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WWE Live in the UK - April 2009

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Kolumne
Ausgabe

"WWE Live in the UK - April 2009" von Axel Saalbach
Der handelsübliche Engländer hat es nicht einfach im Leben. Immer dann, wenn ein Elfmeterschießen ansteht, dann weiß er, dass er in wenigen Minuten mit einem hängenden Kopf vom grünen Rasen traben muss und anschließend die Heimreise antritt. Steht ein Zahnarztbesuch an, dann muss ihm per se klar sein, dass es gleich schmerzhaft werden wird und er mit weniger Beißerchen wieder gehen wird, als er vor dem Betreten der Praxis in seinem Mund hatte. Und das Wetter da drüben ist sowieso immer hundsmiserabel.

Tja, und dann wäre noch die Sache mit den feindseligen Gestalten, die immer wieder zähnefletschend über unsere Gefährten von der britischen Insel hereingebrochen sind. Vor 1.220 Sonnenumläufen entschieden sich die Dänen, dass die Landmasse jenseits der Nordsee fluffig genug ist, um mal spontan einzufallen und Ländereien zu annektieren. Zweihundert Jahre später fanden die Norweger Gefallen am britischen Ländle. Und nur ein Jahrtausend später, genauer gesagt im April 2009, war es schon wieder soweit: abermals drang eine Horde wilder Raufbolde in England ein, um sich zu prügeln. Diesmal kam sie aus dem Titanland.

Jener Streifzug durch Großbritannien, den der Herren und Damen von World Wrestling Entertainment im Frühjahr vorgenommen haben, ist vor kurzem auf einer Doppel-DVD namens "WWE Live in the UK - April 2009" erschienen. Das gute Stück könnt ihr durch einen Klick hier bekommen, und pünktlich zum zwölften Jahrestag des missratenen Parisausflugs der Lieblingsprinzessin der Angelsachsen wird es in der Flimmerkiste thematisiert. Die Doppel-DVD war eine von mehreren WWE-Neuveröffentlichungen im August, wozu auch WWE Tagged Classics - Unforgiven 2000 & No Mercy 2000 und WWE Backlash 2009 gehören. Hinzu kommt ab dem 4. September auch noch WWE Judgment Day 2009, die Show kann bereits vorbestellt werden.

WWE LIVE IN THE UK - APRIL 2009
Veröffentlichungsdatum:
21. August 2009

Die Doppel-DVD hat eine Spielzeit von 4 Stunden und 42 Minuten und ist allein in englischer Sprache vertont, so dass man beim Anschauen keine Angst haben muss, beim Hereintragen der Fish and Chips aus der Küche zu stolpern, auf die Fernbedienung zu fallen und dabei versehentlich zu einer deutschen Tonspur zu wechseln, so dass man dann Carsten Schaefer ertragen müsste, oder gar zu einer französischen Tonspur oder ähnlich schrecklichem Getöse. Was man sich dann in der Sprache der Angeln anhören kann, sind jeweils eine Ausgabe von "RAW", eine von "ECW on Sci Fi" (ja liebe jüngeren Leser, so schrieb sich "SyFy" mal), eine von "Superstars", und eine Episode von "SmackDown".

Garniert wird das Ganze noch mit drei Bonusmatches. Das erste davon, ein Duell von William Regal und Dolph Ziggler, wurde vor "RAW" aufgezeichnet und bei keiner TV-Übertragung einer WWE-Show ausgestrahlt, wenn das schier unfehlbare Genickbruch-Showarchiv nicht lügen sollte oder die Fähigkeiten von Genickbruchs Flimmeronkel, das damals selbst designte Showarchiv zu bedienen, nicht zu begrenzt sein sollten. Entsprechend hat der Kampf keinen Kommentar, und natürlich gewann der Regionalheld das Aufeinandertreffen. Nach den ganzen schlechten Erfahrungen mit den Dänen, den Norwegern und den gegnerischen Elfmeterschützen reichte es also wenigstens zu einem Erfolg eines einzelnen Engländers gegen die durchschnittlichen Zigglers dieser Welt.

