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Prophecy's Puro Praxis #19 - Der Sargnagel für NOAH?

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Kolumne
Ausgabe

"Prophecy's Puro Praxis #19 - Der Sargnagel für NOAH?" von Prophecy
Herzlich Willkommen zur letzten regulären Ausgabe der Puro Praxis im Jahr 2012! Zwischen den Jahren gibt es noch einen Jahresrückblick und ein Preview zum Jahreshighlight von New Japan Pro Wrestling! Am 4. Januar ist es wieder Zeit für die jährliche Tokyo Dome Show, doch vorher beschäftigen wir uns noch kurz mit der World Tag League und blicken auf Grund aktueller Ereignisse auch mal über den Tellerrand hinaus.

World Tag League 2012
Die World Tag League wurde unter diesem Namen zum ersten Mal veranstaltet, aber das liegt am Eigentümerwechsel bei New Japan. Denn der neue Eigentümer Bushiroad ließ verschiedene Touren umbenennen. So wurde auch die G1 Tag League (das Pendant zum G1 Climax) umbenannt und geboren war die World Tag League. Ohne Unterbrechung lässt sich das Turnier bis 1991 zurückverfolgen und fand ursprünglich in einem einzigen Block statt. Seit 2006 wurde das Teilnehmerfeld dann in zwei Blöcke aufgeteilt und die Sieger mit anschließenden Halbfinals und Finale ermittelt. Unter den Siegern befinden sich seit 1991 nur zwei Teams, die das Turnier zweimal gewinnen konnten. Hiroshi Hase und Keiji Muto konnten 1993 und 1994 in zwei aufeinanderfolgenden Jahren das Turnier gewinnen. Das zweite Team hatte in diesem Jahr die Chance sich zum dritten Mal in die Siegerliste einzutragen, nämlich TenKoji, die 2001 und 2008 das Turnier für sich entscheiden konnten.

In diesem Jahr war das Turnier dann allerdings etwas komisch. Okay, eigentlich wartet schon alles auf den Tokyo Dome, sodass diese Tour mehr oder weniger zu einer Übergangsstation wurde. Ich persönlich bin ja sowieso kein großer Freund von übermäßig vielen Tag Team Kämpfen auf einer Card. Ein oder zwei pro Card finde ich immer sehr erfrischend und gut für die Abwechslung, aber eine ganze Show mit ausschließlich Teamkämpfen kann ich mal so gar nichts abgewinnen. Dementsprechend wird der Finaltag auch die einzige Show bleiben, die ich mir von dieser Tour angucken werde. Ich weiß auch gar nicht so recht, was ich über das Turnier schreiben soll. Na ja, man muss ja auch nicht alles hypen, was von New Japan so kommt.

Was bleibt nun also von der ersten Auflage der World Tag League? Japaner sind ligenübergreifend ziemlich whacky, wenn es darum geht sich Namen für Tag Teams auszudenken. Da waren im Turnier schon einige sehr komische Neuschöpfungen mit dabei. Zudem waren einige sehr eigenwillige Paarungen vertreten. Mit TenKoji, der Killer Elite Squad sowie Karl Anderson und Hirooki Goto waren eigentlich nur drei gleichstark besetzte Teams am Start. Der Rest bestand immer aus einem Star und einem Anhängsel, der die Pins einstecken konnte. Hiroshi Tanahashi hatte dabei aber ganz klar die Arschkarte gezogen und musste mit Captain New Japan ran, was dazu führte, dass es ein historisch einmaliges Ergebnis gab, nämliche eine Nullnummer für Tanahashi in einem Turnier (Ich hab's nicht selber kontrolliert, verlasse mich da mal auf den allgemeinen Tenor). Hirooki Goto und Karl Anderson stecken im Singles Bereich gerade in der Zwickmühle, dass sie einen zu hohen Status haben, um in die Midcard abzudriften, aber gleichzeitig nach oben aktuell auch nichts geht. Von daher ist es eine gute Idee sie im Team einzusetzen... bleibt nur die Frage, ob man sie jetzt bei Wrestle Kingdom tatsächlich die Titel gewinnen lässt.

