierende Bundeskanzlerdarsteller färbte sich nicht die Haare. Zumindest sagte er das, und wer würde schon jemandem widersprechen, der einflussreiche russische Freunde hat. Tja, und "Unforgiven" und "No Mercy" hatten noch ihre richtigen Namen. Beide Pay-Per-Views erscheinen am kommenden Donnerstag auf einem Zweier-DVD-Set aus der Reihe "Tagged Classics", was mich prompt dazu bringt, die Flimmerkiste einmal mehr aufzuklappen und die beiden Silberlinge zu rezensieren.

Sollte das Lesen des nun folgenden Machwerks in geschriebener Form euren inneren Schweinehund dazu bringen, euch ins Ohr zu säuseln, dass ihr euch die beiden DVDs zulegen solltet, dann werdet ihr durch einen geschmeidigen Klick hier fündig, um sie vorzubestellen. "WWE Tagged Classics - Unforgiven 2000 & No Mercy 2000" reiht sich ein in eine ganze Reihe von Neuerscheinungen der letzten Zeit, so zum Beispiel WWE Live in the UK - April 2009 oder WWE Backlash 2009. Und auch in den nächsten Wochen steht die Veröffentlichung einigen neuen Materials an - beispielsweise in Form von WWE Judgment Day 2009 (erscheint am 4. September) oder auch in Gestalt von "Allied Powers", einem Dreier-DVD-Set, das sich mit den besten Tag Teams aller Zeiten beschäftigen wird.

WWE TAGGED CLASSICS - UNFORGIVEN 2000 & NO MERCY 2000
Veröffentlichungsdatum:
27. August 2009

Die Doppel-DVD mit den beiden Großveranstaltungen aus dem Jahr mit der Zwei und den drei Nullen hat eine Spielzeit von 330 Minuten und kommt ganz in englischer Sprache und ohne Untertitel daher - wie von der Reihe "Tagged Classics" gewohnt, so beschränkt man sich auch diesmal auf die eigentlichen Originalveranstaltungen und lässt zusätzlichen Schnickschnack beiseite. Letztlich dürfte das Fehlen anderer Audiospuren ohnehin nicht stören, schließlich werden die wenigsten Käufer von Wrestling-DVDs Wert darauf legen, jemand anderen als Jim Ross und Jerry Lawler zu hören. Wer auf Carsten Schaefer nicht verzichten kann, der kann ihn schließlich auch mindestens zweimal pro Woche irgendwo zwischen Udo Lattek, halbnackten Call-In-Damen und noch nackteren Low-Budget-Darstellerinnen im Deutschen Sportfernsehen erhaschen.

Geprägt waren "Unforgiven" und "No Mercy" im Jahre 2000 vor allem durch eines: durch die Rückkehr von Steve Austin. Nachdem Owen Hart anno 1997 ausgetestet hatte, ob der Nacken einer handelsüblichen texanischen Klapperschlange dem Zusammenspiel von kinetischer Energie und einem Ringboden gewachsen ist und resümieren musste, dass er das nur sehr bedingt ist, hatte Steve Austin immer wieder mit seinem Genick zu kämpfen. Im Herbst 1999 war Austin dann so ramponiert, dass er eine Operation am Hals benötigte. Um seine Ausfallzeit in den Storylines einzubauen, ließ man Austin bei der Survivor Series durch ein Auto anfahren. Offensichtlich hatten die Booker der damaligen World Wrestling Federation eine Weile zuvor bei World Championship Wrestling reingezappt und Gefallen an der Hummer-Storyline gefunden, die später Einzug in alle Archive fand, die sich mit Wrestlecrap beschäftigen.

Die Kombination aus "Unforgiven" und "No Mercy" bietet für die Wrestlingfans nun die Gelegenheit, den Bogen von der Rückkehr Steve Austins nach dreivierteljähriger Abwesenheit und dem Beginn seiner Suche nach dem Übeltäter, der ihn damals "überfahren" hatte, bis hin zur In-Ring-Konfrontation mit dem geistesgestörten Fahrer zu schlagen. Dieser entpuppte sich damals in einer merkwürdigen Wendung der titanenen Bookerarbeit als Rikishi, womit wir wieder bei den Drogen wären, von denen ich am Anfang dieser Flimmerkiste sprach. Zwischen Austins Rückkehr und der Feststellung, dass Rikishi der Fahrer war, lag ein schier unerträglicher Stapel an Stunnern, die Austin damals allen Leuten verpasste, die sich ihm in den Weg stellten. Glücklicherweise spielte sich das Ganze in erster Linie bei den zwischen den beiden Großveranstaltungen liegenden Fernsehausstrahlungen ab und nicht bei den eigentlichen Pay-Per-Views, so dass man auf der Doppel-DVD nur wenig davon mitbekommt. Damals gab es gehörige Kritik daran, dass man Austin übertrieben durchschlagskräftig darstellte.

Das Aufeinandertreffen von Austin und Rikishi bei "No Mercy" war ein No Holds Barred Match, das im wesentlichen aus den Versuchen Stone Colds bestand, den Wonneproppen mit dem sagenhaft dicken Allerwertesten seinerseits zu überfahren, und daraus, dass Austin verhaftet wurde. Ungeachtet der Tatsache, dass die Storyline die dominierende Geschichte dieser zeitlichen Etappe war, bildete der Kampf nicht den Main Event von "No Mercy". Wrestlerisch nennenswert war er... nicht sonderlich, um es fluffig auszudrücken.

