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The Best of SmackDown - 10th Anniversary

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Kolumne
Ausgabe

"The Best of SmackDown - 10th Anniversary" von Axel Saalbach
Vor ziemlich genau zehn Jahren trugen sich allerhand einschneidende Dinge zu. In einem kurzen Päuschen von Trinken ernannte Boris Jelzin den KGB-Agenten der Herzen Wladimir Wladimirowitsch Putin zum Ministerpräsidenten von Mutter Russland. Die Deutsche Mark wurde zur offiziellen Währungseinheit im Kosovo erklärt. "Wer wird Millionär" bescherte dem berühmtesten Dörfler des Cyboards mit seiner Erstausstrahlung den Beginn eines seitdem fortwährend anhaltenden Priapismusses - zumindest würde dies einiges erklären. Und Steffi Graf kündigte an, dass sie keine Lust mehr darauf hatte, kleinen grünen Bällen hinterherzulaufen, weil sie sich stattdessen lieber aufs Nudeln- und Kindermachen konzentrieren wollte.

Tja, und auch in der Wrestlingwelt spielten sich einschneidende Dinge ab. Am 26. August kam es zur Uraufführung einer Show, die seitdem fast noch intensiver mit dem Wort "blau" assoziiert wird als der erwähnte Boris Jelzin: World Wrestling Entertainment rief "SmackDown" ins Leben. Seitdem flimmerte die mal donnerstags, mal freitags ausgestrahlte Zweitshow des Titanlandes schon über fünfhundertmal über den Äther. Pünktlich zum Jubiläum veröffentlichte man dieser Tage ein aus drei DVDs bestehendes Set namens "The Best of SmackDown", das mit den wichtigsten einhundert Momenten und Kämpfen aus der Geschichte der Veranstaltung ausgestattet wurde. Wer das DVD-Set haben möchte, der kann es durch einen Klick hier bekommen.

THE BEST OF SMACKDOWN - 10TH ANNIVERSARY
Erscheinungsdatum:
18. September 2009

Vorab zum Technischen. Die drei DVDs enthalten nicht nur die WWE-obligatorische Warnung vor Stroboskop-Lichteffekten, sondern auch noch Videomaterial mit einer massiven Gesamtspielzeit von 8 Stunden und 33 Minuten, so dass man sich damit einen ganzen Tag lang beschäftigen kann - gerade jetzt, da es Herbst geworden ist, sicherlich eine praktische Sache. Anschauen kann man sich das Ganze in drei Sprachen - zum einen in der englischen Originalvertonung, falls man solch ein ursprüngliches Wesen ist, dass man an seine Ohren nur unverfälschte Audioschöpfungen lässt, weiterhin auf Deutsch, falls man die Zeit bis zum DSF-Sportquiz schon so häufig mit dem SmackDown-Schauen überbrückt hat, dass man an die säuselnde Stimme von Carsten Schaefer gewöhnt ist, und schlussendlich auf Französisch, falls man es von den vielen Videonächten mit Filmen von Pierre Richard, Gérard Depardieu und Louis de Funès nicht anders erprobt ist und man sein Frühstücksbaguette immer zu den Klängen von Gilbert Bécaud und Patricia Kaas in sich hineinspachtelt.

Durch die Liste der einhundert besten SmackDown-Momente führt der Sonja Zietlow des Titanlandes, nämlich Michael Cole, gemeinsam mit seinem Handlanger Matt Striker. Schon bei der ersten Szene der Top-100-Liste kann man feststellen, dass es tatsächlich große Parallelen zu den Ranglistenshows von Olli Geissen und Konsorten gibt: die einzelnen Plätze werden nicht einfach hintereinander abgespult, sie werden auch noch ausführlich kommentiert. In dem Fall nicht von Rosi Mittermaier, Christian Neureuther, La Fee und anderen C-Prominenten, sondern selbstverständlich von Akteuren aus dem Titanland. Ihre Kommentare reichen von informativen Ansagen über lustige Einwürfen bis hin zu einer breiten Masse an Mumpitz - eben so, wie man es von Chartsshows gewohnt ist. Durch die Countdown-Anordnung der Liste umfasst die erste DVD die Plätze 100 bis 70, auf dem zweiten Silberling haben die Ränge 69 bis 40 Platz gefunden, und die dritte DVD umschließt die obersten 39 Plätze der Liste. Das hat zum einen den Vorteil, dass es nach hinten heraus immer besser wird, gleichzeitig aber auch den Nachteil, dass dem Rückblick auf die SmackDown-Historie jegliche Chronologie fehlt.