Wieder mal sind die Vorrundengruppen sehr ausgeglichen – was jeder für sich bewerten kann, wie er möchte. Insgesamt ist das Booking von New Japan weiterhin sehr logisch und darauf bedacht die Zukunft gut aufzubauen, was im gleichen Atemzug aber auch bedeutet, dass die Ergebnisse oft leicht vorhersehbar sind. Das ist nicht automatisch schlecht. Ich verstehe auch die Kritik oft nicht, wenn es heißt, dass ein WWE Pay-Per-View schlecht war, weil die Ergebnisse vorhersehbar waren. Aber dieses Turnier war halt sowohl vorhersehbar als auch gerade in der Gruppenphase durch die übertriebene Ausgeglichenheit zu unbedeutsam, was keine gute Kombination ist.

Und sonst so? Im CHAOSinternen Duell hat sich Shinsuke Nakamura gegen Kazuchika Okada durchsetzen können, aber natürlich nicht mit einem direkten Pin.

Und damit sind wir auch schon auf der Zeilgeraden in Richtung Wrestle Kingdom 7. Auf dem Weg dahin gibt es noch eine kleine Tour, die schon läuft. Von großer Bedeutung ist diese allerdings nicht, was man schon daran sieht, dass keine Gaijins eingeflogen wurden. Dafür bekommen aber die Rookies von New Japan die Chance sich vor größerem Publikum zu beweisen. Am 23. Dezember gibt es dann als Weihnachtsgeschenk noch einmal eine Fernsehsendung mit sieben Singles Matches. Dabei steht ganz klar der Aufbau für den großen Pay-Per-View am 4. Januar im Vordergrund. So bekommen sieben Wrestler, die dort in wichtigen Kämpfen stehen, noch einmal einen Vorbereitungskampf gegen durchaus namenhafte Gegner:

* Hirooki Goto vs. TAKA Michinoku
* KUSHIDA vs. Shinsuke Nakamura
* Togi Makabe vs. Tomohiro Ishii
* Jushin Thunder Liger vs. Minoru Suzuki
* Yuji Nagata vs. Taichi
* Ryusuke Taguchi vs. Kazuchika Okada
* Hiroshi Tanahashi vs. Gedo

Mehr zu Wrestle Kingdom 7 gibt’s in meinem Preview zwischen den Jahren! Das Tippspiel ist aber schon mal online!

Kazuchika Okada räumt bei den Tokyo Sports Awards ab
Tokyo Sports ist das wichtigste japanische Sportmagazin, das das Thema Wrestling sehr gut featured und dementsprechend bedeutsam sind die jeweils im Dezember vergebenen Awards. Allerdings haben die Redakteure dabei oft eine ziemlich eigenwillige Meinung, sodass es nach der Veröffentlichung eigentlich immer zu regen Diskussionen kommt. Doch in diesem Jahr sind die Awards eigentlich ganz gut getroffen, finde ich zumindest. Wobei das auch nicht sonderlich überraschend ist, wenn man bedenkt, dass in diesem Jahr ein Mann durch seinen rasanten Aufstieg praktisch alles überstrahlt hat. So kann der Rainmaker zum Gewinn des IWGP Heavyweight Titles, dem Gewinn der G1 Climax nun auch noch den Award für das beste Match des Jahres und den Titel des Most Valuable Players in seinen Trophäenschrank stellen.

In Sachen MVP gibt es eigentlich nur einen anderen Kandidaten, der hier in Frage gekommen wäre, und das ist Hiroshi Tanahashi. Für Okada spricht die Tatsache, dass er sich innerhalb kürzester Zeit zu einem glaubwürdigen Main Eventer gemausert hat. Außerdem gibt es erste Anzeichen dafür, dass er beim Publikum auch in Sachen Yen-Scheine gut ankommt. Ob er wirklich drawt, das muss sich allerdings erst über einen längeren Zeitraum zeigen. Bewiesen hat das bereits Tanahashi und auch wenn er das Jahr über nicht immer im Mittelpunkt stand, so ist er aktuell doch der New Japan Wrestler, der bei den Zuschauerzahlen den größten Unterschied ausmacht. Aber ich kann mit Okada als MVP leben. Das Match des Jahres teilen sich die beiden dann auch 50/50 für ihr Match vom 16. Juni diesen Jahres. Ich hätte hier zwar ganz klar Tanahashis Match gegen Suzuki vorgezogen, aber ich kann damit leben. Das ist schließlich zu einem Teil auch Geschmackssache und vor allem war das Match der beiden auch großartig!