Für die wrestlerischen Glanzpunkte sorgten andere Matches. Diese findet man insbesondere am Ende von "No Mercy" in Form der damaligen Aufeinandertreffen von Triple H und Chris Benoit sowie von The Rock und Kurt Angle. Schaut man beide DVDs der Tagged-Classics-Veröffentlichung hintereinander an, hat die Aneinanderreihung den Vorteil, dass man die Höhepunkte des Gezeigten ganz am Ende findet, wodurch man den Eindruck hat, dass sich die Qualität des Ganzen nach hinten heraus immer weiter erhöht.

Zwischendrin gibt es allerdings auch einiges an Leerlauf. Partiell auch Leerlauf zum Fremdschämen, was sich beispielsweise in Form der damals pulsierenden Storyline zwischen Eddie Guerrero und seiner Mamacita Chyna darstellte, insbesondere aber auch durch Naked Mideon, der ein Match gegen William Regal bestritt. Wie die Booker des Titanlandes die Abwesenheit von Kleidung am Leib von Mideon für eine gute Idee halten konnten, wurde im Gegensatz zum Fahrer des Autos, mit dem Austin überfahren wurde, leider nie eindeutig geklärt. Hatte ich eigentlich in diesem Artikel schon den Konsum von Drogen erwähnt?

Gänzlich ohne Extras kommen auch die Tagged-Classics-Veröffentlichung nicht aus. Am Ende von "Unforgiven 2000" findet man ein von Jonathan Coachman moderiertes Segment, das einst für die Home-Video-Ausgabe des Pay-Per-Views produziert worden war. Hier werden nicht nur ein paar Szenen aus der Show zusammengefasst, es gibt auch einige Originalstimmen der Protagonisten zu hören. Im Einzelnen handelt es sich um Stimmen von den Hardy Boys, die damals zum zweiten Mal in ihrer Karriere die WWF Tag Team Titles gewonnen hatten und sich darüber freuten wie die Schnitzel, von Kurt Angle, der damals noch Besseres zu tun hatte als in frühen Morgenstunden ausgewählten Frauen in den Subway-Restaurants dieser Welt hinterherzuschnüffeln, von The Rock, der sich damals noch für Wrestling interessierte, und von zahllosen Fans, die summa summarum zum Schluss gekommen waren, dass "Unforgiven" eine ganz dufte Show war.

Das war "Unforgiven" sicherlich nicht, was man allein schon daran feststellen kann, dass der denkwürdigste Moment der Show in der Rückkehr von Steve Austin und einem Stunner gegen Shane McMahon bestand, also in einer Szene, die sich außerhalb eines Kampfes abspielte. Wäre "Unforgiven" eine separate Veröffentlichung, dann wäre es schwierig, die zugehörige DVD als empfehlenswert anzupreisen. Der Main Event, ein 4-Way Match zwischen The Rock, Chris Benoit, Kane und The Undertaker, der damals in seiner Phase der akuten Lauffaulheit steckte und motorisiert zum Ring rollte, sowie das bei der Show inszenierte Steel Cage Match zwischen den Hardy Boys und dem Team von Edge und Christian waren zwar durchaus ganz respektabel, aber letztlich nicht mehr als gehobener Durchschnitt, und der Rest bestand aus ähnlich viel heißer Luft wie die derzeit im Akkord abgespulten Wahlkampfreden von unserer Bundesangie und ihrem wackeren Rivalen, der Bundesaußeneule.

"Unforgiven 2000" allein wäre also eher eine abzuratende Show. Bei "No Mercy" wiederum sieht das schon wieder etwas anders aus, denn mit den beiden oben erwähnten Main Events bekommt man schon allerhand gutartige Kost vorgesetzt. Da beide Matches relativ lang waren, nimmt dieser qualitativ anständige Teil einen nicht zu verachtenden quantitativen Umfang der Show ein. Hinzu kommt, dass sich auch Chris Jericho und der damals vergleichsweise nüchterne Sean Waltman dazu bequemten, dem Publikum etwas Vernünftiges zu bieten. Nimmt man die Auftritte von Anti-Wrestlern wie den Dudley Boyz oder Mr. Ass und von Anti-Entertainern wie Mideon oder Too Cool mal beiseite, kann man hier im Großen und Ganzen von einer empfehlenswerten Show sprechen.

Fragt sich nun noch, wie man das Ganze in der Addition einschätzen soll. An der Stelle kann man mit den preislichen Dimensionen der Tagged-Classics-Reihe argumentieren: da man die beiden Shows für einen Eurobatzen bekommt, für den man ansonsten mit einer einzelnen Veranstaltung abgespeist wird, lässt es sich halbwegs verschmerzen, dass "Unforgiven 2000" nicht viel hermacht. Stattdessen bekommt man mit "No Mercy 2000" immerhin eine gute Show ins heimische DVD-Regal. Nicht zuletzt bekommen die Po-Fetischisten und anderen Rikishi-Fans die Gelegenheit, ihr großes Idol einmal im Leben mit einem richtigen Main Eventer des Titanlandes fehden zu sehen. Wem das alles genügt, der kann sich die Doppel-DVD durch einen rasanten Klick hier vorbestellen.
 
 
 
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