Auf der ersten Scheibe finden sich Szenen wieder, die von unrühmlichen Unfug wie der Einführung des Spinner Belts durch John Cena und den Wurmfütterungen von The Boogeyman bis hin zu wahrhaft denkwürdigen Ereignissen wie einem Rückblick auf die Rock 'n Sock Connection inklusive Mick Foleys Gedanken zum Skrotum von The Rock oder der vorübergehenden Rückkehr von Hulkamania reichen. Nicht zuletzt sind auch vollständige Matches auf der DVD (wie auch auf den beiden anderen Silberlingen) enthalten - in diesem Fall unter anderem in Form eines Aufeinandertreffens von Randy Orton und The Undertaker, einem Duell von Rey Mysterio und Eddie Guerrero in einem Stahlkäfig, grobem Unfug zwischen Chris Jericho und Chyna zur Entwertung des WWE Intercontinental Title und des gerade eben von World Championship Wrestling dahergewechselten Y2J, einem weiteren - etwas überbookten - Match von Jericho, diesmal gegen den ungleich maskulineren Hulkster, sowie dem aus heutiger Sicht ungleichen Match-Ups zwischen Tazz und Triple H - in diesem Fall nicht ganz so zerkommentiert wie die enthaltenen Segmente... glücklicherweise. Insbesondere das Duell von Rey Mysterio und Eddie Guerrero, der in jenem Jahr als Heel glänzte, sticht qualitativ aus der DVD heraus.

Auf der zweiten DVD wird man nicht nur daran erinnert, dass es bei World Wrestling Entertainment mal einen Wrestler namens Mr. Kennedy gab - die Älteren unter den Lesern dieser Flimmerkiste werden sich vielleicht noch an diesen kurzfristig als kommenden Megastar gehandelten Herren erinnern, ebenso einen Herren namens Heidenreich, der heutzutage froh sein muss, wenn er mal wieder irgendwo in einer dunklen Ecke Westeuropas gegen einen anderen Ex-WWE-Wrestler antreten darf, sondern auch daran, dass es im Titanland immer wieder zu großen Gefühlen kommt. So zum Beispiel zwischen Jamie Noble und Nidia, aber auch und ganz besonders zwischen dem vorübergehend sexuell irritierten Mr. Ass und seinem Seelenverwandten Chuck, der damals noch nicht darauf angewiesen war, in Tijuana um gelegentliche Auftritte zu betteln. Die Kämpfe der zweiten DVD bleiben weitgehend ohne Ausfallerscheinungen, hier bekommt man Duelle zu sehen wie eines der Matches der einstigen Serie zwischen Eddie Guerrero und John Bradshaw Layfield, ein weiterer Kampf mit Beteiligung von Guerrero, diesmal an der Seite von Tajiri gegen das Team Angle, eine Schlacht zwischen Steve Austin und Rob Van Dam sowie einen Versuch Kurt Angles, sich gegen den Undertaker durchzusetzen.