Kampf Nummer Zwei war ein sehr kurzes Stelldichein zwischen R-Truth und Umaga, in dem (a) Ron Killings bewies, dass sein Micwork noch schlechter ist als das Micwork von Ronald Pofalla nach Wahldebakeln im Saarland und in Thüringen, und in dem man (b) sehen konnte, dass aus Umaga noch etwas hätte werden können, wenn er ein distanzierteres Verhältnis zu seinem Medikamentenschränkchen gehabt hätte. Den Kampf gewann er, indem er seinem Gegner den wabbeligen Popo gegens Gesicht fahren ließ, wenngleich das alles andere als durchschlagend wirkte, und indem er ihm den Brustkorb tätschelte. Jede der erwähnten Pofalla-Reden wäre eine glaubwürdigere Finishing-Sequenz gewesen, denn dann hätte sich Killings freiwillig hingelegt.

Beim dritten Bonuskampf wurde schon ein ganzes Stück tiefer in die Mottenkiste gegriffen. Dabei handelte es sich um eine Schlacht, die sich Davey Boy Smith und Shawn Michaels anno 1997 bei "One Night Only" um den WWF European Title lieferten. Michaels gewann damals nicht nur mit einem Leglock den Kampf, sondern auch den Gürtel, was damals gleichzeitig den ersten Wechsel des European Titles bedeutete. Einige Zeit später wechselte der Titel ins Reich der Belanglosigkeiten. Obgleich das 23minütige Aufeinandertreffen des Heartbreak Kids und des British Bulldogs mit Eingriffen von Rick Rude, Triple H und Chyna zugebookt wurde, handelte es sich um ein mehr als respektables Match - gleichzeitig das beste auf "WWE Live in the UK - April 2009". Nicht zuletzt war es der vielleicht letzte richtig gute Kampf in der Karriere des British Bulldogs.

Die auf der Doppel-DVD enthaltene Ausgabe von "RAW" wurde dereinst von den Genickbruch-Usern durchaus recht positiv gewertet - und das nicht ganz zu unrecht, zumal sie mit einigen hochkarätigen Duellen aufzuwarten wusste. Dazu zählte ein No Disqualification Match zwischen Triple H und Randy Orton, das auf der Rückseite der Verpackung als das Re-Match ihrer WrestleMania-Schlacht beworben wird, und das hinsichtlich seiner wrestlerischen Qualität die ihres vorangegangenen Zweikampfes durchaus überschritt. Allerdings war es auch keine allzu schwierige Sache, eine Neuauflage eines Kampfes von der diesjährigen WrestleMania mit wrestlerisch besserer Qualität zu bestreiten, schließlich hatte WrestleMania XXV mit wrestlerischer Qualität so viel zu tun wie der Klischee-Engländer mit Zahnpflege. Sieht man mal vom Match zwischen Shawn Michaels und The Undertaker ab, versteht sich.

In Form eines No Contests zwischen John Cena und Chris Jericho bot "RAW" damals sogar noch einen zweiten Main-Event-Kaliber, ein Störfaktor bei der Sendung war allenfalls das Auftreten von Santino Marella als "Santina". Da man sich aber in einem Land befand, in dem es Menschen gibt, die angeblich tatsächlich über Mr. Bean lachen können, dann wird man sicherlich auch mit dieser deprimierenden Phase in der Karriere von Marella das ein oder andere Humorzentrum der anwesenden Zuschauerschaft getroffen haben.

Der Höhepunkt der Ausgabe von "ECW on Sci Fi", die auf der Doppel-DVD enthalten ist, war aus unserer Sicht wohlmöglich die Anwesenheit von Michael Ballack unter den Zuschauern der Show. Der Rumpelfüßler vom FC Chelsea, dessen "Gomm rüübor!" sicherlich ein besserer Catchphrase war als die Ansageversuche von R-Truth vor seinem Bonusmatch, bekam zum Teil zwar durchaus ordentliches Wrestling geboten, so etwa in Form eines Kampfes von Evan Bourne und Paul Burchill, allerdings wurde mit einem "Match" zwischen Hornswoggle und Natalya nebenher stärker am gesunden Menschenverstand herumgemetzelt, als einst Guthrum der Ältere am Humankapital von Wessex hätte herummetzeln können.