Darüber hinaus gab es zwei weitere Awards für New Japan. So staubte Shinsuke Nakamura den Technique Prize ab und für sein Lebenswerk wurde Seiji Sakaguchi ausgezeichnet. Sakaguchi war ein Judoka auf weltklasse Level, der 1965 eine Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft gewann. Zwei Jahre später begann seine Wrestlingkarriere in der Japan Wrestling Association und gemeinsam mit seinem langjährigen Wegbegleiter Antonio Inoki gründete er 1972 New Japan Pro Wrestling. Nach seinem Rücktritt vom aktiven Sport im Jahr 1990 agierte er von 1992 bis 1993 als Präsident der National Wrestling Alliance.

Kenta Kobashi tritt zurück und NOAH vor dem Ende
Im Jahr 2000 wandten sich fast alle einheimischen Wrestler von All Japan Pro Wrestling ab, weil sich Mitsuharu Misawa mit Giant Babas Witwe Motoko Baba überworfen hatte und die meisten Wrestler dem verdienten Wrestler die Treue hielten. So wurde Pro Wrestling NOAH aus der Taufe gehoben und neben dem mittlerweile verstorbenen Misawa wurde Kenta Kobashi sowohl vor als auch hinter den Kulissen zum Aushängeschild der Promotion. Doch in den letzten Jahren ging es steil bergab, weil man es nicht verstand mit neuen, frischen Wrestlern die nötige Abwechslung zu bieten. Als Folge dessen kam es zu House Shows, die teilweise weniger Zuschauer zogen als Shows von Indy Promotions in der gleichen Gegend. Auch ihren landesweiten TV Deal verlor die Promotion schon vor einiger Zeit und damit auch ihre beste und billigste Werbemöglichkeit. Das ganze machte sich natürlich auch im Portemonnaie bemerkbar und so wurden in den letzten Jahren schon einige verdiente Wrestler entlassen bzw. von fester Bezahlung auf Bezahlung pro Auftritt umgestellt. Die Verbindungen zu den Yakuza, der japanischen Mafia, die in in diesem Jahr bekannt wurde, haben das Image auch nicht gerade aufpoliert.

Doch jetzt scheint das Fass überzulaufen. Wie Tokyo Sports letzte Woche berichtete, hat man sich bei NOAH dafür entschieden mit Kenta Kobashi eine der größten noch aktiven Legenden zu entlassen. Kobashi ist zwar seit Februar mit einer Knieverletzung außer Gefecht gesetzt, aber gerade in Japan ist es außergewöhnlich, dass verdiente Wrestler entlassen werden. Aber offensichtlich war NOAH das Gehalt von Kobashi einfach zu hoch. Doch erinnern wir uns mal an die Treue, mit der die Wrestler Anfang des Jahrtausends Misawa zu NOAH gefolgt sind. So veröffentlichte Tokyo Sports in ihrem Artikel auch gleich die Namen von fünf Wrestlern, die ihre Verträge bei NOAH kündigen würden, wenn Kobashi geht. Dazu gehören auch die beiden absoluten Top Stars Jun Akiyama und Go Shiozaki sowie Atsushi Aoki, Kotaro Suzuki und Yoshinobu Kanemaru. NOAH-Präsident Akira Taue erklärte umgehend, dass man nicht vor habe Kobashi zu entlassen, er aber am 9. Dezember beim anstehenden Pay-Per-View ein Statement abgeben wolle. Dieses Statement entpuppte sich als Rücktrittsankündigung von Kobashi, doch die meisten Fans und Experten sahen hier eher einen Versuch NOAHs das Gesicht zu wahren.

Ob das allerdings gelingen wird und die fünf Wrestler nicht trotzdem noch die Liga verlassen werden, bleibt abzuwarten. Beim Pay-Per-View am 9. Dezember verloren sie auf jeden Fall alle erst mal ihre Kämpfe und auch für die erste Tour von NOAH durch Südamerika im kommenden Februar wurde keiner der potentiellen Abtrünnigen angekündigt. Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten … immerhin könnte ja auch der ein oder andere bei New Japan auftauchen...

Wir blicken also auf spannende Zeiten voraus, aber jetzt wünsche ich erst einmal schöne Weihnachtstage! Zwischen den Jahren gibt es dann meinen Jahresrückblick und eine Vorschau auf Wrestle Kingdom!
 
 
 
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