Die dritte DVD bildet schlussendlich den Höhepunkt, wenngleich ein paar Dinge, die darauf enthalten sind, schon fraglich weit oben platziert wurden, so etwa ein Match Zach Gowens, der auf dem Cover des DVD-Sets fälschlicherweise mit einem A im Nachnamen geschrieben wurde und der eigentlich nur dadurch nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, dass er nach einer Weile ziemlich viele Fans ziemlich genervt hatte... zumindest in der deutschsprachigen Internetforenlandschaft. Die wichtigsten Ereignisse und Kämpfe aus der Geschichte der Show sind allerdings sehr wohl enthalten. Wie genau die Topplatzierungen angeordnet sind, werde ich an dieser Stelle nicht spoilern, da ich mal stark davon ausgehe, dass sich der ein oder andere Leser dieser Flimmerkiste nichts kaputtmachen lassen will - daher sei lose in den Raum geworfen, dass unter anderem das Iron Man Match zwischen Kurt Angle und Brock Lesnar enthalten ist, wenn auch natürlich in einer aufgrund seiner Gesamtdauer etwas abgespeckten Version, wodurch seine durchaus vorhandenen Längen wegfallen und man sich auf den guten Rest konzentrieren kann, das (ziemlich zusammengeschnibbelte) dritte Tables, Ladders & Chairs Match, ein Blick auf die Show nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 und auf die langfristig daraus resultierenden Veranstaltungen unter dem Banner "Tribute to the Troops", und nicht zuletzt einer auf die Pilotshow von "SmackDown", die bereits ein halbes Jahr vor der eigentlichen ersten Ausgabe ausgestrahlt wurde.

Durch seine Gestaltung als Countdown ist "The Best of SmackDown - 10th Anniversary" einerseits ein geschichtlicher Rückblick und andersherum auch wieder kein geschichtlicher Rückblick in einem - so richtig bekommt man nicht nacherzählt, was sich im Laufe der Jahre zutrug, und trotzdem ist restlos alles dabei, was die Veranstaltung des blauen Brands in den vergangenen zehn Jahren auszeichnete. Insgesamt präsentiert World Wrestling Entertainment auf den drei DVDs daher eine ordentliche Zusammenstellung an Segmenten und Matches, wenngleich sich bei den Kämpfen diskutieren lässt, ob nun wirklich jedes davon so bedeutend war, dass es unbedingt auf das Set musste, und ob es nicht ab und an bessere Optionen gegeben hätte. Da man allerdings beispielsweise versucht hat, Chris Benoit nach Möglichkeit gänzlich ohne Erwähnung in den achteinhalb Stunden zu lassen, hatte man eben zwangsläufig nicht die Möglichkeit, auf Klassiker wie das 2 out of 3 Falls Match zurückzugreifen, das er gemeinsam mit Kurt Angle gegen Edge und Rey Mysterio um die WWE Tag Team Titles bestritten hat. Dass bei Top-100-Listen wie dieser zwangsläufig immer Kritikpunkte an der exakten Platzierung und der Listung oder Nichtlistung von einzelnen Sachen auftreten, ist allerdings letztlich normal und auch nicht sonderlich störend. Denn abgeliefert werden hier drei DVDs mit kurzweiliger Unterhaltung, und das ist es ja, was zählt. Das DVD-Set ist nicht unbedingt überragend, aber schön anzuschauen allemal - und besser als jede andere Chartshow sowieso.

Wenn ihr nach dem Lesen dieser Rezension zu dem Schluss gekommen sein solltet, dass ihr "The Best of SmackDown - 10th Anniversary" dringend benötigt, um den anstrengenden Tag der Wiedervereinigung zu überstehen, ohne beim Umherzappen den tausendsten Rückblick auf die Chronologie des Mauerfalls einschließlich Genschmans weggelärmten halben Satz vom Balkon der Prager Botschaft und inklusive "28 Jahre, das ist die Stunde!" anschauen zu müssen, dann könnt ihr das DVD-Set durch einen Klick hier in euren Besitz wandern lassen. Falls euch der Geist eher nach kompletten Shows steht, dann werdet ihr aber auch mit ein paar anderen Neuerscheinungen zufriedengestellt, so erschien vor kurzem beispielsweise Judgment Day 2009, und morgen kommt auch noch Extreme Rules 2009 heraus. Damit ist also genug Material vorhanden, um nicht nur voller Kurzweil durch den Tag der Wiedervereinigung zu kommen, sondern auch um gleich bis zum sechzigsten Geburtstag der DDR weiterzugucken. Denn wer will bei diesem Mistwetter schon freiwillig die eigenen vier Wände verlassen.
 
 
 
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