Die "Superstars"-Episode, die in England aufgezeichnet wurde, war zu jener Zeit erst die zweite Ausgabe der Show. Auch hier wurde man mit Hornswoggle nicht verschont. Gemeinsam mit Finlay squashte der grüne Gnom damals das Team von Tyson Kidd und Natalya so deutlich, dass deren Niederlage nicht mal ein deutscher Wahlverlierer hätte schönreden können. Offenbar hielten die Booker des Titanlandes die geographische Nähe von England zu Irland für ausreichend klein um zu glauben, dass sich die Fans in London für Leprechauns begeistern könnten. Neben dem unangenehmen Auftritt des grün gekleideten Duos wartete man bei "Superstars" aber auch mit einigem Starpotential in Person von Edge, CM Punk und Big Show auf, nichtsdestotrotz gelang es nicht, die Qualität der Erstausgabe der Show, die eine Woche zuvor stattgefunden hatte, wieder zu erreichen.

Schlusspunkt der Doppel-DVD bildet die Ausgabe von "SmackDown", die im April in England aufgezeichnet wurde. Diese wiederum hatte Höhen und Tiefen - so wie auch der damalige zugehörige Genickbruch-Bericht, in dem eine Kanadierin pauschal zur Asiatin umfunktioniert wurde, nur weil sie koreanische Vorfahren hat. Die Episode laborierte daran, dass zwar mit personellen Schwergewichten aufgewartet wurde, was ihre Prominenz anging, jedoch am wrestlerischen Aspekt mit Genussmomenten gespart wurde, wie man es sonst nur von englischen Köchen kennt. So kam es dann beispielsweise, dass sich Big Show und der Undertaker schwerfälliger durch den Ring schoben, als es Paul Potts durch einen improvisierten Monolog tun würde. Entsprechend wurde der Kampf der beiden Hühnen mit ungehaltenen Zuschauerreaktionen bedacht, nachdem Big Show den Dead Man ins Reich der Träume gepuncht hatte. Nichtsdestotrotz hatte "SmackDown" aber eben auch Höhepunkte, wenngleich diese nicht gerade in Form aktiven Wrestlings bestanden. Am denkwürdigsten dürfte dabei noch eine Promo von Edge geblieben sein, in der er seine Feindschaft mit John Cena rezensierte.

Damit stellt sich am Ende die Frage: benötigt der durchschnittliche Wrestlingfan "WWE Live in the UK - April 2009"? Sollten wir hier jemanden unter den Lesern haben, der damals über den Ärmelkanal gerudert ist, um sich die WWE-Tournee live vor Ort anzusehen, dann benötigt er die Doppel-DVD sicherlich, um sich ein wenig Nostalgie ins Haus zu holen, und um ein visuelles Erinnerungsstück an seinen Abstecher ins Land von Queen Mum und Ronald Biggs ins Regal stellen zu können. Allen anderen wird ein Bündel von vier Fernsehshows geboten, von denen sich drei im qualitativ durchschnittlichen Bereich einordnen lassen, und von denen eine (nämlich die Episode von "RAW") herausstach. Das beste Argument für einen Kauf ist im Grunde das mehr als zehn Jahre alte Bonusmatch zwischen Shawn Michaels und dem British Bulldog. Wem all dies genügt, der kann sich die Doppel-DVD durch einen Klick hier kaufen. Allen anderen würde ich eher dazu raten, etwas anderes zu erwerben - beispielsweise die vor etwas mehr als einem Monat erschienene Randy Savage Collection. Die bietet immerhin auch doppelt so viel Material.

Und damit schließt sich diese Ausgabe der Flimmerkiste - mit dem Endergebnis, dass ich mich wahrscheinlich nie wieder in England blicken lassen kann, nachdem ich in diesem Artikel jedes Klischee missbraucht habe, das mir zu den Connaisseuren des Porridge eingefallen ist. Aber so ist das eben mit Kolumnen: Opfer müssen dafür gebracht werden!
 
 
 
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